H. Rider (Henry Rider) Haggard Allan Quatermain

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Inhaltsangabe zu „Allan Quatermain“ von H. Rider (Henry Rider) Haggard

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    Allan Quatermain
    sabisteb

    sabisteb

    31. May 2012 um 12:36

    Drei Jahre sind seit dem ersten gemeinsamen Abenteuer von Sir Henry Curtis, Captain John Good und Allain Quartermain vergangen. Seit dieser Zeit lebte Quartermain in Yorkshire, während sein Sohn Henry Medizin studierte. Nun ist Henry in Ausübung seines Berufes an den Pocken gestorben und die Beerdigung liegt bereits eine Woche zurück. Quartermain ist unruhig und es zieht ihn zurück nach Afrika, denn es gibt nichts mehr, was ihn in England hält. Da kommt ihm der Besuch seiner beiden Freunde Curtis und Good gerade Recht, denn den beiden wird England auch zu klein. Sie wollen wieder auf Abenteuerreise gehen. Sie haben Gerüchte gehört, dass es irgendwo im Inland Afrikas, in einem Gebiet, das vor ihnen noch kein Europäer betreten hat, irgendwo in der Nähe des Mount-Kenya-Massivs, eine unbekannte weiße Rasse geben soll. Zusammen mit einigen Trägern und Quartermains Zulu Freund Umslopogaas, den eine persönliche Tragödie, die irgendwas mit Frauen zu tun hat, zu einem Heimatlosen gemacht hat und dessen einzige Vertraute seine Axt Inkosi-kaas ist, machen sich die Abenteurer auf die Suche nach diesem mythischen Volk. Es ist schwer eine Reihenfolge für die Quartermain Bücher anzugeben. Historisch gesehen ist dieser Roman der zweite Allan Quartermain Roman, den der Autor schrieb. Wenn man jedoch die Chronologie des Lebens von Allan Quartermain als Reihung der Romane nimmt, so ist dies der letzte Band der Reihe. Während "King Salomon’s Mines" noch ein klassischer, mit Abenteuern gewürzter Abenteuerroman war, driftet dieser nun langsam in den Fantasy Abenteuerbereich ab, der teilweise an Jule Vernes Reiseabenteuer zum Mittelpunkt der Erde erinnert, und dem modernen Leser wird klar, wie Quartermain zu Vorbild für Indiana Jones werden konnte. Dennoch handelt es sich bei Quartermain immer noch um einen ungewöhnlichen, weil eben sehr alten Abenteuerer, man kann wohl sagen ein Rentier: „Imagine to yourself a small, withered, yellow-faced man of sixty-three, with thin hands, large brown eyes, a head of grizzled hair cut short and standing up like a half-worn scrubbing-brush—total weight in my clothes, nine stone six—and you will get a very fair idea of Allan Quatermain, commonly called Hunter Quatermain, or by the natives 'Macumazahn'". Good hingegen will vor allem nach Afrika, weil er zu fett geworden ist: "Good, who is not like either of us, being short, dark, stout—very stout—with twinkling black eyes, in one of which an eyeglass is everlastingly fixed." Curtis ist immer noch der blondlockige Womanizer, das Bild von einem Mann. Ihm ist einfach langweilig. Umslopogaas, war einmal der Chef eines Zulu Stammes, aber irgendwas ist vorgefallen, dass ihn Zwang zu flüchten und ein Leben als Ausgestoßener zu führen. Seine Vertraute ist seine Axt, mit der er spricht und die er Inkosi-kaas, Stammeschefin nennt. Der letzte in dieser illustren Runde von teils Antihelden ist Alphonse, der feige französische Koch, den die Abenteurer im Urwald aufgabeln. Die Darstellung der schwarzen Bevölkerung ist in diesem zweiten Band einerseits etwas moderner, schon im Vorwort schreibt der Autor: "It is a depressing conclusion, but in all essentials the savage and the child of civilization are identical. […] Civilization is only savagery silver-gilt." Andererseits jedoch werden 250 böse Massai wegen eines weißen Mädchen abgeschlachtet. Und während man die eigenen Toten begräbt, werden die Feinde einfach im Fluss entsorgt. Überhaupt gibt es auch in diesem Band, die obligatorischen, heroischen Schlachten, oder besser Gemetzel, die einen über mehrere Seiten ob ihrer Detailtreue langweilen. Das ist wohl auch dem Autor aufgefallen, so dass er einem zumindest bei der letzten Schlacht einen Teil erspart. Dieses mysteriöse, weiße Volk, das die Abenteurer in der Stadt Milosis finden ist dann wieder ein klein wenig klischeehaft beschrieben, wie man das aus anderen Abenteuerbüchern dieser Zeit kennt: "The best bred people in the country are, as I think I have said, pure whites with a somewhat southern cast of countenance; but the common herd are much darker, though they do not show any negro or other African characteristics." Das Aussehen der beiden Königinnen (Zwillingsschwerstern) entspricht damit natürlich ihrem Charakter. Die liebe, gute, hübsche Nyleptha, die es gleich mal auf Curtis abgesehen hat, ist natürlich blond, ihre Schwester Sorais (die auch auf Curtis steht, der Nyleptha steht, während Good jedoch total in Sorais verliebt ist, die aber nicht auf fette Männer steht) ist natürlich schwarzhaarig. Ich habe mich gefragt, wie bei einem schwarzhaarigen Volk mit hellbrauner Haut plötzlich eine Blondine auftauchen kann, wo das Gen für blondes Haar rezessiv ist und ihre Zwillingsschwester schwarzhaarig ist, aber sei’s drum. Als Zugeständnis an die männliche Leserschaft trägt dieses Volk eine Brust enthüllt, was bei den beiden Königinnen, die beide jung (25) und sexy sind, super ausschaut, in den Illustrationen der Zeit jedoch immer kaschiert wird. Beherrscht wird dieses friedfertige Volk von den Priestern des Sonnenkultes, die ihre Macht bis zum größtmöglichen Extrem ausnutzen. "Indeed, their rights and powers are almost unlimited, but I may as well state here that the priests of the Sun are wise in their generation, and do not push things too far. It is but very seldom that they go to extremes against anybody, being more inclined to exercise the prerogative of mercy than run the risk of exasperating the powerful and vigorous-minded people on whose neck they have set their yoke, lest it should rise and break it off altogether." Damit ist der Konflikt als Mischung aus unerfüllter Liebe und Angst der Priester vor Entmachtung vorprogrammiert. Allan Quertermain, der das Thema Liebe und Frauen schon längt abgehakt hat, ist von diesen Entwicklungen eher genervt, genau wie Umslopogaas, der die Situation wie Curtis und Nyleptha sich anhimmelt sehr gut zusammenfasst: "He wants a wife, and she wants a husband, then why does he not pay his cows down like a man and have done with it? It would save a deal of trouble, and we should have had our night's sleep. But there they go, talk, talk, talk, and kiss, kiss, kiss, like mad things. Eugh!' " Quartermain sieht eher die Probleme, die diese Beziehung mit sich bringen wird: "'I am wondering on what principle it is arranged that some people should find beautiful queens to fall in love with them, while others find nobody at all, or worse than nobody; and I am also wondering how many brave men's lives this night's work will cost." Ungewöhnlich ist die Sozialkritik, die der Autor in diesem Band an seiner Heimat äußert: "For instance, the law of England is much more severe upon offences against property than against the person, as becomes a people whose ruling passion is money. A man may half kick his wife to death or inflict horrible sufferings upon his children at a much cheaper rate of punishment than he can compound for the theft of a pair of old boots. " Milosis ist somit wohl eine Art gesellschaftlicher Gegenentwurf (nachdem das Volk irgendwann mal chrisianisiert ist), in der der edle Wilde lebt, der noch nicht von der Zivilisation verkorkst wurde. Fazit: Spannend und immer noch sehr gut lesbar, nur die Darstellung der einheimischen Bevölkerung ist aus heutiger Sicht sehr irritierend.

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