György Dalos Gorbatschow

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Inhaltsangabe zu „Gorbatschow“ von György Dalos

<p>Der Bauernsohn Michail Gorbatschow war der Staatsmann, dessen Politik das Weltgeschehen der späten achtziger und frühen neunziger Jahre am nachhaltigsten geprägt hat. Seine Perestrojka, Glasnost und Neues Denken führten zur Entspannung zwischen den Supermächten, zum Abzug der Mittelstreckenraketen in Europa und&#160;- was nicht ganz seine Absicht war - zum Ende der Diktaturen im ehemaligen Ostblock.</p>

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  • Rezension zu "Gorbatschow" von György Dalos

    Gorbatschow
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. August 2011 um 12:50

    György Dalos ist schon als ganz junger Mann in seinem Geburtsland Ungarn lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs als Oppositioneller hervorgetreten. Seine zuerst bei Rotbuch in Berlin erschienenen kleinen Bücher zeigten ihn als mutigen und luziden Beobachter und Kritiker eines Systems, das in Ungarn schon immer etwas offener war als etwas in der DDR oder in der UdSSR. Seit langem schon lebt er als freier Schriftsteller in Berlin und zählt mit seinen Romanen und Sachbüchern zu den wichtigsten literarischen Stimmen aus dem ehemaligen Ostblock. Kaum jemand anderes wäre deshalb geeigneter gewesen, zu seinem 80. Geburtstag die Biographie jenes Mannes zu veröffentlichen, dem man nachsagt, er habe durch seine mutige Politik den Fall der Berliner Mauer und vor allem die friedliche Transition ehemals realsozialistischer, „volksdemokratischer“ Diktaturen in demokratisch verfasste Staaten möglich gemacht. Man spürt dem Buch die enorme Recherchearbeit ab, die sein Autor geleistet hat, bevor er sich ans Schreiben setzte. György Dalos erzählt das Leben von Michael Gorbatschow, seinen Weg an die Spitze der UdSSR, seine frühen und von tiefer Überzeugung geprägten Versuche, das System zu reformieren. Mehr hatte er nicht im Sinn, als ihn, an die Macht gekommen, der Zustand seines Landes und die Weltentwicklung immer weiter trieb und er so im Westen jedenfalls zu einer wahren Friedensikone wurde. Dass es ihm im eigenen Land anders erging, dass ihn dort die Konsequenzen seines außenpolitischen Wirkens geradezu überrollen, bis er dann 1991 seinen Hut nehmen muss, darin liegt die besondere Tragik eines Mannes, für dessen relativ kurzes Wirken an der Spitze der Macht die Welt dem Schicksal für immer dankbar sein muss. Im Westen nach wie vor als Redner hoch geachtet, im eigenen Land vergessen – György Dalos würdigt mit seiner spannenden, durch einen lebendigen Erzählstil geprägten und deshalb sehr gut lesbaren Biographie einen Menschen, dessen Leben geprägt war vom Spannungsfeld zwischen Menschlichkeit und Macht.

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  • Rezension zu "Gorbatschow" von György Dalos

    Gorbatschow
    bogi

    bogi

    Der Mann des Jahrhunderts (zumindest einer der wenigen wirklichen Männer des Jahrhunderts) wird in diesem Buch portraitiert. Es geht vor allem um die Zeit 1985-1991. Der Autor Dalos beschreibt das Leben Gorbatschows, insbesondere eben die genannten Jahre, mit eindrucksvoller Klarheit und grosser Hintergrundrecherche. Hier wird die grosse Tragik des letzten UDSSR Machthabers deutlich. Einerseits der im tiefsten inneren vorhandene humanistische Grundkern, andererseits den festen Wunsch und Glauben die Sowietunion als sozialistischen Gesamtstaat erhalten zu können. Das dies nicht gelang hat meiner Ansicht nach mehrere Gründe. Unter anderem die jahrzehnte praktizierte stalinistische Staatsführung und zuletzt die völlig verknöcherten, teils ja nicht mal im realen Leben stehende betonkommunistische Administration. Das marode Wiirtschaftssystem und letztlich auch die schlichte Grösse und Struktur des Staates taten ihr Übriges. Was bleibt: Die ehemaligen Verbündeten der UDSSR und das westliche Europa werden die Verdienste Gorbatschows sicher niemals vergessen. In Russland selbst wird er wohl niie die selbe Anerkennung erfahren. Dalos hat ein Buch geschrieben das zu jeder Zeit hochinteressant ist, insbesondere weil er Fakten benennt, die nicht in vollem Maße bekannt geworden sind. Er versteht es gut verständlich zu schreiben und das Ganze in komprimieter aber eben nicht oberflächlicher Weise darzustellen. Definitiv empfehlenswert für alle geschichtlich Interessierten. Ich hatte das Glück auf der Leipziger Buchmesse eine veredelte Ausgabe mit Original Autorensignatur zu ergattern.

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  • Rezension zu "Gorbatschow" von György Dalos

    Gorbatschow
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    20. February 2011 um 12:04

    Politik und Persönlichkeit Eine Vielzahl von Veröffentlichungen ist bereits um den Politiker Gorbatschow, seinen entscheidenden Beitrag zur Beendigung des kalten Krieges und die Folgen jener geschichtlich umwälzenden Ereignisse für die Welt und seine Person erschienen. György Dalos setzt nun einen neuen Akzent in die Vielzahl der Veröffentlichungen hinein. Dieser findet sich allerdings weniger im systematisch chronologisch aufgebauten Hauptteil seines Buches (immerhin gut 170 der 275 Seiten befassen sich mit der aktiven Politik, der innersowjetischen Probleme vom wirtschaftlichem Niedergang bis hin zu Tschernobyl, endend mit dem „deutschen Finale“ der Wiedervereinigung). Besonders interessant gerade für den westlichen Leser ist die Vorgeschichte des führenden sowjetischen Politikers seiner Zeit und ebenso seine letzten Handlungen als führender Politiker, durchaus im Blick des genau und mit interessanten Details aufwartenden Blicks des Autors. An Gorbatschow erinnert man sich gut, an Jelzin ebenso, aber was genau ist in dieser kurzen Zwischenzeit der Machtübergabe an Jelzin passiert? Welche Hintergründe führten zur Auflehnung einflussreicher Kreise gegen Gorbatschow? Wie ein Wirtschaftskrimi lesen sich die Einlassungen über den inneren Kampf der zerfallenden Großmacht, ein Kampf, der am Beispiel Litauens und der gesteuerten militärischen Intervention durchaus auch an Gorbatschow vorbei von einflussreichen Führen der russischen Republik geführt wurde. Wie sehr Gorbatschow zwischen den Fronten auch doppelzüngig lavierte, zeigen Aufzeichnungen eines Telefongespräches mit George Bush sen. in jenen krisenhaften Tagen. Oft wird im Anblick des „freiheitlichen“ Gorbatschow dessen Machtbewusstsein und politisches Kalkül vergessen. Seiten an Gorbatschow, die im ersten Teil des Buches in Teilen offengelegt werden. Gut 50 Seiten, auf denen Dalos die Entwicklung und Prägungen auch des Machtmenschen Gorbatschow nachvollzieht, der in der Heimat zumindest weder als Messias im Vorfeld gefeiert wurde noch als Lichtgestalt in der Erinnerung da steht.. Eines Machtmenschen, der in seinen letzten Tagen als politischer Führer von Jelzin und anderen durchaus hingehalten, entzaubert und in Teilen auch öffentlich gedemütigt wurde. So gelingt es Dalos, ein durchaus differenziertes Bild Gorbatschows im menschlichen und machtpolitischen bereich zu zeichnen, eben so vollzieht er akribisch die Stationen seines politischen Lebens nach. Bedauerlicherweise findet sich der Blick auf den Menschen Gorbatschow in den späten Jahren nur spärlich im Buch. Konnte zu Beginn der Karriere noch die persönliche Konsumorientierung und die Lust am „guten Leben“ des Ehepaares Gorbatschow noch deutlich aus den Zeilen herausgelesen werden, versandet die Privatperson Gorbatschow zum Ende des Buches hin stark hinter den politischen Ereignissen und Grabenkämpfen der neuen, russischen Führung. Auch der Epilog beschränkt sich auf einige wenige Zeilen über Gorbatschows Tätigkeiten seit seiner Demission. Flüssig und verständlich geschrieben mit einer Reihe auch kritischer Blicke auf den Mann und seinen politischen Weg bietet Dalos ein durchaus rundes Bild des Politikers Gorbatschow und zumindest den ein oder anderen Einblick in das Wesen dieses einflussreichen Menschen. Im Gesamten zwar mehr Macht als Mensch, dennoch lesenswert.

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