Guy de Maupassant

 3.9 Sterne bei 279 Bewertungen
Autor von Bel Ami, Ein Leben und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Guy de Maupassant

Guy de Maupassant wurde 1850 in der Normandie geboren und verbrachte seine Kindheit in der französischen Hafenstadt Fécamp. In der Kreisstadt Yvetot besuchte er ein Internat, wo er seine ersten literarischen Tätigkeiten unternahm, wegen eines provokanten Gedichts dann aber der Schule verwiesen wurde. Sein angefangenen Jurastudium brach Maupassant ab und nahm nach dem preuß.-franz. Krieg eine Stelle als Angestellter im Ministerium an. Er lernte Zola und Flaubert kennen und veröffentlichte 1880 seine Novelle Boule de suif ("Fettklößchen"). Danach schrieb er vorallem erzählende Werke. Maupassant verstarb früh an schmerzvoll an Syphilis. Heute gilt er als einer der großen französischen Erzähler des 19. Jahrhunderts

Alle Bücher von Guy de Maupassant

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Buchformat:
Cover des Buches Bel Ami9783958701595

Bel Ami

 (77)
Erschienen am 01.02.2015
Cover des Buches Ein Leben9783832164737

Ein Leben

 (34)
Erschienen am 20.08.2018
Cover des Buches Stark wie der Tod9783596161560

Stark wie der Tod

 (14)
Erschienen am 01.09.2004
Cover des Buches Auf See9783866481664

Auf See

 (8)
Erschienen am 14.08.2012
Cover des Buches Fünfzig Novellen9783717512684

Fünfzig Novellen

 (5)
Erschienen am 12.09.2002
Cover des Buches Pierre und Jean9783458347279

Pierre und Jean

 (5)
Erschienen am 28.06.2004
Cover des Buches Novellen Band II9783717521228

Novellen Band II

 (4)
Erschienen am 16.10.2006
Cover des Buches Der Horla9783958555006

Der Horla

 (4)
Erschienen am 01.06.2017

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Neue Rezensionen zu Guy de Maupassant

Neu

Rezension zu "Ein Leben" von Guy de Maupassant

Ein Frauenschicksal im 19. Jahrhundert
Buchraettinvor einem Jahr

Ein Roman aus vergangenen Zeiten. Das 19. Jahrhundert. Es ist eine Geschichte, die eine Frau in den Mittelpunkt stellt. Sie wächst in Reichtum auf, behütet, voller romantischer Träume in Bezug auf ihr Leben, die zukünftige Liebe ihres Lebens und dennoch voller Unwissen, was da auf sie zukommen wird. Sie kommt zurück auf das Landgut ihrer Eltern in der Normandie. Aufgewachsen in einer Klosterschule, unwissend und voller Tatendrang das Leben zu entdecken.
Ein junger Mann umwirbt sie- „Julien de Jeanne“. Die Hochzeitsnacht scheint wie eine Art Schock für sie zu sein, doch die Hochzeitsreise entschädigt und sie scheint Gefallen zu finden, am Verheiratet sein. Doch zurück im Alltag holt dieser sie ein. Ihr Mann spart an allen Ecken und Kanten und es warten noch einige unangenehme Überraschungen auf sie.
Es hat dieses besondere Flair, diese Geschichte. Man spürt es durch den ein wenig altertümlich wirkenden Erzählstil, dennoch liest sich die Geschichte locker und leicht. Erstmals 1883 erschienen und hier nun neu übersetzt, spürt man als Leser den Ton der damaligen Zeit, aber für mich war es sehr gut zu lesen, da es dieser Stil von damals hier nicht überwiegt, sondern es eher modern erzählt ist.

Im Anhang finden sich vielseitige Anmerkungen zum Text. Kleine Details, die Dinge erklären oder näher beschreiben in der Geschichte. Für mich war das sehr gelungen.
Ebenso finden sich hier Briefe, Entwürfe und ein Nachwort von Julian Barnes und ein Zitatnachweis.
Die Geschichte entführt den Leser in eine andere Welt. Eine vergangene Welt. Eine Welt, in der Frauen im Unklaren gelassen wurde, bezüglich auf die Biologie des Körpers, Unmündig gegen ihrem Mann, abhängig von ihm. Die Figur Jeanne ist dennoch voller Träume und Sehnsüchte.
Doch schnell erwacht sie in er Realität.
Sehr gut gefallen hat mir die Figur ihrer Mutter. Ihre eigene Realität schaffend, dadurch alle an sich bindet und für sie diensteifrig zur Seite stehend. Ich fand ihre dramatische Darstellung sehr gelungen und sie als Figur sehr lebendig. Julien wirkte anfangs noch sympathisch, verwandelt sich im Lauf der Ehe und Geschichte immer mehr zum Gegenteil.
Anfangs fand ich das Buch sehr fesselnd und gelungen, das ließ im Laufe der Geschichte etwas nach. Für mich plätscherte es da etwas, aber zum Ende konnte ich mich wieder fesseln.
Ein durchaus anspruchsvolles Buch über eine Frau, die voller Träume und Sehnsüchte auf ihr Leben schaut und dann entdecken muss, dass die Realität eines Frauenlebens im 19. Jahrhundert doch ganz anders ist.



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Rezension zu "Ein Leben" von Guy de Maupassant

Ein Frauenschicksal
Giselle74vor 2 Jahren

1883 ist dieses Romandebut Guy de Maupassants erschienen. Ein Debut, das es in sich hat und mit Donnerhall auf diesen ungeheuer begabten Autor aufmerksam macht. Allerdings nicht wegen der wunderbaren Sprache oder der gelungenen Gesamtkomposition, nein, die ungewohnte Freizügigkeit ist es, die teilweise Anstoss erregt.
De Maupassant beschreibt in seinem Erstling ein Frauenleben in höheren Kreisen. Die junge Jeanne kehrt mit siebzehn Jahren zu ihren Eltern zurück. In den Jahren davor hat sie ein strenges und weltabgeschiedenes Leben in einem Kloster geführt. Nun freut sie sich auf ein freieres Leben und hegt recht romantische Ideen, was Männer betrifft. Kaum in dem Landgut angekommen, das sie mit ihren Eltern bewohnen wird und das gerade erst als Mitgift zurecht gemacht wurde, verliebt sie sich in  Julien de Lamare und glaubt ihre Liebe erwidert. Der aus verarmten Adel stammende Lamare bittet um ihre Hand... und das Elend nimmt seinen Lauf. Und was für ein Elend! Jeanne, die das Leben mit ihren liebenswürdigen und großzügigen Eltern gewohnt ist, muss schnell feststellen, dass ihr Mann weder das eine noch das andere ist. Sie hat einen Geizhals geheiratet, der sie zudem mit anderen Frauen betrügt. Jeanne tröstet sich mit der ungebremsten Liebe zu ihrem Sohn, der noch in den Flitterwochen produziert worden ist. Aber auch diese Liebe soll nicht glücklich bleiben...
Maupassant zeigt den freien Fall einer wohlgeborenen Frau, die lebenslange Fremdbestimmung, erst durch die Eltern und das Kloster, wo jegliche Lebenserfahrung fern gehalten und das junge Mädchen grenzenlos naiv entlassen wird, dann durch ihren Mann, dem sie laut Gesetz zu gehorchen und dessen zunehmende Regelbrüche und Verletzungen sie laut Gesellschaft hinzunehmen hat. Und so wird ihr nach und nach jeder Wunsch nach Selbsterfüllung, jeder Funken Lebensfreude ausgetrieben. Jeannes Leben ist gleichförmig grau und lieblos. Nur ihr Sohn, den sie haltlos verwöhnt, bedeutet ihr noch etwas. Aber auch er wird ihre Liebe nicht erwidern, nur seinen Nutzen daraus ziehen.
Ein derart trostloses Buch so spannend zu schreiben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen mag, das ist große Kunst. Maupassant gelingt die Charakterisierung Jeannes mit viel Einfühlungsvermögen und psychologischem Hintergrund. Für einen Mann seiner Zeit eher ungewöhnlich. Denn noch sind Frauenrechte kein großes Thema, unter Napoleon wurden Frauen von den Bürgerrechten ausgeschlossen und einer Gehorsamspflicht unterworfen. Und warum sollte man kritisieren, was zum eigenen Vorteil gereicht? Maupassant tut es trotzdem und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ein grandioser Erstling also, der mich sprachlich und kompositorisch begeistert hat. Wobei mich das im Grunde natürlich wenig verwundert hat. Heute weiß man ja, was die Menschen damals nur ahnen konnten: dass da ein außergewöhnlich guter Autor am Anfang seines Weges steht.

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Rezension zu "Der Olivenhain" von Guy de Maupassant

Ein Blick in den Abgrund...
pardenvor 3 Jahren

EIN BLICK IN DEN ABGRUND...

Sie war hübsch, von Natur etwas verdorben, mit einem kindlich naiven Ausdruck, den er ihr Engelsgesicht nannte. Es gelang ihr, ihn vollkommen in Fesseln zu schlagen und aus ihm einen jener verrückten Gefangenen zu machen, einen jener Liebesrasenden, die ein Blick oder eine Schürze auf dem Scheiterhaufen der tödlichen Leidenschaft brennen lässt...

In einem kleinen provenzalischen Dorf zwischen Marseille und Toulon lebt der Pfarrer Abbé Vilbois. Er war nicht immer schon Pfarrer, aber nach einer großen enttäuschten Lieber zu seiner Zeit als Baron in Paris zog Vilbois sich zurück und wollte fortan nur noch Gott dienen. Kleine Eitelkeiten erlaubt der Abbé sich noch heute - so ist er z.B. heimlich stolz darüber, trotz fortgeschrittenen Alters immer noch der stärkste Mann und einer der besten Schützen im Dorf zu sein. Doch alles in allem hat er seinen Frieden gefunden.

Abbé Vilbois lebt etwas außerhalb des Dorfes in einem Olivenhain. Eine Frau führt ihm den Haushalt, ansonsten ist er alleine mit sich und Gott. Als er eines Tages mit einem stolzen Fischfang nach Hause eilt, voller Vorfreude auf einen nur in Butter gedünsteten Barsch, erwartet ihn am Haus ein seltsamer Besuch. Ein junger Landstreicher, der Vilbois seltsam vertraut vorkommt, obwohl er ihm ganz sicher noch nie begegnet ist.

Schließlich erkennt der Abbé, dass man seine Vergangenheit nie wirklich hinter sich lassen kann, und der Abend mit dem seltsamen Besucher entwickelt sich zu einem Blick in den Abgrund...

Wie immer bei der Lektüre früherer Schriftsteller (Guy de Maupassant lebte von 1850 bis 1893), musste ich mich an den altertümlichen Schreibstil zunächst gewöhnen. Dann aber nahm mich die Eindringlichkeit der Erzählung gefangen. Wie in vielen seiner Werke ist auch in dieser Novelle die Qual der Kreatur das Kernthema. Der Pfarrer, isoliert und auf sich selbst zurückgeworfen, nimmt sich durch den fremden Besucher zunehmend selbst in seiner Vereinsamung wahr, durchlebt noch einmal den damaligen Verrat seiner Geliebten, ungleich verstärkt durch das, was der Fremde ihm erzählt. Dabei nimmt de Maupassant eine eher objektive Erzählperspektive ein, bietet dem Leser keine wirkliche Identifikationsfläche, lässt ihn dann auch recht abrupt mit dem überraschenden Ende allein.

Gelesen wird das Hörbuch (62 Minuten) von Heidi Maschler-Pichler, deren Vortrag mich nur bedingt überzeugen konnte. Französische Namen mit österreichischem Akzent gelesen waren für mich eher amüsant denn gelungen, und vor allem zu Beginn geriet die Lesung oftmals sehr statisch, manchmal wie abgehackt, was mich in jedem Fall störte. Das Tempo des Vortrags allerdings war passend, und später schien sich auch Frau Maschler-Pichler in die Erzählung eingefunden zu haben.

Insgesamt ein netter Einblick in das Werk Guy de Maupassants, der durchaus Lust auf mehr macht!


© Parden

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Ein Lebenundefined
Liebe Lovelybooks-Freunde,

schon geht es weiter mit der nächsten Vorableserunde.
Am 11. August 2015 erscheint ein neuer Titel in unserer wunderbaren Klassiker-Reihe: Guy de Maupassants »Ein Leben«. Hier habt ihr die Möglichkeit, euch schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin um eins von 15 exklusiven Vorableseexemplaren zu bewerben.

Zum Buch:
Ein feudales Landgut an der Küste der Normandie zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Frisch aus der Klosterschule entlassen, kann die 17-jährige Jeanne es kaum erwarten, die romantische Liebe kennenzulernen, und ist entzückt, als der gut aussehende Julien de Lamare sie zur Frau erwählt. Doch schon die Hochzeitsnacht ist ein Schock für die zu Naivität und Unmündigkeit erzogene Jeanne. Während der Flitterwochen auf Korsika findet sie zwar allmählich mehr Gefallen an den ehelichen Pflichten, muss zugleich aber feststellen, dass sie einen unerträglichen Geizhals geheiratet hat. Dies sind indes nur die ersten in einer langen Reihe von Enttäuschungen . . .

»Da wurde ihr klar, dass sie nichts mehr zu tun hatte«, heißt es über Jeanne kurz nach ihrer Hochzeit. Mit solchen Schlüsselsätzen bringt Maupassant in seinem 1883 erschienenen Romandebüt die damalige eheliche Situation wohlhabender Frauen und die Nichtsnutzigkeit einer ganzen sozialen Klasse auf den Punkt. Die offene Darstellung weiblicher Psychologie und Sexualität mutet außergewöhnlich modern an und führte seinerzeit dazu, dass der Roman aus allen Bahnhofsbuchhandlungen verbannt wurde und sogar im Parlament Aufsehen erregte. Endlich nun wird den deutschen Lesern eines der großen literarischen Frauenschicksale des 19. Jahrhunderts in moderner Übersetzung zugänglich gemacht.

»Was uns Ein Leben in Hülle und Fülle bietet, ist das Leben selbst:
eine lebenspralle Handlungsführung, eine lebensnahe Charakterzeichnung, ein lebhaftes Gespür dafür, wie ungerecht das Leben sein kann – besonders für Frauen.« Julian Barnes 

Hier geht's zur Leseprobe.

Möchtet Ihr zu den 15 Vorablesern gehören?* Dann bewerbt Euch gleich und beantwortet uns dazu bis zum 27. Juli 2015 die folgende Frage: 
Guy de Maupassant erzählt in seinem Roman vom Leben einer jungen Frau zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Könnt Ihr Euch vorstellen damals gelebt zu haben? Was hättet Ihr an einem Leben vor 200 Jahren schön gefunden und was gar nicht?

Wir sind sehr gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen!

Euer mareverlag 

* Bedingung ist wie immer, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

370 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Guy de Maupassant wurde am 05. August 1850 in auf Schloss Miromesnil, Normandie (Frankreich) geboren.

Community-Statistik

in 457 Bibliotheken

auf 40 Wunschlisten

von 8 Lesern aktuell gelesen

von 6 Lesern gefolgt

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