Hélène Berr Pariser Tagebuch 1942-1944

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Inhaltsangabe zu „Pariser Tagebuch 1942-1944“ von Hélène Berr

Hélène Berrs ›Pariser Tagebuch‹ gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich: Noch im April 1942 beschreibt die junge Literaturstudentin Hélène Berr Paris als Stadt der Lebensfreude, schildert ihre erste Liebe und Unternehmungen mit Freunden. Doch schon im Juni muss sie den Judenstern tragen und berichtet von Gewalt gegen jüdische Verwandte und Bekannte. Sie lässt sich keine Angst machen und tritt einer Organisation bei, die den internierten Juden und ihren Angehörigen in dieser schweren, unsicheren Zeit beisteht. Hélène schwebt in höchster Gefahr, aber sie will nicht fliehen. Im Februar 1944 endet ihr Tagebuch; kurz darauf wird sie verhaftet und stirbt schließlich 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ein bewegendes Dokument zur Geschichte des Holocaust, vergleichbar mit den Tagebüchern von Anne Frank. Mit einem Vorwort des Literatur-Nobelpreisträgers Patrick Modiano. 'Eine Stimme und eine Gegenwart, die uns das ganze Leben begleiten werden.' Patrick Modiano

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  • Rezension zu "Pariser Tagebuch" von Elisabeth Edl

    Pariser Tagebuch 1942-1944

    Rat_Krespel

    22. May 2009 um 17:41

    Lektüre der Hilflosigkeit Hélène Berrs Pariser Tagebuch aus den Jahren 1942 bis 1944, 2008 erstmals in Frankerich veröffentlicht, liegt seit diesem Jahr auch in deutscher Übersetzung vor. Der Carl Hanser Verlag präsentiert eine sehr sorgfältige Ausgabe, mit hilfreichem Vor- und Nachwort, worin sowohl das Leben der Verfasserin, als auch der Weg des Tagebuchs bis zur Veröffentlichung kurz umrissen wird. Die Aufzeichnungen der jungen, 1921 geborenen Französin, die nur 5 Tage vor der Befreiung des Lagers in Bergen-Belsen zu Tode geprügelt wurde, ist ein weiteres erschütterndes Dokument des nationalsozialistischen Grauens – auf ganz eigene Art und Weise. Das Buch ist kein Bericht aus dem Konzentrationslager, sondern beschreibt die Jahre vor der Verhaftung (08.03.1944) und der Deportation, eine Zeit, in der die Deutschen das Leben der französischen Juden zusehends reglementierten, die Deportation als Damoklesschwert auch über der Tagebuchschreiberin lag und sich der Ring der Verfolgung langsam geschlossen hat. Und als Tagebuch, dem die reflektierende Distanz eines Berichts mit zeitlichem Abstand fehlt, gehen die Aufzeichnungen dem Leser noch viel mehr unter die Haut. Ein kalter Schauer läuft einem den Rücken hinunter, wenn Hélène sich kopfschüttelnd fragt, ob wohl die Deutschen einen jüdischen Sklavenstaat in Polen errichten wollen, und dann ernsthaft davon ausgehen würden, dass die französischen Juden nicht alles tun würden, um wieder zurückzukommen. Nur wir wissen, dass die Nationalsozialisten das nie vorhatten. Und wenn sie freudig berichtet, dass endlich ein Lebenszeichen einer Freundin kam – aus Birkenau, dann wird das Gefühl der eigenen Hilflosigkeit immer stärker. Aber das Tagebuch ist auch die Geschichte einer jungen Studentin an der Sorbonne, die trotz immer größerer Einschränkungen weiter studiert und sich auch in ihrem Tagebuch intensiv mit Keats und der englischen Literatur beschäftigt Und es ist die Geschichte der Liebe zu Jean, der allerdings Frankreich rechtzeitig verlassen kann. Die Eintragungen über die Liebe zu ihrem Verlobten steigern die Hilflosigkeit des Lesers, denn nur er weiß, dass es eine Liebe ohne Hoffnung ist – Hélène dagegen ist sich sicher, dass sie ihn wieder sehen wird. Für ihn schreibt sie weiter ihr Tagebuch, übergibt die Seiten einer Hausangestellten, damit diese Ihrem Verlobten die Aufzeichnungen gibt, sollte ihr etwas passieren. Und er hat die Seiten erhalten. Hilflosigkeit, Beklommenheit, Trauer bleiben nach der Lektüre zurück – weil das Buch einen mit leben lässt (soweit das Literatur zulässt) auch in all den schönen Momenten des Lebens von Hélène Berr, aber immer im Wissen, wie es enden wird. Und es wird einem wieder klar, wie unmöglich es für uns ist, sich diese Situationen wirklich vorzustellen. „Werden sich viele Leute vorstellen können, was es bedeutet hat, in diesem entsetzlichen Sturm zwanzig zu sein, ein Alter, in dem man bereit ist, die Schönheit des Lebens anzunehmen, in dem man ganz bereit ist, den Menschen sein Vertrauen zu schenken?“ Hélène Berr am 28.10.1943.

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