Glutbringer hat eine interessante Grundidee und ein paar starke Momente, doch insgesamt wirkt der Roman unnötig aufgebläht und erzählerisch aus dem Takt. Die Handlung folgt mehreren Gruppen, die erst im Finale zusammenlaufen, doch bis dahin zieht sich die Geschichte über weite Strecken. Besonders die extrem lange Exposition bremst das Tempo so stark aus, dass der Roman erst zur Hälfte wirklich Fahrt aufnimmt.
Auch die große Figurenmenge erweist sich als Schwäche: Viele Charaktere bleiben blass, entwickeln sich kaum weiter und wecken wenig emotionale Bindung. Dadurch verpuffen selbst dramatische Tode ohne Wirkung. Erst im letzten Drittel, wenn die Bedrohung greifbarer wird und die Handlungsstränge zusammenfinden, zeigt das Buch, welches Potenzial eigentlich in ihm steckt – inklusive einer gelungenen Endschlacht.
Sprachlich ist der Roman solide und atmosphärisch geschrieben, doch das reicht nicht, um die strukturellen Schwächen auszugleichen. Glutbringer ist am Ende ein überlanger Fantasyroman mit guten Ansätzen, der aber zu selten wirklich überzeugt. 2,5 von 5 Sternen.







