Gunter Hofmann Willy Brandt und Helmut Schmidt

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Inhaltsangabe zu „Willy Brandt und Helmut Schmidt“ von Gunter Hofmann

Willy Brandt und Helmut Schmidt zwei bedeutende Persönlichkeiten, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. Doch das Bild vom Visionär und Zauderer Brandt und dem Macher und Realisten Schmidt greift zu kurz, wie Gunter Hofmann überzeugend nachweist. Hofmanns genaue Kenntnis der Akteure und Ereignisse sowie sein feines Gespür für die psychologischen Konstellationen machen dieses Doppelporträt der zwei politischen Weggefährten zu einer spannenden Lektüre. "Der Wehrmachtssoldat und der Emigrant zweierlei geradezu ideale Projektionsflächen boten sie für die Deutschen. Im Selbstverständigungsprozess der Bundesrepublik übernahmen sie, anfangs kaum bemerkt auch von ihnen selbst, allmählich eine Schlüsselrolle als Stimmen mit eigener Autorität, von denen es gar zu viele nicht gab ..."

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  • Rezension zu "Willy Brandt und Helmut Schmidt" von Gunter Hofmann

    Willy Brandt und Helmut Schmidt

    michael_lehmann-pape

    14. October 2012 um 14:34

    Ein Verhältnis voller Reibungen, aber auch mit innerer Nähe Ob es wirklich so ist, dass Helmut Schmidt über lange Strecken hinweg im Tiefsten doch nach der Anerkennung, der Nähe Willy Brandts suchte (er, der zu Beginn des gemeinsamen Weges ganz offensiv Brandt seine Freundschaft anbot (und hier ein wenig Enttäuschung schon dort erlebt hat)) und dieser auf seine ihm eigene Art doch immer ein Stück reserviert sich verhalten musste („„Freund“ nannte Willy Brandt nur die Weggefährten aus dem „anderen“ Leben (den Exiljahren)), das mag dahingestellt sein und bleiben. Was aber den besonderen Zusammenhang, die starken Reibungen, das dennoch einen „Grundkonsens-Weg“ miteinander gehen der beiden große Sozialdemokraten der Bundesrepublik angeht, da bietet Gunter Hofmann in seiner ganz eigenen Betrachtung des Verhältnisses der beiden Kanzler ein hoch interessantes, politisch spannendes und menschlich in Teilen tief reichendes Portrait einer „schwierigen Freundschaft“. Im Kanon der vielfachen biographischen Betrachtungen der beiden politischen Großgestalten, gelingt es dem Journalisten in bester Weise, zum einen die Charaktere der Persönlichkeiten je für sich zu portraitieren, zum anderen ihre individuelle politische Verwurzelung (und die daraus resultierende „Lebenshaltung“) nach zu zeichnen und, zu guter Letzt, das „trennend-verbindende“ beider präzise herauszustellen. Der eine, Willy Brandt, aus seiner tiefen Prägung heraus der „liberale“, der, der „an den Zweifel glaubt“ und an die ständig notwendige Öffnung zu neuen Strömungen hin. Ein Bekenntnis zur „Ambivalenz“, gepaart mit einer spürbar und nicht einfach zu ertragenden depressiven Strömung, die Brandt immer wieder in Teilen als fast „entrückt“ wirken ließ. Der andere, Helmut Schmidt, durchaus auch ein Skeptiker der „einen Wahrheit“ und der „reinen Lehre“, der allerdings aus Staatsräson, aus seiner Person heraus ein öffentliches „Sowohl als auch“ als „Bankrotterklärung“ (des führenden Politikers) verstanden hätte. So litt Schmidt an der, in seinen Augen, mangelnden Führungskraft, Führungswillen und zögerlichen Haltung Brandts, der „langen Leine“ und Brandt, der auch „Nestwärme“, eine „innere Heimat“ auch äußerer Akzeptanz sucht, litt demgegenüber an der scharfen Zunge Schmidts, der klaren auch Machtorientierung, die sich hier und da durchaus offensiv und öffentlich gegen Brandt richtet. Ein Schmidt, der später tief verletzt war und erkennbar unter dem „Verrat“ Brandts litt, was das Ende seiner eigenen Kanzlerschaft und die Haltung zum NATO Doppelbeschluss anging. Ein Verhältnis im Übrigen, welches ohne den „Dritten im Bunde“, Herbert Wehner, nicht denkbar ist. Gelungen bringt Hofmann auch Wehner mit in seine Betrachtungen ein, vermeidet aber klug eine Konzentration auf diesen. Nur in der Bedeutung für das Verhältnis Schmidt-Brandt und, darüber hinaus, in den Auswirkungen für die persönliche Entwicklung gerade Brandts durch Wehners „Demontierung“ („Der Herr badet gerne lau“) findet Wehner seinen gebührenden Platz im Buch. Im Gesamten konstatiert Hofmann, wie wichtig es war, dass zwischen diesen beiden so anders gearteten Persönlichkeiten der politische Brückenschlag geglückt ist. Ansonsten wäre vieles fundamental Wichtige an Entwicklungen der jungen Republik gescheitert. Was Hofmann im Übrigen als hoch spannenden, politischen Prozess darzustellen versteht. B ei dem die persönliche Ebene nicht ausgespart war und bliebt, wie der interessante Einblick in den regen Briefwechsel beider im Buch intensiv vor Augen führt. Aus einem Miteinander, Nebeneinander, Gegeneinander lässt sich so doch zeigen, das sich etwas „ungewöhnlich Komplementäres“ heraus kristallisierte, was durchaus politische Geschichte geschrieben hat. Nicht nur jeder für sich, sondern gerade auch im Licht des anderen. Mit einem versöhnlichen und befriedeten Ende. Günter Hofmann dekliniert eine politische Zeitgeschichte durch, die er immer wieder auf sein Anliegen der Darstellung der Beziehung zwischen Schmidt und Brandt und deren beider persönlicher und politischer Entwicklung konzentriert zurückführt. Ein hoch politisches, durchaus den Personen gerecht werdendes und das komplementär - Verbindende herausarbeitende Buch, das einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Verhältnisses und zum Verständnis der damaligen politischen Zeit bietet.

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