Guy Gavriel Kay

 4,1 Sterne bei 139 Bewertungen
Autorenbild von Guy Gavriel Kay (©Samantha Kidd)

Lebenslauf

Guy Gavriel Kay ist ein kanadischer Autor mehrerer Fantasy-Romane. Kay studierte in Kanada Rechtswissenschaften und Philosophie. Mit zwanzig Jahren zog er von Kanada nach Oxford und half dort Christopher Tolkien, dem Sohn J.R.R. Tolkiens, bei der Bearbeitung des Silmarillion. 1975 kehrte er nach Kanada zurück und veröffentlichte 1984 seinen ersten Roman „The Fionavar Tapestry“, Auftakt einer Trilogie. Viele von Kays Werken vereinen fiktionale Geschehnisse an historischen Orten, seine Geschichten spielen beispielsweise zur Zeit des europäischen Mittelalters oder der Renaissance. Seine Werke wurden in mehr als 25 Sprachen übersetzt.

Alle Bücher von Guy Gavriel Kay

Cover des Buches Im Schatten des Himmels (ISBN: 9783596035700)

Im Schatten des Himmels

(24)
Erschienen am 27.10.2016
Cover des Buches Silbermantel - Die Herren von Fionavar (ISBN: 9783442247141)

Silbermantel - Die Herren von Fionavar

(15)
Erschienen am 01.06.2002
Cover des Buches Die Fürsten des Nordens (ISBN: 9783492266680)

Die Fürsten des Nordens

(12)
Erschienen am 01.08.2008
Cover des Buches Die Löwen von Al- Rassan (ISBN: 9783453130937)

Die Löwen von Al- Rassan

(8)
Erschienen am 01.11.1999
Cover des Buches Am Fluss der Sterne (ISBN: 9783596035724)

Am Fluss der Sterne

(6)
Erschienen am 26.10.2017
Cover des Buches Das Komplott (ISBN: 9783453188068)

Das Komplott

(6)
Erschienen am 01.01.2001

Neue Rezensionen zu Guy Gavriel Kay

Cover des Buches Am Fluss der Sterne (ISBN: 9783596035724)
SunnySues avatar

Rezension zu "Am Fluss der Sterne" von Guy Gavriel Kay

SunnySue
Guy Gavriel Kay "Am Fluss der Sterne"

"Die Quellen von Flüssen sind für gewöhnlich schwer auszumachen. Und die großen Ereignisse und Veränderungen entstehen allzu häufig ähnlich unbemerkt, ihr Ursprung wird nur von jenen aufgedeckt, die sich die Mühe machen, in die Vergangenheit zu blicken. Dies ist ein weiteres Bild, das jeder kennt: Erst indem wir zurückblicken, sehen wir wirklich klar."

Mit "Am Fluss der Sterne" liefert uns Guy Gavriel Kay den zweiten Teil seiner großen Kitai-Saga, die inspiriert ist von Personen und Ereignissen der Nördlichen Song-Dynastie Chinas. Es ist ein Roman, in dem Historisches mit Fiktion zu einem großen Werk verschmilzt.

"Am Anfang standen die Träume eines Jungen, und dann ..."

Seit Kitai in großen Teilen an die Barbaren des Nordens gefallen ist, ist die einst wunderschöne Stadt Xi'an mehr und mehr verfallen, der Glanz des alten Kaiserhofs verblasst und Es herrscht Angst in den Straßen. Das Land ist gespalten und wird von einem Kaiser beherrscht, der sich mehr für die Poesie interessiert, als fürs Regieren. Und so findet er großen Gefallen an Lin Shan. Die wunderschöne, wenn auch teils gefährliche Gedichte schreibt und die so ganz anders ist, als Frauen des Reiches sein sollten. Lin Shan hat einen messerscharfen Verstand, den sie auch einzusetzen weiß. Der Junge Ren Daiyan hat wie viele Jungen den Traum das Reich Kitai wieder zu altem Glanz und Größe zu führen. Einer der Helden der Vergangenheit zu sein. Doch im Dienste des kaiserlichen Magistrats werden Dinge in Gang gesetzt, die ihn erst zum Geächteten machen, ehe er zu einem großen Heerführer und zu einer fast schon mysthischen Gestalt wird.

"Es war möglich, dass Menschen ins eigene Leben traten, eine Rolle darin spielten und dann wieder verschwanden. Wenn man allerdings Jahre später auf einem Pferd unter tropfenden Blättern saß und über das nachdachte, was sie einem erzählt hatten, waren sie dann wirklich verschwunden?"

Guy Gavriel Kay besticht mich auch in diesem Buch mit seiner außergewöhnlich tollen Sprache und seiner bildgewaltigen Erzählung, die uns ins Reich der Mitte katapultiert. Geprägt ist dieser Roman von politischem Kalkül und Intrigen, Ehre und Loyalität, Liebe und Verrat. Besonders überzeugend sind hier auch die Konversationen, die man schon fast kunstvoll nennen kann. Hier wird respektvoll intrigiert und beleidigt - das ist schon köstlich zu lesen. Die ganze Geschichte wird getragen von einem Gefühl von Erhabenheit und Größe. Ich kann dieses Gefühl gar nicht so richtig in Worte fassen. Das einzige Manko an diesem Buch ist, dass mir etwas die Nähe zu den Figuren fehlte - was bei dieser Geschichte allerdings nicht so sehr ins Gewicht fällt. 

Fazit: Tolle Historical-Fiction, die sich durch politische Raffinesse mit einem Hauch Mythologie und Volksglauben auszeichnet. Für mich hätte es gerne etwas mehr Volksglaube und Mythologie sein dürfen, aber das war schon okay so. (Zwischen dem ersten und dem zweiten Buch liegen gut 1000 Jahre, daher kann man beide auch unabhängig voneinander lesen - wie ich finde.)

Cover des Buches Im Schatten des Himmels (ISBN: 9783596035700)
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Rezension zu "Im Schatten des Himmels" von Guy Gavriel Kay

Punix
5 🌟

"Im Schatten des Himmels" ist ein chinesisch angehauchter Fantasyroman. Allerdings gibt es hier keine richtige Magie oder wundersame Tierwesen und der fantastische Anteil ist sehr gering. 

Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb mich das Buch so fesseln konnte. Beim Lesen hatte man das Gefühl, dass es ein historischer Roman ist, auch wenn Figuren und Länder frei erfunden waren.

Der Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit hat er mir richtig gut gefallen. 

Genauso ging es mir auch mit den Charakteren. Sie sind oft ziemlich nüchtern beschrieben, aber ihre Handlungen und ihre Entwicklungen haben sie nahbar gemacht und vor allem authentisch. Es gab sehr viele Perspektiven, aber jeder Perspektivwechsel war klar erkennbar und haben geholfen einen Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge zu bekommen. 

Insgesamt war es erfrischend anders, was vor allem an dem Schreibstil und der Atmosphäre lag. Empfehlenswert.


Cover des Buches Im Schatten des Himmels (ISBN: 9783596035700)
SunnySues avatar

Rezension zu "Im Schatten des Himmels" von Guy Gavriel Kay

SunnySue
Guy Gavriel Kay "Im Schatten des Himmels"

"Jede einzelne Geschichte trägt viele weitere in sich, im Vorbeigehen vermerkt, angedeutet, gänzlich übersehen. Jeder Lebensweg kennt Gabelungen, manche sind wichtig (wenn auch nur für eine Einzelperson), und jede einzelne dieser Gabelungen steht für eine andere Geschichte."

Guy Gavriel Kay liefert uns mit seinem Roman "Im Schatten des Himmels" historical fiction, die von Chinas Tang-Dynastie inspiriert wurde. Übersetzt wurde das Ganze aus dem Englischen von Birgit Maria Pfaffinger und Ulrike Brauns.

Im Zentrum der Geschichte steht der Kriegermönch Shen Tai. Nach dem Tod seines Vaters, dem geschätzten General Shen Gao, muss Tai eine zweijährige Trauerzeit einhalten. Normalerweise muss diese zu Hause im Kreis der Familie verbracht werden, doch Tai bat um die Erlaubnis diese, in Gedenken an seinen Vater, in Kuala Nor, dem Schlachtfeld am See in den Bergen, zu verbringen und die Toten dieser Schlacht zu beerdigen, damit die Geister ihren Frieden finden. Und zwar die Toten beider Seiten, denn auf diesem Schlachtfeld ist nicht zu unterscheiden wer seine eigenen Leute sind und wer Tagure ist. Aus Dankbarkeit erhält er von der Jadeprinzessin der Taguren zweihundertfünfzig der erlesenen und seltenen sardianischen Pferde. Dieses Geschenk macht Tai von einer Sekunde zur anderen zu einem der mächtigsten Männer in Kitai. Was bedeutet, dass er am kaiserlichen Hof nun jemand ist. Und ehe Tai es sich versieht, ist er inmitten von Intrigen gefangen.

"Wir verabschieden uns von Volksglauben und Legenden, wenn die Welt der Erwachsenen unser Leben für sich beansprucht."

"Im Schatten des Himmels" ist für mich ein solider Roman in einem wirklich tollen Setting. Kay hat definitiv geschafft, dass ich mich beim Lesen im Reich der Mitte wiederfinde, was seinen großartigen Beschreibungen, der speziellen Prosa und dem Touch altem Volksglaubens, die die asiatische Mentalität gut rüberbringen, zu verdanken ist. Auch sprachlich konnte Kay mich überzeugen. So finden sich sehr viele wunderschöne Formulierungen im ganzen Buch, die ich oft auch zwei-, dreimal gelesen habe, um sie mir auf der Zunge zergehen zu lassen. Zu den Charakteren muss ich sagen, dass ich viele von ihnen ganz gern mochte. Allerdings hat Kay es im Verlauf der Geschichte nicht geschafft, dass ich mich ihnen verbunden fühle. Dass ich mit ihnen mitfieber, hoffe und leide. Hierfür fehlte mir einfach die Nähe, die ich durch die von Kay geschaffene Distanz nicht aufbauen konnte.
Was mir an dem Roman neben dem Setting auch sehr gefallen hat, war das Machtgefüge, die Intrigen, mit ihren kunstvollen Konversationen. Der Roman ist geprägt von politischem Kalkül, Ehre, Loyalität, Verrat und Liebe. Auch mochte ich die Passagen, in denen ein wenig auf den alten chinesischen Volksglauben eingegangen wird: die Geister der Toten, die Fuchsgeister und die Schamanen der Steppe. Doch auch hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht. So gab es ziemlich zu Beginn eine Szene mit den Geistern des Schlachtfeldes, die mir sehr gefallen hat und mich hat hoffen lassen, dass das Ganze eine größere Bewandnis hat, ebenso der Fuchsgeist. Doch leider habe ich da vergebens gehofft. Allerdings hat es der Autor definitiv geschafft mich am Ende zu überraschen, einige Dinge, die sich zum Ende ereigneten, hätte ich so nicht erwartet.

Abschließend kann ich sagen, dass es ein wirklich gutes uns solides Buch ist, dass mit seinem asiatischen Setting, politischer Raffinesse und höfischen Intrigen punktet und mich auch durchaus gut unterhalten hat. Doch emotional berührt hat mich Guy Gavriel nicht und das macht halt den Unterschied zwischen einem 4 Sternebuch und einem 5 Sternebuch aus.

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Zusätzliche Informationen

Guy Gavriel Kay wurde am 07. November 1954 in Weyburn (Kanada) geboren.

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