Gwen Bristow Der unsichtbare Gastgeber

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Der unsichtbare Gastgeber“ von Gwen Bristow

Roman. Einmalige Sonderausgabe. 296 S.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Und dann gabs keines mehr

    Der unsichtbare Gastgeber

    TheRavenking

    Agatha Christie schrieb mit ihrem Roman Und dann gabs keines mehr Geschichte. Es wurde ihr größter Erfolg und ist bis heute der meistverkaufte Kriminalroman aller Zeiten. Die Handlung dürfte bekannt sein: 10 Menschen erhalten eine Einladung auf eine abgeschiedene Insel. Dort erwartet sie der Tod, ihr Gastgeber will sie für ihre vergangenen Sünden richten. Nach und nach werden sie von unsichtbarer Hand ermordet und bald kommt ihnen ein furchtbarer Verdacht: Der Täter könnte einer von ihnen sein. Was weniger bekannt ist: Christie war nicht die Erste, die diese Idee hatte. Bereits 9 Jahre vorher war ein Roman erschienen, der das Konzept vorweg nahm. Die Autorin war die Amerikanerin Gwen Bristow, die gemeinsam mit ihrem Mann, dem Drehbuchautor Bruce Manning die Handlung ausgetüftelt hatte. Acht Menschen flattert eine Einladung zu einer Überraschungsparty ins Haus. Da die Nachricht anonym ist, können sie nur spekulieren, wer der Absender ist und jeder der Gäste vermutet eine andere Person hinter den Zeilen. Die Adressaten gehören zur Creme de la Creme der Gesellschaft von New Orleans. Eine reiche Dame, ein erfolgreicher Arzt, ein Millionär, eine berühmte Filmschauspielerin, ein aufstrebender Dramatiker, der gleich mit seinem ersten Stück am Broadway reüssieren konnte, eine bekannte Rechtsanwältin, ein Kommunalpolitiker und ein bedeutender Künstler. Am besagten Abend zusammenkommend wundert man sich, warum der Gastgeber nicht auftaucht. Da ertönt eine Stimme aus einem Lautsprecher. Sie lädt die Gäste zum Spiel auf Leben und Tod ein. Was sich zunächst wie ein böser Scherz anhört, wird bald zum bitteren Ernst, als die Leiche einer weiteren neunten Person auftaucht. Der Unsichtbare Gastgeber unterscheidet sich in zwei wichtigen Punkten von Christies Klassiker: Zum einen ist der Schauplatz der Handlung kein abgeschiedenes Eiland, sondern die Dachwohnung eines Hochhauses. Immerhin gehört dazu auch ein Dachgarten, trotzdem ist der Freiraum der handelnden Personen beschränkt. Zum anderen ist der unsichtbare Gastgeber hier permanent anwesend, mittels Lautsprecher hält er ständig den Kontakt zu seinen Opfern, gönnt ihnen zwischendurch nur kurze Ruhepausen, bevor er sich wieder zu Wort meldet. Agatha Christie erkannte wohl gleich das Potenzial des Konzepts, ihr fielen aber auch sicherlich die Schwächen in der Ausführung auf. Vieles wird hier unnötig verkompliziert. Während bei einer Insel das Meer eine natürliche Barriere zur Außenwelt bildet, muss das Apartment in Der Unsichtbare Gastgeber durch Starkstromleitungen und versteckte Gasbomben gesichert werden, welche die Gäste daran hindern sollen, die Flucht zu ergreifen. Die Morde sind bei Christie recht simpel gehalten, Bristow dagegen entwirft hanebüchene Todesfallen, deren Erfolg zu großem Umfang vom Zufall abhängt. Christies Gestalten mögen auf den ersten Blick Klischees sein, aber sie werden auf den Seiten lebendig. Die Einführung – so kurz und kompakt sie auch gehalten ist – reicht damit sie vor dem inneren Auge des Lesers Gestalt annehmen. Bristows Figuren sind austauschbare Abziehbilder ohne jegliche Präsenz. So musste ich immer wieder zurückblättern um nachzuschauen, welche Person denn nun genau welchen Beruf oder Status inne hat. Hinzu kommen weitere Seltsamkeiten, so werden die Bediensteten, die extra für diesen Abend angeheuert wurden vom Unbekannten vor dem Beginn des Spiels vorsorglich betäubt, da sie ja nicht Ziel seiner mörderischen Rache sind. Christie stellt ihren unsichtbaren Richter U. N. Owen mittels einer kurzen Tonbandaufnahme vor. Diese enthält alles, was gesagt werden muss, und danach werden die Gäste ihrem Schicksal überlassen, auf das sie sich in ihrem Misstrauen und der wachsenden Paranoia gegenseitig zerfleischen. Es bedarf dort keiner Dauernarration durch den Bösen, um eine Atmosphäre der Beklemmung zu schaffen. Bei Gwen Bristow redet und redet und redet der Gastgeber, was ihm nicht nur eine sagenhafte Arroganz verleiht, sondern ihn auch mit fortlaufender Handlung immer nervtötender werden lässt. Er erklärt das, was eigentlich keiner Erklärung bedürfte. Dass die eingeladenen Personen ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, wird auch so offensichtlich. Zudem wird durch diesen irritierenden Kunstgriff die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse bis zur Schmerzgrenze strapaziert. Der Unsichtbare Gastgeber ist Trivialliteratur der langweiligeren Sorte. Heute hoffnungslos überholt und selbst für Fans klassischer Detektivliteratur eher ermüdend. Gwen Bristows Karriere als Spannungsautorin war nicht von großer Dauer. Zwar verfasste sie im Folgenden noch zwei weitere Kriminalromane, verlegte sich dann aber im weiteren Lauf ihres Schaffens auf historische Literatur. Immerhin ihr Roman Der Unsichtbare Gastgeber wurde sogar unter dem Titel The Ninth Guest verfilmt. Es wäre allzu einfach Agatha Christie für ihren Ideenklau zu verurteilen, aber beim Lesen des Bristow-Werkes wird einem noch einmal deutlich, wie brillant Christies Leistung tatsächlich ist und wie hervorragend und effektiv ihr Roman im Vergleich mit dem plumpen Vorgänger ausfällt.

    Mehr
    • 3

    danielamariaursula

    08. April 2016 um 19:36
  • Eine Leiche zum Dessert für arme

    Der unsichtbare Gastgeber

    simonfun

    02. May 2013 um 15:55

    Acht Personen aus der Society New Orleans werden von einem unbekannten Gastgeber zu einer Party in ein Penthouse eingeladen, um dort nacheinander ermordet zu werden. Die Geschichte ähnelt stark an die Verfilmungen "Zehn kleine Negerlein" (1966) und "Eine Leiche zum Dessert" (1976). In diesem Fall sind die Filme zur Abwechslung mal deutlich besser als das Buch. Der Schreibstil ist untere Schublade, Logigfehler häufen sich und das angekündigte Spiel ist praktisch nicht erkennbar. Die Geschichte ist für zwischendurch ganz nett, wenn man beim Lesen völlige IQ-Nullstellung erreichen möchte. Wie auch immer - am Besten das Buch wegwerfen und einen anderen Ladenhüter lesen!

    Mehr
  • Rezension zu "Der unsichtbare Gastgeber" von Gwen Bristow

    Der unsichtbare Gastgeber

    nana_what_else

    19. October 2010 um 17:43

    Ich war diesen Sommer auf einer Tiroler Hütte, fast eine Woche lang eingeschneit ^^ Dort oben entdeckte ich diesen Roman.. und er wurde in stiller Einsamkeit und bei offenem Feuer verschlungen.. :D Alles in allem würde ich diesen "Thriller" so beschreiben (und bin auch überzeugt davon, dass es treffend ist .grins.) : Mich erinnerte das ganze an Saw. Zwar in stark abgeschwächter Form (der Roman ist immerhin bereits mehrere Jahrzehnte alt) und weniger blutrünstig. Aber er könnte meiner Meinung nach als Vorlage oder Inspiration gedient haben ^^ Wie es mir auf besagter Hütte, nach dem Lesen dieses Buches ging, verrate ich hier besser nicht.. :D

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks