H. P. Lovecraft

 4,2 Sterne bei 1.452 Bewertungen
Autorenbild von H. P. Lovecraft (©Gemeinfrei)

Lebenslauf von H. P. Lovecraft

Howard Phillips Lovecraft wurde am 20. August 1890 in Providence, Rhode Island geboren. Sein Vater Winfield Scott Lovecraft, ein Handelsreisender und seine Mutter Sarah Susan Phillips Lovecraft waren beide schon über 30, als sie ihren einzigen Sohn bekamen. Als Howard drei Jahre alt war, erlitt sein Vater einen angeblichen Nervenzusammenbruch und wurde ins Butler Hospital in Providence eingeliefert, wo er fünf Jahre später starb. Daraufhin übernahmen seine Mutter, sein Großvater und zwei seiner Tanten die Erziehung. Schon früh zeigte er Talent; so lernte er schon früh Gedichte auswendig und schrieb mit 6 (!) Jahren schon eigene Gedichte. Sein Großvater unterstützte ihn, indem er ihm Klassiker wie Odyssee oder Ilias zu lesen gab. Durch seinen Großvater kam er auch mit dem Mystischen und Okkulten in Berührung, da er ihm oft erfundene Horrorgeschichten erzählte. Allerdings war Lovecraft nicht in allen Bereichen seines Lebens so erfolgreich: Durch körperliche als auch psychische Leiden konnte er nicht regelmäßig den Unterricht besuchen. Außerdem wurde er mit neun Jahren von der Schule aufgrund aggressivem und undiszipliniertem Verhalten verwiesen. Zu dieser Zeit fing er an, sich für die Geschichte Neu-Englands als auch Chemie und Astronomie zu interessieren. Kurz darauf veröffentlichte er bereits mehrere Artikel in The Scientific Gazette. Als er dreizehn war, wurde er in die Hope Street High School aufgenommen. 1904 starb sein Großvater und die Familie verarmte. Sie mussten ihr Haus aufgeben und in ein kleineres Haus ziehen. Lovecraft litt so sehr unter den Veränderungen, dass er sogar darüber nachdachte, sich umzubringen! Vier Jahre darauf erlitt Lovecraft selbst einen Nervenzusammenbruch und konnte so nie einen Abschluss erwerben. Er war lange Zeit sehr beschämt darüber, weil ihm so auch der Zugang zur Brown University verwehrt blieb. Später wurde Howard Mitglied bei einer Vereinigung amerikanischer Autoren (UAPA); er fing an einige Werke zu schreiben, darunter The Tomb und Dagon. 1919 wurde dann seine Mutter ins Butler Hospital eingewiesen, ebenfalls aufgrund psychischer Leiden. Sie starb zwei Jahre danach. Kurz darauf lernte er die jüdische Ukrainerin Sonia Greene kennen, heiratete sie und zog mit ihr nach New York City. Allerdings wehrte das Glück nicht lange. Sonia verlor ihre Arbeit und litt unter einer schlechten Gesundheit, da Lovecraft nicht beide von seinem kleinen Einkommen ernähren konnte, zog Sonia nach Cleveland um dort zu arbeiten. Dann einigten sie sich auch auf eine Scheidung, die allerdings nie vollzogen wurde. Danach zog Lovecraft zurück nach Providence. Hier schrieb er seine meisten Werke, darunter der Fall Charles Dexter Ward und Berge des Wahnsinns. Da er sich zu schade war Arbeiten unter seinem Niveau anzunehmen, verarmte er immer mehr. 1936 wurde dann Darmkrebs beim ihm diagnostiziert. Bis zu seinem Tod ein Jahr später litt er ständig unter Schmerzen und Unterernährung.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Berge des Wahnsinns / At the Mountains of Madness (ISBN: 9783730612590)

Die Berge des Wahnsinns / At the Mountains of Madness

Erscheint am 20.04.2023 als Taschenbuch bei Anaconda Verlag.

Alle Bücher von H. P. Lovecraft

Cover des Buches Berge des Wahnsinns (ISBN: 9783865524225)

Berge des Wahnsinns

 (125)
Erschienen am 23.10.2015
Cover des Buches Chronik des Cthulhu-Mythos - Band II (ISBN: 9783865521453)

Chronik des Cthulhu-Mythos - Band II

 (68)
Erschienen am 01.12.2011
Cover des Buches Cthulhu - Geistergeschichten (ISBN: B002N7SMRG)

Cthulhu - Geistergeschichten

 (61)
Erschienen am 01.01.1977
Cover des Buches Der Fall Charles Dexter Ward (ISBN: 9783944720593)

Der Fall Charles Dexter Ward

 (61)
Erschienen am 31.03.2016
Cover des Buches Das Ding auf der Schwelle (ISBN: 9783458058014)

Das Ding auf der Schwelle

 (54)
Erschienen am 01.01.1979
Cover des Buches Stadt ohne Namen (ISBN: 9783518392560)

Stadt ohne Namen

 (48)
Erschienen am 29.09.1997
Cover des Buches The Best of H. P. Lovecraft (ISBN: 9783518390528)

The Best of H. P. Lovecraft

 (35)
Erschienen am 29.04.1996

Neue Rezensionen zu H. P. Lovecraft

Cover des Buches Berge des Wahnsinns (ISBN: 9783865524225)
M

Rezension zu "Berge des Wahnsinns" von H. P. Lovecraft

Übersetzungsfehler!
Michael-P-Krausvor 2 Monaten

Die vorliegende Ausgabe von H.P. Lovecraft, der auch als Meister des überirdischen Grauens gilt, hat seine Tücken. Als "Meisterwerk des Cthulhu-Mythos" wird diese Novelle angepriesen, was sich in der deutschen Ausgabe zumindest nur bedingt bestätigen lässt.
Zur Geschichte: Das Buch liest sich wie ein Bericht eines Forschers, der aufgrund einer weiteren geplanten Expedition in die Antarktis sein Schweigen über eine vergangene Expedition bricht, bei der mehrere Forscher den Tod fanden. Er erzählt, wie das Team dabei auf einen Gebirgszug stößt, der höher als der Himalaya sei. Dabei finden sie ebenfalls eine uralte Stadt, erbaut vor unermesslichen Zeiten, lange, bevor die Menschheit das Licht der Welt erblickte. In dieser Stadt finden sie die Überreste eines alten Volkes, im Buch als "Die großen Alten" beschrieben. Diese Entdeckung leitet einen Forschungswahn ein. Nach einem Sturm bricht der Funkkontakt vom Basislager zum Forschungslager ab, und der Erzähler macht sich mit einem Kollegen auf, um nach dem Rechten zu sehen. Sie finden das Lager zerstört vor und alle Expeditionsteilnehmer tot. Als die beiden weitere Nachforschungen anstellen, dringen sie in unterirdische Gewölbe vor, wo sie auf Wandreliefs stoßen, die die Geschichten der uralten Spezies aufzeigen. Dabei wird erkennbar, dass jenes Volk, welches einst hier herrschte, von einer gezüchteten Gattung angegriffen wird. In den Tiefen der Welt stoßen sie schließlich auf das namenlose Grauen, das hier unten noch immer herrscht...
Die Geschichte an sich ist nicht schlecht. Sie spielt mit der Wissenschaft und unterschwellig liest man heraus, welches Grauen man bei zuviel Forschungsdrang entdecken kann. Die Illustrationen, die sich über das Buch verteilen, fügen sich herrlich ein und untermalen die Geschichte und das Geschehen wunderbar. Natürlich ist auch Lovecrafts Schreibstil hervorzuheben, das Grauen langsam und schleichend immer näher kommen zu lassen. Die Geschichte in Form eines Augenzeugenberichtes bringt das Geschehen extrem realistisch rüber, wenngleich aus heutiger Sicht manches natürlich für sehr überspitzt und fantasievoll wirkt. Immer wieder werden bekannte Dinge erwähnt, wie etwa das Necronomicon, Cthulhu oder auch Yog-Sothoth. Wer sich mit diesem Thema auskennt, den beschleicht eine Gänsehaut; das kann Lovecraft wie kein Zweiter.
Aber diese Novelle hat auch ihre Schattenseiten, die sich in Lovecrafts Schreibstil zeigt: Es geht zu langsam. An dieser Geschichte merkt man, dass Lovecrafts Stärken bei Kurzgeschichten lag. Er war einfach kein Romantyp. In "Berge des Wahnsinns" verliert er sich fast in ausschweifenden Beschreibungen, und selbst mir, der ich es liebe, in stimmungsvolle Beschreibungen abzutauchen, wird es bisweilen etwas zu viel. Er beschreibt die Gegend so genau, dass man sich wirklich darin wiederfindet, versucht auf Biegen und Brechen, das Gigantische und Unermessliche dieser Berge dem Leser nahezubringen, dass man manchmal wirklich Mühe hat, bei der Stange zu bleiben. Die Hallen unter dem Gebirge sind gewaltig und trostlos; Dies hätte man vielleicht etwas kompakter schreiben können. Auch die ellenlange Beschreibung über die Geschichte jenes Volkes, welches einst die Erde beherrschte, zerrt an der Konzentration.
All diese Kritikpunkte wären jedoch noch nicht der Grund, hier "nur" drei Sterne zu vergeben, bis auf den Punkt, der für mich am Schwersten wiegt: Und zwar hat sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. In der Geschichte stößt man immer wieder auf "die großen Alten", und wer mit dem Cthulhu-Zyklus vertraut ist, weiß, dass es sich dabei eigentlich um mächtige, ja gar gottgleiche auserirdische Wesen handelt, die selbst die Entstehung und den Lauf des Universums beeinflussen können. Doch man steht wie vor den Kopf gestoßen da, wenn es da plötzlich heißt, dass die großen Alten wären nur ein paar Meter groß und seien im ewigen Eis der Antarktis eingefroren. Hier handelt es sich eigentlich NICHT um die großen Alten (zu denen der große Cthulhu, Yog-Sothoth, Nyarlathotep, Shub-Niggorath und auch Azathoth selbst gehören), sondern um "die alte Rasse", welche vor Jahrmillionen den Erdball bevölkerte.
Manch einer mag diesen Fehler verzeihen, ich kann es einfach nicht. Der Lesefluss wurde bei mir extrem gehemmt, jedes Mal wenn ich auf den Begriff "die großen Alten" stieß. Ich habe dabei einfach andere Wesen vor Augen.
Dieser Fehler liegt, soweit ich das sagen kann, hauptsächlich beim Festa-Verlag. Der Verlag hat mittlerweile viele sehr gute Neuübersetzungen uf den Markt gebracht, so muss ich gestehen, dass "der Ruf des Cthulhu" für mich die beste deutsche Übersetzung darstellt. Aber hier, bei "Berge des Wahnsinns" ist ein gravierender Fehler unterlaufen.
Von daher kann ich diesem Werk, obgleich ich ein leidenschaftlicher Fan von Lovecraft und seinen Geschichten bin, nur drei Sterne geben.

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Cover des Buches Gesammelte Werke Band 2: Namenlose Kulte von Howard Ph. Lovecraft (2008) Gebundene Ausgabe (ISBN: B00FNAT4EA)
M

Rezension zu "Gesammelte Werke Band 2: Namenlose Kulte von Howard Ph. Lovecraft (2008) Gebundene Ausgabe" von H. P. Lovecraft

Der Ruf, dessen Farbe das Grauen bringt
Michael-P-Krausvor 2 Monaten

Dieser Band beinhaltet drei meiner absoluten Lieblinge dieses Autors: Angefangen von "Der Ruf des Cthulhu", über "Das Grauen von Dunwich" bis hin zu "Die Farbe aus dem All" wird hier wie kaum sonst irgendwo die ganze kreative Breite von Lovecraft aufgezeigt.
Besonders "Die Farbe aus dem All" ist in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk der Schauerliteratur. Hier wird ersichtlich, wie gekonnt der Autor mit der Furcht der Leser spielte, und zwar der Furcht vor dem Unbekannten. Schleichend arbeitet sich das Grauen vorwärts und streckt seine Fühler aus, und nicht nur die Protagonisten sind es, die von den Tentakeln berührt werden.
"Der Ruf des Cthulhu" ist eine Erzählung um den mächtigen Cthulhu, der Namensgeber für den Cthulhu-Mythos geworden ist. Sie gliedert sich in drei Teile, die bei näherem Betrachten alle miteinander in Verbindung stehen. Was mich hier gruseln ließ war der Aspekt, dass sich die Geschehnisse auf der ganzen Welt bemerkbar machten. Außerdem schaffte Lovecraft es, die Berichte mit einem so realen Unterton zu versehen, dass man fast glauben möchte, es wäre keine Geschichte, sondern Aufzeichnung des Berichts eines Zeitzeugen.
"Das Grauen von Dunwich" schließlich verschlägt den Leser wieder in eine einsame Gegend, in der jedoch das Grauen umgeht. Es ist ebenfalls eine Geschichte aus dem Cthulhu-Mythos. Lovecraft bringt dabei Hexerei und schwarze Magie so gekonnt wie kaum ein Zweiter in die Geschichte ein.
Dies sind in meinen Augen "die Großen Drei" von Lovecraft, die als meine absoluten Favoriten gelten. Doch auch die anderen Geschichten stellen eine große Kunst dar. Und hervorzuheben sei noch die großartige neue Übersetzung des Festa-Verlags. Gerade bei "Der Ruf des Cthulhu" wird dies deutlich.
Die ganze Reihe ist für Lovecraft-Fans ein Muss, und insbesondere dieser Band stellt eine Sammlung von Meisterwerken dar. Endlich, ENDLICH habe ich "die Großen Drei" in einem Buch. Ich bin begeistert. 

Anmerkung: Vielleicht weiß man jetzt, wie die Überschrift gemeint war ;-)

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Cover des Buches Die Berge des Wahnsinns (ISBN: 9783730611913)
D

Rezension zu "Die Berge des Wahnsinns" von H. P. Lovecraft

Horrorklassiker
die_buecherweltenbummlerinvor 3 Monaten

Eine Gruppe von Wissenschaftlern reist 1930 in die Antarktis, um geografische und geologische Untersuchungen vorzunehmen. Während ihrer Unternehmung findet Lake eine Gebirgskette, die in Höhe und Erscheinung alles Bekannte überragt. Regelmäßig funkt er Bericht über immer wieder neue Entdeckungen. Ein Sturm jedoch verhindert, dass der Rest der Gruppe zu ihm stoßen kann. Als sich am nächsten Tag der Sturm schließlich gelegt hat, machen sie sich auf, um sich selbst von Lakes Entdeckungen zu überzeugen. Doch ihre Entdeckung ist weit grausamerer Natur.


Der Plot um "Die Berge des Wahnsinns" bietet den Stoff für eine beängstigende Horrorgeschichte. Tatsächlich erinnert der Inhalt ein wenig an den Film "The Thing", was auch literarisch wiederum Nachahmer gefunden hat.


Die Story ist in Form eines wissenschaftlichen Berichts aus der Ich-Perspektive verfasst. Leider verliert H. P. Lovecraft sich dabei so stark in seinen Beschreibungen, dass jede Spannung sogleich im Keim erstickt wird. Jeder Stein wird akribisch beschrieben, jede Formation genauestens erläutert, sodass die Leser*innen durchweg mit dem Zeichnen eines Panoramas in ihrem Kopf beschäftigt sind, während die Handlung kaum Raum findet.


Was steckt dahinter? Lovecraft thematisiert in seiner Horrorgeschichte die "Alte Rasse", die auf die Erde gekommen ist und dort alles Leben erschaffen hat. Somit wird Gott infrage gestellt, als auch darauf hingewiesen, wie labil menschliche Existenz ist, die auch jederzeit wieder ausgelöscht werden kann, wenn auch von anderen galaktischen Wesen.


"Die Berge des Wahnsinns" empfinde ich als eine Art literarischen Input. Es erscheint, als würde Lovecraft eine grandiose Idee liefern. 

Die Ausgabe, erschienen im Anaconda-Verlag, besticht jedoch durch sein tolles Cover und - wie immer bei Anaconda - durch seinen Preis.



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Gespräche aus der Community

Einige Bücher und Geschichten wagen sich immer wieder an die subtil geniale Verfälschung und Verfremdung der Geschichte. So z.B. der bekannte "Cthulhu-Mythos". Welche anderen Werke gibt es, welches sind die besten und "wirkungsvollsten"?
1 Beiträge
almas avatar
Letzter Beitrag von  almavor 13 Jahren
Philip Roth in so ziemlich allem, was er tut, besondres in "Amerika" - nicht zuletzt deswegen, weil man anfängt, zu mögen, was man da liest.
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

H. P. Lovecraft wurde am 20. August 1890 in Providence, Rhode Island (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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