Gustave Flaubert Madame Bovary

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Inhaltsangabe zu „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert

Die wohlbehütet aufgewachsene Emma hat ihre ganz eigene Vorstellung von der Liebe: Romantisch und erfüllend stellt sie sich ihre Zukunft als Madame Bovary vor. Doch ihr Ehemann und das Leben auf dem Lande erweisen sich als Ernüchterung. Aus Lebens- und Liebeshunger entflieht sie der ehelichen Langeweile – und stürzt sich in ein Abenteuer, das unvorhergesehene Konsequenzen nach sich zieht …
Mit »Madame Bovary« schuf Gustave Flaubert ein Meisterwerk der Weltliteratur. Nach wie vor begeistert der Roman über eine der berühmtesten Ehebrecherinnen ein Millionenpublikum.

»Es hat keine literarische Gestalt gegeben, mit der ich ein dauerhafteres und eindeutig leidenschaftlicheres Verhältnis gehabt hätte als mit Emma Bovary.« (Mario Vargas Llosa)

Lesevergnügen für anspruchsvolle Leser

— _nifelheim

Was soll ich sagen... Madame Bovarys Langeweile langweilt mich schrecklich. Ich schaff es einfach nicht dieses Buch zu Ende zu lesen...

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Französischer Realismus pur

    Madame Bovary

    _nifelheim

    26. August 2017 um 11:39

    Flaubert muss wohl im Geheimen ein Misanthrop gewesen sein. Wer Flaubert schon gelesen hat und dennoch der Meinung ist, dass der Mensch auch Gutes in sich bewahrt, dem kann ich fast nicht glauben. Flaubert lebte immer sehr zurückgezogen und pflegte längerfristig betrachtet als einzigen sozialen Kontakt den Briefwechsel zu seiner damaligen Liebschaft. Recht früh verschrieb er sich der Analyse der tiefen Abscheu vor der Menschheit und schrieb in seinen Büchern immer wieder über sie. Dass gerade auch sein Roman Madame Bovary zu seiner Zeit einen Skandal ausgelöst hat und gegen die guten Sitten verstoßen hatte (Flaubert musste dafür ins Kittchen), können Leser aus diesen Tagen wohl kaum mehr nachvollziehen. Nichtsdestotrotz hat es dieses Buch mit seinen so ausgeprägt gestalteten Figuren in sich. Nichts an Madame Bovary ist leichtfüßig oder beiläufig. Jeder Satz macht Sinn und wurde an der richtigen Stelle platziert und formuliert. Man könnte meinen, das Buch ist wie eine Symphonie komponiert worden!Inhalt:Der 1857 veröffentlichte Roman Madame Bovary schildert die Liebschaften der gelangweilten Arztgattin Emma Bovary und zählt zu den kritischen Gesellschaftsromanen. Die erzählte Zeit ist um 1900 (also eigentlich 1800) angesetzt und spielt sich in der Normandie ab. Die Protagonistin, eine junge und verträumte Frau, heiratet ganz naiv den biederen Landarzt Charles Bovary in der Hoffnung auf ein beschauliches Leben. Aber schon bald nimmt ihr die Ehe die Luft zum Atmen und die junge Emma flüchtet sich in die berauschende Scheinwelt der Literatur. Ohne Ahnung und Aufklärung wie denn so eine Ehe im Alltag verläuft, wird Emma immer trauriger darüber, dass ihre Ehe nicht so ist wie in den Büchern, die sie liest. Um die innere Leere zu füllen, stürzt sie sich in Liebesabenteuer, die aber letztendlich nicht das gewünschte Glück bringen von dem sie insgeheim träumt und der Leser bekommt ab ca der Mitte des Buches mit wie Emma geistig und körperlich verfällt und schließlich freiweillig aus dem Leben scheidet.Meine Meinung:Madame Bovary ist ein sehr gutes Buch, das aber vermutlich nicht jeden Leser glücklich machen wird. Flaubert ist mit diesem Roman zumindest für mich ganz große Literatur gelungen und zwar im Stile der alten Schule. Wem Paranthesen, rhetorische Stilfiguren aus der Antike, wie Tropen (Stilmitteln, die für eine Figur statt der Bezeichnung eine Ersatzbezeichnung setzen, meist mythologisiert) und die realistische Schilderung unbestechlicher Sachlichkeiten Vergnügen bereiten, der wird dieses Buch lieben. Wer allerdings Probleme mit solchen Termini hat, da kann ich mir gut vorstellen, dass ein solcher Leser oder eine solche Leserin Madam Bovary sehr anspruchsvoll finden wird und vermutlich nicht mal bis zur Hälfte lesen. Bis zur Hälfte nämlich zaht sich die Lektüre und man wartet vergeblich darauf, dass irgendein Knaller passiert, der zumindest etwas Spannung in die bis ca zur Seite 200 geschilderte Welt bringt. Nüchtern, ganz im Stile des Realismus, schildert Flaubert die Lebenssituation von Emma und ihrem Mann Charles Bovary. Dabei werden unschöne Details nicht ausgeklammert und die Figuren werden dem Leser komplett lieblos nach der Reihe vorgeführt. Außerordentlich ist dabei Flauberts Auge für Landschaften und Natur. Wortreich umschreibt er die Umgebung und geht auch auf Kleidung, Aussehen und Eigenheiten der Figuren sehr detailliert ein. Ich mag sowas ja sehr gerne. Am liebsten hätte ich tagelang Flauberts Landschaftsmalerien, die in diesem Falle durch Worte passieren, gelesen.Ab der Hälfte des Buches nimmt die Erzählung dann Fahrt an und Emma und ihr inneres Seelenleben rücken in den Vordergrund. Vom Liebhaber verlassen, verfällt sie in Depressionen und wird sogar Bettlägrig. Durch ihre Krankheit werden Schulden angehäuft und Charles Bovary wächst dem Leser irgendwie ans Herz. Wie er alles Erdenkliche versucht, um seine geliebte Emma zu retten, das ist irgendwie rührend. Spätestens ab hier kann man das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Dramatisch setzt ein Ereignis nach dem anderen ein und man vermutet schon, dass diese Geschichte kein gutes Ende mehr nehmen wird.Fazit:Madame Bovary besticht durch eine wortreiche Sprache und durch Flauberts eigenartigen Schreibstil, den man eben mag oder nicht. Anspruchsvoll und wortreich entführt er den Leser nach Frankreich, ins 19 Jahrhundert und nimmt kein Blatt vor dem Mund, um die damalige Gesellschaft ganz kritisch auf Papier zu bringen. Für mich ist der Roman große Literatur, er erfüllt jedes Literatenherz und ist purer Lesegenuss, wenn man denn nun auf sowas steht. Leser, die lieber moderne Literatur lesen und Probleme mit mythologischen Begriffen aus der Antike habe, werden das Buch vermutlich nicht besonders mögen. Meine Rezension bezieht sich allerdings auch auf die Ausgabe von 1985, eventuell gibt es schon modernere Überstzungen, die ohne dem auskommen. Einfach mal ausprobieren und Flaubert lesen! Von mir gibt es die ganze Punktezahl und das Buch kommt in meine Top 100 Liste.

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  • „Ein Sittenbild aus der Provinz“

    Madame Bovary

    Herbstrose

    29. July 2017 um 00:46

    Emma hatte sich das Leben anders vorgestellt, als sie den älteren, verwitweten Landarzt Charles Bovary heiratete. Die Ehe mit ihm wurde ihr bald langweilig, sie erträumte sich ein mondäneres Leben mit Empfängen und Bällen, wie Charles es ihr nicht bieten konnte. An Emmas Einstellung änderte auch die Geburt Ihrer Tochter Berthe nichts. So blieb es nicht aus, dass sie sich in den nächstbesten Junggesellen verliebte, in Léon, den Praktikanten des Steuereinnehmers. Als dieser nach Paris zog um zu studieren, lernte sie den Gutsbesitzer und Lebemann Rodolphe kennen. Er entspricht ganz ihren romantischen Vorstellungen, die sie vom Lesen vieler Liebesromane übernommen hat. Eine heftige Affäre beginnt, doch als Emma mit ihm fliehen will, schreibt er ihr einen Abschiedsbrief. Emma bekommt einen Nervenzusammenbruch. Ihr Mann Charles, der sie aufrichtig liebt, pflegt sie hingebungsvoll und verschuldet sich sogar, nur um ihre ausgefallene Wünsche zu erfüllen. Um Emma eine Freude zu machen und sie aufzumuntern, geht Charles eines Tages mit ihr ins Theater. Dort trifft sie zufällig Léon wieder. Bald hat sie auch mit ihm abermals eine wilde Liaison. Die Treffen der Beiden bleiben jedoch nicht unbemerkt und um sich das Schweigen des Kaufmanns Lheureux zu sichern, kauft sie bei ihm teure Waren auf Kredit. Die Schulden häufen sich, bis gar der Gerichtsvollzieher in Bovarys Haus erscheint. Verzweifelt bittet Emma Léon und Rodolphe um Geld, vergeblich. So sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich am Giftschrank des Apothekers zu bedienen …„Madame Bovary“ ist das erste Werk des französischen Schriftstellers Gustave Flaubert (1821 – 1880), welches 1857 als Buch erschien. Wegen angeblicher Unsittlichkeit des Romans wurde er damals angeklagt, das Gerichtsverfahren endete jedoch mit Freispruch. Das Werk wurde, nicht zuletzt wegen dieses Skandals, zum Erfolg und erschien bereits 1858 in deutscher Sprache. Flaubert unternahm zahlreiche Reisen, die ihn u. A. in die Schweiz, nach Italien, Ägypten, Syrien, Palästina, Griechenland und in die Türkei führten. Er war nie verheiratet, hatte aber eine langjährige Geliebte. Das Buch, das mir in einer Neuauflage des Reclam Verlag Leipzig aus dem Jahre 2003 vorliegt, stand über zehn Jahre ungelesen in meinem Bücherschrank, da ich eine altmodische Schreibweise befürchtete. Umso mehr bin ich nun überrascht, wie modern und zeitgemäß doch Inhalt und Schreibstil sind, was wohl der sehr guten Übersetzung von Ilse Perker und Ernst Sander zu verdanken ist. Die Handlung ist auf einen Zeitungsbericht aus dem Jahre 1848 zurück zu führen, in dem über den Selbstmord einer Arztgattin berichtet wurde. Flaubert nahm diesen zum Anlass, einen Roman mit dem Untertitel „Ein Sittenbild aus der Provinz“ zu schreiben. Die Geschichte liest sich, trotz einiger Längen, sehr gut und flüssig. Manche Handlungsweisen mag man in der heutigen Zeit zwar seltsam finden, doch darin liegt ja gerade der Reiz dieses zeitlosen Klassikers. 

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    • 2
  • Madame Bovary

    Madame Bovary

    Maddie-Sunshine

    13. March 2017 um 11:45

    Dieses Buch entführt einen in eine Zeit und Welt, die ich mir so nicht vorstellen könnte. Flaubert beschreibt so viele Details, dass es leicht fällt, genaue Bilder im Kopf zu erzeugen. Lässt man sich ganz drauf ein, kann man eine Weile auf den Spuren einer Frau um 1850 wandeln. 

  • Gesellschaftliche Enge und menschliche Schwäche (SPOILER)

    Madame Bovary

    Dunkelblume

    24. June 2016 um 13:22

    Charles und Emma Bovary leben ihr Leben gemeinsam und doch in völlig verschiedenen Welten. Während Charles, ein gutmütiger, etwas einfältiger und bodenständiger Mann, seiner Tätigkeit als Arzt nachgeht und seine Frau aufrichtig vergöttert, fühlt sich Emma gefangen im ehelichen Heim in der französischen Provinz. In ihrem Hunger nach Leben steigert sie sich in jugendlich-kindische Traum- und Romanwelten hinein. Schließlich flüchtet sie in außereheliche Affairen. die sich wahlweise als Mistkerle oder hilflos-charakterlose Träumer herausstellen. Sie versucht ihre anhaltende seelische Unruhe mit Kaufsucht zu betäuben, treibt sich und Charles jedoch in den finanziellen Abgrund. Charles ist kaum in der Lage zu erfassen was geschieht und blind für die Fehler seiner Frau. Schließlich geht die Sache sehr schlecht für die Familie Bovary aus. Der Schreibstil ist angenehm. Die Detailschilderungen ufern hier und da etwas aus, was für mich persönlich etwas störend ist. Für alle, die am Anfang stecken bleiben: Ab Teil II nimmt die Geschichte Fahrt auf.  Flaubert schildert ein "Sittenbild" und kann seine Verachtung über die Hauptfiguren kaum verbergen. Und in der Tat: Sie tragen alle mit ihren Charaktermakeln und Fehlentscheidungen zur Katastrophe am Ende bei. Dennoch: Als Frau der heutigen Zeit beneide ich Madame Bovary nicht um ihre Lebenswelt. Und dem armen Charles kann ich irgendwie nicht recht böse sein, obwohl es an ihm gewesen wäre, die Notbremse zu ziehen. Fazit: Am Ende war ich aufrichtig mitgenommen und etwas fassungslos. Ein wirklich gutes Buch! 

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  • Ach, Emma ...

    Madame Bovary

    Farbwirbel

    Im Jahr 1879 wird in Frankreich der Roman „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert veröffentlicht. Kurz darauf wird er verboten und zensiert... Flaubert sprach ein Thema an, welches für damalige Verhältnisse dermaßen frivol und unchristlich war, dass es verpönt wurde. Doch warum geht es? Zuerst einmal geht es um Charles Bovary, der mehr oder weniger ambitioniert Arzt wird und sich in einem kleinen Städtchen niederlässt. Eines Tages wird er aufgrund eines Beinbruchs zu einem Gut gerufen. Der Gutsherr wird von Charles gepflegt und dieser wiederum lernt seine Tochter Emma kennen. Wie der Name der bekannten Protagonistin schon verrät: die beiden heiraten. Charles und Emma sind zu diesem Zeitpunkt beide selig. Sie ziehen in ein anderes französisches Dorf um, welches in der Nähe Rouens liegt. Charles, der etwas einfältig wirkt, realisiert nicht, dass Emma sich von ihm löst. Sie verlangt mehr vom Leben, fühlt sich erdrückt von der Einfältigkeit ihres Lebens und sucht vor allem die große, leidenschaftliche Liebe. Ihr Herz ist nie gesättigt. Ihre Hände fangen dauernd etwas neues an. Ihre Gedanken scheinen ein endloser Strudel von Begehren und Wünschen. Die Liebe, glaubte sie, müsse ganz plötzlich kommen, mit feurigen Blitzen und Donnerschlägen – wie ein Himmelsorkan, der über das Leben hereinbricht, es aufwühlt, den eigenen Willen wie Blätter mit sich fortreißt und das ganze Herz in den Abgrund weht. - S. 129 Ganz nebenbei missachtet Emma die finanziellen Grenzen ihres Hauses und gibt sich dem Luxus und der Mode hin. Sie kauft vieles für den einmaligen Gebrauch, lässt sich Dinge anfertigen, weil sie leicht abgetragen wirken. Sie lernt Léon kennen, der sich augenblicklich in sie verliebt. Die beiden trauen sich jedoch nicht, eine Affäre zu beginnen, geschweige denn ihre Gefühle zu offenbaren. Léon zieht um – die Chance verpasst? Rodolphe, ein gut situierter Charmeur – heute würden wir wohl Womenizer sagen – zieht in die Nähe Emmas und bezirzt sie inniglich. Charles ist blind vor Liebe zu Emma und bemerkt keine ihrer Eskapaden. Er sieht ihre Verschwendungssucht genauso wenig, wie ihre Liebe zu anderen Männern... Ein Tölpel, ein Einfältiger, ein Ausgenutzter. „Was du dir manchmal in den Kopf setzt! Ich war heute in Barfeuchères. Nun gut! Madame Liégeard hat mir versichert, daß ihre drei Töchter, die in der Miséricorde sind, Stunden für fünfzig Sous pro Sitzung erhalten, und dazu bei einer bekannten Lehrerin!“ Sie zuckte mit den Schultern und öffnete das Klavier nicht wieder. Aber wenn sie daran vorbeiging, seufzte sie (wenn Bovary in der Nähe war): „Ach! Mein armes Klavier!“ Und wenn sie besucht wurde, dann versäumte sie nicht, einen wissen zu lassen, daß sie die Musik aufgegeben habe und im Augenblick nicht wieder damit beginnen könne, aus zwingenden Gründen. Man bedauerte sie. Das war schade! Sie, die so ein schönes Talent hatte! Man redete sogar mit Bovary darüber. Man machte ihm Vorwürfe […]. - S. 315 Doch auch Emma wird einem in diesem Roman nicht sympathisch. Gleichwohl sind nur wenige Dorfbewohner auf Anhieb sympathisch... Dies liegt womöglich an der intensiven auktorialen Erzählweise. Flaubert beleuchtet die Charaktere von allen Seiten, was diese komplexer erscheinen lässt. Gerade Emma ist aber kaum als Identifikationsfigur wahrzunehmen. Sie stieß mich ab. Es entwickelten sich durch die verschiedenen Gespräche aber auch sehr amüsante Passagen: „Es ist wie in der Bibel; dort gibt es... Sie wissen schon... mehr als eine reizvolle Stelle... Dinge, die wirklich... schlüpfrig sind!“ Und als Monsieur Bournisien eine unwillige Bewegung machte: „Oh, Sie werden doch zugeben, daß das kein Buch ist, das man einem jungen Mädchen in die Hand gibt, und ich wäre sehr ärgerlich, wenn Anthalie...“ „Aber es sind die Protestanten, und nicht wir, die die Lektüre der Bibel empfehlen“, rief der andere ungeduldig. - S. 266 Der Roman ist in drei Bücher eingeteilt, diese wiederum in Kapitel. Die wörtliche Rede irritiert teilweise, da sie nicht in der gewöhnten Schreibung gebraucht wird. Ich persönlich hatte bis zu der Hochzeit zwischen Charles und Emma einen lockeren Lesefluss, dann aber musste ich ca. 80 Seiten überbrücken, um wieder Fahrt aufnehmen zu können. Diese Durststrecke war parallel zu Emmas Langeweile in der neuen Umgebung und ist somit vermutlich vom Autor so angelegt. Für mich war es streckenweise etwas ermüdend. Zudem fiel mir auf, dass ich die detaillierte Schreibweise Flauberts nicht so schätzen konnte wie Austens oder Brontës. Tatsächlich ist das Buch vor allem aufgrund der historischen Brisanz interessant und man erkennt einmal mehr, in welch aufgeschlossenen Verhältnissen wir jetzt leben dürfen. Doch auch den Mut zu haben, eine anstrengende, nervige und selbstverliebte Protagonistin zu erdenken, macht den Reiz dieses Buchs aus. Nichts lohnte im Übrigen die Mühe, danach zu suchen; alles trog! Jedes Lächeln verbarg ein Gähnen der Langeweile, jede Freude einen Fluch, jedes Vergnügen seinen Ekel, und die besten Küsse hinterließen auf den Lippen nur die unstillbare Begierde nach einer höheren Wollust. - S. 324 Ich für meinen Teil hätte doch mehr von dem Roman erwartet, als er am Ende ablieferte. Dennoch empfand ich es als ein angenehmes Lesen und gerade die Charakterkomplexität begeisterte mich.

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    • 11
  • "Madame Bovary" von Gustave Flaubert

    Madame Bovary

    dot

    30. April 2016 um 14:56

    Der Liebesroman "Madame Bovary" von Gustave Flaubert erzählt die Geschichte von Emma Rouault, einer schönen, jungen Frau, die die Liebe nur aus Büchern kennt. In der Hoffnung auf ein besseres Leben heiratet sie den verwitwerten Landarzt Charles Bovary. Schnell frustriert von der Bodenständigkeit ihres Mannes und dem fehlenden Luxus, flüchtet Emma in eine Scheinwelt und verfällt in tiefe Depressionen. Um seiner Frau zu helfen, zieht Charles mit ihr nach Yonville. Doch Emma schottet sich nur mehr von der Realität ab, sehnt sich nach einem anderen Leben und stürzt sich in Affären. Letztendlich führt Emma die Bovarys mit ihrem verschwenderischem Lebensstil in den Ruin und weder ihr Mann, ihre Affären, noch ihre Tochter Berth kann ihr die Liebe geben, nach der sie sucht. [...] "Madame Bovary" ist ein Klassiker, der mit einer zum nachdenken anregenden Tragik, einen sehr guten Einblick in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ermöglicht.

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  • Ein Buch das sowohl sprachlich als auch von der Beschreibung Emmas perfekt ist

    Madame Bovary

    lesestunden

    Die sprachliche Perfektion, die einfühlsame Porträtierung Emmas, die sowohl nachvollziehbar, als auch beim Lesen nachempfunden wird und gleichzeitig die Distanz zu der scheinbar zügellosen Ehebrecherin, machen dieses Buch zu einem Meisterwerk. Ich betrachte das Buch durch den literarischen Wert, den es von einem egozentrischen Standpunkt aus gesehen, nur für mich hat. Dieses Buch in seiner vollen Bedeutung mit allen Einzelheiten zu würdigen überlasse ich an dieser Stelle der Literaturwissenschaft, wenngleich die Tiefgründigkeit dieses Werkes alleine schon beim entspannten Lesen deutlich zutage tritt. Ausführliche Rezension: http://www.lesestunden.de/2015/01/madame-bovary-gustave-flaubert/

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    • 2
  • Und wo bleibt das Gute?

    Madame Bovary

    sKnaerzle

    Flaubert sagte, er habe Madame Bovary in einem beständigen Zustand des Ekels geschrieben.  Und diesen Zustand vermittelt er auch seinen Lesern. Die Personen sind praktisch alle egoistisch, schwach und engstirnig. Von Außnahmen abgesehen, ist niemand zur Liebe fähig, weil das ja erfordern würde, die Interessen des Geliebten über die eigenen zu stellen. Da ist der Priester, der nicht merkt, dass ihn jemand um Hilfe anfleht, der Geldgierige Stoffhändler, der heuchlerische, ehrgeizige Apotheker (der Schlimmste von allen), der ergebene, aber schwache Ehemann, die tratschsuchtigen Frauen. Emma Bovarys Liebhaber (es sind nur zwei) sind keinen deut besser, beide schrecken zurück, als Emma von ihnen einen unwiderruflichen Schritt verlangt. Und Emma selbst? Sie bleibt undurchschaubar: Ist sie nicht selbst schuld, dass sie nicht merkt, dass ihre aus Romanen zusammengelesene Vorstellung von Liebe nichts und wieder nichts mit der Realität zu tun hat. Hat Sie nicht das Recht, sich angesichts der Ödnis der Provinz (und die führt der Autor ausführlich vor) sich mit schönen Dingen zu umgeben? Ist ihre Verschwendungssucht unverantwortlich ihrem Mann und ihrem Kind gegenüber oder ist es nicht richtig, sein Glück zu genießen, wenn man erst tot ist, hat man nichts davon, wenn man etwas gespart hat. Am Ende jedenfalls zelebriert der Autor ausführlichst das Thema Tod, einschließlich ekliger Details, so dass jeder Leser darauf gestoßen wird, mit seinem Leben etwas anzufangen. Nur was? Dazu schweigt Flaubert sich aus. Er schildert nur abschreckende Beispiele.

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    • 4
  • ein Meisterwerk

    Madame Bovary

    Oriodoran

    13. November 2014 um 11:47

    Nachdem seine erste, zweckmäßige Ehe scheitert, schätzt sich der Landarzt Charles Bovary glücklich, als er mit der klugen und attraktiven Emma verheiratet wird. Er sieht in ihr die perfekte Frau, er verehrt sie und legt ihr die Welt zu Füssen.Doch Emma fühlt sich in der Ehe gefangen und empfindet ihren Mann als einen Taugenichts. In ihrer Phantasie lebt sie ein Leben voller gesellschaftlicher Höhepunkte, Prunk und Geld. Als sie an Depressionen erkrankt, zieht Charles mit ihr in eine andere Stadt, in der Hoffnung, ihr damit zu helfen. Emma aber wird nicht glücklich, sie stürzt sich in hohe Schulden bis hin zu Affären mit Männern guten Standes.Immer weiter verwickelt sich Emma in ihr Streben nach einem besseren Leben, in ihre Lügen und ihre Schulden. Doch glücklich wird sie auch dadurch nicht. Flaubert hat mir in jeder Zeile des Buches eines vor Augen gehalten: Du wirst nie zufrieden, mit dem, was du hast. Sobald du es erreicht hast, hast du schon wieder ein neues Ziel. Was ja durchaus sein Gutes hat. Mit seiner von Traurigkeit und Verzweiflung geschwängerten Geschichte vermittelt er uns etwas, was damals wie heute Wert hat. Trotz ihrer unsymphatischen Art, litt ich mit Emma mit, denn es war mir ein Leichtes, mich in ihre Lage zu versetzen. Denn geht es nicht uns allen so? Sind nicht wir Madame Bovary? So wie Flaubert eins sagte "Madame Bovary - C'est Moi"?

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  • Madame Bovary

    Madame Bovary

    buchjunkie

    Die junge verträumte Emma Rouault heiratet den Landarzt Charles Bovary. Doch schon bald genügt ihr das Leben als seine Ehefrau nicht mehr und sie wird immer unzufriedener.Zuerst flüchtet sie sich in die verlockende Scheinwelt der Literatur, dann stürzt sie sich in ein Abenteuer mit einem Liebhaber, doch auch dort findet sie nicht, was sie sucht. Zudem kommen später noch große finanzielle Probleme. Ihr Leben gerät aus der Bahn. „Madame Bovary“ erschien 1857 und verursachte damals einen Skandal. Ich hatte mir mehr erwartet von einem Klassiker der Weltliteratur. Mir hat das Buch nicht sehr gut gefallen, stellenweise hat es mich regelrecht gelangweilt. Jedoch kann ich nicht sagen, an was genau es gelegen haben könnte. Die Geschichte um Emma und Charles ist eine gute und interessante. Auch der Schreibstil von Flaubert gefiel mir, er beschreibt sehr anschaulich. Aber irgendwie war mir beim Lesen immer so, als würde ein Grauschleier über dem Roman liegen. Nur am Ende , das wirklich tragisch ist,kam ich in einen richtigen Lesefluss. Ich bin froh, dieses Buch jetzt gelesen zu haben und zu kennen.

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    • 7

    Sabine17

    23. March 2014 um 12:28
  • Skandalös?

    Madame Bovary

    Igelmanu66

    „Wenn es irgendwo auf Erden ein Wesen gab, stark und schön und tapfer, begeisterungsfähig und liebeserfahren zugleich, mit einem Dichterherzen und einem Engelskörper, ein Schwärmer und Sänger, warum war sie ihm nicht zufällig begegnet? Ach, weil das eine Unmöglichkeit ist! Weil es vergeblich ist, ihn zu suchen! Weil alles Lug und Trug ist! Jedes Lächeln verbirgt immer nur das Gähnen der Langeweile, jede Freude einen Fluch, jeder Genuß den Ekel, der ihm unvermeidlich folgt! Die heißesten Küsse hinterlassen dem Menschen nichts als die unstillbare Begierde nach der Wollust der Götter!“   Der Klappentext weiß zu berichten, dass der Roman nach seinem Erscheinen einen Skandal verursachte. Der Grund dafür hat sich mir nicht erschlossen.   Das Buch erzählt die Geschichte von Emma, die Zeit ihres Lebens auf ihren Märchenprinzen wartet. Die sich todunglücklich wähnt, da sie mit einem Arzt verheiratet ist, der sie zwar liebt und alles für sie tut, aber nicht auf die Idee käme, ihr täglich irgendwelche romantischen Verse vorzulesen. Der nicht von strahlender Schönheit ist und der den größten Teil des Tages über für seine Patienten da ist. Der nicht in Geld schwimmt und mit dem sie „nur“ eine Tochter zusammen bekommen hat und nicht den gewünschten Sohn, aus dem sie dann einen kleinen Prinzen hätte formen können. Bei ihrer beständigen Suche nach dem Märchenprinzen fällt sie immer wieder auf die Sorte Männer rein, die schnell versteht, dass man ihr nur romantisch ins Ohr säuseln muss und schon sinkt sie in seine Arme und in sein Bett. Wenn sie irgendwann bemerkt, dass ihr Prinz es nicht ernst meint, wird sie depressiv und beklagt seitenweise ihr furchtbares Schicksal. Ichbezogen bis zum Ende, gelingt es ihr, mehr als ein Leben vollständig zu zerstören.   Selten habe ich mich so über einen Charakter aufgeregt wie über diese Emma. Allein wie sie sich ihrem Mann und ihrer Tochter gegenüber benimmt, hat beim Lesen regelmäßig meinen Blutdruck steigen lassen. Wo war der Skandal in dem Buch? Lag der darin begründet, dass eine Frau so denkt und handelt? Das wäre ein möglicher Grund gewesen, aber dann hätte sie mit einem ihrer Liebhaber glücklich werden müssen. Das Gegenteil ist der Fall. Ihr Handeln wird zu jeder Zeit in dem Buch deutlich verurteilt. Unaufhörlich wird mit dem moralischen Zeigefinger gedroht, wird ganz klar gemacht: „Achtung, liebe Frauen! Wenn ihr euch so unmoralisch benehmt, dann droht euch folgendes schlimme Schicksal…“   Und wie steht es mit der Rolle der Frau in dieser Zeit? „Frau“ war damals nicht unbedingt zu beneiden, in vielen Bereichen wurde ihr nichts zugetraut, wurde sie nicht ernst genommen. Das Thema klingt zwar an der ein oder anderen Stelle sanft an, aber man hätte wesentlich mehr draus machen können. Emma ist zwar ein Charakter, der sich nicht mit seiner Situation einfach abfindet, aber dabei geht es ihr nur darum, dass sie meint, ihr müsste doch das Leben einer Prinzessin zustehen. Emanzipation oder Gleichberechtigung sind ihr völlig gleichgültig, solange sie auf Händen getragen wird und mit Geld um sich werfen kann.   Das einzig Angenehme an den 448 Seiten war die schöne, natürlich der damaligen Zeit entsprechenden Sprache und einige gelungene Landschaftsbeschreibungen. Und sicher ist das Buch eine absolute Empfehlung  für Leser, die auch in den Leiden des jungen Werther schwelgen können.  Das ergibt in der Summe wohlwollende 3 Punkte.

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    • 7
  • Die Madame und der moralische Verfall

    Madame Bovary

    NiWa

    Emma, nach ihrer Heirat als Madame Bovary bekannt, ist eine schöne Frau, die sich - ihrer Ehe überdrüssig - der inneren Unzufriedenheit hingibt. Sie träumt von durchtanzten Nächten, rauschenden Bällen und dem aufregenden Leben der Pariser Großstadt. Den Keim der Unzufriedenheit erstmal gesät, gedeiht er prächtig im Alltagsleben der Ehefrau. Sie vertreibt sich die Zeit mit Romanen, flüchtet sich in den Kaufrausch und setzt sogar in gefährlichen Liebschaften ihr gesellschaftliches Ansehen und ihre Ehe auf’s Spiel. Dieser Klassiker war doch sehr zäh zu lesen. Alle Charaktere fühlen sich unterkühlt und distanziert an. Man schafft es einfach nicht, Nähe zu ihnen aufzubauen und es liest sich schon eher, wie eine sachliche Abhandlung der damaligen Gesellschaft. Während es nicht nur an Sympathieträgern fehlt, ist es auch die Geschichte selbst, die gleichförmig dahingleitet und es sogar in dramatischen Höhepunkten an Emotionalität fehlen lässt. Überraschend war allerdings der flüssige und angenehme Schreibstil von Gustave Flaubert. Immerhin - vor mehr als 150 Jahren geschrieben - lässt es sich gut lesen und bietet dem Leser einen Blick auf die Gesellschaft der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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    • 7
  • Nach einer wahren Begebenheit

    Madame Bovary

    janett_marposnel

    09. March 2014 um 20:13

    Der Auslöser für die Idee des Buches war ein Zeitungsartikel, der über den Selbstmord einer Arztgattin berichtete. Das Buch erschien 1857 und ein Ehebruch weiblicherseits war damals undenkbar. Darüber zu schreiben war anscheinend strafbar und so wurde Flaubert auch verhaftet. Der Vorwurf: Seine Geschichte verherrliche den Ehebruch. In einem Prozess wurde er freigesprochen und das Buch veröffentlicht. Gott sei Dank. Denn es ist eine tragische Geschichte, die mich auf Grund der ausgefeilten, wundervollen Sprache sehr bewegt hat. Flaubert versteht sein Handwerk und erzeugt beim Leser bleibende Bilder, die unfehlbar berühren. Dank Flauberts Schreibstil kann sich der Leser gut in Emmas Gefühlswelt versetzen, als sie voller Hoffnung den verwitweten Arzt Charles Bouvary heiratet, der sich als Langweiler entpuppt und ihr nichts weiter als seine hingebungsvolle Liebe zu bieten hat. Das reicht der jungen Emma nicht. Ganz im Gegenteil, diese Liebe ekelt sie beizeiten an. Sie sehnt sich nach Anerkennung, Reichtum und Abenteuer und nicht nach Aufopferung, Armut und klebriger Liebe. Emma verlangt vom Leben, dass es gut zu ihr ist, ohne irgendwelche Opfer bringen zu wollen. Allerdings reicht es nicht aus, anmutig und schön zu sein, um mit dem Leben fertig zu werden. Das führt dazu, dass sie bald in sich gefangen ist und ständig die Annehmlichkeiten des Lebens verzweifelt sucht, um dann der Annehmlichkeiten schnell überdrüssig zu werden - bis sie, von Depressionen umhüllt, ihrem Leben nicht mehr entfliehen kann. Letzten Endes wird sie die Geister, die sie rief, ähnlich wie Goethes Zauberlehrling, nicht mehr los und ihr bleibt nur noch das Arsen als Ausweg, dem es an Dramatik keineswegs fehlt. 

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  • Verlosung der Lieblingsbücher 2013 vom LovelyBooks-Team - unsere Buchtipps für euch!

    Daniliesing

    Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden, dass wir euch hier über die Weihnachtszeit auch mal unsere Lieblingsbücher vorstellen, die wir in diesem Jahr gelesen haben. Deshalb grübelt das gesamte LovelyBooks Team schon seit ein paar Wochen, welche Bücher wir euch empfehlen und als Buchpaket unter euch verlosen wollen. Denn die Entscheidung ist jedem von uns in diesem Jahr überhaupt nicht leicht gefallen, aber das kennt ihr bestimmt auch selbst. Neben dem Buchpaket mit den 10 Lieblingsbüchern vom Team verlosen wir außerdem einen Kobo GLO E-Reader in schwarz. Hier dürfen sich also gleich 2 Gewinner sehr freuen! Unsere Buchtipps: 1. miadonna empfiehlt: "Die Tochter der Wälder" von Juliet Marillier Ich drehe die Regeln dieses Jahr für mich etwas um und nenne nicht mein Lieblingsbuch für dieses Jahr, sondern möchte die letzte Gelegenheit nutzen euch eine Autorin ans Herz zu legen, die in Deutschland leider nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie eigentlich verdient hätte. Für mich ist das richtig, richtig schmerzhaft, weil ich in einigen ihrer Serien feststecke, die jetzt nicht weiter übersetzt werden. Es geht um Juliet Marillier, die mir mit ihren Büchern diese besonderen Lesemomente ermöglicht, wie ich sie das letzte Mal als Teenager z. B. bei der Lektüre von den Nebeln von Avalon hatte. Das ist jetzt über 20 Jahre her und ich habe angenommen, dass mir dieses Gefühl 'völlig in der Geschichte zu leben' einfach nicht mehr passieren kann, weil ich a.) zu erwachsen b.) zu unaufmerksam c.) zu fantasielos geworden bin. Als mir dann Dani von ihrer Lieblingsreihe 'Sevenwaters' erzählte, wurde ich zwar hellhörig, aber ich hatte nicht mit diesem Geschenk gerechnet. "Die Tochter der Wälder" hat mich mit Haut und Haaren gefressen, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich musste mich wegen akuten Leserfiebers bei der Arbeit krank melden, die großen Abenteuer warteten schließlich auf mich. Nachdem ich die Tochter der Wälder gelesen hatte, musste Nachschub her und ich las mich im Anschluss durch alle verfügbaren Bücher und Reihen von Juliet Marillier. Normalerweise bin ich von irgendeinem Band dann enttäuscht, aber das ist mir einfach nicht passiert. Leider war irgendwann trotzdem Schluss, denn die Autorin findet keinen Verlag in Deutschland, weil sich ihre Reihen und Serien nicht in der Masse durchgesetzt haben. Wie traurig ist das denn? Deshalb hier an dieser Stelle noch einmal meine Empfehlung für die Bücher von Juliet Marillier. Und wer weiß, wenn sich jetzt alle Leser auf ihre Bücher stürzen, dann komme ich vielleicht doch noch einmal in den Genuss eines dieser raren Lesemomente... 2. MissBookarazzi empfiehlt: "Silver Linings" von Matthew Quick Mir fiel es dieses Jahr schwer, ein Buch zu finden, das mich so richtig begeistert hat. Doch mir ist schließlich eins aus dem Frühjahr eingefallen, das meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit erhält und auf eine bestimmte Weise besonders ist! Die meisten sind durch die Oscars eher mit dem Film vertraut. Ich finde jedoch, man sollte zuerst das Buch kennen. "Silver Linings" ist ein versteckter Bücherschatz von Matthew Quick, der den Leser durch zwei eigene und verrückte Charaktere mitreißt und in die ungewöhnliche Geschichte von Pat und Tiffany entführt, die einen immer wieder überrascht und die verschiedenen Facetten des Lebens durch einen bemerkenswerten Blickwinkel sehen lässt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden Lesegeschmack geeignet. Aber wer ein Herz für skurrile und liebenswerte Charaktere hat, der wird Pat und Tiffany gerne auf ihrer Suche nach ihrem eigenen Happy End begleiten! 3. sarah_elise empfiehlt: "Bettler und Hase" von Tuomas Kyrö Urkomisch, verschroben und überaus liebenswürdig ist nicht nur der rumänische Antiheld Vatanescu sondern der gesamte Roman „Bettler und Hase“ des finnischen Autorenstars Tuomas Kyrö. In einer einzigartigen Manier mit fantastischen Elementen hangelt sich der rumänische Auswanderer in tiefem Vertrauen auf die westeuropäische Wohlstandsgesellschaft durch die kriminelle Unterwelt Finnlands; stets getrieben von der Sehnsucht nach finanzieller Sicherheit. Nachdem er Menschenhändler Jegor entkommen konnte, begibt sich Vatanescu auf einen Road-Trip quer durch Finnland und rettet versehentlich ein Kaninchen, das er „Hase“ tauft. Und während der treu-naive Protagonist sich schwertut, richtige Entscheidungen zu fällen, verfügt „Hase“ über den überlebenswichtigen Instinkt, bei Gefahr Reißaus zu nehmen. Auf ihrer Suche nach dem Glück trifft das komische Duo auf Gestalten der kuriosesten Facetten. Armut, Menschenhandel und organisierte Kriminalität stellen nicht die optimalen Rahmenbedingungen für ein modernes Märchen dar, doch Tuomas Kyrö schafft es mit rabenschwarzem Humor und seinem rumänischen Forrest Gump den Leser zu verzaubern. Wo Vatanescus Reise endet und welche Rolle der finnische Ministerpräsident und Facebook spielen, wird nicht verraten, doch die Lektüre unterhält und lehrt uns die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit und Humanität in einer kapitalistischen Gesellschaft. 4. DieBuchkolumnistin empfiehlt: "Troposphere" von Scarlett Thomas Die britische Autorin Scarlett Thomas hat mit “Troposphere” ihren siebten Roman geschrieben und darin mit Ariel Manto eine weibliche Hauptdarstellerin geschaffen, die mir sympathischer nicht sein könnte: sie ist verrückt, witzig, rothaarig, im ständigen Schwanken zwischen Pessimismus und Hoffnung, stark und liebevoll und süchtig nach ständigem Wissensnachschub und Austausch über ihre verschiedenen Theorien rund um unsere Existenz. Gerade die vielen naturwissenschaftlichen und philosophischen Erläuterungen machen den Roman wahrscheinlich für viele Leser völlig untauglich – für mich machten genau diese Diskurse den Reiz aus und sie fordern jederzeit volle Aufmerksamkeit.Ein Roman, an dem sich die Geister sicherlich scheiden – ich bin sofort reingekippt und wollte nie mehr raus. Eines der Bücher, die ich immer wieder und wieder lesen will und dabei stets Neues entdecken werde, denn vorhersehbar ist hier nur eines: man ist nach dem Buch schnell ebenso süchtig wie Ariel Manto nach der Troposphäre. 5. malano empfiehlt: "Leb wohl, Schlaraffenland" von Roland Düringer und Clemens G. Arvay Man könnte sagen: "Das Buch zum Film", auch wenn es keinen Film im klassischen Sinne gibt, sondern ein Videotagebuch! Seit 2. Januar dieses Jahres hat sich der österreichische Kabarettist und Schauspieler Roland Düringer, einem interessanten Selbstversuch unterzogen und zwar: Wie wäre es in der heutigen Zeit ein Leben wie in den 70ern (seiner Kindheit) zu führen, abseits von Telefon, Internet, e-Mail, Bankomatkarte, Auto, Supermärkten und ständiger Verfügbarkeit... Roland Düringer hat also begonnen nach und nach, die Werkzeuge der heutigen Zeit zu reduzieren oder wegzulassen und beobachtet was dies für sich und sein Leben bedeutet und hat dies in Form eines Videotagebuches auf www.gueltigestimme.at festgehalten und dokumentiert. Und da mich nun dieses Videotagebuch und Düringers Experiment seit Anfang dieses Jahres begleiten, empfehle ich euch somit quasi das neu erschienene "Buch zum Film" mit dem Titel: "Leb wohl, Schlaraffenland - Die Kunst des Weglassens", oder wie in der Inhaltsangabe beschrieben: ein Leben wie früher zu führen und dabei die Zukunft zu gewinnen. 6. Kari empfiehlt: "Ich bin verboten" von Anouk Markovits In diesem Jahr hat mich ein Buch ganz besonders ergriffen, das mir sogar noch nach Monaten immer wieder ins Gedächtnis rückt. Klammheimlich schleicht es sich in meine Gedanken, während der Bahnfahrt nach Hause oder wenn ich mir gerade eine neue Lektüre aussuche. Die Rede ist von „Ich bin verboten“ von Anouk Markovits, einem Roman, der die Geschichte einer streng gläubigen jüdischen Familie vom Zweiten Weltkrieg bis in unser 21. Jahrhundert hinein erzählt. Die Autorin, welche selbst als Satmar-Chassidim, einer jüdischen Sekte, aufwuchs, berichtet von diesem streng regulierten und kontrollierten Leben, das vor allem Frauen in ihre Grenzen weist. Durch zwei weibliche Hauptfiguren, die zwar unterschiedliche Wege beschreiten, aber auf ihre Art und Weise mutig und entschlossen sind, ihr Leben zu meistern, beschreibt Anouk Markovits, wie enge Fesseln ein Leben voller Möglichkeiten zu einem ungelebten Leben werden lassen können. Ihr Erzählstil ist wie ein Sog, der den Leser diese völlig fremden Leben hautnah erleben lässt. 7. kultfigur empfiehlt: "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke ist Vorlage und Inspiration für viele andere Science-Fiction Bücher, Serien und Filme (u.a. "V - Die Besucher"). Die Geschichte erzählt von der Begegnung der Menschen mit einer außerirdischen Rasse, die plötzlich mit riesigen Schiffen am Himmel über den Metropolen der Welt auftauchen. Es ist das Ende der Menschheit wie wir sie kennen. Doch was wissen wir schon ... 8. doceten empfiehlt: "Shotgun Lovesongs" von Nickolas Butler "Shotgun Lovesongs" ist inspiriert von der Lebensgeschichte und Musik von Bon Iver und damit ein toller Roman über Freundschaft und über die große Frage, was das Leben eigentlich wirklich ausmacht. Butler schafft es, im Leser Fernweh und Heimweh zugleich zu wecken. Fernweh nach der wunderbaren Natur Wisconsins, nach dem Wechsel der Jahreszeiten und dem einfachen, idyllischen Leben auf dem Lande dort. Heimweh nach der eigenen Familie und den Jugendfreunden, die zumindest in meinem Fall sehr weit weg wohnen und die für mich immer noch sehr wichtig sind. Viel wichtiger ist aber, dass das Buch die Musik von Bon Iver selbst aufgreift. Die großen Themen des Romans sind auch die Themen der Songs von Justin Vernon. "Shotgun Lovesongs" ist Bon Iver zwischen zwei Buchdeckeln - das ist toll und darin liegt auch der gelungene Geniestreich von Butler! 9. Trumans empfiehlt: "Monster" von Benjamin Maack „Monster“ von dem deutschen Autor Benjamin Maack ist mir schon im Buchladen sofort ins Auge gefallen, durch sein schlichtes, aber unglaublich stimmiges Cover: schemenhaft blickt der Betrachter in die Tiefen eines Waldes. Sonst Nichts. Wald, Autor und Titel und mein erster Eindruck wurde beim Lesen gefestigt. „Monster“ beinhaltet einzelne Erzählungen, die aber doch zusammengehören. In jeder steht eine Figur mit Namen Benjamin im Zentrum. Immer sind es Personen, die herumirren, ihren von Gewalt oder Sexualität verstörten Blick umherschweifen lassen und erschreckend Unkonventionelles tun. Maack erzählt höchst atmosphärisch und packend, überzeugend und provokant. 10. Daniliesing empfiehlt: "Wunder" von R.J. Palacio Oft lese ich Bücher und mag sie sehr gern. Doch selten lese ich ein Buch und kann nicht anders, als es wirklich zu lieben! “Wunder” liebe ich!  Die US-amerikanische Autorin Raquel J. Palacio hat mit ihrem Buch “Wunder” ein echtes Buchwunder geschaffen. Ich habe es aufgeschlagen und wollte nur mal kurz reinlesen, doch nach nur ein paar Seiten war ich schon mitten in der Welt von August, liebevoll Auggie genannt, angekommen. Ein erstaunlich gefühlvoller Jugendroman, der deutlich zeigt, wie bedeutsam es ist, wer wir wirklich sind und wie unwichtig in diesem Zusammenhang Äußerlichkeiten sind, die nur einen so geringen Teil der Persönlichkeit eines Menschen ausmachen. Seid ihr neugierig auf unsere 10 Lieblingsbücher 2013 geworden? Dann habt ihr jetzt bis einschließlich 6. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 10 Büchern mitzumachen. Eine kleine Anmerkung zu "Die Tochter der Wälder": Da das Buch vergriffen ist, müssen wir erstmal schauen, ob wir noch ein Exemplar auftreiben können. Alternativ wird sonst ein anderes Buch von Juliet Marillier im Paket liegen. Bitte gebt bei eurer Teilnahme außerdem an, ob ihr das Buchpaket oder den Kobo GLO gewinnen möchtet bzw. ob euch beides interessiert. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Welches Buch würdet ihr euch am meisten zu Weihnachten wünschen und wieso? Falls ihr erst nach Weihnachten mitmacht, erzählt uns doch stattdessen, welche Bücher ihr geschenkt bekommen habt! Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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  • L'amour? C'est moi! Affären, Arsen und "Amour fou": Ein Sittenbild der französischen Provinz 1856

    Madame Bovary

    Prospero

    09. October 2013 um 15:54

    Eigentlich könnte Madame Bovary glücklich sein: Ein gut beschäftigter Landarzt heiratet die "Dorfschönheit", sie ist angesehen und wird geliebt. Dennoch: Als wolle es das Schicksal, reiht sich Madame ein in die lange Liste berühmter Ehebrecherinnen der Weltliteratur – von "Effi Briest" über die Protagonistin in Goethes "Wahlverwandtschaften" bis hin zu "Anna Karenina". Warum? Weil sie einen Traum träumt, den die Damen aus "Sex and the City" bis hin zu "Bridget Jones" im 21. Jahrhundert ebenfalls ausleben – den Traum von der großen unsterblichen Liebe, der sich im Jahr 1856 jedoch als eine gefährliche Illusion entpuppt. Eiskalt lassen ihre Liebhaber Leon und Rodolphe die immer mehr von Depressionen und Schulden geplagte Emma Bovary fallen – bis sie nur noch einen Ausweg sieht: den Griff zum tödlichen Rattengift, das mit Arsen versetzt ist. Ihre Lebens- und Leidensgeschichte bis dahin könnte mancher zeitgenössischer "Märchenprinzessin" eine Lehre sein: "Beachte die Folgen des Fremdgehens!" Denn Emma wird von der "Liebe" angezogen wie die Motte vom Licht, und verbrennt, als sie erkennt, einen fatalen Fehler begangen zu haben. Ihre Katharsis, sie kommt zu spät. Eine lesenswerte Ehebruchsgeschichte. Flaubert at its best. http://www.amazon.de/Madame-Bovary-Provinz-Gustave-Flaubert/dp/3257207212/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1381326575&sr=8-1&keywords=madame+bovary

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