Guy de Maupassant

 3.9 Sterne bei 269 Bewertungen
Autor von Bel Ami, Ein Leben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Guy de Maupassant

Guy de Maupassant wurde 1850 in der Normandie geboren und verbrachte seine Kindheit in der französischen Hafenstadt Fécamp. In der Kreisstadt Yvetot besuchte er ein Internat, wo er seine ersten literarischen Tätigkeiten unternahm, wegen eines provokanten Gedichts dann aber der Schule verwiesen wurde. Sein angefangenen Jurastudium brach Maupassant ab und nahm nach dem preuß.-franz. Krieg eine Stelle als Angestellter im Ministerium an. Er lernte Zola und Flaubert kennen und veröffentlichte 1880 seine Novelle Boule de suif ("Fettklößchen"). Danach schrieb er vorallem erzählende Werke. Maupassant verstarb früh an schmerzvoll an Syphilis. Heute gilt er als einer der großen französischen Erzähler des 19. Jahrhunderts

Neue Bücher

Ein Leben
 (30)
Neu erschienen am 20.08.2018 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag .

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Guy de MaupassantBel Ami
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Bel Ami
Bel Ami
 (73)
Erschienen am 01.02.2015
Guy de MaupassantEin Leben
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Ein Leben
Ein Leben
 (30)
Erschienen am 20.08.2018
Guy de MaupassantStark wie der Tod
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Stark wie der Tod
Stark wie der Tod
 (14)
Erschienen am 01.09.2004
Guy de MaupassantAuf See
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Auf See
Auf See
 (8)
Erschienen am 14.08.2012
Guy de MaupassantFünfzig Novellen
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Fünfzig Novellen
Fünfzig Novellen
 (5)
Erschienen am 12.09.2002
Guy de MaupassantPierre und Jean
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Pierre und Jean
Pierre und Jean
 (5)
Erschienen am 28.06.2004
Guy de MaupassantNovellen Band II
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Novellen Band II
Novellen Band II
 (4)
Erschienen am 16.10.2006
Guy de MaupassantDer Horla
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Der Horla
Der Horla
 (4)
Erschienen am 01.06.2017

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Neue Rezensionen zu Guy de Maupassant

Neu
Giselle74s avatar

Rezension zu "Ein Leben" von Guy de Maupassant

Ein Frauenschicksal
Giselle74vor 2 Monaten

1883 ist dieses Romandebut Guy de Maupassants erschienen. Ein Debut, das es in sich hat und mit Donnerhall auf diesen ungeheuer begabten Autor aufmerksam macht. Allerdings nicht wegen der wunderbaren Sprache oder der gelungenen Gesamtkomposition, nein, die ungewohnte Freizügigkeit ist es, die teilweise Anstoss erregt.
De Maupassant beschreibt in seinem Erstling ein Frauenleben in höheren Kreisen. Die junge Jeanne kehrt mit siebzehn Jahren zu ihren Eltern zurück. In den Jahren davor hat sie ein strenges und weltabgeschiedenes Leben in einem Kloster geführt. Nun freut sie sich auf ein freieres Leben und hegt recht romantische Ideen, was Männer betrifft. Kaum in dem Landgut angekommen, das sie mit ihren Eltern bewohnen wird und das gerade erst als Mitgift zurecht gemacht wurde, verliebt sie sich in  Julien de Lamare und glaubt ihre Liebe erwidert. Der aus verarmten Adel stammende Lamare bittet um ihre Hand... und das Elend nimmt seinen Lauf. Und was für ein Elend! Jeanne, die das Leben mit ihren liebenswürdigen und großzügigen Eltern gewohnt ist, muss schnell feststellen, dass ihr Mann weder das eine noch das andere ist. Sie hat einen Geizhals geheiratet, der sie zudem mit anderen Frauen betrügt. Jeanne tröstet sich mit der ungebremsten Liebe zu ihrem Sohn, der noch in den Flitterwochen produziert worden ist. Aber auch diese Liebe soll nicht glücklich bleiben...
Maupassant zeigt den freien Fall einer wohlgeborenen Frau, die lebenslange Fremdbestimmung, erst durch die Eltern und das Kloster, wo jegliche Lebenserfahrung fern gehalten und das junge Mädchen grenzenlos naiv entlassen wird, dann durch ihren Mann, dem sie laut Gesetz zu gehorchen und dessen zunehmende Regelbrüche und Verletzungen sie laut Gesellschaft hinzunehmen hat. Und so wird ihr nach und nach jeder Wunsch nach Selbsterfüllung, jeder Funken Lebensfreude ausgetrieben. Jeannes Leben ist gleichförmig grau und lieblos. Nur ihr Sohn, den sie haltlos verwöhnt, bedeutet ihr noch etwas. Aber auch er wird ihre Liebe nicht erwidern, nur seinen Nutzen daraus ziehen.
Ein derart trostloses Buch so spannend zu schreiben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen mag, das ist große Kunst. Maupassant gelingt die Charakterisierung Jeannes mit viel Einfühlungsvermögen und psychologischem Hintergrund. Für einen Mann seiner Zeit eher ungewöhnlich. Denn noch sind Frauenrechte kein großes Thema, unter Napoleon wurden Frauen von den Bürgerrechten ausgeschlossen und einer Gehorsamspflicht unterworfen. Und warum sollte man kritisieren, was zum eigenen Vorteil gereicht? Maupassant tut es trotzdem und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ein grandioser Erstling also, der mich sprachlich und kompositorisch begeistert hat. Wobei mich das im Grunde natürlich wenig verwundert hat. Heute weiß man ja, was die Menschen damals nur ahnen konnten: dass da ein außergewöhnlich guter Autor am Anfang seines Weges steht.

Kommentare: 1
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pardens avatar

Rezension zu "Der Olivenhain" von Guy de Maupassant

Ein Blick in den Abgrund...
pardenvor einem Jahr

EIN BLICK IN DEN ABGRUND...

Sie war hübsch, von Natur etwas verdorben, mit einem kindlich naiven Ausdruck, den er ihr Engelsgesicht nannte. Es gelang ihr, ihn vollkommen in Fesseln zu schlagen und aus ihm einen jener verrückten Gefangenen zu machen, einen jener Liebesrasenden, die ein Blick oder eine Schürze auf dem Scheiterhaufen der tödlichen Leidenschaft brennen lässt...

In einem kleinen provenzalischen Dorf zwischen Marseille und Toulon lebt der Pfarrer Abbé Vilbois. Er war nicht immer schon Pfarrer, aber nach einer großen enttäuschten Lieber zu seiner Zeit als Baron in Paris zog Vilbois sich zurück und wollte fortan nur noch Gott dienen. Kleine Eitelkeiten erlaubt der Abbé sich noch heute - so ist er z.B. heimlich stolz darüber, trotz fortgeschrittenen Alters immer noch der stärkste Mann und einer der besten Schützen im Dorf zu sein. Doch alles in allem hat er seinen Frieden gefunden.

Abbé Vilbois lebt etwas außerhalb des Dorfes in einem Olivenhain. Eine Frau führt ihm den Haushalt, ansonsten ist er alleine mit sich und Gott. Als er eines Tages mit einem stolzen Fischfang nach Hause eilt, voller Vorfreude auf einen nur in Butter gedünsteten Barsch, erwartet ihn am Haus ein seltsamer Besuch. Ein junger Landstreicher, der Vilbois seltsam vertraut vorkommt, obwohl er ihm ganz sicher noch nie begegnet ist.

Schließlich erkennt der Abbé, dass man seine Vergangenheit nie wirklich hinter sich lassen kann, und der Abend mit dem seltsamen Besucher entwickelt sich zu einem Blick in den Abgrund...

Wie immer bei der Lektüre früherer Schriftsteller (Guy de Maupassant lebte von 1850 bis 1893), musste ich mich an den altertümlichen Schreibstil zunächst gewöhnen. Dann aber nahm mich die Eindringlichkeit der Erzählung gefangen. Wie in vielen seiner Werke ist auch in dieser Novelle die Qual der Kreatur das Kernthema. Der Pfarrer, isoliert und auf sich selbst zurückgeworfen, nimmt sich durch den fremden Besucher zunehmend selbst in seiner Vereinsamung wahr, durchlebt noch einmal den damaligen Verrat seiner Geliebten, ungleich verstärkt durch das, was der Fremde ihm erzählt. Dabei nimmt de Maupassant eine eher objektive Erzählperspektive ein, bietet dem Leser keine wirkliche Identifikationsfläche, lässt ihn dann auch recht abrupt mit dem überraschenden Ende allein.

Gelesen wird das Hörbuch (62 Minuten) von Heidi Maschler-Pichler, deren Vortrag mich nur bedingt überzeugen konnte. Französische Namen mit österreichischem Akzent gelesen waren für mich eher amüsant denn gelungen, und vor allem zu Beginn geriet die Lesung oftmals sehr statisch, manchmal wie abgehackt, was mich in jedem Fall störte. Das Tempo des Vortrags allerdings war passend, und später schien sich auch Frau Maschler-Pichler in die Erzählung eingefunden zu haben.

Insgesamt ein netter Einblick in das Werk Guy de Maupassants, der durchaus Lust auf mehr macht!


© Parden

Kommentare: 5
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KasiaJaeckels avatar

Rezension zu "Das Freudenhaus" von Guy de Maupassant

Versuch & Reinfall
KasiaJaeckelvor 2 Jahren

Frankreich wollte ich entdecken. Auch gern das Frankreich eines anderen Jahrhunderts. Auf dem Weg zum Ziel habe ich mich sehr vergriffen. "Das Freudenhaus" möchte gern Gesellschaftssatire sein und war zu seiner Zeit gegebenenfalls auch sprachlich eine Neuerung, denn die Sprache ist für das 19.Jahrhundert recht schnörkellos und klar gehalten. An altertümlichen Wendungen mangelt es dennoch nicht. Letzteres aber nimmt man ja in Kauf, wenn man sich für einen Klassiker entscheidet.
Als Gesellschaftskritik oder -satire lasse ich dieses Büchlein Herrn Maupassant nicht durchgehen. Bevor ich mich weiter in meine Begründung vertiefe kurz zum Inhalt:

Wir sind in einem französichem Städtchen der damaligen Zeit und lernen ein Bordell samt deren Bewohnerinnen kennen. Die Besitzerin und die dort tätigen Damen haben ein sehr familiäres Miteinander. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Inhaberin alle ihre Mitarbeiterinnen auf eine Kurzreise in das heimatliche Dorf mitnimmt als sie zu der Erstkommunion ihrer Nichte geladen wird. Hier spielt sich dann der Hauptteil der Geschichte ab, wobei angeschnittene Aspekte der Dorfcharaktere völlig unter den Tisch fallen. Die Damen ergehen sich in tiefen Emotionen angesichts der Unschuld der jungen Nichte und der Kommunion. Fahren dann aber natürlich in ihren Alltag zurück.
Soviel dazu.

Daumen runter!

Wie schon oben angesprochen: Ich weigere mich die Geschichte zu Gesellschaftskritiken einzureihen. Die Beschreibungen der einzelnen Prostituierten sind dermaßen makaber und überzogen - man gewinnt schnell den Eindruck, dass der Autor sich über diese Gesellschaftsschicht lustig macht. Auch zu deren Alltag kommt keine echte (auch keine satirische) Kritik rüber. Die Sprache ist schlicht für die Zeit, kippt aber ins Einfallslose und Langweilige.
Ich glaube das langt vollkommen als Aussage zu dem Büchlein, mehr ist Verschwendung von Zeit und Augenlicht.

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Gespräche aus der Community

Neu
Mare_Verlags avatar
Liebe Lovelybooks-Freunde,

schon geht es weiter mit der nächsten Vorableserunde.
Am 11. August 2015 erscheint ein neuer Titel in unserer wunderbaren Klassiker-Reihe: Guy de Maupassants »Ein Leben«. Hier habt ihr die Möglichkeit, euch schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin um eins von 15 exklusiven Vorableseexemplaren zu bewerben.

Zum Buch:
Ein feudales Landgut an der Küste der Normandie zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Frisch aus der Klosterschule entlassen, kann die 17-jährige Jeanne es kaum erwarten, die romantische Liebe kennenzulernen, und ist entzückt, als der gut aussehende Julien de Lamare sie zur Frau erwählt. Doch schon die Hochzeitsnacht ist ein Schock für die zu Naivität und Unmündigkeit erzogene Jeanne. Während der Flitterwochen auf Korsika findet sie zwar allmählich mehr Gefallen an den ehelichen Pflichten, muss zugleich aber feststellen, dass sie einen unerträglichen Geizhals geheiratet hat. Dies sind indes nur die ersten in einer langen Reihe von Enttäuschungen . . .

»Da wurde ihr klar, dass sie nichts mehr zu tun hatte«, heißt es über Jeanne kurz nach ihrer Hochzeit. Mit solchen Schlüsselsätzen bringt Maupassant in seinem 1883 erschienenen Romandebüt die damalige eheliche Situation wohlhabender Frauen und die Nichtsnutzigkeit einer ganzen sozialen Klasse auf den Punkt. Die offene Darstellung weiblicher Psychologie und Sexualität mutet außergewöhnlich modern an und führte seinerzeit dazu, dass der Roman aus allen Bahnhofsbuchhandlungen verbannt wurde und sogar im Parlament Aufsehen erregte. Endlich nun wird den deutschen Lesern eines der großen literarischen Frauenschicksale des 19. Jahrhunderts in moderner Übersetzung zugänglich gemacht.

»Was uns Ein Leben in Hülle und Fülle bietet, ist das Leben selbst:
eine lebenspralle Handlungsführung, eine lebensnahe Charakterzeichnung, ein lebhaftes Gespür dafür, wie ungerecht das Leben sein kann – besonders für Frauen.« Julian Barnes 

Hier geht's zur Leseprobe.

Möchtet Ihr zu den 15 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet uns dazu bis zum 27. Juli 2015 die folgende Frage: 
Guy de Maupassant erzählt in seinem Roman vom Leben einer jungen Frau zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Könnt Ihr Euch vorstellen damals gelebt zu haben? Was hättet Ihr an einem Leben vor 200 Jahren schön gefunden und was gar nicht?

Wir sind sehr gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen!

Euer mareverlag 

* Bedingung ist wie immer, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Guy de Maupassant wurde am 05. August 1850 in auf Schloss Miromesnil, Normandie (Frankreich) geboren.

Community-Statistik

in 433 Bibliotheken

auf 40 Wunschlisten

von 9 Lesern aktuell gelesen

von 6 Lesern gefolgt

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