Guy Delisle

 4.4 Sterne bei 67 Bewertungen
Autor von Pjöngjang, Shenzhen und weiteren Büchern.

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Pjöngjang

Pjöngjang

 (23)
Erschienen am 25.05.2007
Shenzhen

Shenzhen

 (14)
Erschienen am 12.03.2011
Aufzeichnungen aus Jerusalem

Aufzeichnungen aus Jerusalem

 (10)
Erschienen am 01.03.2012
Aufzeichnungen aus Birma

Aufzeichnungen aus Birma

 (10)
Erschienen am 25.05.2009
Geisel

Geisel

 (4)
Erschienen am 01.03.2017
Ratgeber für schlechte Väter

Ratgeber für schlechte Väter

 (2)
Erschienen am 01.09.2013
Neuer Ratgeber für schlechte Väter

Neuer Ratgeber für schlechte Väter

 (1)
Erschienen am 09.07.2014
Louis am Strand

Louis am Strand

 (0)
Erschienen am 01.06.2009

Neue Rezensionen zu Guy Delisle

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Pjöngjang" von Guy Delisle

Witziger und informativer Reisebericht
katzenminzevor 8 Monaten

Witziger und informativer Reisebericht

Immer, wenn ich etwas über Nordkorea lese, bin ich gleichermaßen schockiert wie fasziniert. Schockiert von den unmenschlichen Zuständen, dem Mangel, der Propaganda, der Willkür. Fasziniert davon, wie so ein System überhaupt funktionieren kann, von der Fassade, von der Fremd- und Andersartigkeit dieses kleinen Landes. Bei „Pjöngjang“ von Guy Delilsie ging es mir da nicht anders. Auch wenn er sich dem Thema locker und mit viel Humor nähert.

Delisle erzählt hier über seinen zweimonatigen Aufenthalt in Nordkorea, in dem er dort die Produktion französischer Zeichentrickfilme überwachen soll. Bezeichnenderweise hat er dabei mehr Kontakt mit anderen Ausländern, als mit den Einheimischen. Auch in die Abläufe der Zeichentrickproduktion bekommt man beim lesen interessante Einblicke. Allein, dass in Nordkorea von chinesischen Arbeitern Filme für das europäische Fernsehen gezeichnet werden, dürfte den wenigsten bekannt sein. Ein Hoch auf die Globalisierung...

Die Mischung aus ernst und lustig ist Delislie wirklich gut gelungen. Er versteht es, sich einerseits Gedanken zu machen und zu hinterfragen und seinen Aufenthalt dort andererseits mit viel Humor zu nehmen. Dabei ist es interessant, wie wenig Einblick ins Land selbst diejenigen bekommen, die vor Ort sind. Besonders die vielen Bauwerke, die für Touristen angelegt sind, haben mich fasziniert. Herrscht doch einerseits akuter Mangel an Lebensmitteln für das Volk und dürfen doch andererseits nur so furchtbar wenig Menschen überhaupt ins Land.

Der Zeichenstil – der mich ein kleines bisschen an Flix erinnert hat - hat mir gut gefallen. Delisle findet schöne Bilder, um beispielsweise die „Öffnung“ des Landes zu untermalen. Die Zeichnungen sind klar, simpel und auf den Punkt. Die Bleistift- oder Kohleschraffuren geben dem Ganzen etwas weiches.

Da die Novel schon ein paar Jährchen alt ist (2007 ist sie auf deutsch erschienen, bereist 2003 im französischen Original), würde mich der aktuelle Zustand im Land interessieren. Zu gerne würde ich Delislie auf Wiederbesuch schicken – ich bin nur nicht sicher, ob er davon sonderlich begeistert wäre... Ich werde auf jeden Fall noch mehr seiner Reiseberichte in Comicform lesen. Jerusalem, Birma, Shenzhen... Wenn alle so informativ und witzig gestaltet sind wie dieser hier, kann ich damit definitiv nichts falsch machen!

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MilaWs avatar

Rezension zu "Geisel" von Guy Delisle

111 Tage
MilaWvor einem Jahr


Inhalt:
Christophe André arbeitet 1997 bei Ärzte ohne Grenzen in Inguschetien. Gleich an seinem dritten Tag wird er nachts überfallen und nach Tschetschenien entführt. Ohne die geringste Ahnung wer seine Entführer sind und was sie wollen, muss Christophe an eine Heizung gekettet ausharren. Er hofft auf eine schnelle Befreiung, doch aus Tagen werden Wochen und Monate. Nur in seinen Gedanken kann er der Situation entkommen.


Meine Meinung:
Bisher schrieb und zeichnete Delisle hauptsächlich seine eigenen Erfahrungen auf, jetzt wagt er sich an die Geschichte eines andren, die jedoch auch auf den Erzählungen des realen Christophe beruhen. Und dies gelingt ihm hervorragend. Zunächst war ich skeptisch, ob eine Geschichte über einen Mann, der Monate in Gefangenschaft verbringt, spannend und unterhaltsam sein kann und ob man eine solche Thematik überhaupt in Comicform umsetzen kann.  Delisle kann es! Naturgemäß sind die Zeichnungen sehr gleichförmig und blau-grau-schwarz gehalten. Man muss sich durch über 400 Seiten blättern, jeder einzelne Tag wird zeichnerisch festgehalten, so wird das Verrinnen der Zeit tatsächlich gut erfahrbar. Obwohl so gut wie nicht passiert und die Tageshöhepunkte daraus bestehen einen Fleck auf dem Boden zu finden, unverhofft ein Omlett zu bekommen oder in Gedanken große Schlachten der Weltgeschichte durchzugehen, war ich absolut gefesselt. Delisle macht die quälende Gefangenschaft mit ihrer Unsicherheit und Ausweglosigkeit erfahrbar. Die Hauptperson ist sehr rational und nicht wehleidig, auch ein wenig Humor blitzt ab und an auf. 
Auch das Ende fand ich sehr schön. Trotz der eigentlich sehr ernsten Thematik beendet man die Lektüre optimistisch gestimmt. Und auf jeden Fall habe ich riesigen Respekt vor Christophe, der eine so schlimme Situation überstanden hat ohne dabei zu verbittern. 

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Peridot98s avatar

Rezension zu "Geisel" von Guy Delisle

Erlebnisbericht mal anders dargestellt
Peridot98vor 2 Jahren

Ein Comic? Nicht ganz mit wirklich dickem Umfang von über 400 Seiten. Ungewöhlich vor allem, da es sich um ein Tatsachenbericht handelt, also alles andere als ein Stoff, der sich für ein Comic eignet. Es wird die wahre Geschichte von Christophe André erzählt, der 1997 von tschetschenischen Seperatisten entführt und 111 Tage als Geisel festgehaltenen wurde.

In relativ schlicht gehaltenen Bildern, im Comic-Stil dargestellt, werden die Erlebnisse von Christophe André während seiner Geiselhaft verbildlicht. Mit wenig Text wird hier gearbeitet, aber die Kraft der Bilder reicht vollkommen aus, um die Verzweiflung, die Einsamkeit, die Langeweile und auch die Wut, die André ständig begleitet haben, zu spüren. Trotz der Tristess kommt es aber auch manchmal zu Szenen, die ein Schmunzeln verursachen. Ganz nach dem Motto, man kann selbst der schlimmsten Situation etwas Humovolles abgewinnen.

Die Bilder selbst sind in tristem Grau/Blau-Tönen gehalten und untermalen die ganze Geschichte trefflich. Obgleich André beinahe täglich das gleiche erlebt und je nach Aufenthaltsort er Tag und Nacht entweder an einen Heizkörper, an einem Bettgestell, an einem Ring im Boden angekettet, oder auch mal für zwei Wochen in einem Wandschrank eingesperrt ist, spielt sich in seinen Gedanken Kopfkino ab und stellt den Leser an seine Seite. Immer wieder keimt in ihm der Gedanke an eine Flucht auf. Aber soll er fliehen? Wann ist die beste Gelegenheit dazu? Wie soll er das anstellen? Wie seine Bewacher überwältigen? Dann kommt die Ernücherung und Verzweiflung, ob er es jemals schafft, ob er jemals befreit wird, im Welchsel abgelöst von der Hoffnung, dass man nach ihm sucht und er schon bald wieder frei sein wird.

Die Erlebnisse, bzw. der Ungewissheit während Andrés Geiselhaft wurde durch Guy Delisle sehr gut bebildert und obwohl man denken könnte, es passiert ja doch täglich das gleiche, wird es nicht langweilig in diesem - ich nenne es jetzt mal - Comic-Buch. Trotz der über 400 Seiten ist man natürlich schnell  durch. Ich brauchte gerademal 2,5 Stunden dafür, was der Bebilderung zu verdanken ist. Dabei war nicht eine Seite langweilig und wie schon geschrieben, war auch mal ein Schmunzeln angesagt.

Wirklich eine sehr gelungene Mischung aus Tatsachenbericht und Comic. Absolute Lese- und Anseh-Empfehlung! Einfach mal etwas anderes!

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