Im Schatten des Himmels

von Guy Gavriel Kay 
3,9 Sterne bei13 Bewertungen
Im Schatten des Himmels
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„Im Schatten des Himmels“ von Guy Gavriel Kay ist absolut lesenswert! Für mich definitiv eines meiner Highlights 2016!

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History in Form von Fantasy - fast genial

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Inhaltsangabe zu "Im Schatten des Himmels"

Guy Gavriel Kay ist der Großmeister der historischen Fantasy. Mit ›Im Schatten des Himmels‹ hat er ein bildgewaltiges und fesselndes Epos geschrieben, das in einem phantastischen Reich der Mitte spielt. Kay beschwört das China der Tang-Dynastie herauf und erzählt eine grandiose Fantasy-Geschichte voller Intrigen, Abenteuer und Magie.

'250 sardianische Pferde, Geschöpfe von unvergleichlicher Schönheit und Seltenheit!' Als der Kriegermönch und Gelehrte Shen Tai für seine Heldentaten von der Jadeprinzessin des Nachbarreiches belohnt wird, macht ihn das überaus großzügige und gefährliche Geschenk auf einen Schlag zu einem der mächtigsten Männer im Reich der Mitte.

Die Herrschenden von Kitai – eine Fantasy-Version des Chinas der Tang-Dynastie – wollen jedoch keinen neuen Konkurrenten neben sich dulden und senden Mörder aus, um Shen Tai aus dem Weg zu räumen. Nach einem ersten Attentatsversuch beschließt Shen Tai, in die Hauptstadt zu reisen, um die Pferde dem Kaiser zum Geschenk zu machen. Begleitet wird er von der jungen Kriegerin Wen Song, die geschworen hat, ihn mit ihrem Leben zu beschützen, und dem berühmten Dichter und Trunkenbold Sima Zian, der seinem jungen Freund mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Gefährten erwartet eine abenteuerliche und gefährliche Reise, auf der sich das Schicksal des Reiches entscheiden wird.

Mit seiner unvergleichlichen Charakterentwicklung und der großartigen Handlung wird Kays neuestes Werk Liebhaber von historischen Romanen ebenso begeistern wie Fantasy-Fans.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596035700
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:720 Seiten
Verlag:FISCHER Tor
Erscheinungsdatum:27.10.2016
Teil 1 der Reihe "Kitai"

Rezensionen und Bewertungen

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    erdmannlibobs avatar
    erdmannlibobvor 9 Monaten
    Toller, erfrischender Fantasy-Roman

    Auch wenn es hier Intrigen hat, (kleine) Kämpfe vorkommen und um Machtspiele geht, ist der nur verkaufsfördernd gedachte Vergleich mit Game of Thrones nicht nur absolut unnötig sondern auch falsch. Wer GoT erwartet, wird hier enttäuscht werden. Wer aber offen für etwas neues ist, den erwartet eine schön erzählte Geschichte mit Fantasy-Elementen, die nie langweilt und erfreulicherweise auch abgeschlossen ist (in einer Veröffentlichungszeit, wo fast nur noch Trilogien erscheinen auch mal ganz angenehm). Mit Kitai hat der Autor zudem einen interessanten Schauplatz für seine Geschichte ausgesucht. Mehr historische Details hätten mich gefreut und dann auch den fünften Stern gebracht.

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    thebookpassions avatar
    thebookpassionvor einem Jahr
    Grandios

    Shen Tai begräbt freiwillig die Toten einer verehrenden Schlacht. Für seine selbstlose Tat wird er von dem Nachbarkönigreich mit 250 sardianische Pferden belohnt. Doch dieses Geschenk ist für den jungen Mann absolut gefährlich, denn zu viele im Kaiserreich begehren diese sagenumwobenen Pferde. Und so macht sich Shen Tai auf den Weg, um die Pferde dem Kaiser zu übergeben. Dabei trifft er auf überraschende Verbündete, wie beispielsweise eine Auftragsmörderin und einen Dichter, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist.

    Ich hatte den Roman schon länger im Auge, habe mich bis jetzt jedoch nie an den Roman herangewagt. Mir sind bis jetzt einfach eher wenig geglückte Umsetzungen von asiatischen Settings untergekommen, sei es in Filme oder in Romanen. Oftmals wirkte auf mich alles zu gewollt zu kitschig und von allem zu viel. Doch meiner Meinung nach hat hier der Autor, Guy Gavriel Kay, alles richtig gemacht. Denn hinter den Buchdeckeln verbirgt sich eine Geschichte mit undurchsichtigen Intrigen und einer grandiosen Kulisse. Die Welt wirkte auf mich insgesamt absolut authentisch und definitiv nicht überladen. Rituale, wie beispielsweise die Trauermonate nach dem Tod eines Familienmitglieds und die strengen Regeln die währenddessen zu befolgen sind, werden verständlich geschildert und nicht unnötig ausgeschmückt. Auch die politischen Machtverhältnisse im Kaiserreich werden realistisch dargestellt. Der Autor beschönigt dabei nichts, sodass der Krieg und der Kampf um Macht durch z.B. Auftragsmördern und Mörderinnen nicht romantisiert wird.
    Das Kaiserreich wird von allen Seiten bedroht, sodass eine unruhige Zeit herrscht. Der Kaiser hat seine besten Jahre hinter sich gelassen und möchte dies doch einfach nicht wahr haben, denn wie so viele mächtige Personen, will er unsterblich sein. Oft begehrt man genau das, was man nicht haben kann, sei es Unsterblichkeit oder Pferde, die als Statussymbol gelten. Durch seine bewundernswerten Taten erhält Shen Tai, bis dato ein eher unbedeutender Mann, 250 Pferde vom Nachbarreich geschenkt. Somit wird er für alle Mächtigen des Kaiserreichs zu einer interessanten Spielfigur. Schnell gerät der Protagonist Shen Tai also in den gefährlichen Strudel der Politik und muss sich mit den Mächtigen des Landes herumschlagen.

    Der Schreibstil des Autors ist detailverliebt und sehr intensiv. Wer einen prägnanten und zum Punkt kommenden Schreibstil bevorzugt, kommt daher bei diesem Roman nicht unbedingt auf seine Kosten. Ich bin ein bekennender Fan von ellenlangen Sätzen, sodass ich schon nach wenigen Seiten begeistert war. Trotz des ausschweifenden Stils hatte ich nie das Gefühl, dass der Autor sich in seinen Beschreibungen verliert. Es gab in der Geschichte immer einen erkennbaren roten Faden.

    Die Figuren waren oft undurchsichtig, sodass mir nie ganz klar war, auf welcher Seite die unterschiedlichen Figuren jetzt stehen und welche Absichten sie verfolgen. Aufgrund dessen konnte ich immer mit rätseln und es konnte sich so eine konstante Grundspannung aufbauen. Keine der Figuren lassen sich wirklich in Schwarz oder Weiß einteilen. Jede Figur hat eigene, sehr menschliche, Beweggründe, sodass es für mich nicht unbedingt den einen Bösewicht gibt. Vor allem der Protagonist Shen Tai und seine Bewacherin haben es mir angetan. Oft liefern sich die beiden einen witzigen Schlagabtausch, die die Stimmung des Romans auflockern und mich oft zum Schmunzeln gebracht haben.

    Wie man bemerken konnte, bin ich absolut angetan von dem Roman und „Schatten im Himmel“ hätte durchaus zu meinem Jahreshighlight werden können- wäre da nicht das Ende gewesen. Damit meine ich nicht, dass ich mit der Konfliktlösung nicht zufrieden bin, sondern eher mit der Umsetzung. Das Schicksal einiger zentralen Figuren wurden in nur wenigen Kapiteln abgehandelt und auf gefühlt drei Seiten wurde das restliche Leben der Figuren dargestellt. Insgesamt wirkt das Ende daher auf mich viel zu überstürzt. Ich habe einfach das Gefühl, dass der Autor unbedingt ein schnelles Ende benötigt und er für mehr keine Zeit hatte.

    „Im Schatten des Himmels“ konnte mich positiv überraschen. Eine tolle Story mit interessanten Figuren und einer atemberaubenden Kulisse. Vor allem der detailreiche Schreibstil hat es mir angetan. Leider hat mich das Ende etwas enttäuscht, da einfach alles viel zu schnell geht. Dennoch eine absolute Empfehlung von mir und ich freue mich schon auf den nächsten Band!


    (c) Thebookpassion- thebookpassion.blogspot.de

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    Flohs avatar
    Flohvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Manche Bücher reißen den Leser so sehr mit, dass man es zu Ende lesen will, aber niemals beenden mag. Dieses Buch ist genauso ein solches!
    Im Zeichen der sardianischen Pferde! Ein historischer Fantasy Epos aus dem Reich der Mitte. WOW.

    Der kanadische Erfolgsautor Guy Gavriel Kay entführt die Leser in seinem über 715 (!!!) Seiten starken Historienfantasy Werk "Im Schatten des Himmels" in eine mit Tradition, Sitte, Kultur, Rebellion, Dynastie, Magie, Fantasy, Krieg, Liebe, Rausch und Macht gespickte Welt atemberaubender Kulissen und Settings, sowie Kampfplätze und Königreiche. Sollte es hier weitere Bände dieses unglaublichen Epos geben, so würde ich behaupten, dass nach Band 1 trotz aller Ausführlichkeit und Intensität gerade einmal die Oberfläche dieser sagenhaften Fantasywelt angekratzt wurde und wir dennoch mehr erfahren haben, als es zu Anfang für Möglich erschien. Autor Guy Gavriel Kay hat eine gelungene, authentische, spannende und intelligente Mischung aus historischen Facetten und urbaner Fantasy erschaffen. Ein Fantasy-Werk das höchstes Potential besitzt und absolut neuartig erscheint und dennoch mit dem Welterfolg der „Game of Thrones“ gemessen wird. Ich bin absolut begeistert von dem Können des Autors und von dieser sagenhaften Geschichte, die auch nach knapp 715 Seiten keineswegs ermüdend ist.
    Wow, hier darf man durch historisch geprägte Welten schreiten, Kämpfe ausstehen und besiegen, mit Magie und Macht spielen und eine Welt beherrschen, die aus mehreren Ebenen, Hierarchien und Traditionen, sowie Mythen besteht! Ein Epos, eine Saga, die mit allererster Sahne und mit all seinen glorreichen Facetten glänzt und als Einzelband, sowie wünschenswert als Auftakt einer Reihe absolut überzeugen kann!
    Erschienen im Fischer Verlag / TOR (http://www.fischerverlage.de/verlage/fischer_tor)

    Klapptext/Inhalt:
    "Guy Gavriel Kay ist der Großmeister der historischen Fantasy. Mit ›Im Schatten des Himmels‹ hat er ein bildgewaltiges und fesselndes Epos geschrieben, das in einem phantastischen Reich der Mitte spielt. Kay beschwört das China der Tang-Dynastie herauf und erzählt eine grandiose Fantasy-Geschichte voller Intrigen, Abenteuer und Magie.

    »250 sardianische Pferde, Geschöpfe von unvergleichlicher Schönheit und Seltenheit!« Als der Kriegermönch und Gelehrte Shen Tai für seine Heldentaten von der Jadeprinzessin des Nachbarreiches belohnt wird, macht ihn das überaus großzügige und gefährliche Geschenk auf einen Schlag zu einem der mächtigsten Männer im Reich der Mitte.

    Die Herrschenden von Kitai – eine Fantasy-Version des Chinas der Tang-Dynastie – wollen jedoch keinen neuen Konkurrenten neben sich dulden und senden Mörder aus, um Shen Tai aus dem Weg zu räumen. Nach einem ersten Attentatsversuch beschließt Shen Tai, in die Hauptstadt zu reisen, um die Pferde dem Kaiser zum Geschenk zu machen. Begleitet wird er von der jungen Kriegerin Wen Song, die geschworen hat, ihn mit ihrem Leben zu beschützen, und dem berühmten Dichter und Trunkenbold Sima Zian, der seinem jungen Freund mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Gefährten erwartet eine abenteuerliche und gefährliche Reise, auf der sich das Schicksal des Reiches entscheiden wird.

    Mit seiner unvergleichlichen Charakterentwicklung und der großartigen Handlung wird Kays neuestes Werk Liebhaber von historischen Romanen ebenso begeistern wie Fantasy-Fans."

    Handlung in eigenen Wahrnehmungen geschildert:
    Dieser langersehnte Historienfantasy-Epos „Im Schatten des Himmels“ spielt in der asiatisch inspirierten Welt, man assoziiere China, aber das wird nie ausdrücklich benannt. Der vielschichte Hauptprotagonist und Dreh- und Angelpunkt dieser Story ist der zweite Sohn eines Generals, Shen Tai. Nachdem sein Vater im Kampf gefallen ist, ändern sich alle Pläne der Familienmitglieder, besonders die seiner Söhne und seiner Tochter. Die traditionelle Trauerzeit von über 2 Jahren schreibt ein ganz bestimmtes Zeremoniell vor.

    Eigentlich hatte der zweite Sohn Shen Tai des getöteten Generals, Shen Gao, sich auf die anspruchsvolle Prüfung für die Beamtenlaufbahn vorbereiten wollen, um wie sein älterer Bruder in den Dienst des Kaisers zu treten. Durch Shen Gaos Tod, kommen alle aufstrebenden Pläne zum Erliegen. Shen Tais Schwester Li Mei wird in der Trauerzeit nicht heiraten können und Shen Tai nicht in den Dienst des Kaisers treten. So will es die Tradition. Shens Tais älterer Bruder und seine Schwester, sowie der verstorbene Vater stehen, bzw. standen schon im Dienste des Kaisers. Als einflussreicher Hofbeamter, sowie Li Mei als Zofe der Kaiserin und Shen Gao diente als General. Shen Tai lässt sich in seiner Trauer und seinem Verdruss zu einer ungewöhnlichen Handlung verleiten. Er begibt sich auf ein altes Schlachtfeld, auf dem sein Vater Truppen befehligte, und begräbt die Überreste von Soldaten beider Seiten. Für diese symbolträchtige unerwartete und gewagte Geste bekommt Shen Tai ein großzügiges Geschenk aus dem Nachbarreich. 250 sardianische Pferden machen Shen Tai zu einem reichen Mann. Die Pferde symbolisieren die Macht des kriegerischen Kaiserreichs und könnten zum Ziel eines Angriffs werden, womit Shen Tei in eine gefährliche Lage gerät und handeln muss. Ein Mordversuch an ihm verdeutlicht Shen Tai die Gefahr, in der er sich im Niemandsland außerhalb des Kaiserreichs befindet. Er muss sich in einer Welt der Gestaltwandler, Wölfe, Dämonen und phantastischen Kampfkünste bewähren.

    Als Teil der höfischen Welt muss er sich in den folgenden Machtspielen und Intrigen behaupten und eine Schlacht im Schatten des Himmels beginnt. Intrigen und Machtspiele sowie die Geschichte der Familie Shen. Das ist spannend erzählt, detailreich gestaltet und durch überzeugende Figuren lebendig gehalten. Faszinierend.



    Meinung:
    Dieser Epos lässt sich mit großen Größen der Literatur- und Filmgeschichte vergleichen. Hier entsteht ein sagenhaftes Kopfkino beim Lesen, grandiose Kulissen, enormes Schauspiel, wilde Machenschaften, tödliche Gefahr aus Dynastie, Magie und übersinnlichen Kräften. Dieses Werk erfüllt den Fantasyliebhaber, sowie den klassischen Historienromanleser sogleich mit großer Begeisterung. Bei über 715 Seiten Geschichte, darf man sich auf Ausführlichkeit, Details, Intensität, Komplexität und Facette verlassen. Für mich persönlich stellt es einen großen Pluspunkt dar (vielleicht zum Leidwesen anderer Erwartungshaltungen), dass das Setting und die Kampszenen nicht so arg klischeehaft fernöstlich a la Shaolin oder Bruce Lee und China angehaucht waren. Davor hatte ich etwas Sorge, da mir die fernöstliche Kultur eher weniger liegt und ich mir eher die Fantasy und Historie im Zentrum gewünscht hatte. So finde ich es hier auch vor und es trifft genau meinen Geschmack und erfüllt meine ersehnten Erwartungen. Top.

    Zwar gibt es auch einige sehr zähe Längen und Durststrecken, sowie sich wiederholende Emotionen und Gedanken und natürlich auch die Skizzierungen der chinesischen Kultur und den Riten der Tang-Dynastie, um die innige Liebe zu Land und Kaiserreich und Hofe und Verbundenheit der sich Liebenden zu unterstreichen, oder den Hass der Gegner und Widersacher zu unterstreichen, oder auch die Gefahr und das verheerende Ausmaß durch den Besitz der wertvollen Pferde und die Verbundenheit zur Jadekönigin zu untermalen, aber im Grunde genommen möchte man keine einzige dieser intensiven und sehr detailreichen Beschreibungen und Ausführungen missen wollen. Jedes gelesene Wort, jedes Zitat, jede Emotion ist von großer Wichtigkeit und Bedeutung für das ausgeprägte und unheimlich intensive Lesegefühl. Man liebt, leidet und kämpft mit der ganzen Familie Shen, besonders mit Shen Tai und Li-Mei. Der Autor scheint unerschöpfliche Ideen, Impulse, Inspirationen und Facetten in seiner Geschichte zum Besten zu geben. Eine gewachsene und sprudelnde Fantasyidee, die Guy Gavriel Kay nun mit dieser Übersetzung ins Deutsche endlich an die Leser hier zu Lande bringt. Gelungen ist dem Autor für meinen Geschmack die gekonnte Aufnahme und Umsetzung der Kulissen, Gavriel Kay bringt seine gebannten Leser direkt an Ort und Stelle und lässt das Geschehen hautnah miterleben ohne zu viel China abzuladen, was mir persönlich sehr zusagt. „Im Schatten des Himmels“ ist als Einzelband, oder vielleicht sogar als Auftakt einer noch weitgehenderen Welt, ein köstliche Aperitif zu einem runden, kompletten und in allen Gängen fein komponierten und aufeinander abgestimmtem Menü. Ein Menü in Fantasyform der ganz besonderen Sorte. Für jeden Fantasy- und Genreliebhaber wird sich hier eine Welt offenbaren, die alle Klischees, Facetten und Möglichkeiten bietet, um sich mit dem Held der Geschichte Shen Tai, aber auch der grandiosen Heldin und Zofe Li-Mei im Kampf gegen den Fein und seinen Gesetzen zu stellen. Den unsagbaren Mächten, den Kriegern, den Gaben und Geheimnissen, den machtspielen und alten Mythen. Durch Machenschaften auf den Weg durch mehrere Schlachten, Reisen und Prüfungen zu begeben um für sein gegebenes Wort und sein Versprechen dem Land und seinem Volk gegenüber einzustehen und zu kämpfen.

    Diese vielseitige Fantsywelt besteht aus vielen Kulissen, sagenhaften Schauplätzen, aus Hell und Dunkel, aus Sieg und Niederlage, aus Wendung und Überraschung, aus Stärke und Schwäche und aus Hauptcharakteren, die auf dieser Reise ganz neue Seiten an sich und ihrer beschatteten Welt entdecken und erleben. Man merkt dem sympathischen und intelligenten Autor die ausgiebige Recherche und Verbundenheit zu diesem Meisterwerk an. Ein so komplexes Werk, mit so vielen ausgereiften Charakteren, Ereignissen, Fakten und Hintergründen so geschickt in seine Zusammenhänge zu präsentieren vermag großes Talent und Herzblut. Dieses ist dem Autor Guy Gavriel Kay zweifellos gelungen und er kann sich mit namhaften Größen messen lassen. Für mich ein wirklich filmreifes Leseevent! Ein Rollenspiel in Buchform. Grandios, innovativ und einzigartig komplex.

    Persönliche Kritik:
    Ich habe trotz meiner ausnahmslosen Begeisterung einige Punkte, die ich als Kritik anbringen möchte.

    • Im großen Finale, dem Showdown auf den letzten rund 100 Seiten werden einige Ereignisse etwas zu sehr verkürzt und zu schnell abgehandelt und getrieben verwoben. Dieses temporeiche, bzw. schnell abgelieferte Ende passt nicht in Relation zum gesamten Verlauf und Aufbaugeschwindigkeit des Epos. Schade. Da wurde kein feines Händchen bewiesen.
    • Manchmal erscheint es mir, als wolle der Autor auch durch Wiederholungen oder Nachdruck gewisse Momente oder Gefühlslagen und Situationen besonders hervorheben. Das wäre gar nicht nötig, denn der Leser fühlt hier einfach sofort, was erforderlich ist, um das Geschehen so zu begreifen, wie es begriffen werden soll. So entwickeln sich leider passagenweise Endlosschleifen und störende Längen. Zudem gibt es auch wirklich wenig Tempo, da die vielen Details und Ausführungen sehr viel Muße und Raum benötigen. Man saugt diese auch gern Wort für Wort auf, jedoch zeigte sich bei mir manches Mal Ungeduld beim Lesen. …

    Das waren aber auch schon die Dinge, die mich gestört haben, der Rest war und ist fantastisch!


    Besonderer Pluspunkt:
    Auch wenn dieser Epos mit dem Setting China wirbt, so war ich besonders erleichtert, hier nicht mit fernöstlichen Einflüssen und Kampfszenen a la Bruce Lee oder Shaolin überfrachtet worden zu sein. Abgesehen von den Namen und der Dynastie, sowie der traditionellen Kultur und Kastenordnung gibt es eher wenig asiatischen Touch, was mich sehr beruhigt hat.

    Schreibstil:
    Der Autor Guy Gavriel Kay hat es unglaublich beeindruckend geschafft auf über 715 Seiten geballter History-Fantasy niemals den Faden zu verlieren. Er kennt sich in seiner Welt aus und bietet ein rundes und unglaublich tiefes und komplexes Fantasywerk, was sich trotz allem Anspruchs wunderbar leicht und flüssig lesen lässt. Gavriel Kay besitzt eine gehobene und dennoch zeitgemäße Sprachmelodie. Seine Geschichte liest sich wie ein Lied. Es harmoniert und erzeugt Töne und Bilder. Ein grandioses Spiel mit dem Wort und der Atmosphäre. Dieses Epos nimmt den Leser mit und macht es ihm unheimlich zugänglich und leicht sich in der Gemeinschaft des Kaiserreichs bei Hofe und der Familien Shen einzufühlen und die Reise mit den Gefährten von Nord nach Süd und Süd nach Nord zu beginnen und diese später mit allen Hürden und Hindernissen im Kampf zu bestehen und für sein Leben zu kämpfen, nachdem so arg getrachtet wird. Dieses Epos wird aus der dritten Person berichtend geschildert. Wir begleiten Shen Tai, den zweiten Sohn des getöteten Generals, wir wohnen in seinen Gedanken, teilen seine Schwächen und hadern hautnah, wie er. Später bekommt seine Schwester Li-Mei, die Zofe der Kaiserin eine wichtige Erzählstimme. In wechselnden Abschnitten erleben wir genauso intensiv und eindringlich aus ihrer Stellung berichtet, was in den Köpfen und Körpern der Charaktere vorgeht. Manchmal verliert sich der Autor Guy Gavriel Kay jedoch gern in Wiederholungen und Umschreibungen. Mit Nachdruck versucht er scheinbar somit bestimmte Kräfte, Emotionen und Schlüsselmomente durch nochmaliger Erwähnung zu unterstreichen, was eigentlich gar nicht mehr nötig wäre. Ein kleines Manko, denn dass, was der talentierte Autor verdeutlichen möchte, wird auch direkt begriffen und bedarf keiner mehrfachen Unterstreichung durch Nachdruck oder Wiederholung. Das Buch nimmt zu Anfang sehr schnell Fahrt auf und das Thema ist direkt präsent. Der weitere Verlauf des Geschehens baut sich jedoch nur sehr langsam, manchmal vielleicht sogar mühsam, weiter aus. So kommt es zu einigen Längen und Durststrecken, ehe man wieder an einigen gewissen Ereignissen sehr gepackt und voller Spannung mitgerissen wird. In dieser komplexen historischen High-Fantasy wird man von Beginn an gefesselt und kann sich nicht mehr aus den Seiten lösen. Fantasy, wie ich sie mag, aber nur leider selten so stimmig und grandios vorfinde. Ein Leseerlebnis mit Suchtfaktor! In diesem Band ist gerade mal die Oberfläche angekratzt und ich könnte mir einen Fortsetzungsband sehr gut vorstellen, vor allem da das Ende so übereilt daherkam, dürfte ein weiterer Band dieses gerne wieder entzerren us daran anknüpfen und mit einer weiteren Handlung ausbauen. Ich wäre dabei! Zwar ist das Ende abgeschlossen und rund, jedoch verlangt das Leserherz doch nach mehr. Ich wünsche es mir, denn es wird glücklicherweise noch nicht ganz mit offenen Karten gespielt, der Autor Kay hat dieses Buch scheinbar mit den entstehenden Gedanken, Mutmaßungen und Ideen geschrieben, an „Im Schatten des Himmels“ jederzeit anknüpfen zu können.

    Fantasy, zum Miterleben und Nachspüren, denn dieses Buch lässt den Leser agieren, Mutmaßungen anstellen, seiner Fantasie horchen und darf wenig später erkennen, dass der Autor Guy Gavriel Kay seine faszinierte Leserschaft dennoch geschickt dahin gelenkt hat, wo er seine Leser wieder aufgreifen und für die Story abholen wird. Dieses Buch ist einfach lebendig und interaktiv! Dennoch ist es trotz der vielen noch schleierhaften und düsteren Geschehnisse und Vorfälle und der Tang Dynastie, der Kastenhierarchien, dem Befehl der Jadeprinzessin, dem Volk Kitai, dem Kaiserreich und alten Legenden und alten Fakten, die sich erst nach und nach entblättern in meinen Augen aufgrund der nebulösen Gefahren und Angriffe, den vielen Größen und Mächten, den fremden Welten und Kreaturen kein sehr anspruchsvolles Werk, was mit Muße und Herzblut gelesen werden kann und keine große Anstrengung erfordert um in diese sagenumwobene Welt voll und ganz eintauchen zu können. Es liest sich leicht und flüssig und man ist als Leser sofort Feuer und Flamme. Wie es sich für eine gute Fantasy gehört, muss man auch hier erst viele Persönlichkeiten, Begebenheiten und Schauplätze zuordnen und kennen lernen. Hat man diese Erfahrung gemacht, geht es los in ein unvergessliches von allerlei Emotionen gespicktes Leseerlebnis wird sich zeigen. Wortgewandt und geschickt führt der kanadische Autor den Leserdurch das inspirierte, jedoch nicht aufdringliche Reich der Mitte. In die Welt von Shen Kai und Li-Mei.

    Charaktere:
    Hier erleben wir Helden und Anti-Helden, Kaiser, Krieger und Generäle, das Leben bei Hofe, das Wirken am Thron, alte Traditionen, Schlachtplätze und Krieg. Opfer, Herrscher und Untertanen, Gelehrte und Meister, das Volk Kitai, das Reich Taguran, Geächtete, Beamten, Bedienstete. Kämpfer und Krieger. Soldaten und Armeen...Hier ist der Autor eifrig am Werk gewesen, um für seinen historisch angegliederten Fantasy-Epos aus den Vollen zu schöpfen und um die einzelnen Protagonisten seines Meisterwerks sagenhafte Facetten, Einblicke, Wendungen und Entwicklungen darzustellen und zu durchleben. Der Leser fühlt sich stets versucht, in die Absichten und Hintergründe, vor allem in die von Shen Kai, aber auch die des Kaisers, der Jadeprinzessin, des Nachbarreiches, der Zofe Li-Mei, der Armee und die des Feindes etc...vorzudringen und mit ihnen zu leiden, zu kämpfen und zu verstehen.
    Hat man die Charaktere erst einmal kennengelernt, freut man sich, diese so ausführlich und sehr intensiv beschrieben zu bekommen. man hat ein Bild und eine Vorstellung jedes einzelnen. Der Leser wird dazu angeregt, sich mit den Protagonisten zu identifizieren und Stellung zu beziehen. Die Auswahl der Einzelnen Darsteller ist so abwechslungsreich, dass es große Kurzweil bietet, diese kennenzulernen. Grandios sind die ungeahnten Wendungen, manche der Hauptfiguren wird man gegen Ende des Bandes in einem ganz anderen Licht sehen, manche Nebendarsteller entpuppen sich als Schlüsselfigur und manche sind im großen Finale gar nicht mehr am Leben. Die Familie Shen ist mir ganz besonders intensiv ans Herz gewachsen, all ihre erforderliche Entschlossenheit, ihre Zukunftspläne und der Umstand mit der Trauer um Vater und Oberhaupt Shen Gao haben mich sehr gefesselt. Shen Tei und Li-Mai und ihre Gefährten erleben nicht nur eine Reise zu großen Kampfarenen, sie durchleben auch eine Reise zu sich selbst und zueinander. Sie lernen ihre Fähigkeiten und Gaben als Waffe, aber auch als Kommunikation zu nutzen.


    Der Autor:
    "Guy Gavriel Kay ist der erfolgreichste Fantasy-Autor Kanadas. Er wurde in über 25 Sprachen übersetzt und hat drei Mal den World Fantasy Award verliehen bekommen. Zusammen mit Christopher Tolkien hat er das ›Silmarillion‹ herausgegeben. ›Im Schatten des Himmels‹ wurde mit dem Sunburst Award als »Bester Roman des Jahres« sowie mit dem Prix Elbakin als »Bester Fantasy-Roman des Jahres« ausgezeichnet."


    Cover:
    Das Cover ist einfach faszinierend und hat sofort mein Augenmerk erhalten. Gold, Schwarz. Asiatisch anmutend und legendär verschnörkelt. Wunderschön und treffend. Eine Inspiration zur Geschichte. Etwas verspielt, gar nicht aufdringlich, eher schlicht und dennoch sehr anziehend. Der Schriftzug des Titels besticht und dieses Buch will man einfach zur Hand nehmen und den Klapptext lesen um mehr über „Im Schatten des Himmels“ zu erfahren. Dass mehr als 715 Seiten starke Buch sieht auch nach tagelangem Lesen noch ansehnlich und vorzeigbar aus. Trotz der Dicke und Seitenzahl liegt es angenehm in der Hand und lässt sich prima lesen. Hochwertige Verarbeitung, angenehme Kapiteleinteilung und ansprechendes Schriftbild, liebevolle Verzierungen. Mit Kartenmaterial und einem interessanten Nachwort des Autors.



    Fazit:
    Manche Bücher reißen den Leser so sehr mit, dass man es zu Ende lesen will, aber niemals beenden mag. „Im Schatten des Himmels“ ist so ein Glücksgriff und eine wahrhaftige Überraschung. Ein neuartiges Leseerlebnis der Historienfantasy.



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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wahnsinnig tolles Buch, eines meiner Highlights 2016!
    Im Schatten des Himmels

    Zum Inhalt:
    >>»250 sardianische Pferde, Geschöpfe von unvergleichlicher Schönheit und Seltenheit!« Als der Kriegermönch und Gelehrte Shen Tai für seine Heldentaten von der Jadeprinzessin des Nachbarreiches belohnt wird, macht ihn das überaus großzügige und gefährliche Geschenk auf einen Schlag zu einem der mächtigsten Männer im Reich der Mitte. Die Herrschenden von Kitai – eine Fantasy-Version des Chinas der Tang-Dynastie – wollen jedoch keinen neuen Konkurrenten neben sich dulden und senden Mörder aus, um Shen Tai aus dem Weg zu räumen. Nach einem ersten Attentatsversuch beschließt Shen Tai, in die Hauptstadt zu reisen, um die Pferde dem Kaiser zum Geschenk zu machen. Begleitet wird er von der jungen Kriegerin Wen Song, die geschworen hat, ihn mit ihrem Leben zu beschützen, und dem berühmten Dichter und Trunkenbold Sima Zian, der seinem jungen Freund mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Gefährten erwartet eine abenteuerliche und gefährliche Reise, auf der sich das Schicksal des Reiches entscheiden wird.<<

    „Im Schatten des Himmels“ von Guy Gavriel Kay ist das erste China-Fantasy Buch, das ich seit langem gelesen habe, denn meistens trifft dieser chinesische Aspekt nicht meinen Geschmack. Was aber nicht an der Thematik an sich, sondern oft einfach an der jeweiligen Umsetzung liegt. Hier muss ich sagen war ich von der ersten Seite an einfach total gefesselt und gefangen in dieser einzigartigen Welt und von seinen Charakteren. Ein historisches Fantasy-Werk der ganz besonderen Art! Der Autor bietet einem hier wirklich ein eindrucksvolles Lesevergnügen und nimmt einen mit in eine andere Zeit, in eine neue Welt und lässt eine Geschichte entstehen, die einen von Anfang an in ihren Bann zieht. Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen, denn auch der wundervolle Schreibstil und die Art, wie der Autor einem die Charaktere in Kombination mit der Geschichte näher bringt ist einfach große Klasse!

    http://lisakatharinabechter.jimdo.com/

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: „Im Schatten des Himmels“ von Guy Gavriel Kay ist absolut lesenswert! Für mich definitiv eines meiner Highlights 2016!
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    ban-aislingeachs avatar
    ban-aislingeachvor einem Jahr
    Kurzmeinung: History in Form von Fantasy - fast genial
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    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Epische Ausmaße, manchmal zu weitschweifig. Das Setting hat mir gut gefallen, ebenso der Schreibstil. Die große Begeisterung blieb aber aus.
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    Acida-2s avatar
    Acida-2vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine umfangreiche, manchmal schleppende, manchmal fesselnde, Geschichte um Liebe, Intrigen und Macht.
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    phantastische_fluchtens avatar
    phantastische_fluchtenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: der Meister der historischen Fantasy ist zurück. Diesmal führt er uns nach Asien
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    Franzis2110s avatar
    Franzis2110vor 2 Monaten

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    ein bildgewaltiges und fesselndes Epos

    Das ist spannend erzählt, detailreich gestaltet und durch überzeugende Figuren lebendig gehalten.

    Spannende, sprachlich und stilistisch niveauvolle Fantasy für Genrefans und an historischen Romanen interessierten Lesern.

    ›Im Schatten des Himmels‹ von Guy Gavriel Kay ist absolut lesenswert! Für mich definitiv eines meiner Highlights 2016!

    .beinhaltet, was das Herz eines Lesers begehrt: Ehre, Treue, Liebe, Mut, Hass, Verrat, Freundschaft und Intrigen, gemixt zu einer fesselnden Geschichte.

    Ein absolutes Meisterwerk in dem wahrlich alles richtig gemacht worden ist.

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