Guy Delisle Pjöngjang

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Inhaltsangabe zu „Pjöngjang“ von Guy Delisle

Nachdem er in "Shenzhen" seinen Aufenthalt in der chinesischen Sonderwirtschaftszone verarbeitet hat, beschreibt Guy Delisle in dem Nachfolgeband "Pjöngjang" seine Reise in eines der isoliertesten Länder der Welt: Nordkorea. Hier arbeitete er zwei Monate lang als Supervisor für eine französische Trickfilmproduktion.

Mit George Orwells Klassiker "1984" im Gepäck tritt der frankokanadische Comicautor seinen Dienst an in einem Land, in dem man Orwells Albtraumszenario an der Wirklichkeit messen kann. In detaillierten Zeichnungen berichtet Guy Delisle von Menschen, die nachts von der Stromversorgung abgeschnitten sind, während die Monumente der Il-Sung-Dynastie leuchtend hell erstrahlen. "Pjöngjang" ist weniger ein klassischer Reisebericht als der beeindruckende Versuch, einen Blick hinter staatliche Inszenierung und kulturelle Schranken zu werfen – ein Comic, der angesichts der politischen Entwicklungen an Aktualität kaum zu übertreffen ist.

Reise-/Erfahrungsbericht eines Ausländers in Pjöngjang, Nordkorea. Interessant, erschreckend & aktuell in Zeiten der ständigen Provokation.

— elane_eodain

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist Delisles Offenheit und Neugierde.

— Jari

Gewohnt satirisch präsentiert uns Delisle sein Reisetagebuch über die erlebte Zeit in Pjöngjang, Nord Korea. George Orwell lässt grüssen.

— AttackOnDeadpool

Interessanter und spannender Einblick in ein Land, das eigentlich keine Einblicke gewährt, ergänzt von treffenden Zeichnungen.

— MaggieGreene

Hochinteressant, auch für "Nordkorea-Kenner"!

— claudi_katzenaugen

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  • Guy Delisle - Pjöngjang

    Pjöngjang

    Jari

    13. June 2016 um 10:29

    Eine Graphic Novel über eine der verschlossensten Orte der Welt - da muss ich doch mal reinschauen. Delisle erzählt von seinen Erlebnissen in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang und was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist Delisles Offenheit und Neugierde. Er verurteilt die Nordkoreaner nicht, obwohl er sich oft wundert. So erzählt der Autor mit viel Witz von den Seltsamkeiten dieses Landes und auch von seinen guten Flecken. Auch der Leser kommt dabei oft zum Schmunzeln, was auch am Erzählstil Delisles liegt. Es ist ein munteres, heiteres Werk, das uns Nordkorea zusammen mit dem Autoren entdecken lässt. Der Zeichnungsstil ist schlicht, aber sehr liebevoll und ich hab mich in dieser Linienführung sofort heimisch und wohl gefühlt. So passen die Zeichnungen auch zum Ton der Geschichte und Delisles Erlebnissen. Dies führt dazu, dass man die Graphic Novel innert kürzester Zeit durch hat. Zum Glück hat derselbe Autor auch noch über andere Städte berichtet, sodass man auf dieser Weltreise gleich den nächsten Schritt wagen kann. Was mir ausserdem wirklich gut gefiel, war der kleine Einblick in die Welt eines Trickfilmanimatoren. Da Delisle sehr autobiographisch erzählt, erleben wir auch seinen Arbeitsalltag in Nordkorea mit und welche Probleme ihm dort begegnen. Für alle, die ein wenig neugierig sind, was in Nordkorea so vor sich geht, ohne dabei auf Drama oder Vorurteile zu stossen, denen sein "Pjöngjang" von Guy Delisle herzlichst empfohlen!

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  • Pjöngjang von Guy Delisle

    Pjöngjang

    Legibilis

    30. August 2015 um 18:53

    Nordkorea. Abgeriegelt von der restlichen Welt, wo die Propaganda das Leben der Menschen bestimmt. Für viele ist es ein unbekanntes Land, sind doch die Berichte über diesen Staat sehr spärlich. Nur wenige Menschen der westlichen Welt bekommen die Erlaubnis dieses Land zu besuchen. Der kanadische Comiczeichner Guy Delisle ist einer von ihnen. Für ein französisches Trickfilmstudio reist er nach Pjöngjang, um die dortige Trickfilmproduktion zu begleiten, denn längst ist Nordkorea das, was früher einmal China für die Industrie war: Ein Land in dem es vor allem eines gibt – billige Arbeitskräfte. Mit Fremdenführer, Dolmetscher und George Orwells „1984“ entdeckt er dieses kaum bekannte Land, in dem „Freiwillige“ die Autobahn putzen und kaum Menschen in der Stadt zu sehen sind. Und stellt schnell fest: In einem totalitären System kann auch die kleinste Form von Rebellion, und sei es auch nur ein Spaziergang durch die Stadt, ein wahrer Triumph sein. In einfachen, schnörkellosen und markanten Bildern erzählt Guy Delisle von seinem Ausflug in ein von der restlichen Welt abgeriegeltes Land. Dabei findet weniger die Arbeit in dem Trickfilmstudio, der er eigentlich hauptsächlich nachgeht, Beachtung, sondern vielmehr der Eindruck den die Hauptstadt Nordkoreas auf ihn gemacht hat. Erwähnung findet dabei von der Unterbringung im Hotel bis hin zu abstrusen Gesprächen mit seinen nordkoreanischen Begleitern eigentlich alles, was Delisle selbst aufgefallen ist. Besonders markant ist dabei die ständige Wiederholung bestimmter Umstände beziehungsweise Aussagen der Nordkoreaner. Zu Beginn mag das nur amüsant sein, da es Delisle auch immer mit einem Augenzwinkern erzählt, doch umso länger man sich mit dieser Graphic Novel beschäftigt, umso verstörender sind gerade diese Wiederholungen. Zeigen sie doch wie anders Nordkorea allein von seiner Lebenswelt her schon ist. In die besagte Lebenswelt bekommt der Leser aber nur den Einblick, den auch Delisle bei seinem Aufenthalt in der nordkoreanischen Hauptstadt bekommen hat. Dies ist aber wohl der beschränkten Mitteilsamkeit der Nordkoreaner gegenüber ausländischen Besuchern geschuldet, was auch viel über das Land aussagt. Generell spielt sich vieles in dieser Graphic Novel zwischen den Zeilen beziehungsweise Bildern ab. Gerade dieser Subtext macht dieses Buch auch zu einem so spannenden und langanhaltendem Vergnügen, es lässt viel Deutungsspielraum und ist dabei aber nicht stur ernst oder belehrend. Alles in allem ist „Pjöngjang“ von Guy Delisle eine sehr interessante und unterhaltsame Graphic Novel über ein noch viel zu unbekanntes Land, das erst langsam in der vergangenen Zeit wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit der „westlichen Welt“ gerückt ist. Was nach der Lektüre bleibt, ist nicht nur eine Art Nachdenklichkeit sondern auch der Drang selbst in dieses kleine Land zu fahren und alles mit eigenen Augen zu sehen (und zu bewerten).

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  • Ungewöhnlicher Einblick, ungewöhnlich gut

    Pjöngjang

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. April 2013 um 20:53

    Ein beruflicher Aufenthalt in Nordkorea muss schon vor dem Beginn eine schräge Erfahrung sein. Man bekommt zum Beispiel Merkzettel, was man mitnehmen darf (noch harmlos), unterschreibt die Vereinbarung, dass man hinterher nichts über Land und Leute veröffentlichen darf (seltsam) und wird darauf vorbereitet, dass man ohne einen Führer und einen Dolmetscher keinen Fuß vor die Tür setzen kann (äußerst merkwürdig). Comiczeichner Guy Delisle aber macht sich auf den Weg, bepackt mit leisen Befürchtungen, ob die selbst kurze Zeit dort auszuhalten sein wird und bewusst bepackt mit George Orwells Buch "1984". Delisle kennt das Buch, aber "die erneute Lektüre in der letzten Bastion des Stalinismus lässt mich die Scharfsinnigkeit seiner Vorahnungen erst richtig ermessen." Viel Abwechslung bietet der Tagesablauf nicht. Delisle ärgert sich im Büro "ganz normal" über schlechte Arbeit, die er korrigieren lässt. Aber sein Zeichner-Team wird er auf Nachfrage nur ein einziges Mal sehen. Dafür nutzt er umso mehr die Möglichkeit, sich mit den ausländischen Kollegen zu treffen und Stück für Stück erfährt er mehr über Arbeit und Leben in Nordkorea - ohne allerdings Land und Leuten nennenswert näher zu kommen. Das ist im Korsett der staatlichen Regeln nicht drin. Spaziergänge sind stets begleitet; eine gewisse Hartnäckigkeit jedoch erlaubt Delisle, hin und wieder alleine oder mit Kollegen zu laufen - überwacht von Führern und Dolmetschern, die ein bisschen Distanz zulassen und das sind die einzigen Koreaner, mit denen Delisle während seines Aufenthalts einige Worte wechseln kann. So unbehaglich es ist, aber Delisle arrangiert sich irgendwie mit der Unvorhersehbarkeit der Ausflüge. Manche werden durch häufiges Nachfragen möglich, andere werden nie erfüllt, aber staatlich genehmigte Touristenstandards stehen ohne Vorankündigung auf dem Programm. Delisle besucht unter anderem das Museum der Freundschaft, rund zwei Stunden Fahrt von der Hauptstadt entfernt. Erreichbar über eine vierspurige blitzblanke Autobahn, die als reine Museumszufahrt von Pjöngjang aus gebaut wurde. Über den Kontakt in nur Ausländern zugänglichen Restaurants erweitert sich sein Bekanntenkreis um die Mitarbeiter der NGO's, zum Beispiel der UNO, die einzigen Ausländer, die ohne Führer frei durch die Stadt fahren dürfen. Delisle lernt, dass alles mögliche von einem Haufen "Freiwilliger" getan wird: Kinder gießen Blumen, man hilft im Reisanbau oder kehrt die einzige Autobahn des Landes. Ein stets förderlicher Zeitvertreib sind Schießstände: Delisle lernt die harmlose Variante kennen, alte russische Pistolen auf Ringscheiben; in der Stadt stehen die Schießbuden für das Volk, wo auf Pappkameraden mit japanischer und amerikanischer Uniform geschossen wird. Delisle erfährt, dass nicht einmal die Einwohner des Landes ohne Genehmigung von Dorf zu Dorf reisen können und dass die Bevölkerung am laufenden Band für irgendeinen staatlichen Feiertag Paraden und gemeinsame Aktionen einübt. Der überdimensionierte Personenkult und die unglaublichen staatlichen Anweisungen, die Delisle beschreibt, sind eigentlich beängstigend; die gnadenlose Überdosis aber wirkt urkomisch und genau wie Delisle fragte ich mich, wieviel Indoktrinierung in den Köpfen wirklich steckt. Kann man anders, wenn man es nicht anders kennt? Er selbst kommt während seines Aufenthalts nicht dahinter, wie es hinter den Kulissen aussieht. Außer einigen Kratzern daran, wie zum Beispiel einen Mann, der hungrig einen Baum plündert, bekommt er nur eine polierte Fassade "zum Ruhe einer glorreichen Nation" zu sehen. Die Erlebnisse von Guy Delisle scheinen aus einer anderen Welt zu stammen und wirken so surreal, dass man's fast nicht glauben kann. Umso trauriger, dass dieser Comic nicht der Phantasie entsprungen ist - aber gerade deshalb finde ich, dass die Bilderwelt diese aberwitzige Realität perfekt vermitteln kann. Wie könnte ein Text hier das Gleiche leisten?

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