Hédi Fried

 4,9 Sterne bei 17 Bewertungen

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Cover des Buches Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden (ISBN: 9783832184810)

Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden

 (17)
Erschienen am 19.08.2019

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Cover des Buches Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden (ISBN: 9783832184810)Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden" von Hédi Fried

Erinnerung
Elenchen_hvor 15 Tagen

"Der Sinn dieses Buches ist, uns zu lehren, die Fehler der Geschichte zu vermeiden. Ich hoffe, es hat das Potential, jeden Leser erkennen zu lassen, dass weder die Rolle des Täters noch die des passiven Zuschauers uns vorherbestimmt ist. Wir als Individuum haben einen eigenen Willen und eine Verantwortung, und nur indem wir diese Verantwortung übernehmen, können wir vermeiden, dass die Geschichte sich wiederholt." - Hédi Fried, "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden"


Hédi Fried wurde 1924 in Sighet, Rumänien geboren. Im 2. Weltkrieg wurde sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester in die Konzentrationslager Auschwitz und später Bergen-Belsen deportiert. Beide überlebte sie. Heute hält die 1945 nach Schweden immigrierte Jüdin Vorträge vor Schulklassen und schreibt Bücher über den Holocaust. Sie wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.


In "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden" trägt die Autorin die Fragen ihrer Zuhörer*innen zusammen, gibt Antworten auf diese Fragen in schriftlicher Form - und schafft so ein Werk für die Nachwelt, für Generationen ohne Augenzeugen des Holocaust. Ihre Antworten sind so klug, so feinfühlig und gehen so nahe, dass ich das Buch einerseits fast nicht weglegen konnte, aber andererseits aufgrund der unsäglichen Grausamkeiten auch nur in Häppchen lesen konnte. Hédi Fried hat dieses Buch mit der Intention geschrieben, eine Erinnerung zu schaffen, zu erreichen, dass der Holocaust nicht vergessen wird, auch wenn die Personen, die darüber erzählen können, bereits tot sind. Das ist ihr so gut gelungen.


In meinen Augen sollte dieses Buch jede*r gelesen haben. Es ist so wichtig, sich den 2. Weltkrieg, den Holocaust, den begangenen Genozid immer wieder vor Augen zu führen - gerade in der Rolle der Nachfolger-Generationen von Täter*innen und Mitläufer*innen. Geschichte kann sich wiederholen. Das macht Hédi Fried mehr als deutlich in ihren Antworten. Dieser Wiederholung kann man aber vor allem durch stetige Aufklärung entgegenwirken. Deshalb mein Apell an alle, die "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden" noch nicht gelesen haben: Holt das nach. Berichtet darüber. Verschenkt oder verleiht es weiter.


"Das, was damals geschehen ist, kann leider wieder geschehen, wenn auch vielleicht nicht auf dieselbe Weise. Um zu verhindern, dass der Holocaust sich wiederholt, ist es wichtig, sich zu erinnern; das Vergangene prägt die Gegenwart und wirft seinen Schatten auf die Zukunft." - Hédi Fried, "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden"

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Cover des Buches Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden (ISBN: 9783832184810)Janine_Napircas avatar

Rezension zu "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden" von Hédi Fried

Gut als Einführung in die Thematik, auch für Jugendliche geeignet
Janine_Napircavor 4 Monaten

Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden ist eine Ansammlung von knapp 50 Fragen, die der Autorin Hédi Fried bei ihren Vorträgen in Schulen gestellt wurden. Sie stammt ursprünglich aus Sighetu Marmației in Siebenbürgen, das zunächst zu Rumänien, später dann zu Ungarn und heute wieder zu Rumänien gehört, aus einer Ungarisch sprechenden jüdischen Familie. In den 40er Jahren wurden sie und ihre Familie unter anderem nach Auschwitz deportiert, überlebt haben Hédi und ihre Schwester. 


Um die schrecklichen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben die beiden es sich zur Lebensaufgabe gemacht, in Schulen Aufklärungsarbeit zu leisten. Aus diesen Vorträgen wurden verschiedene Fragen zu ihrem Leben vor, während und nach dem Holocaust entnommen. Vieles davon war mir schon bekannt oder konnte ich nachvollziehen, jedoch gab es auch einiges, womit ich mich bislang noch so gar nicht beschäftigt habe: besonders die Fragen über Schweden sind sehr interessant und auch die Vergleiche zur heutigen Situation mit den Flüchtlingen finde ich spannend und lehrreich. 


Was mich tatsächlich ein bisschen gestört hat, war, dass viele aufeinanderfolgende Kapitel thematisch nicht so ganz zueinander gepasst haben, schön wären Überleitungen gewesen oder eine Einteilung in Kapitel. Auch sind die Antworten auf die Fragen sehr kurz gehalten, sodass nicht wirklich ein Lesefluss oder richtiges Hineinversetzen/Empathie/Mitgefühl entstehen kann, weil man von einem Ereignis direkt ins nächste gezogen wird. 


Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass sich die Fragen sehr gut im Unterricht behandeln lassen: also, dass man sich zum Beispiel ein, zwei Fragen aussucht, sie als Klasse oder mit seinen Kindern gemeinsam liest, um anschließend darüber zu sprechen. Allgemein würde ich sagen, dass sich Frieds Werk sehr gut als ein erster Schritt, vor allem auch geeignet für Jugendliche, macht, um sie an die Thematik langsam heranzuführen. Menschen, die sich vielleicht schon intensiver damit beschäftigt haben, erfahren jetzt nicht unbedingt sehr viel Neues/Spektakuläres. Vielleicht ein bisschen einen anderen Blickwinkel und ein paar persönliche Erzählungen.

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Cover des Buches Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden (ISBN: 9783832184810)das_lesewesens avatar

Rezension zu "Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden" von Hédi Fried

⁣„Wenn niemand mehr vom Holocaust erzählt, dann wird er vergessen. Was vergessen wird, kann sich leicht wiederholen“⠀
das_lesewesenvor 8 Monaten

Hédi Fried hat Auschwitz überlebt. 1944 wurde sie deportiert. Sie ist eine der wenigen Überlebenden, die noch Zeugnis ablegen können. Und sie macht es mit großer Überzeugung. Jahr für Jahr ist sie unterwegs. An weiterführenden Schulen und Universitäten. Sie stellt sich den Fragen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hédi Fried scheut keine direkten Fragen. Denn ihre Antworten sind konkret, offen, eindringlich und weise. Sie berichtet von dem Tag, als sie ihre Eltern das letzte Mal sah, von der Zeit im Lager und dem Leben danach. Es gelingt ihr, wie selten zuvor, einen Eindruck davon zu geben, was der Holocaust für die Verfolgten tatsächlich bedeutete. Gerade in ihren konkreten Schilderungen wird das Grauen ein Stück weit greifbar, rücken die unvorstellbaren Ereignisse näher an uns heran. ⠀

Hédi Frieds Zeugnis ist heute so wichtig wie nie zuvor. Es hält drastisch vor Augen, dass, was einmal geschehen ist, wieder passieren könnte. Ihre Geschichte zu erzählen, hält sie für unabdingbar. Denn ihren Zuhörern versichert sie immer wieder eins: „Es gibt keine dummen oder verbotenen Fragen. Nur Fragen, auf die es keine Antworten gibt“.

Schaut doch gerne mal auf unserem Instagram-Blog vorbei 😊

https://www.instagram.com/das_lese_wesen/

Liebe Grüße,

das_lese_wesen

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