Gustave Flaubert Bouvard und Pécuchet

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Inhaltsangabe zu „Bouvard und Pécuchet“ von Gustave Flaubert

Eine Erbschaft ermöglicht es dem hageren Junggesellen Pécuchet und dem kleinen, korpulenten Witwer Bouvard, ihren ungeliebten Kopistenberuf an den Nagel zu hängen und sich aufs Land zurückzuziehen, um ganz der Verwirklichung ihrer Interessen zu leben. Zunächst versuchen sie sich in Landwirtschaft und Gartenbau, was sie zur Schnapsbrennerei und Konservenherstellung führt. Als das mißlingt, suchen sie Rat in Lehrbüchern über Chemie; die Lehre von den Atomen führt sie zur Anatomie, danach wenden sie sich der Geologie zu, der Geschichte, Literatur, Gymnastik, Ökonomie, Theologie, sie versuchen sich als Pädagogen, Heiler und Liebende. Mit unersättlichem Wissensdurst werfen sie sich von einem Gebiet aufs nächste, mißachten in ihrem gemeingefährlichen Eifer Geduld und Erfahrung und verzweifeln angesichts widersprüchlicher Lehrmeinungen. Flauberts Helden sind gefangen in einem Dilemma, das heute aktueller denn je ist: Ein Wust an Informationen verstellt ihnen den Blick aufs Wesentliche.

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  • Rezension zu "Bouvard und Pécuchet" von Gustave Flaubert

    Bouvard und Pécuchet
    Sokrates

    Sokrates

    05. October 2010 um 21:19

    "Bouvard und Pécuchet" erzählt die Geschichte zweier zwar interessierter aber irgendwie doch stumpfsinniger und flachgeistiger Pariser Büroangestellter, die sich bei einem Spaziergang in Paris über den Weg laufen und erkennen, dass sie für einander bestimmt zu sein scheinen. Nachdem beide in den Ruhestand getreten sind und der eine eine nicht unerhebliche Erbschaft antreten konnte, erfüllen sie sich den ersten einer Vielzahl von Wünschen, die sich im Laufe des Romans ihrer Phantasie entwinden und die sie umzusetzen wünschen. Die Intention des Autors bleibt verwischt; genau dies haben seine Zeitgenossen und Literaturkritiker auch an diesem Roman bemängelt. Was wollte Flaubert mit dem Roman zum Ausdruck bringen? Ich habe gelesen, dass es (wohl) Sinn und Zweck war, sämtliche zur Zeit Flauberts bekannte wissenschaftliche Theorien und Disziplinen ad absurdum zu führen. Das mag zwar eine plausible Idee sein, aber um diese Idee glaubwürdig darzustellen, hätte er sich lieber zweier intelligenterer Protagonisten bedienen müssen. Die Wissenschaft statt dessen durch zwei Stumpfsinnige entlarfen zu wollen, erscheint doch recht erfolglos und wenig überzeugend. So bleibt mir nur eine Erklärung logisch: es ging Flaubert vielleicht einzig um eine Charakterstudie; Bouvard und Pécuchet glänzen durch Mittelmäßigkeit. Einerseits vor Ideen überlaufend, andererseits fehlt es ihnen an geistiger Reife und Fähigkeit, die Materien, die sie gerne durchdringen würden, mit Ernsthaftigkeit und tatsächlichem Begreifen zu erfassen. Sie bleiben nur auf einem laienhaften Niveau verharren. Gelingt ihnen etwas nicht, verspricht es nicht den Erfolg einzufahren, den sie sich erhofft haben, verschafft es ihnen nicht die ersehnte Befriedigung oder fühlen sie sich durch andere übervorteilt oder veräppelt, werfen sie alsbald das Handtuch, verlieren fast alles Geld und bringen am Ende gar die ganze Dorfgemeinschaft gegen sich auf. Und was bleibt ihnen am Ende: sie zimmern einzig das, was sie ihr ganzes Leben womöglich nur gekonnt haben: einen Schreibpult, an dem sie als Schreiber wieder arbeiten möchten. Aber bevor sie diese Erkenntnis haben graben sie nach archäologischen Kostbarkeiten, sammeln Kunst, züchten Obst, pekieren Bäume, versuchen sich im Okkultismus, möchten das Christentum verstehen, üben sich in Pädagogik und probieren Frauen auf recht drollige Weise aus (einschließlich der damit gerne verbundenen Geschlechtskrankheiten). Menschen, denen es an Mittelmaß nicht mangelt, gibt es viele. Unsere vielgestaltige und farbenfrohe Welt ermöglicht jedem, alles einmal auszuprobieren. Hobbies hat man im Laufe seines Lebens viele, vieles wechselt, manches stellt sich im Nachhinein als etwas heraus, dem man vielleicht doch nicht gewachsen war. All dies liegt im Maß des Normalen; Flaubert beschreibt jedoch zwei Kerle kindlicher Natur, die in drei Jahren fast die ganze Welt geistig umrunden. Dass dabei nichts Sinnvolles und Solides bei herauskommen kann, erscheint zwangsläufig. Deshalb ein überaus empfehlenswerter und (vielleicht auch) lehrreicher Roman ;-) !!

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