H.G. Parry

 4.4 Sterne bei 53 Bewertungen

Lebenslauf von H.G. Parry

H. G. Parry studierte Englische Literatur an der Victoria University in Wellington und unterrichtet heute Englisch sowie Film- und Medienwissenschaften. Ihre Kurzgeschichten erschienen unter anderem in der »Intergalactic Medicine Show« und in der »Daily Science Fiction«. »Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep« ist ihr Debütroman. H. G. Parry lebt gemeinsam mit ihrer Schwester in Wellington, und natürlich ist ihre Wohnung vollgestopft mit Büchern.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von H.G. Parry

Cover des Buches Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep (ISBN: 9783453320680)

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep

 (53)
Erschienen am 13.04.2020

Neue Rezensionen zu H.G. Parry

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Rezension zu "Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep" von H.G. Parry

Für Fans von Charles Dickens ein Muss
jaylinnvor 6 Tagen

Allgemeines:

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep ist am 13. April 2020 als Paperback im Heyne Verlag erschienen. Das Buch hat 608 Seiten.

Es handelt sich um den Debütroman der englischsprachigen Autorin H. G. Parry. Aus dem Amerikanischen wurde das Buch von Michael Pfingstl übersetzt.

Inhalt:

„Schon sein ganzes Leben lang hat der ebenso liebenswerte wie chaotische Literaturdozent Charley Sutherland versucht, seine einzigartige Begabung vor der Welt zu verbergen: Er kann Figuren aus Büchern zum Leben erwecken! Das ist toll, wenn es sich dabei um Pu den Bären handelt, und kompliziert, wenn plötzlich der Hund der Baskervilles in deinem Vorgarten sitzt. Nur Charleys Bruder Rob weiß von seiner Gabe. Deshalb läuten bei dem etwas biederen Anwalt auch sämtliche Alarmglocken, als er eines Nachts einen Anruf von Charley erhält und dieser ihm gesteht, er habe Uriah Heep, den Schurken aus Charles Dickens’ Meisterwerk »David Copperfield«, freigelassen. Und der hat nichts Geringeres im Sinn als das Ende der Welt. Gemeinsam versuchen Charley und Rob, Uriah zurück in den Roman zu verbannen, bevor er größeres Unheil anrichten kann. Doch dabei stoßen sie auf ein dunkles Geheimnis …“ (Quelle: Penguin Random House Verlagsgruppe)

Meine Meinung:

Ihr wisst, dass ich bei Büchern über Bücher stets schwach werde. Das gilt nicht für alle, sondern nur für diejenigen, die eine gewisse Qualität versprechen. Ein weiteres Kriterium ist für mich, dass es nicht einfach nur um das Hineinfallen in literarische Welten oder das Hinauslesen von Charakteren geht. Bei Uriah Heep war ich mir deshalb im Vorfeld nicht ganz sicher, da es doch offensichtlich um Charaktere aus bekannten literarischen Werken gehen sollte… Irgendeinen anziehenden Sog hatte der Roman jedoch anscheinend, denn es führte kein Weg an der Lektüre vorbei…

Natürlich ist die Idee, Figuren aus Büchern herbeilesen zu können, nichts Neues. Selbst in Kinder- und Jugendromanen kennen die meisten Leser und Leserinnen diese spätestens seit sie Tintenherz gelesen haben. Parry gelingt es jedoch, dieser Fähigkeit etwas Frisches und Unerwartetes zu verleihen. Sie überrascht und begeistert mit ihrem Debütroman. Ihre Geschichte ist an vielen Stellen sehr humoristisch ohne abgedroschen zu wirken. Lesen wird hier gefährlich. Genau so, wie die Warnung auf dem Buchrücken es bereits verspricht.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass diejenigen unter euch, die sich gut mit den Charakteren von Charles Dickens auskennen, in diesem Roman einen kleinen Vorteil haben werden. Ich zähle mich nicht zu diesen Personen und habe vermutlich nicht jeden Hinweis oder jede Pointe verstanden, da viele von Dickens entworfene Charaktere eine Rolle in der Geschichte spielen. Ihr begegnet aber auch Heathcliff (aus Sturmhöhe), trefft auf gleich fünf Mr. Darcys (aus Stolz und Vorurteil), stoßt auf die Weiße Hexe (aus Die Eiskönigin), auf Mathilda, auf Dorian Gray, Sherlock Holmes und so man anderen Romanhelden. Eine Grundvoraussetzung, um diesen Roman zu lesen, ist also die Begeisterung für Literatur an sich.

Parry entwickelt eine Geschichte, die von Spannung und Plottwists durchdrungen ist. Sie spielt in unserer Welt, zum Teil jedoch auch in einer von der Fantasie durchdrungenen ganz anderen Welt. Dabei steuert der Roman auf ein Ende zu, das rückblickend naheliegend wirkt, während des Lesens jedoch mitnichten erwartbar war. Dabei verknüpft Parry geschickt literarische Elemente mit einer klassischen Familiengeschichte. Zusammenhalt, Neid, Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten innerhalb einer scheinbar ganz normalen Familie werden thematisiert.

Fazit:

Ein fantastisches Abenteuer, in dem Lesern, die sich in der literarischen Welt auskennen, die ein oder andere bekannte Figur über den Weg läuft. Und das ganz ohne von faden Beigeschmack. Fans von Charles Dickens kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten!

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Rezension zu "Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep" von H.G. Parry

Tolles Buch für Literaturliebhaber!
Samairevor 20 Tagen

Es ist mitten in der Nacht, als Charley, chaotischer Literaturprofessor, seinen Bruder Rob anruft und um Hilfe bittet. Was keiner, außer Rob, weiß, Charly kann Figuren aus Büchern lesen. Dummerweise ist ihm das nun bei Uriah Heep, dem Schurken aus Charles Dickens’ Meisterwerk »David Copperfield«, passiert und der Bösewicht hat nicht vor wieder in sein Buch zu verschwinden. Vielmehr warnt er Charly und Rob vor einer viel größeren Katastrophe, die sich bald ereignen wird und nach der die Welt nicht mehr so sein wird, wie sie einmal war. 


Die Idee Figuren aus Büchern zu lesen ist seit „Tintenherz“ definitiv nicht mehr neu. Hier wird sie aber sicherlich auf die Spitze getrieben und es kommt zu etlichen amüsanten Szenen, in der der Leser viele bekannte Figuren wiederfindet. Die meisten im Roman vorkommenden Figuren sind von Dickens entliehen, wer sich also also Leser nicht sehr gut mit dem Werk des Autors auskennt, hat vielleicht einen kleinen Nachteil.


Der Roman ist sehr dick und lässt sich doch sehr gut und flüssig lesen. Die Geschichte steigert sich mehr und mehr und mündet in einer Auflösung, die zwar rückblickend naheliegend ist, mir jedoch beim Lesen nicht in den Sinn gekommen wäre. Auch das eigentliche Ende fand ich sehr gelungen. 


Das alles ist eingebettet in eine klassische Familiengeschichte. Auf der einen Seite Charly, der bereits als Teenager einen Doktortitel hat, auf der anderen Seite Rob, der eigentlich nur einen normalen Bruder wollte. Es geht um Eifersucht und Neid und am Ende doch um Zusammenhalt und darum, dass Unterschiede und eine besondere Gabe auch zusammenführen können. 


Ich kann das Buch nur empfehlen, trotz seiner Länge lässt es sich schnell und zügig lesen und man kann wirklich in die Geschichte abtauchen. 

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Rezension zu "Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep" von H.G. Parry

In der Welt der literarischen Klassiker...
Miamouvor einem Monat

Auf dem Klappenumschlag dieses Buches steht hinten in großen Lettern: „Vorsicht, lesen kann gefährlich werden!“ Eine Warnung, die die Handlung dieses Romans tatsächlich zunächst umsetzt, aber es gibt zum Glück ein Happy End.


Aber von vorne: In dem Buch geht es um den chaotischen aber liebenswürdigen Literaturprofessor Charles, der die spezielle Gabe hat, Figuren aus Romanen herauszulesen, sodass sie ihm in Fleisch und Blut gegenüberstehen. Dies hört sich natürlich extrem toll an, birgt aber auch Gefahren und jedes Mal, wenn er in Schwierigkeiten schlittert ruft er nach seinem Bruder Rob, der ihn dann irgendwie aus der Patsche helfen kann. Als er eines Tages Uriah Heep aus Charles Dickens‘ „David Copperfield liest, verändert sich aber plötzlich etwas, da dieser mit einer sehr geheimnisvollen Ansage erscheint, dass es noch einen weiteren Beschwörer in Wellington (die Handlung spielt dort) gibt, der eine neue Welt erschaffen will. Als sich das Bruderpaar auf die Suche nach diesem Beschwörer macht, stoßen sie auf eine Straße, die ein Zufluchtsort für alle möglichen literarischen Figuren ist. Die Einwohner der Straße befinden sich in höchster Alarmbereitschaft, weil sie merken, dass diese von Uriah Heep angekündigte neue Welt schon näher ist, als gedacht. In Charles sehen sie aber eine Möglichkeit alles zum Guten zu wenden.


Dies die Kurzfassung einer möglichen Zusammenfassung. Da es sich bei dem Buch um einen 600 Seiten langen Wälzer handelt, in dem im Grunde so einiges passiert, ist es gar nicht so einfach, es in Kürze zusammenzufassen. Neben der Suche nach dem zweiten Beschwörer, der absolut nichts Gutes im Sinne führt, geht es nämlich auch viel um die Beziehung der beiden Brüder. Einerseits ist die Gabe von Charles schon an sich ein großes Geheimnis zwischen den Brüdern, da man lange den Eindruck hat, dass nur sie beide davon wissen, andererseits merkt man als Leser dann auch schnell, dass es da noch ein Geheimnis gibt, das man gar nicht so greifen kann. Im Laufe der Lektüre löst sich das dann auch auf und macht auch viel mit den Brüdern. Es erklärt dann auch, warum Charles diese spezielle Gabe hat und Rob eben nicht. Und…welche Rolle die Eltern, speziell die Mutter, spielen.


Generell hat die Autorin ihre vielen Ideen doch sehr schlüssig erklärt, was die Handlung an sich glaubhaft macht. Mir hat besonders gefallen, dass die Geschichte ein Stück weit in der realen Welt stattfindet, da sie so im Gesamten glaubhafter und erdiger wird. Es überlappen sich beiden Welten und Rob ist der, der durch die Geschichte führt, weil er sowohl mit der realen, als auch mit der fantastischen Welt irgendwie mehr oder weniger klarkommt.


Ein weiterer wirklich großer Pluspunkt waren die vielen literarischen Figuren, die da eben in ein anderes Setting gesetzt wurden, als sie der geneigte Leser eben kennt. In der geheimen Straße trifft man auf Heathcliff (aus „Sturmhöhe“), auf gleich fünf Mr. Darcys (aus „Stolz und Vorurteil“), weiters auf die Weiße Hexe (aus „Die Eiskönigin“), auf Mathilda, auf Dorian Gray, auf Sherlock Holmes, Lancelot und auf viele andere. Ein besonderer Schwerpunkt liegt eben auf den Werken von Dickens. Schon im Titel stößt man auf Uriah Heep (aus „David Copperfield“), aber auch auf Sikes, Fagin und den Dodger (aus „Oliver Twist“). Auch Dickens‘ Schauplätze seiner Romane spielen eine bedeutende Rolle. Wenn man diese Figuren der englischen Klassiker liebt, dann freut man sich, ihnen hier zu begegnen.


Die Autorin erlaubt sich viele Twists, die meist sehr überraschend kommen und so eine gewisse Spannung aufrechterhalten. Trotzdem dauerte es für mich persönlich doch einige Zeit, bis mich der Roman vollends packen konnte. Und dann als er mich hatte, hat er mich dann doch teilweise auch wieder losgelassen. Manche Szenen waren mir zu ausführlich oder besser gesagt nicht situationsgerecht. Ich finde es schwer zu begreifen, dass die beiden Brüder seitenweise über ihre Beziehung diskutieren können, wenn sie sich in Wahrheit gerade in Todesgefahr befinden (und das im wahrsten Sinne des Wortes). Das Ende an sich war mir dann auch zu künstlich hinausgezögert, was gar nicht sein hätte müssen.


Alles in Allem hat mir das Buch aber erlaubt, mich streckenweise echt darin fallen zu lassen, weswegen ich eine Leseempfehlung abgebe. Vielleicht sollte man im Hinterkopf haben, dass es hier und da Längen gibt, dann fällt das Lesen möglicherweise leichter.


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