Hagen Wolfstetter

 3.3 Sterne bei 15 Bewertungen

Lebenslauf von Hagen Wolfstetter

Geboren 1968 im schönen Erlenbach am Main. Als 10jähriger erstmals ein kleines Buch gestaltet und getextet. 2011 Landzucht - Frankfurt am Main (Tagebuch des Todes) 2012 Waldzucht - Frankfurt am Main (Die Todesliste) Er lebt und schreibt im schönen Odenwald.

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Rezension zu "Waldzucht - Frankfurt am Main" von Hagen Wolfstetter

Nichts für schwache Nerven ...
TheDianaBooksvor 5 Jahren

Inhalt:

Kommissar Maximilian Nasar ermittelt gemeinsam mit seiner Kollegin Yvonne und seinem Team in einem Vermisstenfall. Ein dreizehnjähriger Junge ist aus einem Internat verschwunden und wird bald darauf tot aufgefunden. Doch es bleibt nicht bei einem Fall, weitere grausame Taten folgen und die Suche nach dem pädophilen Serienmörder beginnt …


Meine Meinung:

Der Einstieg in „Waldzucht“ von Hagen Wolfstetter beginnt etwas schwierig. Der Autor gebraucht anfangs viele recht kurze Sätze, was leicht verwirrend wirkt und den Lesefluss stört. Doch im Verlauf der Geschichte legt sich dies größtenteils, der Leser gewöhnt sich an den Schreibstil und die 157 Seiten sind schnell und flüssig gelesen.

Auch an den Hauptprotagonisten Kommissar Maximilian Nasar muss sich der Leser erst gewöhnen. Wohingegen er anfangs noch leicht chaotisch und überheblich wirkt und mit seiner ständigen Erregung beim Aufblitzen nackter weiblicher Haut ziemlich nervt, kommt mit der Zeit auch eine andere Seite von ihm zum Vorschein. Max ist zielstrebig, gerecht, durchdacht und familiär und seine kleinen Schwächen und seine Verzweiflung im Verlauf der Ermittlungen lassen ihn menschlicher und authentischer erscheinen.

In seinem zweiten Fall bekommt Kommissar Maximilian Nasar es mit keinem leichten Problem zu tun. Denn „Waldzucht“ behandelt ein sehr schlimmes Thema – Kindesmissbrauch und Mord durch einen Pädophilen.

Durch den wechselnden Erzählstil bekommt der Leser die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert und bekommt hautnah einen Eindruck von den Ermittlungen, dem Schmerz der Angehörigen, der Wut und Verzweiflung der Betroffenen und von den kranken und scheußlichen Gedanken des Täters, welcher sich selbst als Opfer sieht. Während des Lesens begleiten den Leser eine ständige Gänsehaut, Tränen in den Augen und ein dicker Kloß im Hals, welcher sich auch nach dem Lesen noch nicht auflöst. Denn was hier geschildert wird, ist die bittere Realität. Solche „Menschen“ sind grausam und es bleibt nur zu hoffen, dass sie gefasst werden und die Kinder vor ihnen sicher sind …


Fazit:

Trotz einem ausbaufähigen Schreibstil und kleiner Logikfehler, sorgt der Krimi „Waldzucht“ von Hagen Wolfstetter für Aufwühlung und Entsetzen beim Leser und lässt schreckliche Bilder in seinem Kopf entstehen. Die Geschichte beschäftigt sich mit einem heiklen Thema, vor dem wir nicht die Augen verschließen und die Realität nicht einfach hinnehmen dürfen.

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Rezension zu "Waldzucht - Frankfurt am Main" von Hagen Wolfstetter

Rezension zu "Waldzucht - Frankfurt am Main" von Hagen Wolfstetter
haTikvavor 6 Jahren

Schreckliches Thema: Kindesmissbrauch!

Es geht um einen Täter der sich an jungen Buben vergreift.
Um ihn zu fassen, scheut Kommissar Max Nasar nicht davor zurück, auch internationale Hilfe anzufordern und sich selbst in den Täter hineinzuversetzen.
Anfangs sind die Ermittlungen sehr mühsam und der Kommissar macht mit seinem Team nur sehr zähe Fortschritte.
Erst eine Zeugenaussage bringt den Fall voran und Nasar kommt dem Täter dadurch immer näher …

Obwohl das Thema sehr heikel ist, wurde es von dem Autor sehr gefühlvoll und sensibel behandelt. Seine Beschreibungen waren äußerst respektvoll und distanziert genug, dass ich der Handlung gut folgen konnte.
Wolfstetter ging nie ins Detail, machte aber dennoch unmissverständlich klar, um was es dem Täter ging. Diese Handhabe fand ich sehr feinfühlig.

Der Schreibstil des Autors ist leider etwas gewöhnungsbedürftig, da er immer ruckartig zwischen privatem und beruflichem hin- und her sprang. Ab und an war dies ziemlich irritierend, wodurch sehr schwer richtig Spannung aufkam.
Fehlende Hintergrundinformationen über die wichtigsten Figuren taten ihr übriges, damit ich das buch nicht flüssig lesen konnte. Denn ich grübelte zwischendrin immer wieder darüber nach, wie z.B. Nasars Team entstand, oder was die Familienmitglieder des Kommissars treiben, wenn diese immer wieder erwähnt wurden.

Was mir allerdings sehr gut gefiel, waren die Einblicke in die Handlungen des Täters.
So erfuhr ich, warum er das tat, was er tat, seine Beweggründe und was er empfand, wenn er sich seinen Opfern näherte und diese anschließend tötete.

Es war eine gute Geschichte mit ein paar Schwächen, daher gibt es von mir drei von fünf Sternen.

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Rezension zu "Waldzucht - Frankfurt am Main" von Hagen Wolfstetter

Rezension zu "Waldzucht - Frankfurt am Main" von Hagen Wolfstetter
PMthinksvor 6 Jahren

Inhalt:
Maximilian Nasar und seine Kollegen jagen einen pädophilen Kindermörder, der schon mehrere Jungs auf den Gewissen hat. Doch der Mörder ist keineswegs dumm, sondern handelt durchdacht – die Vermutung besteht, dass er schon jahrelang sein Unwesen treibt. Bald herrscht schreckliche Gewissheit.

Meine Meinung:
Die Inhaltsangabe klingt vielversprechend, nach Spannung, aber auch sicher nach Ekelmomenten und Gänsehaut.
Gänsehaut bekam ich, aber nicht nur wegen der Story.

Aber von vorne: wir lernen den Frankfurter Kommissar Max Nasar kennen, der glücklich verheiratet ist und 2 Kinder hat. Jedoch wirkt er recht unsympathisch, denn dafür, dass er verheiratet ist und seine Frau nur so anbetet, schaut er verdächtig oft anderen Frauen hinterher und macht sich über diese Gedanken – ohne Reue, wird schon normal sein. Er wirkt einfach nur sexsüchtig und notgeil. Bei seiner Frau denkt er auch nur an Sex. Selbst mitten in einem schwierigen Fall, der ihm angeblich alles abverlangt.
Natürlich tauchen auch einige Nebencharaktere auf, wie die oben genannte Frau, ab und an die Kinder und natürlich seine Kollegen. Die junge Yvonne (auf die er ebenfalls scharf ist), der schwule Hubert (ohje, schwul!) und der „Alte“, sein Chef. Alles blasse, eindimensionale Personen, die man nicht näher kennenlernt – und doch wirken sie allesamt sympathischer als unsere Hauptperson.

Doch das Ganze dreht sich nicht nur um Max und die Ermittlungen (in der Erzählform), sondern man erlebt alles auch aus der Sicht des Mörders, der mich wirklich anwiderte. Er beschreibt, wie sehr er die Jungs doch liebt, wie das alles kam und wie geil er auf sie ist. Teilweise hat es mir den Magen umgedreht, wie er von ihnen gesprochen hat. Dass das „letzte Exemplar“ einfach so „kaputtging“ und dass die Jungs doch selbst schuld seien. Sicher denken vielleicht einige so, gleichzeitig wirkt es aber wie ein Klischee. Auch, dass er sich schuldig fühlte, gleichzeitig aber den Buben die Schuld gab. Das Schlimmste waren die direkten Andeutungen des Missbrauchs und seiner Geilheit. Es ekelte mich einfach und jagte mir Schauer über den Rücken. Die Ich-Form machte es nur noch schlimmer.

Und doch ist es das Beste an diesem Roman gewesen, auch wenn sich der Täter endlos wiederholte und alles recht vorhersehbar war. Denn der Autor brachte hiermit wenigstens Emotionen rüber und berührte den Leser.

Das größte Manko aus meiner Sicht ist nämlich die Schreibweise. Herr Wolfstetter wiederholt sich endlos, moppelt quasi doppelt, indem er beschreibt, wie eine Tür sich schließt und dann gleich noch hinterherschiebt, dass sie hinter dem Charakter ins Schloss fällt. Ein normaler Leser sollte das auch so verstehen. Auch wurde zu oft gesagt „Da, endlich!“ und ähnliche Dinge. Ausrufezeichen wurden in Sätzen verwendet, wo ich mich fragte „ja und?“
Zudem wurde meist immer gleich geschrieben, sehr viele Wortwiederholungen, die Absätze waren schlecht gewählt (manchmal alle 3-4 Sätze ein Absatz) und auch die Kapitelenden waren teils mehr als konfus.
Ebenso wurden die Perspektiven in den Kapiteln gleich mehrfach gewechselt, was zwar leicht zu erkennen war, aber den Lesefluss doch deutlich hemmte.
Negativ ist auch, dass man als Leser keinerlei Übersicht über den Zeitablauf hat.

Dieses Buch war stilistisch anstrengend, leider kann ich es nicht anders ausdrücken, man musste sich wirklich durch den Text beißen.

Hinzu kommen Logikfehler (ein Kind verschwindet, die Polizei weiß wenig später davon, als Leser hat man das aber nie mitbekommen, sodass man sich fragt: wie kommt die Polizei denn jetzt darauf?). Oder aber auch: harter Fall, alle sind gereizt und können an nichts anderes denken, stehen total unter Druck, gehen aber gleichzeitig feiern und zum IronMan – also ich hätte da Besseres zu tun.
Verwirrend fand ich auch, dass permanent ein früherer Fall von Nasar angesprochen wurde, der rein gar nichts mit dem aktuellen Geschehen zu tun hatte und auch nicht besonders genau erklärt wurde. So wurde er einfach zu einem weiteren Störfaktor.

Defintiv ist das Thema Pädophilie gut gewählt und selten, allerdings zeigt dieses Buch, dass ein schockierendes (Tabu-)Thema nicht ausreicht, um gut zu sein – man muss auch gut und fesselnd schreiben können, um das Thema den Menschen näher zu bringen.

Info:
Dieses Buch ist Teil 2 einer Reihe um Maximilian Nasar, lässt sich aber ohne jegliche Vorkenntnisse zu Teil 1 lesen.

Fazit:
Verschenktes Potenzial

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