Gunther Geltinger Mensch Engel

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Inhaltsangabe zu „Mensch Engel“ von Gunther Geltinger

Leonard Engel steht an einem bedeutsamen Punkt seines Lebens: Die geliebte Kindheit in Mainfranken ist vorbei. Die erste Liebe ist einer großen Leere gewichen. Er geht nach Wien, studiert, gerät an den ebenso unnahbaren wie zwielichtigen Tiago. Dann begegnet er Boris. Besessen von dem Wunsch, mit diesem Menschen sein Leben zurückzuerobern, beginnt Leonard, seine Geschichte aufzuschreiben. Sie handelt von Menschen, Tieren und Engeln – und davon, wieso es ohne Literatur kein Leben gibt.

Ein sprachgewaltiger Roman über die Suche und die Sucht nach Liebe.

Ein biographischer Roman, der mit einige Längen hat, und trotzdem mit einer einzigartigen Sprachqualität aufwartet

— Nespavanje

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  • Rezension zu "Mensch Engel" von Gunther Geltinger

    Mensch Engel

    kubine

    18. June 2011 um 18:16

    Leo Engels Welt beginnt mit dem Abschluss des Abiturs zu zerbrechen. In dieser Zeit schläft er zum ersten Mal mit einem Jungen, Marius, seinem Klassenkameraden. Ab da kennt sein Leben nur einen Weg – abwärts. Unfähig, Bindungen einzugehen, verletzt er jeden, mit denen er zu tun hat – Freunde, Liebhaber, Familie, sich selbst. In einem Buch will er sich all das von der Seele schreiben – und kommt sich dabei selbst näher, als ihm lieb ist. Der Debütroman von Gunther Geltinger ist ein nicht leicht verdauliches Werk. Sprachgewaltig ist es, philosophisch, psychologisch und stellenweise sehr bedrückend. Es ist ein Roman über die Suche nach sich selbst und den Sinn des Lebens. Leos Leben ist geprägt von Schuldgefühlen. Seine Mutter leidet seit seiner Geburt an heftigen Kopfschmerzattacken und scheint in ihrem Leben nicht glücklich zu sein. Leo würde sie manches Mal gerne trösten, steht sich dann aber selbst im Weg, nur um sich später Vorwürfe zu machen. Nach dem ersten Mal mit Marius fängt er an, sich zu ritzen, sich selbst zu verletzten. Und er verprellt alle seine Liebhaber, die eine engere Beziehung wollen. Bis er selbst verletzt wird. Ab da sind Aufenthalte in psychatrischen Kliniken eher die Regel als die Ausnahme. Und immer sind da die Schuldgefühle und die Frage: Was soll ich bloß mit mir, meinem Leben anstellen? Der Protagonist begibt sich auf die Suche, die ihn durch halb Europa führt. Letztendlich jedoch versucht er die Antwort auf die Frage im Niederschreiben seiner Geschichte zu finden. Als Kind hatte er immer eine blühende Fantasie, die auch hier immer wieder mit ihm durchgeht. Er lässt uns in sein Leben blicken, nur um ein paar Seiten später klarzustellen, dass alles doch ganz anders war. Bald weiß man nicht mehr, was ist wahr, was erfunden. Die Erzählperspektive wechselt ständig. Es ist zwar immer Engel, der die Geschichte erzählt, aber eben aus verschiedenen Blickwinkeln. Vergangenheit wechselt mit Gegenwart. Mal erzählt der Autor Engel von seinem früheren Leben, dann wieder Engel, manchmal halten die beiden auch Zwiesprache während des Schreibens. Gunther Geltingers Schreibstil ist nicht immer einfach. Oft sind es aneinandergereihte, detailhafte, teils sehr poetisch-philosophische Schachtelsätze, denen zu folgen schon einiges an Konzentration kostet. Trotzdem bremst das wider Erwarten nicht den Lesefluss, im Gegenteil. Geltinger schafft es, den Leser bei der Stange zu halten, wünscht man Leo doch nach manch bedrückendem Moment ein Happy-End. Ob es das gibt, muss der potenzielle Leser allerdings selbst herausfnden.

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