Maya mein Mädchen

von Gyde Callesen 
4,5 Sterne bei27 Bewertungen
Maya mein Mädchen
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Tolles Buch über Traumafolgen wie Selbstverletzung und Dissoziation. Aufrüttelnd und berührend.

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Das Buch triggert an manchen Stellen ganz gewaltig O.o Mittlerweile überspring' ich die automatisch, aber am Anfang war's wirklich hart...

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Inhaltsangabe zu "Maya mein Mädchen"

Das kalte Glas an ihrer Stirn. Daneben ihre zu kleinen Hände auf der Fensterscheibe. Dahinter würde ein anderes Leben beginnen, sie wußte nur nicht wann. Immer wieder stand sie so dort, als müßte die kalte Fensterscheibe sie daran erinnern, daß sie fühlen kann. Eine angenehme Kühle. Das Fenster bot Durchblick und Widerstand zugleich. Es ließ den Blick offen, aber hielt sie auch fest. Wonach sie Ausschau hielt, konnte sie nicht sagen. Stundenlang lagen ihre Augen auf den Novemberweiden hinter dem Fenster. Novemberweiden im Frühjahr, im Sommer, im Herbst. Starr waren ihre Augen, entfernt, auf dem Weg in eine andere Zeit. Niemand fragte nach ihr, und ihre Einsamkeit blieb ungestört. Sie zählte die Zeit nicht, sie wollte sich nicht erinnern. Als sie nichts mehr spürte, drückte sie die Stirn und die Hände noch ein wenig fester gegen das Fenster.

Maya, mein Mädchen erzählt von einer jungen Frau, die ihrer eigenen Geschichte auf der Spur ist und verzweifelt um ihre Identität kämpft. Sie ist eine Grenzgängerin, unterwegs an Grenzen zwischen Leben und Tod, zwischen Traum und Wirklichkeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783932497988
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:207 Seiten
Verlag:Wiesenburg
Erscheinungsdatum:01.08.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    schneckes avatar
    schneckevor 7 Jahren
    Rezension zu "Maya mein Mädchen" von Gyde Callesen

    "Ich stand in den Fugen meines Lebens. Der Zement unter meinen Fingernägeln. Auf der irgendwie hoffnungslosen Suche nach mir selbst."
    Maya. "Maya, mein Mädchen." Wer hat das zu ihr gesagt? Herr Z. streift sich die schwarzen Lederhandschuhe ab. Und "Verrücktsein schmeckt nach Grapefruit".
    Maya, eine junge Frau, kreativ, dissoziativ und die Stimmen in sich hat, sehr lyrische Stimmen. Sie schreibt fürs Theater. Theaterstücke. Mit ersten Erfolgen. "Wird Zeit, dass du dir einen richtigen Job suchst. Einen mit mindestens 2.000 Euro Verdienst im Monat", findet Herr Z. Wie soll man sein Leben auf die Reihe kriegen, wenn man nicht vollständig ist? Wenn immer irgendetwas fehlt? Mayas Erinnerung setzt aus bei ihrem siebten Lebensjahr. Filmriss. Eine kalte Fensterscheibe und viel zu kleine Hände. Kälte, um zu spüren, dass man noch spüren kann.
    "Maya, mein Mädchen" ist ein Buch, das noch lange nachhallt. Die Geschichte einer Frau und eines verletzten Kindes. Die Klinge trägt sie immer bei sich. Eine junge Frau mit Psychiatrieerfahrung, eine Frau mit Selbstmordfantasien, mit einem Trauma und unsicheren Beziehungen. Gordon, Ariane, Doro, Frau Seltam und der düstere Herr Z. ... Schwester Franziska, Eltern, die sich scheiden ließen und Ferien bei den Großeltern in Meersburg. Maya auf der Suche nach sich selbst. Mit einer inneren Zerrissenheit, die sich in Selbstverletzung entlädt.
    Dieses Buch spiegelt das Thema Borderline-Persönlichkeitsstörung und posttraumatische Belastungsstörung auf eine sehr subtile Weise, leise und poetisch. "Schön" wäre der falsche Ausdruck. Es bedrückt, es triggert und Mayas metaphorische Gedankengänge kommen Betroffenen verdammt bekannt vor.
    Gyde Callesens Schreibstil ist sehr "besonders", gefiel mir aber sehr, weil er mir aus meinem eigenen Inneren spricht. Maya ist mir wie ein Spiegelbild, auch wenn mir ein Gesicht zu ihr fehlt.
    "Maya, mein Mädchen" ist kein Mainstream, sondern in meinen Augen ein Roman für Menschen mit Traumata, Menschen, die mit Borderline leben müssen, die nichts dafür können. Und ein Buch, das Mut macht, sich selbst auf den Weg zu machen... auf eine Reise zu sich selbst, in die eigene Vergangenheit, die so dunkel ist und immer geheim gehalten werden musste. Gesundwerden ist nicht das Thema. Sondern lachen, bevor der Vorhang fällt...
    Absolut empfehlenswert!

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    Frekivor 10 Jahren
    Rezension zu "Maya mein Mädchen" von Gyde Callesen

    "Verrücktsein schmeckt nach Grapefruit. Bitter. Süß nur, wenn man Zucker daraufstreut."

    Gyde Callesen lässt einen in die absolut bewegende Gefühlswelt der jungen Frau Maya einblicken, die an der Borderline Persönlichkeitsstörung erkrankt ist. "Dazwischen. Mein Lebensraum ist das namenlose Dazwischen. Zu krank, um tadellos zu funktionieren. Zu gesund, um auffällig zu sein." Noch nie habe ich etwas gelesen, was das unstetige und chaotische Innenleben eines Borderliners besser in Worte gefasst hätte. Die Zauberhaftigkeit Gyde Callesens Sprache lässt sich in jeder einzelnen Zeile wiederfinden und auf jeder Seite entdeckt man wieder etwas Neues, was einen berührt. In meinen Augen ein absolutes Meisterwerk, welches ich schon mindestens fünf mal gelesen habe.

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    tintenzweigvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Tolles Buch über Traumafolgen wie Selbstverletzung und Dissoziation. Aufrüttelnd und berührend.
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    MissMoneys avatar
    MissMoneyvor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch triggert an manchen Stellen ganz gewaltig O.o Mittlerweile überspring' ich die automatisch, aber am Anfang war's wirklich hart...
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    Chocolate
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