Hélène Grimaud

 3.5 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Wolfssonate, Lektionen des Lebens und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Hélène Grimaud

Wolfssonate

Wolfssonate

 (9)
Erschienen am 18.04.2006
Lektionen des Lebens

Lektionen des Lebens

 (5)
Erschienen am 15.07.2009
Das Lied der Natur

Das Lied der Natur

 (0)
Erschienen am 29.09.2014
Das Lied der Natur: Romantische Fantasien

Das Lied der Natur: Romantische Fantasien

 (0)
Erschienen am 27.09.2014

Neue Rezensionen zu Hélène Grimaud

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kingofmusics avatar

Rezension zu "Wolfssonate" von Hélène Grimaud

Überragende Autobiografie
kingofmusicvor 16 Tagen

„[…] das Glück erlangt man nur über den Einklang seines Wesens mit dem Ton, der es ausdrückt.“ (S. 66)


Hélène Grimaud – den Klassikaffinen Menschen bzw. denjenigen, die keine Klaviermusik hören und zu schätzen wissen – wird dieser Name nichts sagen. Alle anderen sollten von der Genialität dieser in Frankreich geborenen Pianistin zumindest schon mal gehört haben, (mindestens) eine CD von ihr besitzen oder sie im besten Fall sogar schon mal live erlebt haben.


Nun, trotz meines Avatar-Namens hatte ich bisher nur in einschlägigen Fachzeitschriften das Vergnügen mit Frau Grimaud. Aber noch vor Beendigung der Lektüre von „Wolfssonate“ ward die erste CD bestellt, auf deren Lieferung ich jetzt sehnsüchtig warte *g*.


Hélène Grimaud erzählt in ihrer Autobiografie selbstkritisch mit augenzwinkernden Zwischentönen von ihrer Kindheit, ihren Marotten und Eigenarten (so konnte sie beispielsweise Stunden damit verbringen, exakt symmetrische Bücher- und Papierstapel zu bauen sowie Kleidungsstücke so lange zu bügeln, bis wirklich alles daran gleichmäßig gefaltet und zusammengelegt war), ihrer ersten Begegnung mit dem Klavier, ihrem Aufbegehren gegen die klassischen Strukturen und nicht zuletzt ihrem Starrsinn, der sie auch nicht davon abhielt, einem großen Dirigenten und Pianisten wie Daniel Barenboim ein stures „Nein“ entgegenzuschleudern, nur um hinterher von Leon Fleisher respektvolle Bekundungen bzgl. ihres „eigenen“ Weges entgegen zu nehmen.


„Ein Pianist ist ein Architekt, der sich des Rhythmus als Grundmaterial bedient.“ (S. 165)


Hélène Grimaud beschränkt sich in ihrer Autobiografie aber nicht nur auf ihren musikalischen Werdegang, sondern öffnet den Leserinnen und Lesern auch das Tor zu ihrem Inneren. Hier wird schnell deutlich, wie zerrissen und hart sie gegenüber sich selber ist. So erfährt die Leserschaft z. B. von ihrer Vorliebe, sich selbst Schmerzen zuzufügen (auch hier wieder Symmetrie: war das eine Knie kaputt, musste auch das andere herhalten usw.). Und so widmet sie einen Abschnitt im Buch ihren Händen – dem ultimativen „Werkzeug“ eines jeden Pianisten – die sie in früheren Jahre auch gerne verletzt hat. Es ist eine Abrechnung mit sich selbst, eine Entschuldigung…


Dazwischen erweist sie sich als ausgewiesene Expertin der Legenden, der Mythen, der Sagen sowie der Lebensweise des Wolfes und lässt die geneigte Leserschaft an ihrem Wissen teilhaben. Hier kommt nämlich neben der Liebe zur Musik noch ein weiterer Aspekt ihres Lebens ins Spiel, mit dem sie sich ähnlich fanatisch beschäftigt: der Aufzucht von Wölfen (sie betreibt ein eigenes Wolfscenter unweit New Yorks) und der Aufklärungsarbeit bzgl. dieses überaus sozial kompetenten Tieres (in manchen Dingen kompetenter als der Mensch…).


Und so drückt sie kurz vor Schluss ihres großartigen Buches die Essenz dessen aus, was sie empfand, als sie 2001 stolze Besitzerin ihres ersten Konzertflügels wurde.


„Ich hatte die Wölfe. Ich hatte die Musik. Ich hatte die Musik der Wölfe im Mondschein und in meinem Spiel die ganze Animalität, die den Künstler rettet.“ (S. 236)


Und so bleibt mir, liebe Leserinnen und Leser, am Schluss nichts weiter, als eine unbedingte und absolute Leseempfehlung abzugeben. Die letzten Takte dieser Wortsymphonie überlasse ich noch einmal Hélène Grimaud – ist ihren (fast) letzten Worten doch nichts mehr hinzuzufügen:


„Was möchte ich Ihnen vermitteln? So wie der Wolf die Erde besitzt und der Fisch den Ozean, wie die Vögel den Himmel und wie die Götter das Feuer besitzen, so muss auch der Mensch sein Element finden, das fünfte Element, das einzige, aus dem wir niemals ausgeschlossen sein werden. Die Kunst ist dieses Element, ohne dass wir unser Leben lang, unglückliche Waisen, umherirren; ohne dass wir uns von der Natur und vom Kosmos entfernen, weil wir taub, blind, gefühllos, unempfindlich werden.“ (S. 255)

Kommentare: 1
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Buchladens avatar

Rezension zu "Lektionen des Lebens" von Hélène Grimaud

Was soll's
Buchladenvor 5 Jahren

Seit Jahren in meinem Bücherregal stehend und nicht angerührt. Reines Bauchgefühl und besser hätte ich die Finger auch weiterhin davon gelassen...im Vergleich zur "Wolfssonate" wirklich schlecht.

Schon der Titel zu hochtrabend. Was musste dieser grossartigen Pianistin widerfahren sein, um sich ihre Lebenserkenntnisse bewusst zu machen? Zumindest erschliesst es sich mir nicht.

Sich selbst fremd geworden, soll es der bewegende Bericht zu einer vielschichtigen Reise hin zu neuer Lebensfreude sein - allein diese Beschreibung des Verlages hätte mich eigentlich sofort in die Flucht schlagen müssen. Jedoch meine Sympathien für Hélène als Künstlerin waren stärker ...

Die Reise, wohl real unternommen zu den Stätten des europäischen Musikschaffens, war weder vielschichtig noch tiefgreifend - sehr enttäuschend.

Wer jedoch zu dick aufgetragenes positives Denken mag, kommt leicht auf seine Kosten und darf von einer schönen Welt träumen, in der alle glücklich werden, wenn sie es nur wollen. 

 

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Rezension zu "Lektionen des Lebens" von Hélène Grimaud

Rezension zu "Lektionen des Lebens" von Hélène Grimaud
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Leider bin ich von ihrem 2. Buch (nach "Wolfssonate") nicht so angetan, wie ich erhofft habe. Prinzipiell ist schnell zu erkennen, dass es sich bei dieser besonderen Frau um einen Menschen handelt, welcher sich tiefgründige Fragen zum Sinn des eigenen Lebens stellt. Doch Grimauds Gedanken und philosophische Ausschweifungen wirken viel zu sperrig, viel zu aufgesetzt, einstudiert, inszeniert. Dieses Buch wirkte auf mich nicht annähernd so authentisch, wie es ihr Erstlingswerk tat. Schade, wirklich - bei dieser äußerst interessanten Frau.

Verlagstext:

»Wer kann uns glücklich machen? Nur wir selbst.« Hélène Grimaud

Die französische Starpianistin Hélène Grimaud ist sich am Höhepunkt ihrer Karriere selbst fremd geworden. »Lektionen des Lebens« ist der bewegende Bericht einer vielschichtigen Reise hin zu neuer schöpferischer Kraft und Lebensfreude.

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