Gustaf Sobin Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern

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Inhaltsangabe zu „Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern“ von Gustaf Sobin

"Im Winter 1924 reist eine noch wenig bekannte schwedische Schauspielerin namens Greta Garbo in Begleitung ihres Entdeckers, des genialen Stummfilmregisseurs Mauritz Stiller, zu Dreharbeiten nach Konstantinopel. Das Projekt scheitert, der Film wird nie fertig gestellt, und doch kommt es in der traumverlorenen Atmosphäre jener Tage zu dem magischen Moment der Geburt eines Stars ... Gustaf Sobins stärkstes und dichtestes Buch ist eine grandiose Meditation über die Doppelbödigkeit der menschlichen Existenz und ihre unendliche Reflexion im Spiel der Kunst. "

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  • Rezension zu "Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern" von Gustaf Sobin

    Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern
    SinjeB

    SinjeB

    13. February 2011 um 17:47

    Da die Inhaltsbeschreibung des Verlags bereits sehr aussagekräftig ist, verzichte ich darauf und äußere hier nur meine Meinung: Es gibt oft glückliche Zufälle im Leben, und dazu zähle ich dieses Buch. Wäre es nicht in einem Überraschungs-Buchpaket enthalten gewesen, wäre es wohl nie in meinem Regal gelandet, denn ich hätte es vermutlich nicht wahrgenommen. Es ist klein und unscheinbar, und doch verströmt das Porträt Greta Garbos, das den Umschlag ziert, etwas Mysteriöses. Im Buch selbst wird der Name der großen Garbo nie genannt. Die letzten beiden Sätze des Umschlagtextes geben in wenigen Worten wieder, was dieses Buch ausmacht. Ich kenne die anderen Bücher dieses Autors nicht, sodass mir der Vergleich fehlt, allerdings ist "Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern" tatsächlich das dichteste Buch, das ich je gelesen habe. Auf nur 142 Seiten gelingt es Sobin, mich in seinen Text hineinzusaugen und mich nicht loszulassen. Das ist mir davor und danach nie wieder passiert. Protagonist Phil ist Drehbuchautor, Mitte Vierzig, hat eine Exfrau, die mit einem Produzenten, der ebenfalls Phil heißt, verheiratet ist, und er ist schwerkrank. Immer schneller frisst sich der Krebs durch seinen Körper und will ihn besiegen. Drei Monate hat man ihm noch gegeben, und die will er nun damit verbringen, ein Drehbuch zu schreiben, darüber, wie der Star Greta Garbo entstand. In seinem letzten Drehbuch, seinem Meisterwerk, das ihm auf der Seele brennt, will er die Gestalt, die "so schwer greifbar ist wie keine andere des 20. Jahrhunderts" erfassen, und das Projekt hält ihn weit über die prognostizierte Lebensdauer am Leben. So verfolgt er Greta Garbos Spuren zurück von ihrem Eintreffen in Amerika bis zu ihren schwedischen Wurzeln und eben zu jenem Film, der nie zustande kam. Während er sich der geheimnisumwitterten Aktrice nähert, wird er immer schwächer. Von unsäglichen Schmerzen geplagt, lebt er seine letzten Tage an der Seite seiner Imagination, lebt und genießt, verwächst mit seiner Arbeit mehr denn je und findet auf der Suche nach dem Stern Garbo Frieden mit sich selbst. Da uns Phil aus der Ich-Perspektive berichtet, können wir am Ende nur erahnen, dass sich mit Vollendung des Drehbuches auch sein Leben beschlossen hat, auch wissen wir nicht, ob sich dieses Drehbuch je als Film auf der großen Leinwand wiederfinden wird, denn während Protagonist Phil dem Tod die Stirn bietet, stirbt Produzent und Freund Phil bei einem Autounfall. "Auf der Suche nach einem verlöschenden Stern" ist ein Buch, bei dem ich kaum zu atmen wagte. Es ist nicht spannend, sondern ruhig und poetisch, und der Übersetzer transportiert den Text des Autors mit einer unglaublich reichen Sprache, um die ich ihn beneide.

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