Gunnar Decker

 4,5 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor*in von Hermann Hesse, Franz von Assisi und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Gunnar Decker, geb. 1965 in Kühlungsborn, lebt als Autor in Berlin. Der promovierte Philosoph veröffentlichte vielfach gelobte Biografien, u.a. zu Hermann Hesse, Gottfried Benn, Franz Fühmann und Ernst Barlach. 2016 wurde er mit dem von der Berliner Akademie der Künste verliehenen Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien Zwischen den Zeiten: Die späten Jahre der DDR (2020).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gunnar Decker

Cover des Buches Hermann Hesse (ISBN: 9783518464588)

Hermann Hesse

 (9)
Erschienen am 17.08.2013
Cover des Buches Franz von Assisi (ISBN: 9783827500618)

Franz von Assisi

 (3)
Erschienen am 25.09.2016
Cover des Buches Vincent van Gogh (ISBN: 9783882217476)

Vincent van Gogh

 (3)
Erschienen am 01.03.2009
Cover des Buches Gottfried Benn. Genie und Barbar (ISBN: 9783746623696)

Gottfried Benn. Genie und Barbar

 (2)
Erschienen am 15.02.2008
Cover des Buches Rilke. Der ferne Magier (ISBN: 9783827501035)

Rilke. Der ferne Magier

 (2)
Erschienen am 31.10.2023
Cover des Buches Die Fledermaus (ISBN: 9783946334330)

Die Fledermaus

 (2)
Erschienen am 13.03.2018
Cover des Buches Rilkes Frauen oder Die Erfindung der Liebe (ISBN: 9783746623023)

Rilkes Frauen oder Die Erfindung der Liebe

 (2)
Erschienen am 01.11.2006
Cover des Buches 1965 (ISBN: 9783446247352)

1965

 (1)
Erschienen am 15.03.2015

Neue Rezensionen zu Gunnar Decker

Cover des Buches Rilke. Der ferne Magier (ISBN: 9783827501035)
Thomas_Lawalls avatar

Rezension zu "Rilke. Der ferne Magier" von Gunnar Decker

Opulentes Wortgemälde
Thomas_Lawallvor 4 Monaten



1886 kommt René auf eine Kadettenschule in St. Pölten, gemäß dem Willen seines Vaters. Vielleicht könnte ja sein Sohn den Rang eines Offiziers erreichen, was ihm selbst, wegen einer chronischen Erkrankung, verwehrt war. Schließlich quittierte er gar, weil die Beförderungen ausblieben, seinen Dienst, wohl aus Enttäuschung, Resignation und vielleicht auch aus stummem Protest. Sein Sohn sollte schon deshalb gleich in jungen Jahren auf jene Schienen gelenkt werden, die ihm das ermöglichen sollten, was ihm verwehrt war.

Mit seiner Mutter und ihrem Traum, eine große Schriftstellerin zu werden, verhielt es sich ähnlich, weshalb sie, wo sie konnte, gegensteuerte. So ist auf der Rückseite eines Fotos aus jener Schule eine Notiz seiner Mutter erhalten geblieben, die den elfjährigen René in einer Uniform zeigt, und sie diesen Aufzug als sein "Gefängnis" bezeichnet.

"René" übrigens deswegen, weil dies sein wirklicher Vorname war. Genauer gesagt "René Karl Wilhelm Johann Josef Maria". Elf Jahre später kam Lou Andreas Salomé, "seine ersatzmütterliche Geliebte", auf die Idee, ihn Rainer zu nennen. Schließlich würde René zu sehr nach "Salon und Parfüm" riechen. Mit der Änderung seines Vornamens solle er auch gleich seinen oft ausufernden, oftmals die Grenzen der schönmalerischen Wallungen überschreitenden Schreibstil radikal ändern ...

Und da sind wir schon bei einem gewissen Problem des Buches angekommen, zumindest aus der bescheidenen Sicht des Rezensenten. Die verschachtelten Strukturen gestalten die Biografie, zumindest in den ersten Kapiteln, etwas unübersichtlich, verwirrend und nicht selten wiederholend. Wird Vaters misslungene militärische Laufbahn erstmals erwähnt, sowie sein Wille, René deshalb die Kadettenschule in St. Pölten besuchen zu lassen, wird dies zwölf Seiten später wieder thematisiert.

Dazwischen gibt es immer wieder Verweise auf künftige oder vergangene Ereignisse, nur um dann wieder auf den jeweiligen Stand der Dinge zurückzukehren. Wer sein späteres Studium und seinen Lebensunterhalt finanziell unterstützt, darf man beispielsweise ebenfalls mehrmals nachlesen, oder die katastrophalen Eindrücke, die er in Paris gewann, sowie die niederschmetternde Charakterisierung seiner Mutter.

Der Wechsel der Zeitebenen ähnelt einem Hürdenlauf in verschiedene Richtungen. Würde man eine Biografie von Anfang an chronologisch gestalten, wären solche Wiederholungen, die wahrlich nicht die einzigen sind, nicht möglich (der Umfang des Buches ebenfalls nicht) was aber andererseits vielleicht zu einseitig wäre. Was also hier und da fast ein wenig ärgerlich stimmt, machen die zahlreichen Zitate Rilkes locker wieder wett.

Hier kommt "der ferne Magier" zum Zug und entschädigt für alles. Auch wenn es an die Substanz geht. Das ebenso komplizierte wie gestörte Verhältnis zu seiner Mutter wird in einem Brief an Lou klar, in welchem er u. a. ihren "eigensinnigen Glauben" beklagt:

"... diesen Verzerrten und Entstellten, daran sie sich gehängt hat, selber leer wie ein Kleid, gespenstisch und schrecklich."

Der nicht erklärbare Zauber, der von ihm und seinen Worten ausgeht, deutet sich bereits in der eingangs erwähnten Schule mit deutlichen Vorzeichen an. Mitglied einer Clique zu werden ist genauso unmöglich wie Hänseleien oder gar ein Auslachen jenes jungen Menschen, den eine "Aura der Distanz" schützt. Die Klasse schweigt, wenn der Deutschlehrer seine ersten Gedichte vorliest.

Leserinnen und Lesern ergeht es nicht anders. Insbesondere wenn es ernst wird. Nicht wenige werden aber an ihre Grenzen stoßen, denn Verse wie

"Über uns hinüber / spielt dann der Engel. Sieh, die Sterbenden, / sollten sie nicht vermuten, wie voll Vorwand / das alles ist, was wir hier leisten. Alles / ist nicht es selbst."

faszinieren zwar wie seit eh und je, doch das Verstehen derselben steht auf einem völlig anderen Blatt. Es muss wirken oder zumindest irgendwann ankommen, oder es tut es nie. Aber selbst das Unverständliche kann scheinen und strahlen und scheint zudem gegen jedes Vergessen immun zu sein.

Wie dem auch sei, muss man ohne den geringsten Zweifel dem Autor ein bis zwei Lobeshymnen singen, denn dieses gewaltige Werk verlangte wohl das Studium unzähliger Zeitdokumente, insbesondere Rilkes zahlreiche Briefwechsel mit wichtigen oder auch nicht so wichtigen Zeitgenossinnen und -genossen. Wie sonst könnte man beispielsweise ein derart genaues Licht auf die unglückliche Ehe mit Clara werfen, auf seine Nicht-Vaterrolle für seine Tochter Ruth, Lou Andreas Salomés zentrale Bedeutung oder sein schwer gestörtes Verhältnis zu seiner Mutter, welcher er 25 Jahre Briefe schrieb, die allein 1500 Seiten umfassen.

Das Ergebnis dieser Fleißarbeit, lesbar durchaus auch für literarisch ungeübte Leserinnen und Leser, entführt mit nachhaltigem Eindruck in die Gedankenwelt Rilkes, die (nicht nur) in "Malte Laurids Brigge" und den "Duineser Elegien" ihren Höhepunkt erreichten. Gunnar Decker legt ein opulentes Wortgemälde der rätselhaften Existenz Rilkes vor, welches trotz der ganzen Vielfalt von Nebenstraßen, den vielen Reisen, Eindrücken, Bekanntschaften, Beziehungen und der ewigen Suche nach so etwas wie einer Hauptstraße, den "notorisch Einzelnen", der alle Fäden in der Hand zu haben schien (um sie gleich wieder zu verlieren), nicht übersieht.

Und immerhin, was wäre der Existenzialismus ohne seinen "Metaphernlieferanten"?

Wie auch immer, die Verführung zur "existenziellen Selbstbefragung" ist gelungen. Das Bild des Magiers aber bleibt voller Rätsel. Vielleicht auch ganz gut so, denn wem und wozu könnte eine "Lösung" wohl dienlich sein?

Cover des Buches Rilke. Der ferne Magier (ISBN: 9783827501035)
Kristall86s avatar

Rezension zu "Rilke. Der ferne Magier" von Gunnar Decker

Eine brillante Biografie!
Kristall86vor 6 Monaten

Klappentext:

„Rainer Maria Rilke ist auch nach über einhundert Jahren ein Welteröffner. Er verführt seine Leser zur existenziellen Selbstbefragung und fordert Entschlüsse: »Du musst dein Leben ändern.« Seine Dichtung, das stellt Gunnar Decker auf faszinierende Weise heraus, war immer auch eine Reaktion auf die Krisen der Gegenwart, der Versuch, sich eine Gegenwelt zu erschreiben, die für ihn lebenswerter war als jene, die er in Prag, München, Worpswede, Moskau, Berlin, Rom, Duino, Venedig oder Paris vorfand. So scheinen Rilkes ruheloses Leben und sein metaphysische Fragen umkreisendes Werk auf einzigartige Weise verwoben. In seiner wunderbar erzählten Biographie widmet sich Decker auch erstmals Rilkes schwierigem Verhältnis zu seiner Mutter Phia, dem Nicht-Verhältnis zu seiner lebenslangen Ehefrau Clara und zur Tochter Ruth. Er beschreibt seinen Kampf gegen den körperlichen Verfall, der einen Schlüssel zum Verständnis des Werkes bietet, und deutet seinen Entschluss nach dem Ersten Weltkrieg, kein deutscher Dichter mehr sein zu wollen. Ein neuer, überraschender Blick auf eine der schillerndsten Dichterfiguren unserer frühen Moderne.“


Ich verehre die Werke Rilkes komplett. Was er geschrieben hat, ist unvergleichlich und einmalig. Mein Lieblingswerk ist „Der Panther“. Die Werke Rilkes zu analysieren fällt unglaublich schwer, denn es scheint schier unmöglich in die Gedanken dieses Genies eintauchen zu können. Es gibt Autoren, da kann man erahnen warum sie dieses oder jenes geschrieben haben, aber bei Rilke driftet man irgendwann komplett n die Unendlichkeit der Worte und ihrer Bedeutung ab. Er war ein Meister der Worte und wählte sie so, dass man sich darin verlieren konnte. Genau deshalb ist es von großer Wichtigkeit eine Biografie dieses Genies mal zu lesen. Gesagt getan mit dieser Ausgabe von Autor Gunnar Decker. Sein Zweittitel „Der ferne Magier“ trifft die Sache im Kern aber erstmal von vorn. In diesem Buch dürfen wir also in das Leben Rilkes eintauchen. Es geht um seine Kindheit, seine Versuche mit der Liebe, seiner ganz großen Liebe: den Worten selbst, es geht um Bekanntschaften, Freunde, Erfahrungen, Erkenntnisse, Bekenntnisse uvm.. Es ist eine waschechte Biografie die wir hier genießen dürfen und fest steht, wir kommen dem Magier der Worte definitiv näher und können ihn somit besser verstehen. Seine Beziehung zu seiner Tochter ist schmerzlich zu lesen aber ich muss gestehen, dass mich das nicht sonderlich gewundert hat bei ihm. Wiederrum den körperlichen Verfall zu erlesen tat ebenfalls weh und zeigte, wie er selbst sein Leben sah und wie schmerzhaft alles werden kann. 

Diese Biografie bringt bedingt Licht ins Dunkle über Rilke selbst, denn das wahre Ich kann nur Rilke selbst erkannt haben, wenn er es sehen wollte und das hat er bestens für sich behalten. Dennoch hat Autor Gunnar Decker eine äußerst interessante Biografie verfasst, die sich sehr gut lesen ließ und eine echte Bereicherung ist. Fazit: Ein Muss für jeden Rilke-Fan und jeden Literatur-Interessierten! 5 Sterne hierfür und eine klare Leseempfehlung!

Cover des Buches Zwischen den Zeiten (ISBN: 9783351037406)
Judithas avatar

Rezension zu "Zwischen den Zeiten" von Gunnar Decker

Ein Kompendium der letzten Kunst- und Kulturjahre der DDR
Judithavor 4 Jahren

Ich bin einige Jahre älter als Gunnar Decker, für mich war „1965 – der kurze Sommer der DDR“, das Jahr, das Decker im gleichnamigen Buch beschreibt, der Beginn meiner Rezeption von Kunst, Kultur, Literatur, Film und auch ganz besonders von DDR-(Kultur-)Politik. 

Aufgewachsen in einem „kulturaffinen“ Elternhaus begegnete ich frühzeitig den von Gunnar Decker in seinem neuen Buch charakterisierten und beschriebenen Künstlern und Kunstwerken. Der Begriff Buch ist in diesem Fall aber vielleicht nicht ausreichend, ich würde es ein Kompendium der späten DDR-Kunst- und Kulturszene nennen, aber es ist auch eine Art Geschichtslesebuch. „Zwischen den Zeiten“ ist ein Teilzitat von Christa Wolf, aber es birgt für mich eigentlich einen noch größeren Zeitraum. Die gesamte DDR-Zeit lag zwischen den Zeiten, beginnend spätestens 1946 mit der Vereinigung von KPD und SPD, endend frühestens mit dem Tag der Wiedervereinigung 1990. Dazwischen gab es kulturelle Klassen- und Gewissenskämpfe, die oftmals in die Irre und manchmal sogar ins Gefängnis, in den Tod oder in die BRD führten.

Beginnend mit dem Prolog hatte ich erhebliche Schwierigkeiten, den Gedankengängen Deckers zu folgen. Per se sind offenbar für ihn Westdeutsche mit dem Siegerblick ausgestattet, Ostdeutsche hingegen fühlen sich per se verraten und verkauft. Mein Eindruck ist ein anderer, Decker sieht es aus der Perspektive des verkannten Wissenschaftlers an der Humboldtuniversität. Ich sehe es aus der Perspektive eines von (politischen) Zwängen befreiten Menschen. Das heißt nicht, dass mir die Bananen und Apfelsinen in den Schoß geworfen wurden, aber ich wurde – manchmal nach heißen Diskussionen – als gleichwertige Person auch von „Westlern“ anerkannt, die vor mir kaum je einen „Ossi“ gesehen hatten. So ging mir also das „Wiedervereinigungs-Bashing“ im Vorwort gehörig auf die Nerven.

Ich habe mich trotzdem an den umfangreichen Inhalt herangetastet und einige interessante Aspekte gefunden, die mir noch nicht geläufig waren. Zum Beispiel mit Markus Wolfs „Troika“ habe ich mich nie beschäftigt, umso mehr aber mit Konrad Wolf. Da ich in den 1970er Jahren im Ostberliner Verlagswesen tätig war, sind mir viele der Geschichten um die Schriftsteller und Künstler und um ihre Werke oft schon bekannt gewesen. Trotzdem ist die Fülle der zusammengetragenen Details beeindruckend, aber auch etwas erdrückend. 

Decker also spezialisiert sich in diesem Buch auf die späten Jahre der DDR. Da er sich nun nicht nur mit der Kunst- und Kulturszene in der DDR beschäftigt, sondern sich auch um die gesamte DDR-Geschichte dieser Periode kümmert, bleibt es nicht aus, dass er das Thema Wirtschaftspolitik aufgreift und sich sehr ausführlich mit dem Phänomen Gorbatschow/Perestroika auseinandersetzt. Auch hier findet Decker nicht in jedem Fall meine Zustimmung, aber ich überlasse es jedem Leser selbst, hier eine Position zu finden. Diese Rezension soll ja nicht in einen politischen Diskurs ausarten. Eines aber möchte ich anmerken, den Satz „Wir sind das Volk“ und die Montagsdemos in Leipzig erwähnt Decker in keinem Satz. Und die sollten „Zwischen den Zeiten“ eigentlich nicht fehlen, denn sie sind ein Ausdruck freier Meinungsäußerung, die die DDR bis dato nicht kannte.

Zäsur in den Endjahren der DDR war eindeutig die Biermann-Ausbürgerung und der nachfolgende Exodus von DDR-Künstlern. Manche haben den Absprung geschafft, wie Manfred Krug, andere sind auf der Strecke geblieben, wie Jurek Becker. Die Geschichte jedes einzelnen ist es wert, ausführlich betrachtet zu werden. 

Gunnar Decker fügt den DDR-Künstlerbiografien dann noch einige wichtige (?) sowjetische Künstlerbiografien hinzu. Ja, sie hatten Einfluss, aber nicht auf die Masse, die klappte beim Anblick von „Russenfilmen“ meist das Visier herunter. Bulgakows Buch „Der Meister und Margarita“ ist in der DDR ebenso wenig Allgemeingut geworden wie Abuladses Film „Die Reue“.

Wiederbegegnet bin ich im Buch Walter Janka, für mich war das Buch „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ tatsächlich, wie in der Kapitelüberschrift von Decker genannt: Das geistige Signal der Wende. Dieses kleine Buch hat mich damals umgehauen, damit war die DDR in meinem Kopf „gestorben“ – schon vor der Wende und der Wiedervereinigung, die zum Glück nicht mehr lange auf sich warten ließ.

Etwas verwundert war ich beim Lesen, dass Gunnar Decker nicht die Gunst der Stunde packte und in den Stasiarchiven nach Details der Beobachtung und Bespitzelung der DDR-Künstler suchte. Obwohl schon sehr ausführlich in seinen Beschreibungen, hätte er hier sicher noch die eine oder andere Anekdote beisteuern können. Aus meiner Sicht gab es kaum einen Künstler in der DDR (egal ob Schriftsteller, Maler, Bildhauer oder Regisseur…), der nicht ausgeforscht wurde. Dass auch einige selbst für die Staatssicherheit arbeiteten, versteht sich leider fast von selbst. 

Trotzdem sollte man beim Lesen dieses Buches nicht vergessen: nicht jeder Künstler war ein Dissident oder gegen die DDR eingestellt, und nicht jeder war schlecht, nur weil er sich anpasste und mit dem Rücken an der Wand blieb. Die Kunst- und Kulturszene der DDR war ein weites Feld, Gunnar Decker hat versucht, es zu beackern. Wirklich eine immense Fleißarbeit!

Zum Schluss noch ein Blick auf Wolfgang Mattheuers „Jahrhundertschritt“, den Decker im Prolog sehr interessant beschreibt. Für mich ist dieses Kunstwerk seit vielen Jahren auch Ausdruck der Grenzen überschreitenden Kunst! Zuerst sah ich es auf der Kunstausstellung in Dresden 1987, dann sah ich es in der 1990ern jeden Tag vor dem Eingang meiner Arbeitsstätte gegenüber vom Berliner Zoo und seit in Potsdam das Barbarini-Museum eröffnet hat, begegnet der weit ausschreitende Mann mir immer wieder. Dass ich einen Abguss vor ein paar Tagen im Kunstmuseum Moritzburg in Halle am Eingang zur Dauerausstellung wiedertraf, freute mich immens. Mattheuer hat die Grenzen überschritten, ein Bein hier, ein Bein da, so gehört dem Jahrhundertschritt die Welt.

Leseempfehlung für diejenigen, die sich für DDR-Literatur und DDR-Geschichte interessieren.

#ZwischendenZeiten #NetGalleyDE

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