Gustav Ernst

 4.2 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Beste Beziehungen, Zur unmöglichen Aussicht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gustav Ernst

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Beste Beziehungen

Beste Beziehungen

 (9)
Erschienen am 28.01.2011
Zur unmöglichen Aussicht

Zur unmöglichen Aussicht

 (1)
Erschienen am 30.06.2015
Helden der Kunst - Helden der Liebe

Helden der Kunst - Helden der Liebe

 (1)
Erschienen am 01.08.2008
Tollhaus

Tollhaus

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Erschienen am 01.10.2007
Grundlsee

Grundlsee

 (0)
Erschienen am 08.01.2016
Grado. Süsse Nacht

Grado. Süsse Nacht

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Erschienen am 11.08.2004
Grundlsee: Roman

Grundlsee: Roman

 (0)
Erschienen am 14.01.2013
Beste Beziehungen: Roman

Beste Beziehungen: Roman

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Erschienen am 01.10.2012

Neue Rezensionen zu Gustav Ernst

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Susisunshines avatar

Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst
Susisunshinevor 7 Jahren

Das Cover:
Auf dem Schutzumschlag sieht man zwei Männerprofile, die sich gegenüber stehen.

Meine Meinung:
Der Autor schreibt wirklich dort weiter, wo andere lieber schweigen (siehe Zitat auf der Rückseite des Buches „Grausamer als die Literatur ist nur die Wirklichkeit – Gustav Ernst erzählt weiter, wo andere längst schweigen“).
In diesem Buch geht es u. a. um ein Ehepaar „Lisa und Franz“, Lisa gängelt Franz wann immer es geht und Franz steht deshalb immer unter enormen Druck. Am Ende rächt sich genau dieses Verhalten in schlimmer Art und Weise. Dann gibt es da noch Jack (Büroleiter im Wirtschaftsministerium), der seine Frau ständig mit einer Ministerin betrügt, Hanno und Sabine wohnen zusammen, aber Hannos neue Freundin Franziska ist bereits mit in die Wohnung gezogen. Deutschlehrer Stöger hat eine Vorliebe für kleine Mädchen….
Ich war schon auf den ersten Seiten total schockiert und hab überlegt, ob ich das Buch überhaupt weiter lesen möchte. Aber die Neugier war schliesslich doch stärker. Am schlimmsten war für mich die Geschichte mit dem Deutschlehrer Stöger und seiner 7-jährigen Nichte. Mir will auch nicht in den Kopf gehen, warum seine Frau nichts unternommen hat, wie kann man nur so blind sein? Meine Tochter Selina ist genauso alt und wenn ich mir vorstellen, sie würde an so einen Menschen geraten wird mir immer noch ganz schlecht.
Gustav Ernst erzählt als neutraler Beobachter die Geschichten dieser Menschen und das unter anderem sehr detailgenau. Für meinen Geschmack war es wirklich teilweise sehr heftig zu lesen.
Abgeteilt sind die einzelnen Geschichten nur mit Abschnitten, was mich persönlich ein wenig gestört hat. Auch die Sprunghaftigkeit der einzelnen Szenen fand ich sehr verwirrend.
Gefallen hat mir das Buch trotz allem gut, denn es ist auch mal interessant zu erfahren, wie es auf der anderen Seite der Grenze aussieht.

Fazit:
Ich denke, dies ist kein Buch für jeden. Man sollte sich gut überlegen, ob das Buch für einen geeignet ist oder nicht. Denn hier wird wirklich schonungslos da weiter erzählt wo andere lieber abbrechen….und schweigen.

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sonjastevenss avatar

Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst
sonjastevensvor 8 Jahren

Gustav Ernst - Beste Beziehungen

In dem Titel klingt total die Ironie mit, wie man erfährt wenn man das Buch liest - es geht hier um alles andere als „Beste Beziehungen“, eher um das schlechteste an Beziehungen was man erreichen kann. Man stellt sich als Leser die Frage, warum überhaupt die Menschen noch in ihren Beziehungen sind, denn ich persönlich könnte so was nicht aushalten. Dennoch finde ich das Buch dich ziemlich authentisch, ich kann mir vorstellen, das es genügend Menschen gibt, die in ihren miesen Beziehungen verweilen, weil ihnen vielleicht der Mut fehlt sich zu trennen oder sie Angst haben vor dem alleine sein - so quälen sie sich durch ihren Alltag.
Besonders gut gefallen haben mir die abwechselnden Erzählungen der verschiedenen Lebenssituationen, in denen sich die Protagonisten befinden, mit jedem Abschnitt ist man in eine neue Geschichte geworfen wurden, die sich dann später abwechselnd weiterentwickelt haben - so kam nie Langeweile beim Lesen auf, sondern, man wurde so gefesselt, dass man immer weiter lesen wollte, denn man musste doch erfahren, wie es mit allen Leuten weitergeht und ob sie es vielleicht doch schaffen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Auch Sex ist in diesem Buch ein großes Thema, darüber wird ehrlich und unverschönert erzählt.

Von folgenden Beziehungen wird unter anderem berichtet:
Lisa und Frank - Lisa ist eine dominante Tyrannin die ihren Mann nur kommandiert. Frank ist der Kuscher, er scheint Angst zu haben vor seine Frau, macht alles damit sie nicht wieder an ihm herumnörgelt.
Hanno und Sabine - sie sind getrennt, leben aber noch zusammen in ihrer ehelichen Wohnung. Dazu kommt dann Franziska, sie ist die neue Freundin von Hanno und Sabine muss jede Nacht mir anhören, wie sich die beiden vergnügen.
Herr Stöger - seines Zeichens frustrierter Ehemann und Lehrer, er es nicht sein lassen kann sich an den Schenkeln seiner Schülerinnen aufzugeilen. Er weiß dass Pädophilie verboten ist, jedoch kann er sich nicht gegen seine Gefühle wehren.
Manuel F.- er muss den Untersuchungsrichter erklären, warum er seine Exfrau getötet hat, obwohl er eigentlich wieder zu ihr zurück wollte. Jedoch hatte er auch Probleme mit der Standfestigkeit seines besten Stückes, so dass das der Auslöser zu einem Streit war, der eskaliert ist.
Jack - ist ein hohes Tier in der Politik, jedoch scheinen seine Affären ihm zum Verhängnis zu werden bei den nächsten Wiederwahlen…

Das besondere an dem Roman ist, dass er sich eher liest wie ein Theaterstück. Der Handlungsschwerpunkt liegt vor allem auf den Dialogen und Monologen. Es gibt wenig „Bühnenanweisungen“, also es ist wenig beschrieben, wie die Personen agieren - es sind die Worte die zählen. Der Schauplatz der Handlung und was getan wird ist eher nebensächlich - die Dialoge könnten eigentlich überall stattfinden.

Das Buch kommt von mit die Bestnote für die schlimmsten Beziehungen - 5 Sterne!

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Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Man sollte sich doch die Mühe machen, Klappentexte genauer zu studieren, was ich beim vorliegenden Buch leider versäumt habe. Das Überfliegen des Textes habe ich insofern bereuen müssen, als ich in keinster Weise auf das vorbereitet war, was mich erwarten sollte. Die ganze Tragweite von "Beste Beziehungen" wäre bei genauerem Studium der zusammenfassenden Zeilen sehr wohl, zumindest jedoch zwischen den Zeilen, im Ansatz zu erkennen gewesen. Somit raste ich, ohne es zu ahnen, ungebremst von einer Katastrophe in die nächste, jeweils noch schlimmere!

Sabine, Manno und seine Geliebte, die mit dem Paar unter einem Dach lebt(!), ergehen sich in einem ausführlichen Streit um die Eigentumsverhältnisse des vorhandenen Kaffees. Manno sieht in der restlos verfahrenen Situation überhaupt keine Probleme, während sich das infantile Streitgespräch dramatisch weiterentwickelt. Sabine beklagt sich über den ebenso täglichen wie lautstarken Geschlechtsverkehr ihres Mannes mit Franziska, den sie vom Zimmer nebenan unschwer verfolgen kann und muss. Natürlich missfällt ihr ebenfalls die Tatsache, dass Franziska in ihre "Muschel scheißt" und sich mit dem Klosettpapier, das ebenfalls nicht ihr gehört, "den dreckigen Arsch" abwischt ...

Manuel F. spricht mit seinem Anwalt. Seine Frau Janine wollte ihn nicht ärgern, sie wollte ihn quälen. Sie wollte ihn leiden sehen. Ihn an seiner empfindlichsten Stelle treffen und demütigen. Nichts anderes hat sie gewollt. Bis aufs Blut hat sie ihn gequält und ausgerechnet ihm, dem "gutgläubigen und ahnungslosen Trottel" musste das passieren. Zweifellos war es eine Falle, in die er getappt ist. Und Männer tappen ja so leicht in Fallen, die ihnen ihre Frauen stellen. Und dann gibt es noch die gewissen Dinge, die man einem Mann nicht sagen darf. Von wegen dem "schlappen Schwanz in der Hose" zum Beispiel. Man kann sich doch nicht über die Schwächen eines Mannes derart lustig machen. Und dann noch die Sache mit der anderen Frau. Die hat ihr den Kopf verdreht. Was soll sie angeblich besser machen können als er? Janine wollte ihn vernichten ...

Fritz ist entsetzt. Sigi soll doch die Pistole wegnehmen. Macht er aber nicht, denn er möchte, das Fritz seine Kündigung zurücknimmt. Schließlich habe er als Betriebsrat die Macht dazu ...

Brisant, wenn sich zwei Mitglieder der Regierung in der dunklen Ecke einer Tiefgarage etwas unvorsichtig verhalten. Wenn die Affäre des Büroleiters des Wirtschaftsministers mit der Außenministerin so kurz vor der Wahl ans Licht der Öffentlichkeit kommt, käme das einem politischen Selbstmord gleich. Doch es gibt ja Mittel, Wege und Mitarbeiter, welche die Dinge ins rechte Licht manipulieren können ...

Lehrer Stöger ärgert sich besonders über die Mädchen, die in der ersten Reihe sitzen. Immer müssen sie ihre Schenkel auseinanderbewegen. Sie könnten doch auch in der letzten Reihe sitzen, aber immer stürmen sie zu Beginn des Schuljahres in die erste Reihe. Da muss eine Absicht dahinterstecken. Ebenso hinter der Tatsache, einerseits weiten Einblick zu gewähren, es aber andererseits immer wieder zu schaffen, dass man gerade nicht das Höschen sehen kann. Stöger fragt sich, wie sie das machen und ob sie vielleicht zu Hause vor dem Spiegel trainieren. Das kann nur eine böse Absicht sein. Sie fordern ihn heraus. Nur so kann es sein. Sie wollen, dass er sich mit ihnen beschäftigt ...

Gustav Ernst erzählt die dramatische Entwicklung der einzelnen Episoden im Wechsel und aus einer teilweise sehr persönlichen Perspektive der handelnden Personen. Hieraus ergeben sich durchaus ungewöhnliche Standpunkte und Einsichten. Fast könnte man beispielsweise die pädophilen Neigungen des Lehrers nachvollziehen, ja sogar dem fatalen Irrtum erliegen, zumindest einen Hauch von Verständnis oder gar Mitgefühl für Stögers Neigungen zu entwickeln. Solche (und andere) Anflüge werden aber einerseits durch die seltsam im Kreis herumführende Argumentation der jeweiligen Hauptfigur(en), und andererseits durch den Verfall jeder Moral schnell ad absurbum geführt.

Die Dialoge sind nicht selten unter aller Würde und lassen eine (sinnvolle) Weiterentwicklung der jeweiligen Zustände nicht zu. Dies scheint sich durch alle gesellschaftlichen Schichten zu ziehen, denn bis ganz nach "oben" wuchern faulige Geschwüre in zwischenmenschlichen Abgründen.

Eine fast nervige Ebene erreicht der Autor in der Wahl und Ausschmückung der Dialoge. Meist werden banale Gegebenheiten aufgegriffen und bis zum Exzess wiederholt. Der eine oder andere Leser mag sich deshalb fragen, ob derartige "Unterhaltungen" tatsächlich ein authentisches Bild der Wirklichkeit abgeben. Zumindest sind diese Stupiditäten aber derart brillant in Szene gesetzt, sodass die sich anbahnenden Katastrophen geradezu körperlich spürbar und erlebbar sind.

Verbale Entgleisungen wie sexuelle Handlungen werden schonungslos in Szene gesetzt. Ebenso präzise wie gnadenlos sind die Gewaltdarstellungen, die ich in dieser Intensität noch nicht gelesen habe. Eine Zumutung sind pädophile Neigungen, die in die Tat umgesetzt werden und dies gleich mehrfach. Auch in diesem Fall spart der Autor nicht mit Details, die nun wirklich gar nichts mehr auslassen!

Ein wenig ratlos ist man am Ende des Werkes und wütend zugleich. Ob das jetzt sein musste, mag nicht nur ich mich fragen. Doch wenn der erste Zorn, Wut, Entsetzen und Trauer verflogen sind, schaut man aus dem Fester und erinnert sich plötzlich daran, dass über diese grausamen Zeilen hinaus eine Wirklichkeit existiert, die weitaus schlimmer ist, als jedes geschriebene Wort.

© Thomas Lawall - www.querblatt.com

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