Gyde Callesen Jenseits des Kommas

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Inhaltsangabe zu „Jenseits des Kommas“ von Gyde Callesen

Gyde Callesens zweiter Gedichtband ist unschätzbar bedeutungsvoll. Man muss es nur erkennen und anerkennen. Sprachlich sind die Texte virtuos. Sie nützt die Möglichkeiten der Sprache maximal, unkrautfrei. Trotzdem ist sie unzufrieden. Sie vermittelt in ihrer Dichtung primär Gefühle. Gefühle zu formulieren ist schwer, denn die Sprache ist mit einem Fluss vergleichbar; sie ist bleibend und wandelnd zugleich. In vielen Gedichten setzt sie sich mit der Sprache auseinander (z. B. „Ge-fühle“, „Bluter“, „Front“, „Epidemie“, „Buchstabensuppe“, „Versehen“). Sie gelangt zu der taoistischen Auffassung, nach der die aussprechbaren Worte keine ewige Gültigkeit haben. Gyde Callesen wünscht aber eine ewige Gültigkeit für ihre Aussagen. Sie sind wichtig, schwerwiegend. Ob zufällig oder philosophisch beein-flusst, ihre Auffassung entspricht der Grundlehre des Taoismus, nämlich, dass die Weisheit vor Wissenschaft geht, die Erfühlung vor Begreifung. In der modernen Gesellschaft ist aber ausgerechnet die Intuition gefährdet, die Erahnung, die Erfühlung. Die Ordnung – in Deutschland besonders großgeschrieben – der eingefahrenen (und festgefahrenen) Gesellschaft erstickt in Verordnungen, Vorschriften, Ge-boten und Verboten, ohne die Warnungen des Instinktes zu beachten. In Gedichten wie „Ordnung“, „Ausgestopft“ und „Fortschritt“ prangert sie diesen Zustand an. Gezielt, ausgeklügelt und hart. Sie weiß es und verkündet auch unmissverständlich: die Nabelschnur des menschlichen Geistes zu Gott, zur Natur, ist die Eingebung dieses komplizierten Vorganges in der Seele. Gyde Callesen schwingt nicht die rote Keule des Politprotestlers. Ihre Revolte ist der Aufstand der Empfindsamkeit, gegen Einschränkungen des Geistes durch verkrustete Konventionen, Vorschriften, Obligationen. Eines hat sie allerdings noch nicht gewagt: in der Dichtung Gefühle offen zu legen, als Frau. Auf diesem Feld folgt sie Konventionen, diktiert aus der fünften Reihe der deutschen Kulturszene. Die Liebe ist die Nahrung der Empfindsamkeit. Entzieht man diese Nahrung, die Empfindsamkeit verliert den Kampf. Trotz dieser leisen Dissonanz ist Gyde Calle-sens Buch ein großartiges und wichtiges Werk. Imre Máté, München

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