Während uns Rebecca Niazi-Shahabi in ihrem Buch „Ich bleib so scheiße, wie ich bin“ nahebringen möchte: Fang erst gar nicht damit an, du schaffst es sowieso nicht!, propagiert Hajo Schumacher: Mach es, aber für dich richtig. Du brauchst keinem (auch dir nicht) etwas zu beweisen. Erlebe die Belebung von entspannter Bewegung. Und damit schreibt er mir direkt aus dem Herzen.
Von einer Fitness-Gesellschaft wie in Juli Zehs Roman „Corpus delicti“ sind wir noch ein Stück entfernt. Jedoch regiert in vielen Köpfen bereits das Diktat: Wer erfolgreich sein möchte im Leben, muss fit sein, muss etwas dafür tun, muss den „inneren Schweinehund“ überwinden. Muss, muss, muss.... Entdecke dein inneres Trüffelschwein, wie Karin Lohner es in ihrem Buch ausdrückt, dann läuft – im wahrsten Sinn des Wortes - plötzlich so vieles leichter im Leben.
Hajo Schumachers Buch ist wohltuend anders von seiner her Grundhaltung. Es geht ihm um eine umfassende Achtsamkeit, die man sich selber entgegen bringt, da man es sich wert ist. Man merkt, dass eine schon etwas gereiftere Persönlichkeit schreibt, die selber manche Fehler begangen hat, von denen er im Buch warnt. Er berichtet manches anekdotenhaft, schreibt lebensnah und lässt auch die Klippen nicht aus. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf seinem „Läuferleben“. Im 2. Teil erfahren wir, weshalb Bewegung glücklich macht und welche verschiedenen Aspekte es diesbezüglich gibt. Bewegung ist heutzutage oft geplant und zeitlich klar umrissen. Schumacher spricht sich für eine alltägliche Bewegungskultur aus, die auch moderne Errungenschaften nicht außen vor lässt. Aber, wenn schon Mucki-Bude, dann nicht mit dem Aufzug dorthin.
Fazit: Entweder bei einem Marathon mit einem Lächeln ins Ziel oder es besser ganz bleiben lassen.












