Gunnar Kunz Dunkle Tage

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Inhaltsangabe zu „Dunkle Tage“ von Gunnar Kunz

Berlin, 1920. Soziales Elend, politische Richtungskämpfe und Ungewissheit bestimmen den Alltag. Inmitten der Nachkriegswirren wird Hendrik Lilienthal, Philosophieprofessor an der Universität, zu den Ermittlungen im Mordfall Max Unger hinzugezogen. Unger war Industrieller, Kriegsgewinnler und bekannt für seine rabiaten Methoden. Sein Tod lässt denn auch mehr Sektkorken knallen als Tränen fließen. Verdächtige gibt es zuhauf: die Brüder des Opfers, die eigene Pläne mit dem Unger’schen Konzern haben. Eine Arbeiterfamilie, der Max Unger das Leben zur Hölle gemacht hat. Rechts gerichtete Militärkreise, die einen Putsch gegen die junge Republik planen. Oder besteht gar eine Verbindung zu den jüngst verübten Morden an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht? Gegen seinen Willen lässt sich Hendrik Lilienthal immer tiefer in die Ermittlungen hineinziehen. Eine Verbündete findet er in der streitbaren Physikstudentin Diana Escher, der Nichte des Toten. Bewaffnet mit dem Witz der Philosophie und den Gesetzen der Naturwissenschaft stellen sie auf eigene Faust Nachforschungen an, die sie in die barbarischen Wohnverhältnisse der Mietskasernen Berlins, in unternehmerische Intrigen und in die Schusslinie der Putschisten führen. Gunnar Kunz lässt die Anfänge der Weimarer Republik in seiner Wahlheimat Berlin wieder lebendig werden. Die stürmische Epoche bildet den Hintergrund für einen packenden Kriminalroman, der den Leser vom ersten bis zum letzten Satz in Atem hält.

Gunnar Hinz und Kunz

— Holden

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    Dunkle Tage

    Holden

    15. March 2016 um 17:38

    Der Industrielle Max Unger wird in dem Arbeitszimmer in seiner Villa grausam abgeschlachtet, und diesem Widerling trauert keiner so richtig nach. Seine Brüder haben längst eigene Pläne für das Familienunternehmen und mußten sich regelmäßig demütigen lassen, und als Vermieter hat er den Bewohnern seiner Dreckslöcher übel mitgespielt. Außerdem unterstützte er rechtsgerichtete Kreise, die zu der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Oberwasser gewinnen. Die Beschreibungen des Berlins zu Beginn der 20er Jahre sind gut gelungen, die Kriegsversehrten überall und die ärmlichsten Wohnbedingungen in den Mietskasernen werden sehr drastisch dargestellt, das politische rechtslastige Klima wird gut erzählt und der Kapp-Putsch im März 1920 nachvollziehbar eingebunden. Der Krimi ist aber ein einfacher Whodunit, und die Figurenzeichungen und deren Dialoge haben mich nicht gefesselt.

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  • Ein Mord in den Wirren der Weimarer Republik

    Dunkle Tage

    PaulTemple

    Der Mord an einem Industriellen im Berlin des Jahres 1920 steht im Mittelpunkt dieses Krimis, der mir wirklich sehr gut gefallen hat! Eher zufällig gerät der Philosophieprofessor Lilienthal in die Ermittlungen, welche er zusammen mit einer jungen Physikstudentin fortführt und sie mitten hinein in die damalige politisch aufgeheizte Stimmung führt. Diese wird im Roman prächtig wiedergegeben, sei es der Kapp-Lüttwitz-Putsch oder die noch ungeklärten Morde an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.   Beeindruckend fand ich weiterhin die sehr gut beschriebene Lebenswelt der arbeitenden Bevölkerung, die ein trostloses Leben in dunklen Hinterhöfen fristen musste. Angenehm kurz und knapp gehalten kann ich diesen Krimi sehr empfehlen und freue mich auf weitere Ermittlungen. :)

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    • 4

    Igelmanu66

    10. May 2014 um 17:58
  • Dunkle Tage

    Dunkle Tage

    maxibiene

    15. June 2013 um 20:21

    Der große Industrielle von Berlin, Max Unger, wird mit mehreren Messerstichen in seinem Arbeitszimmer brutal erstochen aufgefunden. Obwohl jeder weiß, dass er das Talent hatte, sich ständig neue Feinde zu machen, sucht Kriminalkommissar Gregor Lilienthal seinen Mörder bzw. das Motiv erst einmal innerhalb der Familie. Als er einen Packen Briefe mit philosophischem Inhalt findet, bittet er seinen Bruder Professor Hendrik Lilienthal hinzu, damit er ihn bei seiner Ermittlungsarbeit unterstützt. Während Lilienthal die Angehörigen verhört und diese sich in ihren Aussagen des Öfteren widersprechen, glaubt er das Motiv gefunden zu haben. Doch die Zahl der Verdächtigen, auch außerhalb der Familie, reißt nicht ab. Zeitgleich beginnt es in Berlin zu brodeln und es formieren sich immer mehr Aufständische. In dem ganzen Durcheinander findet aber der eigensinnige Professor in der ebenso eigensinnigen Nichte des Toten eine wahre Verbündete. Sie beginnen ihre Ermittlungen auf eigene Faust, jedoch in eine ganz andere Richtung. „Dunkle Tage“ ist ein Kriminalroman aus dem Berlin der Weimarer Zeit und beinhaltet eigentlich nur den kurzen Zeitraum von 10 Tagen, vom 10.März 1920 bis 19.März 1920. Die Weimarer Republik, die als Abschnitt der deutschen Geschichte bezeichnet wird, hat ihren Ursprung im Jahr 1918 und endete als sich die Nationalsozialisten um Adolf Hitler formierten. Der Autor Gunnar Kunz greift hier eine Zeit des Umbruchs auf und zeigt vor dem Hintergrund des Kapp-Putsches, was sich in diesen Tagen gerade in Berlin ereignete. Während Streiks und Unruhen an der Tagesordnung waren, sich die Angst vor einem Bürgerkrieg mehrten, gingen Kommissar Gregor Lilienthal und sein Bruder Professor Hendrik Lilienthal beinahe ihrem Tagesgeschäft nach. Die Ermittlungen zum Mord an den Industriellen Max Unger zeigen, dass bereits im Jahr 1920 schon recht fortschrittliche Methoden angewandt worden sind um auf die Spur des Mörders zu gelangen. Durch die Einbindung des Professors in die Ermittlungsarbeit wurde der Leser auch des Öfteren mit philosophischen Zitaten konfrontiert, wie z.B. eines von Nitzsche, das mir besonders gefiel: „Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen“. Die große Anzahl der Verdächtigen war vor allem darauf zurück zu führen, dass der Tote ebenfalls eine große Anzahl von Feinden besaß. Darunter auch eine Familie aus einfachen Verhältnissen. So konnte der Autor den Spagat zwischen Arm und Reich gut darstellen und die Gegensätze deutlich hervor heben. Die Kriminalhandlung fand ich zwar wenig spannend, dafür aber umso mehr den historischen Hintergrund. So ging der Autor u.a. auf die Ermordung der Revolutionäre Liebknecht und Luxemburg ein und konfrontierte ebenso den Mörder dieser Beiden mit den heraus gefundenen Tatsachen. Auch wenn die Mordermittlungen nur wenig dominierten sondern mehr der historische Hintergrund der Zeit, war die Auflösung des Falls kaum überraschend. Fazit: Wenn man sich für die Geschichte der Weimarer Republik interessiert und auch philosophische Einlagen in einem Krimi akzeptiert, dann ist dieses Buch empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Dunkle Tage" von Gunnar Kunz

    Dunkle Tage

    Joey

    25. April 2010 um 20:14

    Ein Krimi mit nur 191 Seiten... ganz schön mickrig, möchte man meinen... aber weit gefehlt! Hier hat eindeutig Qualität über Quantität gesiegt und man muss auch dazu sagen, die Schrift ist sehr klein gedruckt. ************************** Es ist 1920, politische Unruhen beherrschen die Hauptstadt Berlin. Rund um den tatsächlich stattgefundenen "Kapp-Putsch" hat der Autor Gunnar Kunz einen tollen Krimi erschaffen, der Humor, Philosophie, Spannung und historische Fakten mit Fitkion verbindet ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Auch die Protagonisten machen Lust auf weitere Fälle! Da ist zum einen der Kommissar Gregor Lilienthal, der aber eher im Hintergrund seiner Polizeiarbeit nachgeht. Eigentliche Hauptfigur ist dessen Bruder, Hendrik Lilienthal - Professor für Philosophie an der Universität, der mit seiner eigenwilligen Art seinem Bruder in einem Mordfall zur Seite steht. Hinzu kommt noch eine quirlige und für die damalige Zeit wohl reichlich "unschickliche", weil selbstdenkende Studentin. **************************** Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, weil hier ein realitätsnahes Bild der politischen Situation geboten wird, dazu gut recherchiert und im Anhang listet der Autor zudem diverse Titel für weiterführende Literatur auf. Alle, die gerne Krimis lesen und sich dazu noch für geschichtliche Ereignisse interessieren, kommen hier voll auf ihre Kosten :o)

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