Hélène Visconti Fremd

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Inhaltsangabe zu „Fremd“ von Hélène Visconti

Eine Hymne auf die Fähigkeit der Frauen, sich immer wieder neu zu erfinden Ihr Geburtsname ist Elena, später nennt sie sich Hélène. Sie war Spanierin, Algerierin, Französin, Italienerin – und fühlte sich immer fremd. Ihre Welt waren erst ein Küstenstädtchen im Maghreb, später die Laufstege in Paris und Mailand. Hélène Visconti erzählt ohne falsches Pathos von ihrem ungewöhnlichen Leben. Hélène wird 1932 in Algerien geboren. Ihr Vater, ein kleiner Bauunternehmer, kam als Kind aus Spanien in diese französische Kolonie und versteht sich als Algerier. Hélène lehnt sich zwar gegen ihre Mädchenrolle auf, aber sie fühlt sich in dem arabischen Milieu wie im Paradies. Doch die Vertreibung steht bevor: die algerische Unabhängigkeitsbewegung zwingt die Familie zum Verlassen des Landes. Die inzwischen 19jährige Hélène geht nach Paris, aber sie erhält hier keine Aufenthaltsgenehmigung. Wieder ist sie die Fremde. Nach Spanien kann sie wegen dem Franco-Regime nicht zurück. Erst in Italien fühlt sie sich an die Unbeschwertheit ihrer Kindheit erinnert. In Mailand wird sie in den 50er Jahren ein gesuchtes Mannequin und heiratet schließlich in die Familie Visconti ein. Außergewöhnliche Lebensgeschichte zwischen algerischer Dorfkindheit und italienischem Hochadel.

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  • Rezension zu "Fremd" von Hélène Visconti

    Fremd

    michael_lehmann-pape

    26. October 2010 um 14:34

    Fremd in der Welt Helene Visconti schreibt ihre Lebensgeschichte und diese ist sehr wohl, nicht nur im äußern Ablauf, sondern auch in den inneren Entwicklungen, außergewöhnlich genug, ein Buch zu rechtfertigen. Der beschriebene Lebensweg führte in extreme Welten. In Algerien geboren, ein Land, in das ihr Vater als Kind aus Spanien kam und in dem sich der Vater bestens akklimatisiert hatte. Ein Leben nicht in Armut, aber doch in der traditionell geprägten algerischen Gesellschaft. Gerade für Mädchen und Frauen bedeuteten diese Traditionen (in Teilen Algeriens bis heute noch) deutliche Einschränkungen der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten. Einschränkungen, die Helene Visconti von Kindheit an aus ihrer Natur heraus nicht bereit war, hinzunehmen. Schon zu jener Zeit also, in der kleinen Küstenstadt in Algerien, fühlte Helene Viscontis ich fremd. Nicht am rechten Platz, innerlich nicht heimisch trotz der unbeschwerten Umstände ihrer Kindheit. Vielleicht findet sich hier auch eine gewisse Fremdheit der Zeit gegenüber, in die hinein sie geboren wurde. 1932 begann die Welt bereits, sich anders zu ordnen, Krieg folgte und die entsprechende, unübersichtliche Nachkriegszeit, in der vieles sich neu ordnete. Eine Chance der Neuordnung auch für die junge Algerierin. Ihren Geburtsnamen Elena hatte sie schon bald in Helene verändert, ihr gesamtes Wesen entsprach vor allem in dem wohl angeborenen Freiheitswillen nicht dem Ort, der Zeit und den gängigen Verhältnissen ihrer Lebensumstände. Im Rahmen der algerischen Unabhängigkeitsbewegung musste die Familie das Land verlassen, Helene ging nach Paris. Aber auch dort, eindrücklich im Buch geschildert, fand sie keine innere Heimat. Im Gegenteil, auch hier passte sie nicht in die Konvention, eckte an, war nicht bereit, sich dem leicht dahinfließenden Pariser Boheme Leben anzuschließen und scheitert letztendlich an einer Aufenthaltsgenehmigung. Spanien leidet unter der Diktatur, auch hier ist keine Heimat mit innerer Freiheit in Sicht. Als weitere Station folgte Italien, eine Karriere als Mannequin begann, die Helen Visconti bis in die höchsten italienischen Kreise führte. Sie heiratete einen Bruder der Luchino Visconti und ist seitdem Teil einer der ältesten und einflussreichsten italienischen Adelsfamilien. Schritt für Schritt eroberte sie sich so eine neue Heimat, die nach langem Anlauf dann endlich nicht nur äußere Heimstatt, sondern tatsächlich innere Heimat wurde. Als Spanierin in Algerien geboren, algerisch geprägt und aufgewachsen, Französin gewesen und Italienerin geworden, äußere Stationen als Bilder innerer Suche und ein Erleben von Fremdheit in sich über lange Zeit, die Helen Visvonti bis zur Gegenwart in ihrer Person prägt. In durchaus lesbarem, eher nüchternem Stil, geschrieben breitet Visconit diesen inneren Weg durch und in der Fremde aus, wobei es ihr gelingt, nicht allein um äußeren des Lebensweges (der schon spannend genug ist) stecken zu bleiben, sondern immer wieder das generelle und alle Menschen betreffende Thema der Fremdheit im eigenen Leben offen zu legen. Eine Fremdheit, die immer wieder neue Motivation für ihre Suche nach dem passenden Ort und dem passenden Leben bleibt. Lust auf Zukunft haben, dieser Begriff in der Mitte des Buches ist es, der unterschwellig der ganzen Lebensgeschichte den roten Faden gibt. Viscontis Lust auf Zukunft richtete sich in all diesen suchenden Jahren auf das Meer, den endlosen Horizont, auf ein schlichtes, wirklich menschliches Leben ohne diese engherzige Sicht auf die anderen, die Fremden, die sie auf all ihren Stationen erlebt hat. Dass man „Frau und Ochs“ nur aus dem eigenen Land zu holen hat, wie es in Italien heißt, diese Enge ist ihr ein Greul und ihr Buch legt Zeugnis darüber ab, wie es mit Kraft und dem Glauben an das eigene Leben gelingen kann, gegen alle Widerstände sich nicht zu verlieren in dieser Welt voller Fremde.

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