Ha Jin Warten

(19)

Lovelybooks Bewertung

  • 25 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(7)
(9)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Warten“ von Ha Jin

China, Mitte der 60er Jahre, kurz nach der Kulturrevolution. Der Militärarzt Lin Kong, dessen Ehe mit Shuyu von seinen Eltern und gegen seinen Willen arrangiert wurde, lernt im Militärkrankenhaus der Stadt Muji die junge attraktive Krankenschwester Mana Wu kennen. Da Ehebruch mit Entlassung und Ächtung bestraft wird, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass Lin Kongs Frau eines Tages in die Scheidung einwilligen wird, denn erst nach 18 Jahren ist es einem Ehepaar erlaubt, sich ohne die Zustimmung des Partners scheiden zu lassen. Aus diesem Grund fährt Lin Kong, der Bücherfreund und Intellektuelle, 17 Jahre lang jeden Sommer aus der Stadt nach Hause in das rückständige Gänsedorf, um Shuyu zur Scheidung zu überreden. Hin- und hergerissen zwischen Verführung und Pflichtbewußtsein, verbringt Lin Kong die Jahre »wie ein Schlafwandler, geschubst und gestoßen von den Meinungen anderer Leute«. Doch nicht nur Lin Kong wartet auf die Scheidung - auch Manna Wu und Shuyu warten um der Liebe willen, jede auf ihre Weise. Was aber geschieht mit der Liebe selbst? »›Waiting‹ ist eine der herzzerreißendsten Liebesgeschichten, die ich kenne.« Ulla Hahn »In so leichter wie eleganter Sprache zeichnet der Chinese Ha Jin das Porträt eines Menschen, der sich in ein absurdes, Glück zerstörendes System fügt.« Marianne Wellershoff im ›Spiegel‹

Stöbern in Romane

Palast der Finsternis

Spannend geschrieben, tolle Grundidee - aber mir fehlt die plausible Zusammenführung der beiden Handlungsstränge.

calimero8169

Die Jugend ist ein fremdes Land

In diesem biografischen Roman, konnte ich Teile meiner Jugend wiedererkennen. Flüssig zu lesen!

Nespavanje

Schlafende Sonne

Auf der Suche nach der Handlung völlig verloren.

miss_mesmerized

Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt

Literaturbetrieb in der Karibik

Aliknecht

Vintage

Etwas Gitarrengeschichte mit einem Krimi gemischt

leniks

Und es schmilzt

Wirklich bewegend und erschütternd

Lilith79

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • »We can't spend our lives waiting to live ...« (Rise Against)

    Warten
    Zen-Cola

    Zen-Cola

    07. October 2014 um 00:56

    China, Ende der 60er Jahre, kurz nach der heißen Phase der Kulturrevolution. Lin Kong arbeitet als Militärarzt in einem Krankenhauskomplex der Armee. Im entfernten Gänsedorf, dem Ort seiner Kindheit, hat er Familie - seine Frau Shuyu, die er nicht liebt und noch nie geliebt hat, sowie seine Tochter Hua, die ihm fremd geworden ist. Aufgrund des geringen Urlaubs, der ihm zusteht, sieht er sie nur einmal im Jahr. Und schon bald tritt er die langen Heimreisen nur an, um seine Frau jedes Jahr aufs Neue zur Scheidung zu überreden. Denn im Krankenhaus verliebt er sich in die Schwester Manna Wu. Ihnen, den Unverheirateten, bleibt nichts anderes als ein kameradschaftlicher Umgang, solange Lin noch verheiratet ist. Da Shuyu der Scheidung nicht zustimmt, gilt es, achtzehn Jahre zu warten - dann erst kann die Ehe auch ohne Zustimmung des Ehepartners annulliert werden. Achtzehn Jahre ... eine lange Zeit des Wartens. Ha Jins »Warten« ist ein absolut großartiger Roman. Die gesamte Geschichte spielt fast ausnahmslos an zwei Handlungsorten: dem Krankenhaus und dessen Grundstück (=Stadt) sowie Gänsedorf (=Land). In diesem engen Handlungsrahmen schafft es Ha Jin, eine sehr dichte und atmosphärische Stimmung zu erzeugen, die dem Leser diese stille Geschichte sehr nahe gehen lässt. Während der Romanhandlung wird nahezu das ganze Leben des Protagonisten geschildert. Zwischen den Kapiteln werden teilweise ganze Jahre ausgelassen, nur um innerhalb der Kapitel bestimmte Situationen und Gespräche fast minutiös zu schildern. Mit viel Liebe fürs Detail lässt Ha Jin seine Figuren, deren Gespräche, die Umgebung, die Jahreszeiten sowie die gesamte Natur, Essen und Gerüche sehr plastische und eindringliche Formen annehmen. Dem Leser wird, wie der Titel bereits erahnen lässt, dabei eine ordentliche Portion Geduld abverlangt, aber diese wird absolut belohnt. »Warten« pendelt zwischen dichter und atmosphärischer Stille, Wärme, Kälte, Trauer, Wut, Apathie, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit ... kurz: den geduldigen Leser erwartet hier ein gutes Stück großartiger Literatur. Wer das Buch mochte, sollte vielleicht auch einmal einen Blick in Yan Liankes »Dem Volke dienen« werfen. Wenngleich es völlig verschiedene Geschichten sind, so musste ich beim Lesen von »Warten« das eine oder andere Mal daran denken, da es doch Parallelen in Stil und Setting gibt.

    Mehr
  • Rezension zu "Warten" von null null

    Warten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. June 2011 um 22:33

    Chinaroman vom Feinsten - China als Lebensgefühl bitter und wahrhaftig

  • Rezension zu "Warten" von null null

    Warten
    Lax

    Lax

    15. May 2011 um 15:15

    „Warten“ ist eine traurige Liebesgeschichte in China, die über mehrere Jahrzehnte spielt und das starre, unmenschliche Regierungssystem unter Mao anprangert. Der Arzt Lin Kong wurde mit einer Frau verheiratet, die seine Eltern für ihn ausgesucht hatten. Er empfindet keine Liebe für Shuyu, findet sie hässlich und schämt sich sogar für sie, da sie gebundene Füße hat. Diese Tradition der sogenannten Lotusfüße wurde bereits 1911 in China verboten und nach der Machtergreifung von Mao Zedong 1949 sogar geächtet, da der große Steuermann jede Arbeitskraft in seinem Land benötigte. Somit war Shuyu Mitte der 60er-Jahre bereits eine Rarität mit ihren gebundenen Füßen. Doch Lin Kong sieht seine Frau nur wenige Wochen im Jahr, wenn er nämlich aus der Stadt in das heimatliche Dorf einkehrt, um seine Frau zu einer Scheidung zu bewegen. Doch immer wird das Scheidungsgesuch vom Gericht abgelehnt. Enttäuscht kehrt Kong zu seiner heimlichen Liebe, der Schwester Mann Wu zurück. Die beiden Liebenden dürfen ihre Liebe zueinander nicht öffentlich zeigen. „Behutsam fuhren ihre Fingerspitzen über seine Handfläche...“ Das sind oft die einzigen Liebkosungen, die die beiden während einer Zeit von achtzehn Jahren pflegen, älter werden und warten. „...Fältchen umspielten wie ein Schatten von Traurigkeit ihren linken Mundwinkel.“ Doch nicht nur die beiden warten, auch Shuyu wartet. Sie wartet, dass ihr Mann sie endlich lieben möge, wo sie doch all die Jahre klaglos seine Eltern gepflegt und sich um den elterlichen Hof gekümmert hat. Jeder wartet auf eine Besserung der Lebensumstände. Es ist eine traurige Liebesgeschichte, die Ha Jin in seinem Roman „Warten“ erzählt. Die Protagonisten fügen sich in eine unmenschliche Gesellschaft, die den Menschen ein Korsett aufzwingt, das die Liebe und das Menschsein nur in willkürlichen Normen zulässt. Der Staat unter Mao überwacht alles und nur wer zu den Herrschenden gehört, darf auch Gesetze übertreten. Die Geschichte umfängt die gesellschaftliche Entwicklung in China über mehrere Jahrzehnte. Somit gibt sie dem Leser einen guten Einblick in das oft noch ziemlich unbekannte Reich der Mitte. „Warten“ ist ein leiser, unaufdringlicher, gefühlvoller Roman, der den Leser oft kopfschüttelnd und weinend mitnimmt auf eine unvergessliche Reise. Ha Jin wurde 1956 in China geboren. Im Alter von neunzehn Jahren ging er zum Studium in die USA. Nach dem Tianamen-Massaker entschied er nicht mehr nach China zurückzukehren. Mittlerweile ist er Amerikanischer Staatsbürger und Professor für Englische Literatur an der Bostoner Universität. „Warten“ ist sein erster Roman, der u. a. Mit dem PEN/Faulkner Award ausgezeichnet wurde und für den Pulitzer Preis nominiert wurde. 2004. 334 Seiten

    Mehr