Guy Stern

 4,7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

Guy Stern, geboren am 14. Januar 1922 in Hildesheim als Günther Stern, ist ein deutsch-amerikanischer Literaturwissenschaftler und ehemaliger Ritchie Boy. Er emigrierte 1937 in die USA und schloss sich dort der Spezialeinheit der Ritchie Boys an, die in Europa von 1944 bis Kriegsende deutsche Kriegsgefangene verhörte. Nach dem Krieg studierte er Romanistik und Germanistik und lehrte anschließend an zahlreichen amerikanischen und deutschen Universitäten. Seit seiner Emeritierung 2002 ist er Direktor des Instituts für Altruismusforschung am Holocaust-Museum in Detroit. Er ist Mitbegründer der Lessing Society, Vize-Präsident der Kurt Weill Foundation for Music und Präsident des PEN Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Große Verdienstkreuz der BRD, die Goethe-Medaille und die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Hildesheim. Guy Stern starb am 7. Dezember 2023.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Wir sind nur noch wenige (ISBN: 9783351039431)

Wir sind nur noch wenige

(3)
Erschienen am 13.01.2022

Neue Rezensionen zu Guy Stern

Cover des Buches Wir sind nur noch wenige (ISBN: 9783351039431)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Wir sind nur noch wenige" von Guy Stern

Bellis-Perennis
Ein beeindruckendes, langes Leben

Diese beeindruckende Autobiografie ist die Lebensgeschichte von Guy Stern, der 1922 als Günther Stern in Hildesheim geboren wurde. 1937 gelingt es dem Sohn jüdischer Eltern, als einzigem seiner Familie in die USA zu emigrieren. 1944 kehr er im Rahmen des „Unternehmen Overlord“ nach Europa zurück. Er gehörte der sogenannten „Ritchie Boys“ an, einer Spezialtruppe der US-Army, die deutsche Kriegsgefangene verhörten. 

Nach dem Krieg studiert er Romanistik und Germanistik. Guy Stern lehrt an zahlreichen amerikanischen Universitäten und hat, im Gegensatz zu vielen anderen emigrierten Juden, keine Scheu, auch in Deutschland zu lehren.  

Guy Stern ist Träger zahlreicher, auch deutscher, Auszeichnungen. 

Meine Meinung: 

Diese Autobiografie hat mich sehr berührt, da sie lebendig und authentisch erzählt wird. Ich hätte gerne mehr von den anderen „Ritchie Boys“ gelesen, denn der Titel suggeriert ein wenig, dass sich diese Soldaten später immer wieder getroffen haben und aufgrund des Geburtsjahres immer weniger werden.  

So erfahren wir sehr viele Details aus dem, an Aufregung reichen Leben des Guy Stern. Interessant ist, dass er dem Verbleib seiner Familie nicht weiter nachgeht, als klar ist, dass sie in einem der Vernichtungslager des NS-Regimes ermordet worden sind. 

Eindrucksvoll wird auch die Arbeit jener Organisationen geschildert, die dafür sorgen, dass zahlreiche Kinder aus jüdischen Familien aus Deutschland auswandern konnten. Nicht verschwiegen werden die bürokratischen Schikanen sowie auch die Zufälle, die Günther damals gerettet haben. Denn Günther ist mit seinen fünfzehn Jahren knapp an der Altersgrenze (16 Jahre), die für die Emigration gelten. 

Guy Ritchie hat zeit seines Lebens, das nun schon 100 Jahre währt, immer nach vorne geblickt und sich nicht unterkriegen lassen. Daran sollten sich die Menschen von heute ein Beispiel nehmen, wenn wegen jeder Kleinigkeit gejammert wird. 

Fazit: 

Eine beeindruckende Autobiografie, die ich sehr gerne weiter empfehle und der ich 5 Sterne gebe.

Cover des Buches Wir sind nur noch wenige (ISBN: 9783351039431)
Judithas avatar

Rezension zu "Wir sind nur noch wenige" von Guy Stern

Juditha
Ein aufregendes Leben

Günther hieß er in Deutschland, der Vorname Guy ist kurz und amerikanisch. Wie geht es einem Jungen, wenn er die Heimat, die Eltern und die Geschwister verlässt und als einziger den Holocaust überlebt - behütet von den Amerikanern? Es ist ein lebenslanges Trauma, das Stern mal mehr mal weniger erfolgreich verdrängt. Die Schuld bleibt auch beim fast Hundertjährigen immer noch sichtbar. Guy macht in Amerika Karriere, wie man so sagt, vom Tellerwäscher ... nein in diesem Fall vom Kellner zum Professor. Er beschreibt das  in einer etwas hölzernen Sprache, es liest sich im Englischen nicht besser als im Deutschen. Trotzdem ist der Werdegang interessant, man erlebt mit Guy rund 80 Jahre Geschichte, deutsche und amerikanische. Als Ritchieboy hat er viele einschneidende Erlebnisse, so wird die Lebensgeschichte nicht nur interessant sondern wirklich nervenaufreibend. Ich staune bei der Lektüre solcher Lebensberichte immer wieder, was Menschen in der Lage sind zu verkraften.

Cover des Buches Wir sind nur noch wenige (ISBN: 9783351039431)
B

Rezension zu "Wir sind nur noch wenige" von Guy Stern

birgitd
Guy Stern - Wir sind nur noch wenige

Die erste Hälfte des Buches schildert - die  Flucht aus Deutschland, er überlebte  einziges Mitglied seiner Familie .
Seine Jahre beim Geheimdienst der US-Armee, als Richie Boy, der dabei half, deutsche Kriegsgefangene zu verhören.
und dann seine Rückkehr und sein Aufstieg an der amerikanischen Universität,
das ist etwas, worüber man nachdenken sollte.
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines facettenreichen Lebens während und nach dem Zweiten Weltkrieg, das ich wirklich fesselnd fand.
Professor Stern besitzt die Fähigkeit, den Leser zu fesseln.
Ein toller Mann, ein toller Autor ein bewundernswertes leben

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