4,5 Sterne
In einem kleinen Ort namens Rafferskaff, auf der finsteren Burg Grottenow, lebt der Professor Erasmus. Er gilt als der verrückteste aller verrückten Professoren. Er ist ständig dabei, neue Monster zu erschaffen. Jedes Mal ist er sich sicher, dass es seine genialste Schöpfung wird, doch er ist nie zufrieden. Schon als Junge hat er Monster zusammengebastelt. Der kleine Stitch Head war seine erste Kreatur, zusammengeschustert und genäht aus verschiedenen Materialien. Eine Zeit lang waren die beiden die beste Freunde und unternahmen alles gemeinsam. Doch dann wurde Stitch Heads Meister erwachsen und vergaß seinen kleinen Freund. Obwohl er ihm seitdem keine Beachtung mehr geschenkt hat, bleibt Stitch Head bei ihm, beschützt die Burg und kümmert sich um die durchgeknallten Schöpfungen seines Meisters. Doch dann kommt eines Tages ein reisender Zirkusdirektor in die Stadt. Als er von Erasmus’ Monstern erfährt, möchte er sie unbedingt für seinen Zirkus haben. Stitch Head verweigert ihm jedoch den Einlass in die Burg, denn dort sind „Besucher unerwünscht!“. So schnell lässt sich der Zirkusdirektor jedoch nicht abwimmeln. Er verspricht Stitch Head, einen Star aus ihm zu machen. Aber kann man ihm wirklich trauen?
Bereits vor über zehn Jahren ist die Originalreihe rund um den kleinen Stitch Head erschienen, damals unter dem Namen Stichkopf. Obwohl mich die Bücher schon immer sehr gereizt haben, haben sie es irgendwie nie auf meine Leseliste geschafft. Als ich nun in der Vorschau des dtv Verlags entdeckte, dass der erste Band als Comic neu aufgelegt wurde, war ich sofort Feuer und Flamme. Dieses Buch musste ich einfach bei mir einziehen lassen und ich habe es nicht bereut!
Das englische Erfolgsteam Guy Bass und Pete Williamson legt mit „Stitch Head – Chaos in der Monsterwerkstatt“ einen entzückenden Kindercomic vor, in dem weitaus mehr steckt als man zunächst vielleicht vermuten würde. Neben monströs schräger Unterhaltung à la Tim Burton erwarten einen hier auch überraschend tiefgründige Themen wie Einsamkeit, das Anderssein, die Kraft der Freundschaft und der Wunsch nach Zugehörigkeit. Die Geschichte lehrt uns, dass man andere nicht nach ihrem äußeren Erscheinungsbild beurteilen sollte und dass vieles oft anders ist als es auf den ersten Blick scheint. Sie zeigt uns, was wahre Freundschaft ausmacht und dass es sich lohnt, hinter die Fassade zu schauen – auch bei Monstern und Co. Stitch Head ist ein überaus sympathischer Protagonist, den man sofort ins Herz schließt. Seine Verlorenheit und tragische Loyalität zu seinem treulosen Schöpfer gehen richtig zu Herzen und lösen ein tiefes Mitgefühl in einem aus. Man wünscht diesem kleinen Kerlchen nur das Beste – das er gesehen und geliebt wird und endlich erkennt, wer es wirklich gut mit ihm meint.
Bisweilen kommt die Geschichte schon recht düster und traurig daher, zugleich ist sie aber auch voller Witz und Wärme und begeistert mit großartig kuriosen Gestalten. Dieser Comic ist einfach die perfekte Vorlage für einen Tim Burton-Film. Witzigerweise kommt Stitch Head am 16. Oktober sogar ins Kino. Zwar nicht unter der Regie von Tim Burton, aber „Alles voller Monster!“ verspricht dennoch ein großes Filmvergnügen zu werden. Mich jedenfalls hat der Trailer sofort angefixt.
Optisch ist dieser Comic ein besonderes Highlight. Pete Williamsons schaurig-schöne farbige Illustrationen sind genauso humor- und liebevoll wie der Text und so ausdrucksstark, dass Worte oft gar nicht vonnöten sind. An vielen Stellen wird das Buch über mehrere Panels hinweg auch ganz ohne Text erzählt, sodass es für Erstleser*innen und Lesemuffel ideal geeignet ist.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass auch noch der zweite Band als Graphic Novel umgesetzt wird. Und bis es – hoffentlich – soweit ist, können wir uns die Wartezeit ja mit dem Film versüßen.
Fazit: „Stitch Head – Chaos in der Monsterwerkstatt“ ist ein berührender und wunderbar skurriler Gruselcomic ab 8 Jahren voller Herz, Humor und Freundschaft. Wohlfühl-Grusel vom Feinsten und ein echter Leckerbissen für alle Monsterliebhaber*innen und Frankenstein-Fans. Ich kann das erste Abenteuer rund um Stitch Head nur empfehlen, mir hat es großen Spaß gemacht! Von mir gibt es 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen.
Guy Bass
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Guy Bass
Stichkopf und der Scheusalfinder
Stichkopf und das Piratenauge
Noah Unendlich
Stitch Head – Chaos in der Monsterwerkstatt
Billy Bibber und Die Rache der Fischleute
Stichkopf und der Scheusalfinder
Billy Bibber und Die Drei Schröcken
Hier kommt Gormy - Was für ein Monster-Schlamassel
Neue Rezensionen zu Guy Bass
Auf dem Cover steht „super lesbar“, aber in dem Buch sind ganz viele Dinosaurier aufgezählt und ich finde diese Namen schrecklich schwierig zu lesen.
Noah wirkt auf mich ein wenig autistisch, der Tag hat einen festen Ablauf und am liebsten äße er immer Spagetti mit Tomatensoße, aber die gibt es nur montags in der Schul-Mensa. Was immer wieder zu Diskussionen mit Frau Futter führt, die dann immer von ihrer ungezogenen Katze erzählt. Da Noahs Lehrerin im Unterricht zu wenig von Dinosauriern erzählt, beschließt Noah, dass mehr von seiner Sorte benötigt würden. Was dazu führt, dass am nächsten Tag ein Klon von ihm im Klassenzimmer sitzt. Beide beschließen, dass Mehr Noahs noch besser wären und so setzt sich die Verdoppelung fort.
Die Schrift ist gut zu lesen, das Buch ist auch mit seinen70 Seiten sehr handlich. Es gibt immer wieder lustige Zeichnungen in schwarz-weiß. Leider fand ich die Geschichte nicht besonders ansprechend, Noah war kein sympathischer Junge und seine Eltern, die bereitwillig alle neuen Noahs aufnahmen, waren so eigenartig, wie die Lehrerin, die zwar kollabiert, aber alle so hinnahm.
Den ersten Band habe ich als Hörbuch gehört, hätte ich gewusst, dass es so schön bebildert ist, hätte ich es gerne gelesen.
Auch wenn man den ersten Band nicht kennt, kommt man zurecht, die Vorgeschichte wird kurz erwähnt.
Stichkopf denkt, er habe das Auge eines Piraten, denn das Buch, das sein Meister als Kind gern las, war das Tagebuch eines Piraten, der auch so ein blaues Auge hat wie Stichkopf. Das Ungetüm, Arabella und Stickopf stechen in See und erleben ein Abenteuer.
Ein Buch mit den bestesten Freunden, die man haben kann. So liebenswert.
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