Gusel Jachina

 4 Sterne bei 145 Bewertungen
Autorin von Suleika öffnet die Augen, Wolgakinder und weiteren Büchern.
Autorenbild von Gusel Jachina (© Basso Cannarsa_elkost.com / Quelle: Aufbau-Verlag)

Lebenslauf

Die russische Autorin Gusel Jachina kommt 1977 in Kasan, Tatarstan zur Welt. Sie studierte Germanistik und Anglistik und arbeitete danach zunächst in der Werbung, wo sie nebenbei auch erste Artikel schrieb. Ihr schriftstellerisches Debüt, „Suleika öffnet die Augen“, erschien 2017 auf Deutsch. Jachina ist unter anderem Preisträgerin des Das-große-Buch-Preises 2015, der nach dem Literatur-Nobelpreis der zweitgrößte Literaturpreis der Welt ist.

Alle Bücher von Gusel Jachina

Cover des Buches Suleika öffnet die Augen (ISBN: 9783746634517)

Suleika öffnet die Augen

(70)
Erschienen am 09.11.2018
Cover des Buches Wolgakinder (ISBN: 9783746638065)

Wolgakinder

(37)
Erschienen am 12.04.2021
Cover des Buches Wo vielleicht das Leben wartet (ISBN: 9783746641522)

Wo vielleicht das Leben wartet

(21)
Erschienen am 12.02.2025
Cover des Buches Eisen (ISBN: 9783985682027)

Eisen

(3)
Erschienen am 18.02.2026
Cover des Buches Suleika öffnet die Augen (ISBN: B01MSBIINH)

Suleika öffnet die Augen

(10)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Wo vielleicht das Leben wartet (ISBN: B0B7JQC3JY)

Wo vielleicht das Leben wartet

(3)
Erschienen am 16.08.2022
Cover des Buches Wolgakinder (ISBN: B07VJMLPYT)

Wolgakinder

(1)
Erschienen am 16.08.2019

Neue Rezensionen zu Gusel Jachina

Cover des Buches Suleika öffnet die Augen (ISBN: 9783746634517)
JanaRuhs avatar

Rezension zu "Suleika öffnet die Augen" von Gusel Jachina

JanaRuh
Eine sehr bewegende Geschichte

Suleika lebt mit ihrem Mann und ihrer grausamen Schwiegermutter in einem Dorf Nähe Kasan. Eines Tages kommt die "Rote Armee" und enteignen Suleika's Mann und nimmt Suleika als Umsiedlerin mit auf eine lange Reise durch Sibirien. Suleika stellt sich ihrem Schicksal und merkt, dass alles, was sie als Kind beigebracht bekommen hat, Demut, ihr Glaube und dessen Regeln keinen Platz im rauen Sibirien haben. Was hier zählt ist Lebenswille und harte Arbeit. Suleika findet sich selbst und beginnt ein neues Leben, fern ab von ihrer Heimat. Hier lernt sie zu Lieben und zu Leben.


Das Buch beschreibt sehr bildhaft und deutlich, wie in Russland 1930 die Kulaken aus Tatarien vertrieben wurden und nach Sibirien umgesiedelt wurden. Die Umsiedler mussten eine neue Siedlung erbauen und führen.

Gusel Jachina schreibt mit einer leichten Feder und trifft mitten ins Herz. Die Heldin des Buches, Suleika, macht eine unglaubliche Wandlung und überrascht mit ihrer Stärke und ihren Talenten. Mit der Kraft eines Löwenherzens zieht sie ihren Sohn groß und überlebt sowohl die Hungersnot, als auch die grausame Kälte Sibiriens.


Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, es rüttelt einen auf, schockiert und bleibt im Herzen.

Cover des Buches Eisen (ISBN: 9783985682027)
sursulapitschis avatar

Rezension zu "Eisen" von Gusel Jachina

sursulapitschi
Brillant erzählt aber unfassbar kleinteilig

Ich bin großer Fan von Gusel Jachina und lese alle ihre Bücher. Die meisten davon liebe ich sogar, nur dieses hier macht es einem etwas schwer.

In ihrem Vorwort sagt sie, sie möchte einen Roman schreiben, der sich zwischen Fiktion und Sachbuch bewegt, der sich der Figur des Sergej Eisensteins respektvoll annähert, Fakten darlegt und fantasievoll ergänzt. Das tut sie in ihrem gewohnt wunderbaren Erzählstil, aber auch mit vielen Gedankensprüngen und Einschüben, die einem die Orientierung sehr schwer machen. Am Anfang kam mir das Buch vor wie ein großes Durcheinander, mit der Zeit gewöhnt man sich dann ein bisschen daran.

Sergei Michailowitsch Eisenstein, von seinen Freunden kurz „Eisen“ genannt, wurde 1898 in Riga geboren. Er hat Propagandafilme für die neu entstandene Russische Sowjetrepublik gemacht und wurde weltberühmt durch den Film „Panzerkreuzer Potemkin“, der noch heute zu den Klassikern der Filmgeschichte zählt.

Grundsätzlich erleben wir hier mit, wie Eisensteins Filme entstanden sind, einer nach dem anderen, vom Auftrag bis zum Kinostart. Dazwischen wird in kleinen Schlenkern das politische Umfeld sowie Eisensteins Kindheit und Privatleben eingeflochten.

Eisenstein hatte einen ganz eigenen künstlerischen Anspruch, wollte Realität zeigen, Realität überzeichnen, echte Gefühle einfangen, lieber Charaktere zeigen als gefällige Schönheit, wollte schockieren, Hässlichkeit zelebrieren, in Kämpfen das Blut fließen sehen. Das erreichte er durch unglaublich aufwändige Filmaufnahmen und seine innovative Montagetechnik. Er war ein Meister im Schneideraum, wo er wochenlang in Klausur ging, um seine Filme zu gestalten.

Gusel Jachina malt ihn als einen Getriebenen, eine tragische Gestalt zwischen Genie und Wahnsinn, exzentrisch, narzisstisch, genial und größenwahnsinnig, jemand der sich aufreibt zwischen Arbeit und Anstalt. Das ist sehr eindrucksvoll, toll erzählt, aber auch wirklich anstrengend zu lesen.

Durch dieses Buch musst ich mich kämpfen. Es erzählt brillant und unfassbar kleinteilig die Geschichte eines sehr komplizierten Menschen. Ja, man bekommt ein plastisches Bild davon, wie sich Eisenstein gefühlt haben mag, nur ein Spaß ist das nicht. Es ist ein anstrengendes Buch über einen anstrengenden Menschen, das mir zwar diesen Ausnahmekünstler nahegebracht hat, das mir aber insgesamt viel zu ausführlich war. Immerhin bin ich jetzt klüger.

Cover des Buches Eisen (ISBN: 9783985682027)
I

Rezension zu "Eisen" von Gusel Jachina

Ian_Gude
Ein Roman über Sergej Eisenstein, die Kunst der Propaganda und die innere Zerrissenheit des Genies unter der Diktatur

Es gibt Künstler, deren Werk so tief in die Widersprüche ihrer Zeit eingelassen ist, dass man sie nicht loben kann, ohne gleichzeitig anzuklagen. Sergej Eisenstein gehört zweifellos dazu. Der Mann, der mit dem Panzerkreuzer Potemkin das Kino als politisches Instrument neu erfand und mit seinen Montage-Theorien die Filmsprache des 20. Jahrhunderts prägte, war zugleich ein Diener Stalins – ein Künstler, der furchtbare Propagandawerke schuf und dabei wusste, was er tat. Genau diese schwindelerregende Ambivalenz hat Gusel Jachina, 1977 in Kasan geborene Autorin tatarischer Abstammung und selbst Absolventin der Moskauer Filmhochschule, in ihrem Roman „Eisen" in den Mittelpunkt gestellt.

„Eisen" funktioniert als Doppelroman. Auf der einen Ebene steht die literarische Biografie Eisensteins: von 1924, als er zum ersten Mal einen Schneideraum betritt, bis in die Stalinzeit, in der die Frage nicht mehr lautet, ob man sich anpassen soll, sondern ob man überleben kann, ohne dabei die eigene Seele vollständig zu verspielen. Auf der anderen Ebene entwirft Jachina ein breites historisches Panorama der frühen Sowjetunion – jene Jahre, in denen das kulturelle Aufbruchsgefühl der Avantgarde allmählich in den Schrecken des Stalinismus umkippt.

Der Titel „Eisen" trägt diese Doppelbödigkeit bereits in sich: Eisen ist das Material der Industrie, der Propaganda, des „Eisernen Vorhangs“. Aber Eisenstein trägt den Namen auch buchstäblich in sich, ist selbst aus diesem Stoff gemacht. Zugleich verweist Eisen auf Unnachgiebigkeit und innere Zerrissenheit; das Material, das am härtesten erscheint, bricht unter bestimmten Bedingungen am brutalsten.

Jachinas bevorzugtes erzählerisches Mittel ist die Ironie. Eine Ironie, die Distanz schafft, ohne Empathie zu tilgen. Jachina zeigt einen Menschen, der die Mittel des Films sehr gut durchschaut. Was gezeigt wird, wird geglaubt und damit zur Wahrheit. Eisenstein nutzt diese Erkenntnis, um sowohl Meisterwerke zu schaffen als auch die Ideologie zu bedienen, die ihn letztlich bedroht.

Jachina urteilt hier nicht, sie denunziert auch nicht, sie schaut hin. Und was sie sieht, ist furchtbar.

Aber: Jachina hat auch ein Problem. Sie weiß nicht, wann die Szene zu Ende ist. Insbesondere die ausführlichen Beschreibungen von Eisensteins filmischen Arbeiten – formal zwingend, weil das Kino das zentrale Sujet ist – geraten stellenweise zu ausgedehnt, als würde die Autorin in filmtheoretische Exkurse gleiten. Das bremst das Lesevergnügen, ohne den Erkenntnisgewinn zu steigern. Jachina liebt das Detail zu sehr. Bei knapp 600 Seiten ist diese Neigung zum Exkurs riskant. Man hätte hundert Seiten streichen können! Mindestens!

Und doch: Dass Jachina diesen Roman aus dem Exil heraus geschrieben hat, in einer Zeit, in der russische Kulturfiguren erneut vor der Frage stehen, wie weit man sich dem Staat beugt, verleiht dem Werk eine Dringlichkeit, die über das Historische hinausgeht. „Eisen" ist nicht zuletzt eine Parabel über die Gegenwart – über jeden Künstler, der in einem System lebt, das seine Mitarbeit fordert und seine Unabhängigkeit bestraft.

Trotz der Längen, trotz der Opulenz, die manchmal in Geschwätzigkeit ausartet. Man muss Gusel Jachinas Buch „Eisen“ lesen, wenn man verstehen will, wie die Kunst unter den Stiefel der Macht gerät.

Gespräche aus der Community

abas avatar
aba

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2019 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.

Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2019 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.

15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2019 bis 31.12.2019 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2019 erschienen - von Klassikern.


Die Regeln:

  1. Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
  2. Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
  3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
  4. Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind! 
Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an? 

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2019 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.
 


Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

74dani
Ancareen
bookgirl
miss_mesmerized
Nil
Zum Thema
1.348 Beiträge
✗
Ein LovelyBooks-Nutzer

Hier geht es zum 2020er SUB Aufbau mit Niveau- 

https://www.lovelybooks.de/thema/Die-literarische-Runde-2020-Challenge-SuB-Aufbau-mit-Niveau-2315670529/2314908463



Hier sind alle willkommen, die gern Romane mit Anspruch lesen. Wer noch einen SuB ( „ Stapel ungelesener Bücher") hat und immer haben wird.


Hier geht es zur literarischen Runde 2018 Sub Aufbau mit Niveau

Hier geht es zu  Literarischen Runde 2017

Und hier geht es zur Großbritannien, das vereinigte Königreich Challenge 2019

Hier geht es zur Challenge

" Entdeckungsreise in die Literatur- die literarischen Aufgaben des Sub Aufbaus mit Niveau"


und hier findet ihr die Lieblingsbücher des 2017 er Threads





Wer sich gern über Romane austauschen möchte, gemeinsam den

SuB ein wenig reduzieren will und auch keine Angst hat, dass diese Challenge dazu beitragen kann, dass der SuB evtl. wieder ansteigt durch Buchtipps in dieser Challenge. Ihr dürft auch gern teilnehmen, wenn ihr keinen SuB habt.


Die Challenge läuft fort, da ich denke, dass der SuB immer vorhanden sein wird.


Es soll einfach Spass machen, dem Austausch dienen. Es gibt auch keine Bücher zu gewinnen, das wäre ja kontraproduktiv für den SuB.

Ich wünsche uns allen viel Erfolg und viel Spass.

Es sollen jeweils Bücher aus dem SuB aus dem aktuellen Vorjahr sein, also im Moment 2018 und früher. Aber auch aktuelle Buchtipps sind gern gesehen.


Geplante gemeinsame Leserunden ( Vorschläge / Änderungswünsche sind willkommen)



Zum Thema
1.516 Beiträge
Cover des Buches Wolgakinder
aufbauverlags avatar
aufbauverlag
Autoren oder Titel-Cover
„Gusel Jachina fesselt ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite.“ Neue Zürcher Zeitung

In der Weite der Steppe am Unterlauf der Wolga siedeln seit dem achtzehnten Jahrhundert Deutsche.1916 führt Jakob Bach in dem kleinen Dorf Gnadental ein einfaches Leben als Schulmeister, das geprägt ist von den Rhythmen der Natur. Sein Leben ändert sich schlagartig, als er sich in Klara verliebt, eine Bauerntochter vom anderen Ufer der Wolga. Doch ihre Liebe kann sich den Ereignissen nicht entziehen, die die Revolution und die Gründung der Deutschen Republik an der Wolga mit sich bringen. 

Hier zur Leseprobe:  https://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351037598.pdf

Erscheinungstermin: 16.08.2019

Über Gusel Jachina

Gusel Jachina, geboren 1977 in Kasan (Tatarstan), russische Autorin und Filmemacherin tatarischer Abstammung, studierte an der Kasaner Staatlichen Pädagogischen Hochschule Germanistik und Anglistik und absolvierte die Moskauer Filmhochschule. Ihr erster Roman “Suleika öffnet die Augen“ wurde in 31 Sprachen übersetzt. Mit „Wolgakinder“, bisher in 14 Sprachen übersetzt, legt die international erfolgreiche Autorin ihren zweiten Roman vor. Gusel Jachina lebt mit ihrer Familie in Moskau.

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327 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Gusel Jachina wurde am 01. Juni 1977 in Kasan (Russland) geboren.

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