Gunter Reus

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Dr. Gunter Reus ist außerplanmäßiger Professor für Journalistik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Nach Studium (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik, Kunstgeschichte) und Promotion in Mainz lehrte er fünf Jahre in Frankreich als DAAD-Lektor an der Universität Lille. Reus war als freier Journalist für die Allgemeine Zeitung und den Südwestfunk in Mainz tätig. Nach einem Volontariat arbeitete er als Redakteur der Taunus Zeitung Bad Homburg und der Frankfurter Neue Presse, bevor er zur Journalistenausbildung in die Hochschule zurückkehrte. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen auf den Gebieten Kulturjournalismus, Journalismusforschung, Sprache und Stil der Massenmedien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gunter Reus

Cover des Buches Marcel Reich-Ranicki (ISBN: 9783806240566)

Marcel Reich-Ranicki

(5)
Erschienen am 05.02.2020
Cover des Buches Medien und Kultur (Medienwissen kompakt) (ISBN: 9783658440879)

Medien und Kultur (Medienwissen kompakt)

(0)
Erschienen am 31.05.2024

Neue Rezensionen zu Gunter Reus

Cover des Buches Marcel Reich-Ranicki (ISBN: 9783806240566)
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Rezension zu "Marcel Reich-Ranicki" von Gunter Reus

Aischa
Kritik des Kritikers

Braucht es wirklich noch ein Buch über DEN deutschen Literaturkritiker, Marcel Reich-Ranicki (MRR)? Literaturprofessor Dr. Gunter Reus versucht sich zumindest mit einem frischen Ansatz.

Nach einem kurzen Überblick über Kindheit und Jugendjahre des späteren "Literaturpapstes" beleuchtet Reus zunächst Ranickis Tätigkeit als Kritiker und dessen Rezeption durch Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und schließlich auch durch die Leserschaft. Ranickis Ansatz, die Menschen mit seinen Kritiken zum Lesen zu bewegen, wird gut herausgearbeitet, ist aber nicht wirklich neu. Altbekannt auch sein Grundsatz, für alle zu schreiben und daher möglichst keine Fachbegriffe zu verwenden. Mir als Laien war bislang jedoch unbekannt, worin nach Ranickis Meinung guter Kulturjournalismus bestehen sollte, Reus benennt dessen Qualitätskriterien für gute Kritik und fragt, inwieweit diese heute noch Gültigkeit haben können oder sollen. Dabei schreibt Professor Reus angenehm populärwissenschaftlich, man muss kein Literatur- oder Journalistikstudium absolviert haben, um seinen Gedankengängen folgen zu können.

Der letzte Teil des Buches ist zugleich der schwächste: Hier sind - kommentarlos - 24 Interviews mit deutschen Feuilletonisten und Feuilletonistinnen aufgeführt. Alle bekamen die selben vier Fragen gestellt, zu Reich-Ranicki und dessen Einfluss auf die Befragten bzw. auf die Literaturkritik an sich. Dies las sich einerseits etwas öde, schon allein dadurch, dass die Fragestellung immer wieder im gesamten Wortlaut abgedruckt wurde. Und gerade hier hätte ich mir eine Zusammenfassung oder auch Wertung des Autors gewünscht. So wird zwar klar, dass MRR bei der Mehrheit der aktuellen Literaturjournalisten nicht gerade hoch geschätzt wird, aber die Gründe konnte ich nicht immer nachvollziehen.

Ganz unterhaltsam sind zwei Kritiken Reich-Ranickis, die das Sachbuch beschließen. Auch hier fehlt mir jedoch die Erläuterung, weshalb gerade diese beiden Rezensionen ausgewählt wurden.


Cover des Buches Marcel Reich-Ranicki (ISBN: 9783806240566)
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Rezension zu "Marcel Reich-Ranicki" von Gunter Reus

heinoko
Ein geschliffen kluges Buch über das Phänomen Marcel Reich-Ranicki


Seit jeher war ich bekennender Marcel-Reich-Ranicki-Fan. Ich liebte seine gnadenlose Rigorosität gegenüber langweiligen Büchern, sein unmissverständliches, nicht zu diskutierendes, manchmal selbstgefälliges, immer aber pointiertes Äußern seiner Meinungen. Er brachte Bücher unter das Volk wie nach ihm nie wieder jemand. All das gefiel mir außerordentlich, insbesondere da ich, zur damaligen Zeit mit eigener kleiner Buchhandlung, durch ihn immens viel gelernt hatte im Umgang mit Büchern und im Umgang mit Lesern. Insofern war ich überaus gespannt auf das vorliegende Buch.

 

„Was ist Kritik? … eine Kreuzung von Journalistik und Wissenschaft.“ Dieser „Kreuzung“, für die Marcel Reich-Ranicki ein Paradebeispiel war, spürt Dr. Gunter Reus, Professor für Journalistik, in dem vorliegenden Buch sehr wohlwollend nach. Da der Autor nicht vom Elfenbeinturm der Kulturwissenden aus schreibt, sondern mit einem untrüglichen Wissen um guten Journalismus, porträtiert er das Phänomen MRR ganz unheilig, pragmatisch, dennoch spürbar mit einer gewissen Achtung, vielleicht sogar Verehrung. Das Buch versucht zu umreißen, was guten Kulturjournalismus ausmacht, jenseits aller dünkelhaften Blasiertheit. Und wie Marcel Reich-Ranicki genau diesen mitreißenden Kulturjournalismus voll und ganz verkörperte. Irgendwo in den Erinnerungen von MRR steht: „Ich wollte ihnen (den Lesern) erklären, warum die Bücher, die ich für gut und schön halte, gut und schön sind.“ Punktum. Hinter all seiner Wortgewalt blieb Marcel Reich-Ranicki jedoch  ein ewig Heimatloser, Einsamer, oft Gekränkter. Auch diesen Seiten spürt der Autor sehr fein nach. 

Die große Fülle an Zitaten macht die theoretischen Überlegungen lebendig, anschaulich und kurzweilig zu lesen.

 

Dr. Gunter Reus schreibt und beschreibt sehr eloquent, in wohltuend geschliffener Sprache, mit fundiertem Wissen. Jede Seite in diesem Buch ist ein Genuss zu lesen. Denn es geht nicht nur um MRR, es geht um viel mehr. MRR ist sozusagen die Überschrift zu brillanten Ausführungen nicht nur zur Literaturkritik im Allgemeinen und besonderen, sondern überhaupt zu Medien und Medienvertretern und zu deren zunehmendem Verlust an Profil und Glaubwürdigkeit. Und wie gut es wäre, wenn genau diese Medienvertreter sich das Phänomen MRR genauer anschauen würden. 

 

Cover des Buches Marcel Reich-Ranicki (ISBN: 9783806240566)
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Rezension zu "Marcel Reich-Ranicki" von Gunter Reus

sternenstaubhh
Der Mensch und Kritiker Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki ist auch heute noch, fast sieben Jahre nach seinem Tod, Deutschlands bekanntester, umstrittenster und auch gefürchtester Literaturkritiker. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Reich-Ranicki vor allem durch die Literatursendung "Das Literarische Quartett", in der auch andere Kritiker wie Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler auftraten. Der Autor Gunter Reus hat ein Portrait geschrieben, dass dem Leser einen guten Einblick in das Leben und Wirken Reich-Ranickis liefert. Den Autor beschäftigt weniger "was" über die Literatur gesagt wurde, als viel mehr "wie". Dazu hat er viele Aussagen Reich-Ranickis gesammelt, analysiert und ausgewertet. Für mich als Leser hat das Buch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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