Unverweste Leichname, konservierte Körper oder Teile davon wirken oft auf den ersten Blick als gruselige Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit.
Sie geben aber auch Einblicke in Kult und Brauchtum, in das Denken und den Glauben alter Gesellschaften.
Robert Bouchal ist als Autor und Fotograf tätig, widmet sich besonders dem Thema Höhlenforschung. Hagen Schaub beschäftigt sich u.a. mit Vampirglauben, Hexen und Mumien. Die beiden Autoren haben schon einige gemeinsame Publikationen verfasst.
Die vorliegende behandelt den Schwerpunkt Mumien und Leichenkonservierung in Wien und reicht zeitmäßig von der Aufklärung über die Renaissance bis in das 19. und 20. Jahrhundert.
Dabei werden sachlich und trotzdem spannend die verschiedenen Zugänge zu diesem doch recht speziellen Thema abgehandelt, z.B. wird immer wieder in Frage gestellt, inwieweit die Zurschaustellung von Mumien wissenschaftlichen oder doch eher sensationslüsternen Motiven dient.
Die Geschichte der Mumifizierung in Europa wird ebenfalls erläutert. Im Gegensatz zu der ägyptischen Kultur, in der die Erhaltung des toten Körpers Meisterschaft erreicht hat, war dies in Europa nie der Fall. Die meisten Mumien verdanken ihre Erhaltung wohl eher den zufälligen klimatechnischen Bedingungen.
Ein weiteres Kapitel ist den medizinischen Präparaten gewidmet, ebenso dem Thema Mumien als Medizin.
Auf jeden Fall ein interessanter Streifzug durch die Geschichte der Leichenkonservierung, versehen mit zahlreichen, durchaus ästhetischen Abbildungen, die natürlich sicher nicht jedermanns Sache sind.
Ergänzt wird das Buch durch eine Liste mit Hinweisen zu Besichtigungen, Quellenangaben und eine kurze Vita der Autoren.
Ein Blick auf Vergängliches



