HC Roth , Arne Kulf Der Flug des Pinguins

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Inhaltsangabe zu „Der Flug des Pinguins“ von HC Roth

Der erfolglose Autor Rilke kassiert für seinen Roman eine Absage nach der anderen. In Selbstmitleid badend vertieft er sich in seine Geschichte von Billy Pinguin, der aus der Antarktis flieht, um ein gefeierter Rockstar zu werden. Das bringt ihn̈ natürlich in seinem richtigen Leben auch nicht weiter. Seine Freundin setzt ihn vor die Tür, die Wirtin seines Lieblingscafés macht ihm den Hof und Rilke selbst versinkt immer mehr in den Trümmern seines perspektivlosen Lebens. HC Roth erzählt in seinem neuen Roman parallel zwei Geschichten, die von großen Träumen handeln und davon, wie man sie umsetzt. Was natürlich in der erdachten Geschichte viel putziger und viel einfacher ist als im realen Leben. Eine verrückte, eine sehr verrückte Geschichte von brennender Liebe, ernüchternder Weisheit, lauwarmem Dosenbier und von dem, was wir Rock`n`Roll nennen.

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  • Natürlich können Pinguine fliegen :)

    Der Flug des Pinguins

    TharinaWagner

    22. January 2016 um 05:16

    Auf Hc Roth kam ich durch den Club Wakuum in Graz. Dort haben wir vor kurzem eine gemeinsame Lesung abgehalten. Hc ist ein ziemlich abgedrehter Typ, der sich anscheinend hin und wieder für einen Rockstar hält. Dementsprechend unterhaltsam sind auch seine Lesungen.  „Der Flug des Pinguins“ passt hervorragend zu einem, sich mit Gitarre am Boden wälzenden Autoren. Die Grundidee dieses Romans finde ich sehr originell. Und zwar passieren hier zwei Geschichten parallel – was an sich ja nichts Neues ist, in dieser Form allerdings schon – zumindest für mich.  Lasst mich mit der ersten Geschichte beginnen; der eines erfolglosen Autoren, der den großen Namen Rilke trägt. Doch selbst sein Name kann ihn nicht davon abhalten, sich in seiner versifften Bude lauwarmem Bier hinzugeben und im Selbstmitleid zu versinken. Das hat der Autor sehr bildhaft beschrieben – ich konnte mir sehr gut eine viel zu dunkle, muffig riechende Wohnung vorstellen. Ein bisschen Schimmel in den Zimmerecken, diverse Körperbehaarung zwischen Essensresten am Boden verstreut. Der Grund für besagtes Selbstmitleid ist, dass sich kein Verlag für Rilkes Debütwerk interessiert - falls die „Verlagsmenschen“ sich überhaupt die Zeit nehmen, um sich sein Meisterwerk anzusehen. Das bezweifelt Rilke. Zusammen mit Pizzakartons und leeren Bierdosen stapeln sich Absagen in seiner Wohnung, die ja eigentlich gar nicht seine, sondern die Wohnung des Vaters seiner Freundin ist. Das ist SIE - die einzige Person, die an ihn glaubt und doch eigentlich viel zu perfekt ist, um Interesse an ihm und seinem verkümmerten Dasein zu haben – was Rilke, wie üblich erst dann merkt, als sie ihn tatsächlich sitzen lässt – auf diesem dreckigen Sofa, in der dreckigen Wohnung voller lauwarmer Bierdosen. Von da an geht es für unseren Anti – Helden nur noch steiler bergab. Scheinbare Zufälle hindern ihn daran sich wieder aufzurappeln. Das einzige, was seine Laune immer ein bisschen verbessern kann, ist sein eigener Roman, in dem er, immer wieder aufs Neue, liest. Genau dieser Roman ist die parallele Handlung.  Rilkes Roman erzählt die Geschichte eines Pinguins – eines wirklichen Pinguins, gar nicht metaphorisch gemeint. Dieser heißt Billy Pinguin und lebt am Südpol. Abgesehen davon, dass es ihm dort viel zu kalt ist, hat er große Zweifel daran, an diesem Ort jemals seinen großen Traum, nämlich Rockstar zu werden, erfüllen zu können. So lässt er seine Mutter und seine Heimat hinter sich und macht sich auf den Weg nach Amerika. Obgleich der Pinguin auch seine Höhen und Tiefen erlebt, scheint er es um einiges leichter zu haben, als Rilke selbst. Manchmal könnte man sogar meinen, sein Erfinder sei ein wenig neidisch auf ihn. Wahrscheinlich absichtlich weisen die beiden Geschichten mehrere Parallelen auf – wie zum Beispiel die Suche nach der Erfüllung des großen Traums. Obwohl Rilke von Anfang an eher wie ein Versager wirkt, gelingt es dem Autor eine positive Grundstimmung zu schaffen. Das Thema „großer Traum“ gefällt mir persönlich immer sehr gut, egal wie unrealistisch die Geschichte dazu sein mag. Macht es nicht gerade besonders Spaß beim Lesen in eine Welt, weit weg von der Realität einzutauchen? Zumindest solange die Botschaft stimmt. „Der Flug des Pinguins“ hat neben mehreren Botschaften auch sehr viel Witz. Womit ich mich persönlich nicht identifizieren kann, da mich diese Musikschiene gar nicht interessiert, sind die oft angesprochenen Rockmusiker und –Titel. Trotzdem passen diese natürlich bestens zur Geschichte, machen diese sogar noch authentischer.  Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse ein wenig, was mich kurz verwirrt und vor allem überrascht hat. Ich habe mich währenddessen gefragt, wie der Autor da wohl zu einem passenden Ausgang finden würde – doch es gelingt ihm, überzeugt euch selbst davon. Ich hatte großen Spaß an der Geschichte über den erfolglosen Autoren und den animalischen Rockstar und kann sie nur weiterempfehlen. 

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  • Der Flug des Pinguins (www.t-arts.de)

    Der Flug des Pinguins

    hcroth

    03. May 2013 um 20:35

    www.t-arts.de: HC Roth – Der Flug des Pinguins – Natural Born Rockstar Ein Held heißt Rilke, einfach nur Rilke. Er hält sich für einen begnadeten Schriftsteller. Leider kann er mit seinem Buch-Manuskript „Der Flug des Pinguins“ keinen Verleger so recht begeistern. Damit sind wir beim Helden der Geschichte in der Geschichte. Nämlich Billy Pinguin, ein jugendlicher revoltierender Kaiserpinguin aus der Antarktis. Billy Pinguin verabscheut Schnee, Eis, Kälte. Verständlich. Aber er hat Schulbildung und Halbbildung aus der verlassenen Forschungsstation. Letztere hat Billy eine Gitarre und die Leidenschaft für Rock überlassen. Billy will nach Amerika und dort Rockstar werden. Nun, nach Amerika findet er nicht, aber er wird tatsächlich ein Rockstar. Allerdings auf abenteuerlichen Wegen. Was wohl so manche Parallele zu wirklichen Rockstars aufnimmt. Der Schreiber dieser Geschichte – Rilke nämlich – ist in jeder Hinsicht vollkommen verpeilt. Weder in ökonomischer, schriftstellerischer noch in beziehungstechnischer Hinsicht hat er auch nur einen kleinen Schimmer einer Ahnung von der Realität. Ein Chaot, ein Verlierer, ein blindes Huhn, welches kein Korn findet. Kein Geld, dafür Bier. Viel Bier. Sehr viel Bier. Zuviel Bier. Und damit haben wir auch schon eine Besonderheit der Schriftstellergeschichte: Gefühlte tausendfache Wiederholung von Steigerungen von Eigenschaften, Zuständen, Erlebnissen. Kurios zu lesen aus der Sicht eines Verlierers, der sich für einen literarischen Überflieger hält. Seine Geschichte von Billy Pinguin ist sein Lebensinhalt und Lebensmittelpunkt. Billy Pinguin wird für Rilke zum Idol, Ideal, zum Träger seiner Träume. Eine Identifizierung mit Billy? Nicht unbedingt. Billy tut etwas. Rilke lässt tun. Lässt sich schieben, schubsen. Lässt andere entscheiden. Rilke klammert sich an die Geschichte von Billy Pinguin. Ein Kaiserpinguin, der wie er – Rilke – etwas Besonderes innerhalb der umgebenden Masse darstellt. Und der sich den Erfolg ertrotzt, erkämpft. Ja besser noch: Billy Pinguin fliegt. Jedenfalls in Rilkes Geschichte. Der Flug des Pinguins – schon bald ahnt der Leser, wie diese Geschichte enden wird. Doch die absonderliche Sprache der Pinguingeschichte ist dermaßen abstrus – also eigentlich möchte ich es als Blödsinn abtun, kann aber nicht ablassen, die Gedanken, Pläne und Erlebnisse von Billy zu verfolgen. Gitarre spielend in den Straßen von Kapstadt! Wie kommt man auf solch eine Idee?! Jedenfalls passt die Sprache zur verrückten Idee eines Gitarre spielenden Kaiserpinguins. Rilke findet letztendlich auch sein erfülltes Leben mit Ordnung und festen Regeln. Er setzt auch alles daran, dieser Ordnung nicht verlustig zu gehen. „Der Flug des Pinguins“ ist ein Buch, welches man trotz Ermangelung inhaltlicher tiefschürfender Gedanken, nicht mehr zur Seite legt. Denn irgendwo sitzt immer ein kleines „Aha“. Und es ist amüsant. Und voller Phantasie. Edith Oxenbauer April 2013

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