"Die Rostjungfern" hat mich an meine Grenzen gebracht.
Nicht etwa, weil Ekel in dieser Geschichte mitgeschwungen wäre. Oder weil ich mich gelangweilt hätte. Nein nein, das war es nicht.
Ich bin an die Grenzen meiner Fantasie gestoßen. Ich habe wirklich mit aller Macht versucht ein Bild von den sich langsam verwandelnden Mädchen vor meinem geistigen Auge entstehen zu lassen - es gelang mir nicht.
Auch wenn Gwendolyn Kiste es hier und da mit ein paar Beschreibungen versuchte, ich wurde daraus nicht schlüssig und je weiter die Geschichte vorran schritt, desto größere Probleme hatte ich mit den Titel gebenden Mädchen.
Das war wahrscheinlich mein Hauptproblem mit dieser rund 400 Seiten umfassenden Geschichte. Sollte einem ja Hoffnung geben, da das durchaus ein Einzelfall sein kann - wahrscheinlich wird es viele Leser*innen dieses Werkes geben, die mein Gejaule nicht verstehen können.
Aber.
Aber da war leider noch mehr..
Ich hatte mich seit der Ankündigung so auf die Geschichte der jungen Phoebe gefreut: Gerade die High School beendet, sollte man meinen ihr stünde die Welt offen.
Pustekuchen.
Aber bevor ich mir hier die Finger wund tippe, um dies zu erläutern: lest selbst und behaltet meine Worte im Ohr - "Die Rostjungfern" ist heftig niederschmetternd.
Sowohl der Ausschnitt des amerikanischen Lebens, als auch die Perspektive der Charaktere ist furchtbar depressiv. Ob zu Recht oder nicht ist eine Sache der Auslegung. Wer den Kopf in den Sand steckt, braucht sich nicht wundern irgendwann zu ersticken. Und auch die schlimmsten Zeiten haben ihre schönen Momente, gerade die aufregende Zeit des Erwachsen werdens - und mit Phoebe als erzählenden Person hätte ich einen Blick auf dieses Lebensgefühl erwartet. Leider wurde ich enttäuscht.
Die Geschichte der sich verwandelnden Mädchen reiht sich in die negative Stimmung ein und ist traurig.
Und ich gestehe, ich habe sie auch nicht ganz verstanden. Vielleicht lag es an meiner mangelnden Imagination, vielleicht wurde ich im Laufe der Erzählung auch zu unaufmerksam.
Eine durchaus gute Idee einer Geschichte, doch fehlen mir hier und da Erklärungen, Offenbarungen und Verknüpfung zu den Geschehnissen zu denen von 1980 und dem aktuellen Treiben.
Unterm Strich blieb ich mit ein für meinen Geschmack zu vielen Fragezeichen übern Kopf zurück.