Gwen Bristow Gwen Bristow : Tiefer Süden. Roman

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Inhaltsangabe zu „Gwen Bristow : Tiefer Süden. Roman“ von Gwen Bristow

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    Gwen Bristow : Tiefer Süden. Roman
    Saralonde

    Saralonde

    31. March 2012 um 16:00

    Die 15-jährige Judith aus Connecticut ist mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf einem Boot in Louisiana unterwegs, um sich dort niederzulassen und ein neues Leben auf der eigenen Plantage zu beginnen. Unterwegs begegnen sie dem etwas zwielichtigen Philipp, in den sich Judith prompt verliebt. Kaum am Ziel angekommen, brennt sie mit ihm durch. Philipp hat wie Judiths Vater Land von der englischen Krone für Verdienste im Krieg bekommen. Auch er gründet eine Indigo-Plantage. Wie wird Judiths Leben dort aussehen? Die Geschichte des jungen Paares und des Aufbaus ihrer Plantage fesselt vom ersten Moment an. Die ganzen Widrigkeiten, die sie in Lousiana erwarten, Krankheit, Ungeziefer, mörderische Hitze, durchleben und durchleiden wir mit ihnen. Die Charaktere sind sympathisch, auch wenn Judiths anfängliche Naivität manchmal schon zum Haareraufen ist. Doch sie ist zu Beginn des Buchs ja auch erst 15. Sie wird einige Prüfungen durchmachen und daran reifen. Die politischen Hintergründe, die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, der mehrfache Besitzwechsel des Landes Louisianas, der Beginn der Plantagenwirtschaft, Gelbfieberepidemien, all das bildet ein wunderbares Panorama, vor dem die Familiengeschichte wunderbar und anschaulich erzählt wird. Besonders interessant fand ich auch, dass auf den Plantagen zunächst Indigo angebaut wurde, bis man durch technische Errungenschaften auf Zuckerrohr und Baumwolle umstieg. Auch dies wird sehr anschaulich geschildert. Ein Thema ist natürlich auch die Sklaverei, die für die Protagonisten des Buchs einfach selbstverständlich war, uns aber natürlich abstößt. Die Familie behandelt ihre Sklaven sehr gut, an einem Beispiel wird jedoch deutlich, wie gnadenlos ausgeliefert diese ihren Besitzern waren. Auch thematisiert wird das Leben der armen weißen Bevölkerung, die eben keine Plantage ihr Eigen nennen können. Etwas irritierend ist die – halt nun mal 50 Jahre alte – Übersetzung, es wird teilweise sehr wörtlich übersetzt, außerdem wird wirklich alles eingedeutscht. Neuorleans! Pennsylvanien! Der Schreibstil ist jedoch sehr gefällig und liest sich hervorragend. Kurzum eine runde, fesselnde Familiensaga, die den Leser völlig in ihren Bann zieht. Ich freue mich schon auf die beiden folgenden Teile.

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