György Dalos

 3,6 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor*in von Der letzte Zar, Der Gottsucher und weiteren Büchern.

Lebenslauf

György Dalos ist freier Autor, Historiker und Mitteleuropaspezialist. 2010 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, 2015 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 2023 den Heinrich-Mann- Preis der Akademie der Künste Berlin. Seine politischen, belletristischen und lyrischen Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bei C.H.Beck ist von ihm u.a. lieferbar: "Geschichte der Russlanddeutschen" (4. Aflg. 2024), "Das System Orbán. Die autoritäre Verwandlung Ungarns" (2022), "Ungarn in der Nußschale" (³2020), "Der Vorhang geht auf. Das Ende der Diktaturen in Osteuropa" (Hardcover ²2009, Paperback 2010).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von György Dalos

Cover des Buches Der Gottsucher (ISBN: 9783518397510)

Der Gottsucher

(5)
Erschienen am 19.04.2001
Cover des Buches Der letzte Zar (ISBN: 9783406713675)

Der letzte Zar

(7)
Erschienen am 23.11.2017
Cover des Buches Jugendstil (ISBN: 9783867895064)

Jugendstil

(3)
Erschienen am 21.01.2013
Cover des Buches Gorbatschow (ISBN: 9783406632013)

Gorbatschow

(3)
Erschienen am 08.02.2012
Cover des Buches Die Beschneidung (ISBN: 9783867891936)

Die Beschneidung

(2)
Erschienen am 01.03.2014
Cover des Buches Lebt wohl, Genossen! (ISBN: 9783406621789)

Lebt wohl, Genossen!

(2)
Erschienen am 19.09.2011
Cover des Buches Geschichte der Russlanddeutschen (ISBN: 9783406818516)

Geschichte der Russlanddeutschen

(2)
Erschienen am 08.03.2024
Cover des Buches Neutralität und Kaiserschmarrn (ISBN: 9783406836961)

Neutralität und Kaiserschmarrn

(1)
Erschienen am 14.08.2025

Neue Rezensionen zu György Dalos

Cover des Buches Neutralität und Kaiserschmarrn (ISBN: 9783406836961)
wschs avatar

Rezension zu "Neutralität und Kaiserschmarrn" von György Dalos

wsch
Geschichte des (denkt man ans ‚Pickerl‘ und Tunnel- und Brückengebühren…) diebischen Bergvolkes

Das Buch beleuchtet Österreichs Geschichte ab dem Jahr 1945 und verfolgt dabei den roten Faden der politischen Neutralität. Die das „Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome“ nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erreichen konnte. Wohlgemerkt, erreichen konnte, obwohl nicht nur Österreich in vier Besatzungszonen der Alliierten aufgeteilt war. Vergleichbar mit Berlin war auch Wien in solche Zonen unterteilt…


Das Buch verbindet historische Ereignisse, politische Entwicklungen und kulturelle Eigenheiten zu einer verständlichen Darstellung. Ziel ist es, die Nachkriegszeit, den Wiederaufbau, den Kalten Krieg und den Wandel hin zur modernen Republik greifbar zu machen, ohne dabei in trockene Datenmassen abzudriften.

Der Schreibstil ist anfangs etwas ‚hölzern‘ zu lesen. Was sich im Laufe der Lektüre gibt.  Stil ist sachlich, aber gut zugänglich. An manchen Stellen blitzt auch ein trockener Humor auf. Beispiel Seite 159 f., es geht um die aus Ungarn einströmenden Einkaufstouristen, nachdem die Grenze zwischen den beiden Ländern durchlässig wurde: 

„Allerdings galten auch ziemlich strenge Einfuhrbeschränkungen. Jeder Reisende durfte nur Waren im Wert von 10 000 Forint (damals ca. 300 DM /2230 öS) nach Ungarn einführen. Diese Verordnung konnte man allerdings umgehen, indem die ganze Familie einschließlich Säugling und Oma mitreiste […]. Diesen Sonderfall hatte man vor Augen, wenn man etwa eine zahnlose Großmutter in inniger Umarmung mit einem Computer vor dem Trabant am Kunsthistorischen Museum in Wien erblickte.“ 

Die Kapitel sind klar gegliedert und bauen sinnvoll aufeinander auf, sodass auch Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse der Historie folgen können. Wenn für das Verständnis unabdingbar notwendig und angebracht, geht der Autor auch mal in die Jahre vor 1945. Hierzu als Beispiel die bis in die späten 1960er Jahre andauernden auch mit Attentaten geführten Auseinandersetzungen zwischen Österreich beziehungsweise den Süd-Tirolern und Italien geführten Auseinandersetzungen wegen der Zugehörigkeit dieser malerischen Region südlich vom Brenner.


„Bonaparte, der sich 1805 zum «König von Italien» hatte krönen lassen, hatte ein Auge auf Tirol geworfen, und 1809 trotzte er den Österreichern im Waffenstillstand von Znaim das Land ab, und zwar gemeinsam mit dem von ihm kreierten Königreich Bayern. Gegen die französisch-bayerische Doppelbesetzung richtete sich der Volksaufstand unter der Führung des Gastwirtes und Pferdehändlers Andreas Hofer. Die Tiroler Miliz gegen die Grande Armée – keine besonders aussichtsreiche Idee, und nach der Niederlage in der letzten Schlacht am Bergisel im November 1809 ergriff Hofer die Flucht. Eines seiner Verstecke wurde jedoch von seinem Mitstreiter Franz Raffl für 1500 Gulden Kopfgeld an die Franzosen verraten Diese verschleppten den Freischärler nach Mantua und machten mit ihm dort kurzen Prozess: Das Todesurteil wurde am 20. Februar 1810 durch Erschießen vollstreckt.“ (S. 94)

„Im Mai 1915 gab das Königreich Italien seine bis dahin behauptete Neutralität auf und erklärte auf Seiten der Entente der k. u. k. Monarchie den Krieg, im August 1916 dann auch dem Deutschen Reich. Diese Kehrtwendung, die vor allem Österreich-Ungarns militärische Lage schwächte, war die Konsequenz eines in London unterzeichneten Geheimabkommens, in dem auch das «Kopfgeld» für den Frontwechsel genannt wurde: «Beim kommenden Friedensschluss soll Italien erhalten: Das Gebiet des Trentino, ganz Südtirol bis zu seiner natürlichen geographischen Lage, als welche der Brenner anzusehen ist.» So kam es dann auch, und der Kuhhandel wurde sowohl durch den Frieden von Saint-Germain-en-Laye 1919 als auch das Gruber-e-Gasperi Abkommen von 1946 bekräftigt und von Österreich ratifiziert.“ (S. 95)


Bei seiner Argumentation und Perspektiven legt György Dalos den Fokus auf die Balance zwischen Neutralitätspolitik, europäischen Verbindungen und nationaler Identität. Verschiedene Perspektiven – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – werden berücksichtigt, wodurch ein umfassendes Bild entsteht. 

Die Stärken des Buches sind die verständliche Sprache und die klare Struktur, die gelungene Verbindung von Politikgeschichte mit Kultur- und Alltagsgeschichte. Eine verständliche Einführung in die Nachkriegszeit, der jüngeren Vergangenheit einschließlich dem Aufstieg des extremen und extrem erfolgreichen FPÖ-Rechtsaußenpopulisten Jörg Haider, dem (leider nur) vorübergehenden Absturz der ‚Blauen, ausgelöst durch Straches Ibiza-Affaire bis hin zur Gegenwart

Geeignet sind die 206, mit Zeittafel 213 Seiten für Leserinnen und Leser, die sich einen Überblick über Österreichs offiziell verlautbarter Neutralität und seiner Identität wünschen


Cover des Buches Ungarn in der Nußschale (ISBN: 9783406634109)
ika17s avatar

Rezension zu "Ungarn in der Nußschale" von György Dalos

ika17
Mehr als nur eine Nußschale

„Außerhalb von Ungarn gibt es kein Leben; und wenn, dann ist es nicht dasselbe.“ Dieses ungarische Sprichwort zu Beginn des Buches verdeutlicht, warum es überhaupt nötig ist, die Geschichte Ungarns in einem eigenen Werk niederzuschreiben. Während die meisten europäischen Länder auf eine gemeinsame oder zumindest ähnliche Geschichte zurückschauen können, stellt Ungarn hier eine Besonderheit dar. 

Auf etwas mehr als 200 Seiten versucht György Dalos, die über tausendjährige Geschichte seines Landes unterzubringen. Wer sich schon einmal mit Ungarn beschäftigt hat, weiß, dass dieses Land auf eine sehr spannende, von Eroberungen, Kämpfen, aber auch von Zusammenhalt geprägte Geschichte zurückblicken kann. Das Buch ist sehr informativ; man benötigt allerdings auch einiges an Durchhaltevermögen. Dalos beginnt seine Darstellung im 9. Jahrhundert – die früheste schriftliche Überlieferung der Ungarn stammt aus dem Jahr 870 – und endet in der aktuellen Auflage etwa im Jahre 2010. Über 1100 Jahre auf 200 Seiten zusammenzufassen ist eigentlich unmöglich, und doch gelingt Dalos dieser Versuch recht gut. Sicherlich keine leichte Kost, da jede Seite von oben bis unten mit Informationen vollgestopft ist.

Durch Ungarns sicher besondere Geschichte versteht der Leser auch leichter, warum viele Ungarn auch heute noch ein Problem mit Europa haben; mussten sie sich doch schon immer gegen ihre übermächtigen Nachbarn behaupten. Sehr informativ und lesenswert; ohne Bezug zu dem Land ist die Lektüre allerdings oft nur schwer verständlich. Daher als Bettlektüre eher nicht geeignet; wer aber tiefer in die Geschichte Ungarns einsteigen möchte, für den ist dieses knappe und informative Buch wirklich zu empfehlen.

Cover des Buches Der letzte Zar (ISBN: 9783406713675)
D

Rezension zu "Der letzte Zar" von György Dalos

Dawin
Keine Leseempfehlung!

Dieses Buch bekam ich als Rezensionsexemplar geschenkt, ansonsten hätte ich bereits nach den ersten Seiten wieder abgebrochen.

 

Die Geschichte der Romanows gilt durchaus als interessanter Abschnitt der Geschichte Russlands und somit auch das Ende dieser Dynastie. Bereits auf den ersten Seiten musste ich hier schwerwiegende historische Fehler feststellen und so zieht sich das durch das Buch. Im weiteren Verlauf werden Namen verwechselt, Bilder falsch beschriftet – von einem Sachbuch, noch dazu von einem renommierten Verlag wie C.H. Beck hätte ich mir wahrlich anderes erwartet.

 

Dass der Autor an der Zarenfamilie kein gutes Haar lässt, Alix und Nikolaus (ebenso wie in weiterer Folge die Geschichte rund um Rasputin) richtiggehend verreißt, hat mein Lesevergnügen zur Gänze getrübt. Ich finde es durchaus wichtig, dass ein Autor kritisch hinterfragt und darf auch mal seine Interpretationen einfließen lassen. In diesem Fall werden die handelnden Personen oberflächlich, distanziert und als eiskalt dargestellt, in anderer Literatur findet man hier differenziertere Charakterzüge. Nikolaus war kein Herrscher – ja, das ist korrekt. Er kann aber nicht allein als Sündenbock für gesellschaftliche Veränderungen, politische Entwicklungen und soziale Missstände verantwortlich gemacht werden. Das ist mir zu einfach.

 

Ich kann hier nur einen Stern vergeben, was ich wirklich bedaure.

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