Guntrun Müller-Enßlin

 5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autorin von Wenn der Mond erzählen könnte, Amen, Segen, Türen weit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Guntrun Müller-Enßlin

Engegament für die Gemeinde: Gutrun Müller-Enßlin, geboren am 24. September 1958 in Stuttgart, ist eine deutsche Schriftstellerin und Theologin. Sie studierte Theologie in Tübigen und Zürich. Nach ihrem Abschluss fing sie an Romane und Erzählungen zu schreiben und zu veröffentlichen. Des Weiteren ist sie ein aktives Mitglied diverser Proteste, so engagierte sie sich beispielsweise auch bei den Protesten gegen Stuttgart 21. Heute lebt die Autorin in Stuttgart und ist geschäftsführende Pfarrerin der dortigen Gemeinde. Nebenbei engagiert sie sich noch für den Gemeinderat und ist Jury-Mitglied des Hegel-Preises.

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Wenn der Mond erzählen könnte

Neu erschienen am 26.04.2019 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

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Rezension zu "Wenn der Mond erzählen könnte" von Guntrun Müller-Enßlin

Bittersüß, wie es nur das Leben sein kann
Lainybellevor einem Monat

Worum geht's?

„Alle Südtiroler Sagen enden traurig", sagt Vicky. „Mit verschmähter Liebe und Verschwinden und Verlust."
„Wie im richtigen Leben", meint Johann und klingt ein ganz klein wenig bitter. Wie einer, der dazu verurteilt ist, Geschichten mit traurigem Ende nicht nur zu erzählen, sondern auch in ihnen zu existieren, und aufgehört hat, sich dagegen zu wehren.
Im Sommer 1989 reist Vicky mit ihrer Familie nach Wünschnofen und findet in dem verschlafenen Nest unerwartet die große Liebe. Doch das Leben schlägt zu und setzt der wunderbaren Zeit ein abruptes Ende.
26 Jahre später ist Vicky zurück in Südtirol, diesmal allein. Ihr Ziel: einiges aufarbeiten. Wie kann sie damit umgehen, was damals passiert ist? Wie kann sie die Vergangenheit hinter sich lassen, wenn sie doch immer ein Teil ihrer Gegenwart und ihrer selbst sein wird?

Was mich neugierig gemacht hat:

Bei diesem Buch kamen ein paar Faktoren zusammen, die mich beim Durchblättern der Vorschau sofort haben aufmerken lassen: der Buchtitel, das nostalgische Flair eines lange vergangenen Sommerurlaubs, dass es um Familiengeheimnisse und -geschichten geht und die beiden Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen. Ich habe es sofort als Must-Read notiert!

Wie es mir gefallen hat:

„Wenn der Mond erzählen könnte" hat mich alles andere als enttäuscht. Für mich hat es sich zu einem richtigen Pageturner entwickelt, obwohl (oder gerade weil?!) die Spannung eigentlich hauptsächlich aus der Figurenentwicklung und aus den Familienverwicklungen heraus entsteht.

Der stetige Wechsel zwischen 1989 und 2015 ist wirklich gut gelungen. Durch ihn kann vieles Stück für Stück enthüllt werden und Konflikte und ihre Auswirkungen auf Vickys Familie zeigen sich in ihrem ganzen Ausmaß über die Jahre hinweg. Man hat das Gefühl, ein richtiges Familienporträt zu betrachten.
Einzig die Verwendung der Tempora kam mir teils nicht ganz korrekt oder zumindest verwirrend vor (in der Vergangenheitsebene springt der Text manchmal zwischen den Zeitformen hin und her).

Mit Vicky als Hauptfigur habe ich ein ums andere Mal gehadert, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass es ein positives Hadern ist. Vickys Verhalten, ihre Sicht auf andere, ihre Entscheidungen und Einstellungen haben mich nicht nur einmal wütend gemacht und mit Unverständnis erfüllt, aber man kann nachvollziehen, welche Erfahrungen und persönlichen Hintergründe dazu geführt haben. Sie erfüllt keine Vorbildfunktion, aber diesem Anspruch soll sie, denke ich, auch gar nicht genügen. Dafür bringt sie einen dazu, sich mit einigen Dingen auseinanderzusetzen und selbst Stellung zu beziehen – und das ist natürlich etwas, das ich mir von literarischen Figuren wünsche.

Die Geschichte ist sehr lebensnah und weist einen beeindruckenden Detailreichtum auf, der einem Zeile für Zeile das Gefühl gibt, wirklich mit den Charakteren und ihrer Lebenswelt vertraut zu sein.
Die Zeitreise in die 90er, die Jahre meiner Kindheit, hatte etwas von Heimkommen und nostalgischem Erinnern, was mir viel Freude bereitet hat. Die Autorin hat das Lebensgefühl der verschiedenen Jahrzehnte gut eingefangen, genau wie die Atmosphäre der Schauplätze. Auch wenn ich eher ein Meer- als ein Berge-Mensch bin, fand ich die Kulisse traumhaft und habe auch das gedankliche Bergsteigen sehr genossen.

Es gibt ein paar plottechnische Dinge, die ich mir zusätzlich oder anders gewünscht hätte bzw. Fragen, über die ich mich gern mit der Autorin austauschen würde, aber im Großen und Ganzen hatte ich ein rundes und bereicherndes Leseerlebnis. Es ist eines dieser Bücher, die ich mir mit etwas zeitlichem Abstand noch ein weiteres Mal zu lesen vorstellen kann, und auf jeden Fall eines, das im Regal bleibt.

(Für wen) Lohnt es sich?

Für alle Fans von Sommerromanen, für die es nicht nur leichte Frauenlektüre, sondern auch mal etwas Traurigschönes sein darf, ist dieses Buch genau das Richtige. Es gibt Stoff zum Nachdenken und immer wieder Wendungen, die einen mitnehmen. 
 

In einem Satz:

„Wenn der Mond erzählen könnte" ist ein bittersüßer und atmosphärischer Sommer- und Familienroman, der gleichzeitig sehr unterhaltsam und tiefgründig ist.

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Rezension zu "Amen, Segen, Türen weit" von Guntrun Müller-Enßlin

Guntrun Müller-Enßlin - Amen, Segen, Türen weit
Perlevor 3 Jahren

Klappentext:"Sie hab ich mir ganz anders vorgestellt!" Stella trägt Ohrringe, Minirock, ist Hobbymalerin - und Pfarrerin. Eine junge Frau von heute, die sich der Herausforderung ihres BVerufs in der neuen Gemeinde stellt und dabei auch auf ihr privates Glück nicht verzichtet.

Vergnügliches, Nachdenkliches und Tragisches aus dem evangelischen Pfarrhaus-Milieu. Und eine Liebesgeschichte.

Eigene Meinung:
Dieses Buch habe ich vor ca. 1 Jahr aus einem Öffentlichen Bücherschrank aus einer Stadt ca. 30 km von hier entfernt. Es hatte mich sofort angesprochen, das Cover und der Titel gefielen mir sehr, deshalb nahm ich es mit. Auch der Klappentext versprach interessante Lektüre.

Und so war es auch. Als ich diese Tage zu lesen begann, wurde ich nicht enttäuscht. Die ersten 50 Seiten waren etwas schleppend undich hatte Schwierigkeiten mich auf die Protagonisten einzulassen. Erst nach Seite 50 wurde ich mit der Hauptprotagonistin Stella ziemlich warm. Besonders als ich auf Seite 67 folgendes las:

Stella selber hatte sich die Haltung ihrer Eltern zu Eigen gemacht. Wenn sie gelegentlich von jemandem gebeten wurde, etwas Charakteristisches über sich selbst zu sagen, antwortete sie: " Nie ohne Buch." Und es stimmte: Stella las nicht nur immer irgendein Buch, sondern sie hatte es in Gebrauch. Wie einen Schatz schleppte sie den Roman, in den sie sich gerade vertieft hatte, überall mit sich herum und schlug ihn auf: beim Friseur, beim Zahnarzt, im Restaurant, während sie auf ihr Essen wartete. Sie wusste, wie sich das Buch anfühlte und empfand ein geradezu physisches Vergnügen, wenn sie in die Tasche griff und den Einband berührte, oder wenn sie beim Herausnehmen die vertrauten Farben und Motive auf dem Umschlag erblickte. Bücher waren für sie nicht einfach nur ein Hobby, sondern ihre Phiilosophie, ein nicht wegzudenkender Teil ihrer Existenz. Hatte sie sich auf ein Buch eingelassen, so wurde es ihr zum Freund, der ihr Geborgenheit schenkte, wo immer sie war, und der ihr beim Einschlafen half, wenn sie an einem fremden Ort übernachtete. "Wo meine Bücher sind, bin ich daheim", pflegte sie zu sagen. Schlimm nur jene Tage, an denen sie einen Roman zu Ende gelesen und noch keinen neuen begonnen hatte: Dann fühlte sie sich wie verwaist, so lange, bis sie sich in einem neuen Buch eingenistet und darin heimisch geworden war.

Genau das traf auch auf mich zu. Ich lese auch überall: im Bus, in der Pause, beim Frisör, im Wartezimmer, während der Autofahrt, auf der Bank im Park, zu Hause auf dem Sofa, vor dem Einschlafen ich bin so Bücherbegeistert, dass es schon langsam eine Sucht geworden ist. Fast eine Krankheit, die unheilbar ist.

Was mir auch an Stelle gefiel, died Gedichte oder Lieder, die sich auswenduig kannte. Sie hatte viel von mir. Ich konnte mich gut mit ihr identiffizieren. Auch wqie sie fühlte und dachte in Beziehung Liebe und Partnerschaft und Ehe. Ich fand es stark, als ich las, dass das älteste Pärchen, die sie traute, über 70 war und er sogar schon im Rollstuhl saß, es war herrlich einmal den Einblick in das Leben einer Pfarrerin zu bekommen. Ist ja selten, dass dieser Beruf von einer Frau ausgeübt wird, meistens sind es ja doch Männer, die Gott dienen. Aber hier ging es doch um eine evangelische Gemeinde, deshalb auch diese nette Liebesgeschichte dazwischen und die ganzen Beerdigungen, besondern um Weihnachten und zwischen den Jahren, da häufen sie sich immer.

Habe auch einen großen Teil der Geschichte dieses Buches in bunten Bildern vor mir gesehn oder auch wie einen Film ablaufen. Den würde ich schon gerne sehn im TV.

Alles im Allem ein sehr gutgeschriebenes Buch, der Schreibstil hat mir auch gefallen, ich hatte eine gute Unterhaltung bei dieser Lektüre. Ein klasse Buch und die Autorin muss mich gut merken. Notiere mir ihren Namen mal und schaue mal, ob es noch weitere interessante Bücher von ihr gibt.

Ich vergebe hikerfür gut und gerne liebgemeinte 5 Sterne!

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Guntrun Müller-Enßlin wurde am 24. September 1958 in Stuttgart (Deutschland) geboren.

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