Guy Grieve Eine Büroklammer in Alaska

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Inhaltsangabe zu „Eine Büroklammer in Alaska“ von Guy Grieve

Guy Grieve führt ein Leben wie Millionen Büroangestellte
auch. Ein Job, eine Familie, ein Reihenhaus.
Schulden, lange Wege zur Arbeit – und das Gefühl, dass
etwas gründlich schiefläuft. Wenn er im Stau steht,
träumt er von Abenteuern am wildesten Ende der Welt.
Er träumt von Alaska.
Eines Tages setzt er alles auf eine Karte. Grieve, im
Freundeskreis für seine Ungeschicklichkeit berüchtigt,
zieht an den Yukon River. Er will dort überwintern.
Mitten in der Wildnis baut er eine Hütte. Er kämpft gegen
Wölfe, Bären und seine eigenen Dämonen, er lernt
Jagen und Eisfischen – und findet sich schließlich selbst.
Eine herzergreifende, wahre Geschichte. Erzählt mit
dem Augenzwinkern und dem schwarzen Humor eines
Mannes, der das Loch für seinen Kamin eigenhändig ins
Dach schoss.

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  • „Austeigen“ in radikaler Manier

    Eine Büroklammer in Alaska

    michael_lehmann-pape

    12. December 2016 um 14:19

    „Aussteigen“ in radikaler Manier „Es liegt in unserer Natur, dass uns die Hoffnung stärker antreibt als die Furcht“. Das gilt zumindest bei einigen, von anderen als überaus „wagemutig“ bezeichneten Personen. Und das gilt für Guy Grieve. Der nicht einfach eine moderne „Ich-wandere-aus“ Sehnsucht hatte und dabei einen zivilisierten Ort gegen einen anderen (mit mehr Sonne vielleicht“ eintauschte, wie es in manchen pseudo-Fernsehserien der Fall ist. Guy Grieve, im bürgerlichen Leben verankert und ohne besondere „Natur-Bursche“ Fähigkeiten zunächst versehen, folgt seinem inneren Drang, seiner starken Sehnsucht. Denn, das stellt er fest, dieses Alltagsgetriebe, diese Enge, Normierung, dieses „die Zukunft schon Tag für Tag vorwegnehmen können“, das bringt zumindest ihn immer weiter weg von sich selbst. „…dass ich nämlich kurz davor war, durchzudrehen und den Punkt erreicht hatte, an dem es kein Zurück gibt“. Den „Kerker der Existenz“ zurücklassen und dafür, auch das eine klare, extrem wirkende Entscheidung, die sich aber umgehend aus der Situation des Mannes erschließt, an „einen der einsamsten, wildesten Orte der Erde“ zu gehen. Begonnen hatte es zum einen mit dem immer stärker werdenden Eindruck, den Erwartungen in der Firma nicht genügen zu können, aber auch nicht genügen zu wollen. Falsche Richtung des Lebens einfach. Und begonnen hatte es mit dem Joggen in der freien Natur, das tatsächlich Entlastung für die eigene Seele mit sich brachte und die Natur näher rückte. Dennoch, eine extreme, nicht naheliegende Idee, die in Grieve gereift war und die er, allen Widrigkeiten zum Trotz, umsetzte. Nach Alaska. In die Wildnis. Alleine mit kaum vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten. „Unser Alltag bestand vor allem darin, zu strampeln, um nicht unterzugehen“. Also auf nach Alaska. Mit dem Vorsatz, dort eine Hütte zu bauen und einen Winter zu verbringen. Nah an der Natur, vor allem aber ganz anders als bisher im Getriebe der Welt. Die eigenen Kräfte in den Mittelpunkt stellen und überhaupt erst einmal erfahren, wieweit diese reichen und was wirklich für ein Mensch in der eigenen, körperlichen Hülle steckt. Dass alles erzählt Grieve gerade heraus, in einfacher, aber treffender Sprache. Und entfaltet dabei in Teilend es Werkes einen echten Abenteuerroman, bei dem, zeitlich befristet, Frau und Kinder zurückgelassen werden und gegen den Kampf gegen Kälte, wilde Tiere und der eigenen Unfertigkeit aufgenommen wird. Bis hin zum Einbruch in das Eis (nur gut, dass Grieve da schon zwei Messer bei sich hat und, noch wichtiger, mit diesen umgehen kann, wie er ebenso bereits in der Lage war, seinen Körper „eigene Entscheidungen“ in großer Schnelligkeit treffen zu lassen. Vorweggesagt, was kein großer Spoiler ist, Grieve übersteht diese Zeit und findet tatsächlich „seinen Kern“. Ein Erlebnis, das ihn für immer verändert hat. Und das für den Leser emotionale Verbindungen herstellt. Nicht, dass man nun unbedingt selbst „in die Wildnis“ müsste, es gibt viele individuelle Wege und Sehnsüchte. Das aber das „alltägliche Leben“ mit seiner Arbeits-, Geld-, und Konsumorientierung den Menschen nicht unbedingt näher zu sich führt, das wird dem Leser bei dieser Lektüre fassbar klar. Und hinterlässt Fragen an den eigenen Lebensstil und Lebensweg, die positiv beunruhigen.

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