Gustav Ernst Beste Beziehungen

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Inhaltsangabe zu „Beste Beziehungen“ von Gustav Ernst

Lisa und Franz haben zwei nette kleine Kinder und arbeiten auf das gemeinsame Haus hin, deshalb soll Franz sich gefälligst um seine Beförderung bemühen, wie Lisa findet; Jack ist Büroleiter des Wirtschaftsministers und mitten im Wahlkampf, sieht seine Frau selten und seine Affäre gelegentlich; dass Hanno mit Exfrau Sabine und seiner neuen Freundin unter einem Dach wohnt, findet er in Ordnung, aber nur er; und Stöger, der pflichtbewusste Deutschlehrer, will seiner Nichte Pia eigentlich nur Nachhilfe geben … Ungefiltert und ungeschönt lässt Gustav Ernst in seinem neuen Roman seine Figuren sprechen. In ihren bestechend authentischen Dialogen schwelt die Abneigung, keimt leise Aggression auf, stumpfen Gefühle allmählich ab und die Moral verfällt. Und dann kommt der Punkt, an dem alles eskaliert. Gustav Ernst erweist sich in Beste Beziehungen als unbarmherziger Autor, der dort weiterspricht, wo andere längst schweigen – und er ist dabei glaubwürdiger, als einem lieb ist.

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    Susisunshine

    11. October 2011 um 14:32

    Das Cover: Auf dem Schutzumschlag sieht man zwei Männerprofile, die sich gegenüber stehen. Meine Meinung: Der Autor schreibt wirklich dort weiter, wo andere lieber schweigen (siehe Zitat auf der Rückseite des Buches „Grausamer als die Literatur ist nur die Wirklichkeit – Gustav Ernst erzählt weiter, wo andere längst schweigen“). In diesem Buch geht es u. a. um ein Ehepaar „Lisa und Franz“, Lisa gängelt Franz wann immer es geht und Franz steht deshalb immer unter enormen Druck. Am Ende rächt sich genau dieses Verhalten in schlimmer Art und Weise. Dann gibt es da noch Jack (Büroleiter im Wirtschaftsministerium), der seine Frau ständig mit einer Ministerin betrügt, Hanno und Sabine wohnen zusammen, aber Hannos neue Freundin Franziska ist bereits mit in die Wohnung gezogen. Deutschlehrer Stöger hat eine Vorliebe für kleine Mädchen…. Ich war schon auf den ersten Seiten total schockiert und hab überlegt, ob ich das Buch überhaupt weiter lesen möchte. Aber die Neugier war schliesslich doch stärker. Am schlimmsten war für mich die Geschichte mit dem Deutschlehrer Stöger und seiner 7-jährigen Nichte. Mir will auch nicht in den Kopf gehen, warum seine Frau nichts unternommen hat, wie kann man nur so blind sein? Meine Tochter Selina ist genauso alt und wenn ich mir vorstellen, sie würde an so einen Menschen geraten wird mir immer noch ganz schlecht. Gustav Ernst erzählt als neutraler Beobachter die Geschichten dieser Menschen und das unter anderem sehr detailgenau. Für meinen Geschmack war es wirklich teilweise sehr heftig zu lesen. Abgeteilt sind die einzelnen Geschichten nur mit Abschnitten, was mich persönlich ein wenig gestört hat. Auch die Sprunghaftigkeit der einzelnen Szenen fand ich sehr verwirrend. Gefallen hat mir das Buch trotz allem gut, denn es ist auch mal interessant zu erfahren, wie es auf der anderen Seite der Grenze aussieht. Fazit: Ich denke, dies ist kein Buch für jeden. Man sollte sich gut überlegen, ob das Buch für einen geeignet ist oder nicht. Denn hier wird wirklich schonungslos da weiter erzählt wo andere lieber abbrechen….und schweigen.

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    sonjastevens

    11. April 2011 um 18:11

    Gustav Ernst - Beste Beziehungen In dem Titel klingt total die Ironie mit, wie man erfährt wenn man das Buch liest - es geht hier um alles andere als „Beste Beziehungen“, eher um das schlechteste an Beziehungen was man erreichen kann. Man stellt sich als Leser die Frage, warum überhaupt die Menschen noch in ihren Beziehungen sind, denn ich persönlich könnte so was nicht aushalten. Dennoch finde ich das Buch dich ziemlich authentisch, ich kann mir vorstellen, das es genügend Menschen gibt, die in ihren miesen Beziehungen verweilen, weil ihnen vielleicht der Mut fehlt sich zu trennen oder sie Angst haben vor dem alleine sein - so quälen sie sich durch ihren Alltag. Besonders gut gefallen haben mir die abwechselnden Erzählungen der verschiedenen Lebenssituationen, in denen sich die Protagonisten befinden, mit jedem Abschnitt ist man in eine neue Geschichte geworfen wurden, die sich dann später abwechselnd weiterentwickelt haben - so kam nie Langeweile beim Lesen auf, sondern, man wurde so gefesselt, dass man immer weiter lesen wollte, denn man musste doch erfahren, wie es mit allen Leuten weitergeht und ob sie es vielleicht doch schaffen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Auch Sex ist in diesem Buch ein großes Thema, darüber wird ehrlich und unverschönert erzählt. Von folgenden Beziehungen wird unter anderem berichtet: Lisa und Frank - Lisa ist eine dominante Tyrannin die ihren Mann nur kommandiert. Frank ist der Kuscher, er scheint Angst zu haben vor seine Frau, macht alles damit sie nicht wieder an ihm herumnörgelt. Hanno und Sabine - sie sind getrennt, leben aber noch zusammen in ihrer ehelichen Wohnung. Dazu kommt dann Franziska, sie ist die neue Freundin von Hanno und Sabine muss jede Nacht mir anhören, wie sich die beiden vergnügen. Herr Stöger - seines Zeichens frustrierter Ehemann und Lehrer, er es nicht sein lassen kann sich an den Schenkeln seiner Schülerinnen aufzugeilen. Er weiß dass Pädophilie verboten ist, jedoch kann er sich nicht gegen seine Gefühle wehren. Manuel F.- er muss den Untersuchungsrichter erklären, warum er seine Exfrau getötet hat, obwohl er eigentlich wieder zu ihr zurück wollte. Jedoch hatte er auch Probleme mit der Standfestigkeit seines besten Stückes, so dass das der Auslöser zu einem Streit war, der eskaliert ist. Jack - ist ein hohes Tier in der Politik, jedoch scheinen seine Affären ihm zum Verhängnis zu werden bei den nächsten Wiederwahlen… Das besondere an dem Roman ist, dass er sich eher liest wie ein Theaterstück. Der Handlungsschwerpunkt liegt vor allem auf den Dialogen und Monologen. Es gibt wenig „Bühnenanweisungen“, also es ist wenig beschrieben, wie die Personen agieren - es sind die Worte die zählen. Der Schauplatz der Handlung und was getan wird ist eher nebensächlich - die Dialoge könnten eigentlich überall stattfinden. Das Buch kommt von mit die Bestnote für die schlimmsten Beziehungen - 5 Sterne!

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. April 2011 um 15:28

    Man sollte sich doch die Mühe machen, Klappentexte genauer zu studieren, was ich beim vorliegenden Buch leider versäumt habe. Das Überfliegen des Textes habe ich insofern bereuen müssen, als ich in keinster Weise auf das vorbereitet war, was mich erwarten sollte. Die ganze Tragweite von "Beste Beziehungen" wäre bei genauerem Studium der zusammenfassenden Zeilen sehr wohl, zumindest jedoch zwischen den Zeilen, im Ansatz zu erkennen gewesen. Somit raste ich, ohne es zu ahnen, ungebremst von einer Katastrophe in die nächste, jeweils noch schlimmere! Sabine, Manno und seine Geliebte, die mit dem Paar unter einem Dach lebt(!), ergehen sich in einem ausführlichen Streit um die Eigentumsverhältnisse des vorhandenen Kaffees. Manno sieht in der restlos verfahrenen Situation überhaupt keine Probleme, während sich das infantile Streitgespräch dramatisch weiterentwickelt. Sabine beklagt sich über den ebenso täglichen wie lautstarken Geschlechtsverkehr ihres Mannes mit Franziska, den sie vom Zimmer nebenan unschwer verfolgen kann und muss. Natürlich missfällt ihr ebenfalls die Tatsache, dass Franziska in ihre "Muschel scheißt" und sich mit dem Klosettpapier, das ebenfalls nicht ihr gehört, "den dreckigen Arsch" abwischt ... Manuel F. spricht mit seinem Anwalt. Seine Frau Janine wollte ihn nicht ärgern, sie wollte ihn quälen. Sie wollte ihn leiden sehen. Ihn an seiner empfindlichsten Stelle treffen und demütigen. Nichts anderes hat sie gewollt. Bis aufs Blut hat sie ihn gequält und ausgerechnet ihm, dem "gutgläubigen und ahnungslosen Trottel" musste das passieren. Zweifellos war es eine Falle, in die er getappt ist. Und Männer tappen ja so leicht in Fallen, die ihnen ihre Frauen stellen. Und dann gibt es noch die gewissen Dinge, die man einem Mann nicht sagen darf. Von wegen dem "schlappen Schwanz in der Hose" zum Beispiel. Man kann sich doch nicht über die Schwächen eines Mannes derart lustig machen. Und dann noch die Sache mit der anderen Frau. Die hat ihr den Kopf verdreht. Was soll sie angeblich besser machen können als er? Janine wollte ihn vernichten ... Fritz ist entsetzt. Sigi soll doch die Pistole wegnehmen. Macht er aber nicht, denn er möchte, das Fritz seine Kündigung zurücknimmt. Schließlich habe er als Betriebsrat die Macht dazu ... Brisant, wenn sich zwei Mitglieder der Regierung in der dunklen Ecke einer Tiefgarage etwas unvorsichtig verhalten. Wenn die Affäre des Büroleiters des Wirtschaftsministers mit der Außenministerin so kurz vor der Wahl ans Licht der Öffentlichkeit kommt, käme das einem politischen Selbstmord gleich. Doch es gibt ja Mittel, Wege und Mitarbeiter, welche die Dinge ins rechte Licht manipulieren können ... Lehrer Stöger ärgert sich besonders über die Mädchen, die in der ersten Reihe sitzen. Immer müssen sie ihre Schenkel auseinanderbewegen. Sie könnten doch auch in der letzten Reihe sitzen, aber immer stürmen sie zu Beginn des Schuljahres in die erste Reihe. Da muss eine Absicht dahinterstecken. Ebenso hinter der Tatsache, einerseits weiten Einblick zu gewähren, es aber andererseits immer wieder zu schaffen, dass man gerade nicht das Höschen sehen kann. Stöger fragt sich, wie sie das machen und ob sie vielleicht zu Hause vor dem Spiegel trainieren. Das kann nur eine böse Absicht sein. Sie fordern ihn heraus. Nur so kann es sein. Sie wollen, dass er sich mit ihnen beschäftigt ... Gustav Ernst erzählt die dramatische Entwicklung der einzelnen Episoden im Wechsel und aus einer teilweise sehr persönlichen Perspektive der handelnden Personen. Hieraus ergeben sich durchaus ungewöhnliche Standpunkte und Einsichten. Fast könnte man beispielsweise die pädophilen Neigungen des Lehrers nachvollziehen, ja sogar dem fatalen Irrtum erliegen, zumindest einen Hauch von Verständnis oder gar Mitgefühl für Stögers Neigungen zu entwickeln. Solche (und andere) Anflüge werden aber einerseits durch die seltsam im Kreis herumführende Argumentation der jeweiligen Hauptfigur(en), und andererseits durch den Verfall jeder Moral schnell ad absurbum geführt. Die Dialoge sind nicht selten unter aller Würde und lassen eine (sinnvolle) Weiterentwicklung der jeweiligen Zustände nicht zu. Dies scheint sich durch alle gesellschaftlichen Schichten zu ziehen, denn bis ganz nach "oben" wuchern faulige Geschwüre in zwischenmenschlichen Abgründen. Eine fast nervige Ebene erreicht der Autor in der Wahl und Ausschmückung der Dialoge. Meist werden banale Gegebenheiten aufgegriffen und bis zum Exzess wiederholt. Der eine oder andere Leser mag sich deshalb fragen, ob derartige "Unterhaltungen" tatsächlich ein authentisches Bild der Wirklichkeit abgeben. Zumindest sind diese Stupiditäten aber derart brillant in Szene gesetzt, sodass die sich anbahnenden Katastrophen geradezu körperlich spürbar und erlebbar sind. Verbale Entgleisungen wie sexuelle Handlungen werden schonungslos in Szene gesetzt. Ebenso präzise wie gnadenlos sind die Gewaltdarstellungen, die ich in dieser Intensität noch nicht gelesen habe. Eine Zumutung sind pädophile Neigungen, die in die Tat umgesetzt werden und dies gleich mehrfach. Auch in diesem Fall spart der Autor nicht mit Details, die nun wirklich gar nichts mehr auslassen! Ein wenig ratlos ist man am Ende des Werkes und wütend zugleich. Ob das jetzt sein musste, mag nicht nur ich mich fragen. Doch wenn der erste Zorn, Wut, Entsetzen und Trauer verflogen sind, schaut man aus dem Fester und erinnert sich plötzlich daran, dass über diese grausamen Zeilen hinaus eine Wirklichkeit existiert, die weitaus schlimmer ist, als jedes geschriebene Wort. © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    Solifera

    17. March 2011 um 19:52

    Beste Beziehungen? Dies scheint mir - mit Absicht? - ein ironischer Titel für dieses Buch zu sein. Den gut, oder gar bestens zu sein. In fünf einzelnen Geschichten werden beispielhaft Schicksale vor Augen geführt, die authentischer und echter als die Wirklichkeit nicht wir ken könnten. Beispielsweise der scheinbar brave Deutschlehrer Stöger, der pädophile Neigungen hat. Wohin dies und der Nachhilfeunterricht für seine 7-jährige Nichte Pia führt, kann sich der Leser sicher denken. Dann sind da noch Franz und Lisa. Lisa drängelt ihn dazu, sich endlich um die Beförderung zu kümmern, er ist eigentlich so wie es ist zufrieden. Irgendwann dreht er durch und alles eskaliert. Diese und weiter Personen machen einem klar, dass im Leben nicht alles perfekt ist/sein kann. Die Sprache ist authentisch, realistisch, teils sehr plastisch und spart auch nicht an Kraft-und Schimpfausdrücken. Eine brutale Ehrlichkeit in Sprache und Stil, die seinesgleichen sucht und mit Sicherheit eine Lektüre, die schockiert, provoziert und zum Nachdenken anregt. Für dieses Buch kann es eigentlich nur ein Wort geben: Krass!

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. March 2011 um 12:35

    Lisa und Franz haben zwei nette kleine Kinder und arbeiten auf das gemeinsame Haus hin, deshalb soll Franz sich gefälligst um seine Beförderung bemühen, wie Lisa findet; Jack ist Büroleiter des Wirtschaftsministers und mitten im Wahlkampf, sieht seine Frau selten und seine Affäre gelegentlich; dass Hanno mit Exfrau Sabine und seiner neuen Freundin unter einem Dach wohnt, findet er in Ordnung, aber nur er; und Stöger, der pflichtbewusste Deutschlehrer, will seiner Nichte Pia eigentlich nur Nachhilfe geben... Zum Autor: Gustav Ernst, geboren 1944 in Wien, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor ebendort. Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik. Seit 1997 Herausgeber der Literaturzeitschrift kolik (gem. mit Karin Fleischanderl). U.a. erschienen die Romane Die Frau des Kanzlers (2002) und Grado. Süße Nacht (2004). Rezension: Auf der Rückseite des Buches findet sich folgendes Zitat: "Grausamer als die Literatur ist nur die Wirklichkeit - Gustav Ernst erzählt weiter, wo andere längst schweigen". Dies sagt schon das aus, was diesen Roman ausmacht. Aber kurz zum Inhalt: Da sind zum einen das Ehepaar Lisa und Franz. Lisa hat eindeutig in der Ehe die Hosen an, sie gängelt Franz, wo sie nur kann, ob es um seine Beförderung geht oder um ein neues Haus, Franz steht ständig unter Druck, ihr alles rechtzumachen und dies rächt sich in allerschlimmster Form. Jack ist Büroleiter im Wirtschaftsministerium, der seine Frau ununterbrochen betrügt und sich mit unlauteren Mitteln Freunde macht, die für ihn und seine Laufbahn von Vorteil sein können. Hanno und Sabine wohnen zwar noch zusammen, doch ist bereits Hannos neue Freundin Franziska eingezogen und die drei zerfleischen sich zusehends. Philipp Stöger ist Deutschlehrer und hat ein unnormales Faible für kleine Mädchen. Und dann ist da noch Sigi, der seine Kündigung erhält, aber damit nicht klarkommt... "Beste Beziehungen" hat mich von der ersten Seite an schockiert. Was Gustav Ernst hier niedergeschrieben hat, ist wahrlich harter Tobak, denn es ist aus dem wirklichen Leben gegriffen. Am schockierendsten war für mich die Geschichte um den Deutschlehrer Stöger. Ich möchte hier nicht mit grausamen Details aufwarten, aber seine pädophile Neigung, die er schlussendlich an seiner 7-jährigen Nichte Pia in die Tat umsetzt, ist absolut nichts für zarte Gemüter. Aber auch die Geschichte um Lisa und Franz, die eigentlich recht harmlos beginnt, sich dann aber immer tiefer in Vorhaltungen und Druckausübung von seiten Lisas verlieren bis es zum vermeintlich Unausweichlichen kommt, ist tragisch. Gustav Ernst erzählt als neutraler Betrachter die Geschichten dieser Menschen und das in einer gnadenlosen Sprache, ohne ein Detail auszulassen. Es geht um Unterdrückung, Manipulation, Rache und abnorme sexuelle Phantasien. Jede dieser geschilderten Personen hat psychische Probleme, jede auf seine Art und Weise, man kann und möchte kein Mitleid aufbringen. Die Frage, die zum Ende hin bleibt, ist die, warum diese Personen nicht früher aus ihrem Leben aufgewacht sind, um es nicht so weit kommen zu lassen. Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem Schutzumschlag sind zwei Männerprofile, die sich gegenüber stehen, zu sehen. Mir hätte bezüglich des Titels und auch des Themas ein weibliches und männliches Profil besser gefallen, da es sich thematisch im Roman meist um die zwischenmenschlichen Beziehungen des weiblichen und männlichen Geschlechts dreht. Fazit: Gustav Ernst gibt in "Beste Beziehungen" drastisch und detailliert Einblick in menschliche Abgründe, die man nur schwer nachvollziehen kann und die sehr betroffen machen.

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    NiliBine70

    07. March 2011 um 18:27

    Bis zum bitteren Ende schonungslos! 5 einzelne Geschichten, 5 mal ein wirklich schonungsloser Blick hinter die Kulissen, die jeder nach außen hin aufstellt. Erbarmungslos, ohne Rücksicht auf die Gefühle des Lesers, provokant bis zum Äußersten. So habe ich dieses Buch erlebt. Da besucht z.B. einer seine Ex-Freundin, in der Hoffnung, wieder mit ihr zusammen zu kommen und die Situation eskaliert. Ein anderer lebt mit seiner Exfrau und seiner neuen Freundin in einer Wohnung. Da sind Franz und Lisa mit ihren beiden Kindern und Lisa drängelt und gängelt ihren Mann, bis er alle, sogar seine Schwiegereltern umbringt. Ein Gymnasiallehrer gibt seiner Nichte Nachhilfe, eigentlich… Und ein Büroleiter im Ministerium hat eine Affäre mit einer Ministerin. Alles hört sich erst mal nicht sehr spektakulär an. Doch liest man, trifft einen bald die Sprache des Autors wie eine Dampframme mitten in den Magen. Er macht nicht politisch korrekt halt an der Schwelle zum Perversen. Und genau das hat mich an einer bestimmten Stelle fast dazu gebracht, das Buch abzubrechen. Ich habe es dann aber doch nicht getan und habe mich dann hinterher gefragt, warum habe ich weiter gelesen? Weil ich weiß, dass es so oft genug wirklich ist? Bin ich so sensationslüstern? So verroht oder doch masochistisch, dass ich nicht aufhören kann? Dass ich mir selbst Bauchweh zufügen muss? Augenscheinlich ja! Und ich denke, vielen wird es ähnlich ergehen. Es ist erschreckend, wie z.B. der Lehrer seine pädophilen Neigungen vor sich selbst schönt, wie er sich dem hingibt. Und noch viel erschreckender, wie seine Frau vor sich selber das Verhalten ihres Mannes damit erklärt, dass das Mädchen ihn schließlich dazu gebracht habe! Ich denke nicht, dass dies ein Buch für jedermann ist. Man sollte sich im Klaren sein, wie krass hier geschrieben wurde, wie sehr es einen provoziert. Aber ich denke trotzdem, dass ich es als Diskussionsgrundlage empfehlen kann. Denn eins ist gewiss, genug Gesprächsstoff birgt diese Story!

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    gurke

    28. February 2011 um 22:05

    Ihr wollt mal etwas ganz anders über Paare lesen? Nerven euch die ewigen schnulzigen Happyends nicht auch? Wie geht es in der Liebe weiter? Lebt man zu zweit wirklich immer glücklich und zufrieden bis ans Ende aller Tage? Ich sage Nein. Und dieser Meinung ist scheinbar auch Gustav Ernst. Denn hier lesen wir schonungslos, wie es nach dem anfänglichen Glück in einer Beziehung weitergeht. In "Beste Beziehungen" lesen wir nicht nur von einem Pärchen. Vor allem lesen wir nicht von den guten Geschichten, die man normalerweise in einem Buch über Paare liest. Der Autor fängt an zu erzählen, wo andere sich ausschweigen. Wir lesen davon, wie es ist, wenn der Alltag nicht nur beginnt, sondern schon fortgeschritten ist. Man lebt nebeneinander her, führt belanglose Gespräche und streitet sich auch mal über Kleinigkeiten. Und so richtig glücklich ist man auch nicht miteinander. Oder aber man hat nebenher Affären laufen, die auf keinen Fall herauskommen dürfen. Selbst der Lehrer hat die schlimmsten Gedanken, wenn er kurzröckige Schülerinnen im Teenageralter sieht. Und dann gibt es auch Menschen, die ausbrechen und es nicht mehr hören können, dass sie Versager sind. Inwiefern ausbrechen? Ganz einfach: Indem man ausrastet und dem ganzen ein Ende macht... Was zunächst auffällt, ist die nicht vorhandene Unterteilung in Kapitel. Das hemmt den Lesefluss doch sehr. Die Sprünge von Episode zu Episode bemerkt man optisch nur durch einen Absatz. Außerdem sind die Dialoge der Protagonisten nicht durch Satzzeichen markiert. Auch das empfand ich als störend. Als nächstes ist die Sprache sehr auffällig, der sich Gustav Ernst bedient. Er nimmt überhaupt kein Blatt vor den Mund. Es fallen oft sehr obszöne Worte, die doch schockierend wirken. Das ist wohl auch der Sinn. Man hat das Gefühl, dass der Autor den Leser provozieren möchte, was ihm letztendlich auch gelingt. Im Grunde hat mir das Buch gefallen, auch wenn der Roman doch sehr gewöhnungsbedürftig war. Es war interessant auch mal die andere Seite der Medaille der Liebe zu lesen. Ich habe dennoch etwas anderes erwartet. Wer kein Problem mit harter Sprache und Wortwahl hat, der sollte sich "Beste Beziehungen" getrost zu Gemüte führen.

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  • Rezension zu "Beste Beziehungen" von Gustav Ernst

    Beste Beziehungen

    Bellexr

    14. February 2011 um 16:29

    Ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen . Manuel F. wird von seiner Freundin Janine K. aufs äußerste gereizt und gedemütigt, so lange, bis er nur noch eine Möglichkeit sieht. Lisa setzt kontinuierlich ihren Ehemann Frank unter Druck mit ihrem Wunsch nach einem neuen Haus und gesellschaftlicher Anerkennung. Hierfür ist eine Beförderung unumgänglich. Irgendwann hält Frank den Druck nicht mehr aus. Philipp Stöger ist Gymnasiallehrer in Deutsch. Was liegt näher als seiner 7-jährigen Nichte Nachhilfe in diesem Fach zu geben. Doch es bleibt nicht bei der Nachhilfe im Deutschunterricht, denn Philipp hat ein Interesse an kleinen Mädchen, sieht sich immer wieder Kinderpornographie im Internet an, bis ihm seine Fantasien nicht mehr ausreichen. Als Sigi mit 52 Jahren seine Kündigung erhält, macht er die Geschäftsleitung und den Betriebsrat dafür verantwortlich. Er will Gerechtigkeit und geht mit einer Waffe ins Büro des Betriebsratsvorsitzenden. . Eigentlich fast täglich hört und sieht man in den Nachrichten von Misshandlungen, Mord, Missbrauch und Familientragödien. Man ist betroffen, schockiert, kann das Verhalten der Täter nicht nachvollziehen, aber doch sind diese Geschehnisse auch schnell wieder vergessen, der Alltag holt uns wieder ein. Gustav Ernst erzählt in seinem Roman diese Geschichten und Tragödien. Jedoch ergreift er dabei keine Partei, sondern berichtet neutral wie diese Wahnsinnstaten entstehen konnten und schildert dies gnadenlos. . Die oben angeführten Fälle sind nur einige aus dem Buch. Und Gustav Ernst geht auch einen Schritt weiter und zeigt dem Leser ebenso die Auswirkungen auf, die Tat selbst. In einer sehr eindringlichen, wirklich schonungslosen, direkten und stellenweise auch rüden Weise, die der Situation immer angepasst ist, erzählt er die Schicksale dieser Menschen. Und er überschreitet hier wirklich Grenzen, denn seine Schilderungen sind so realistisch gehalten, dass ich stellenweise das Buch zur Seite legen musste, einfach nicht mehr weiterlesen konnte, da mir diese Berichte sehr nahe gegangen sind und ich somit auch an meine Grenzen gestoßen bin. . Die Geschichten sind zumeist in Dialogen gehalten, sodass man fast sofort das Gefühl hat, an diesen als unsichtbarer Dritter mit eingebunden zu sein, die Diskussionen, Streitereien und auch die Eskalation der Situation hautnah mitzuerleben. . Wie oft fragt man sich, wenn man von solchen Tragödien hört, warum diese Menschen es so weit haben kommen lassen, warum sie nicht früher aus ihrer momentanen Situation ausgebrochen sind, als sie hierfür noch die Chance hatten oder aber, wie eine Ehefrau nicht bemerkt haben will, dass ihr Ehemann pädophile Neigungen hat. Aber hier spielen einfach zu viele Faktoren mit hinein wie Abhängigkeit, Manipulation (auch sexueller Art), aber auch einfach das Verschließen der Augen vor dem Offensichtlichen. . Da fragt sich die Ehefrau zwar schon, warum ihr Mann der Nichte immer nur Nachhilfe gibt, wenn sie nicht zu Hause ist und warum dann ständig nasse Handtücher in der Waschmaschine liegen. Aber sie hinterfragt nicht, will wahrscheinlich einfach nicht die Wahrheit wissen, bringt es sogar noch fertig, ihrer Nichte die Schuld zu geben. Und diese ganzen Faktoren beleuchtet Gustav Ernst zu jeder seiner Geschichte im Vorfeld, sodass die Handlungen der Täter jetzt nicht unbedingt für einen verständlich werden, man zumindest jedoch nachvollziehen kann, wie es so weit kommen konnte.

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