Hajo Steinert Der Liebesidiot

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Inhaltsangabe zu „Der Liebesidiot“ von Hajo Steinert

In der Kantine des Media Centers versetzt die Stimme einer Unbekannten Sigmund Seiler in maßlose Erregung. Als professioneller Sprecher dem Hören verfallen, verfolgt er sie auf Schritt und Tritt. Dabei muss er aufpassen, damit Susi, seine sechzehnjährige Tochter, mit der er nach dem Verschwinden seiner Frau zusammenlebt, von alldem nichts mitbekommt. Beim Versuch, der Angebeteten im Schein des Mondes nahe zu kommen, geschieht die Katastrophe. Und so bleibt Sigmund, von einem Bandscheibenvorfall niedergestreckt, nichts anderes übrig, als in der Siegerlandklinik den anderen Patienten Woche für Woche ein Kapitel aus seinem unerhörten Leben vorzulesen. Dabei verliert er sich in Erinnerungen an seine verträumten und tolldreisten Liebesabenteuer der Vergangenheit. Bis der Klinikdirektor ein Machtwort spricht.

Ein 300 Seiten andauernder Monolog eines Stalkers - ich hatte mir eher einen amüsanten Roman versprochen

— schnaeppchenjaegerin

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  • Langweilig, aber sprachlich Top

    Der Liebesidiot

    Gwhynwhyfar

    14. December 2016 um 12:09

    »Mein Trommelfell vibrierte, meine Sinneshärchen zitterten, meine Gehörschnecke frohlockte, als diese Stimme, eine Stimme, wie ich sie zuvor noch nicht vernommen hatte, einen Impuls in meinem Gehirn auslöste, der im Nu meinen ganzen Körper erfasste.«Trotz aller sprachlicher Raffinesse konnte mich dieses Buch nicht begeistern. Sigmund Seiler, von Beruf Sprecher, befindet sich in einer Rehaklinik. in der Schlange der Kantine, als ihn eine Stimme ins Herz trifft. Er verliebt sich in die Frau, die vor ihm steht. Wie kann er sich ihr nähern? Der Roman beschreibt die Zeit von diesem Mittagessen bis zum Abend. Seiler beobachtet die Frau und überlegt sich, wie er sie ansprechen soll. Dabei schweift er gedanklich ab in sein Leben.»Sigmund Seiler ist achtundfünfzig. Wenn er, nach seinem Lebensalter gefragt, zu einem mündlichen Geständnis gezwungen wird, beginnt er zu nuscheln. Das »d« im »und« verschluckt er. ›Achtenfünfzich‹ – das darf einem Sprecher eigentlich nicht passieren. Was erst, wenn er ein stechende ›Sechzig‹ wird zugeben müssen?«In diesem Buch passiert nichts. Seiler denkt zurück an seine Liebschaften, er, der Beobachter, der Verklemmte. Ich lege das Buch unter Altmännerfantasien ab, das an mir vorbeiging. Ab der Mitte habe ich nur noch quergelesen. Seiler und seine Frauen, seine Fantasien ... Seiler besucht häufig Anastasia Fuckmenow, eine Seite im Internet, erotische Gedanken, gescheiterte Beziehungen, das Resümee seines Liebeslebens. Weder empfand ich diesen Roman als humorvoll, noch als erotisch. Seiler ist ein Vorgartenspanner, ein Slip-Schnüffler, er schenkt Männern gern NYker Schwänzchen, wie er die Penis-Pillendöschen nennt, die er heimlich im Museum kaufte, gleich im Dutzend. Carla Frosch, Sigrid Raschke, Margot, Seiler hat kein Glück mit den Frauen. Was will mir der Autor am Ende sagen? Autobiografisch? Oh mein Gott, hoffentlich nicht! Sprachlich gesehen ein lesenswertes Werk, aber nur das allein macht keinen guten Roman aus.

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  • Ein 300 Seiten andauernder Monolog eines Stalkers - ich hatte mir eher einen amüsanten Roman verspro

    Der Liebesidiot

    schnaeppchenjaegerin

    10. August 2016 um 18:28

    Sigmund Seiler ist Ende 50, professioneller Sprecher und alleinerziehender Vater einer 16-jährigen Tochter.Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls befindet sich Seiler zur Kur in einer Rehaklinik im Siegerland. Dort liest er jeden Freitag aus seinen amourösen Memoiren vor.Dreh- und Angelpunkt des Buches ist der Schlüsselsatz „Einmal Gyros mit Pommes Frites und Krautsalat ohne Zaziki“. In der Kantine des Media Centers begegnete Seiler einer Frau, die diese Bestellung aufgibt und von deren Stimme er aufgrund seines feinen Gehörs als beruflicher Sprecher fasziniert ist. Er steigert sich regelrecht wahnsinnig in die Vorstellung hinein, diese Frau näher kennen zu lernen.Bei seinen wöchentlichen „Vorlesungen“ in der Siegerlandklinik, die über mehrere Wochen vom Klinikchef geduldet werden erzählt Seiler von seiner Kindheit, dem verklemmten Umgang mit der Sexualität zur damaligen Zeit und seinen Erfahrungen in der Liebe mit den unterschiedlichsten Frauen.„Der Liebesidiot“ ist kein spannungsgeladener, lebendig erzählter Roman. Es ist vielmehr ein knapp 300 Seiten andauernder Monolog eines Höschenschnüfflers und Stalkers über eine Amour fou.Sprachlich ist an dem Roman nichts auszusetzen. Durch knackige und präzise Wortwahl in allerdings zum Teil langen Sätzen spürt der Leser den leisen Wahnsinn von Seiler, eines wortgewandten, sexualisierten Freaks. Etwas zäh anmutend quälte ich mich allerdings über lange Absätze medizinischer Fachbegriffe in Bezug auf Seilers Bandscheibenvorfall bis zum Endes des Romans, das einfach nur das Ende seiner Vorlesungen ist.Das Urteil „Zeitverschwendung“ würde dem Roman nicht ganz gerecht werden, aber in „Der Liebesidiot“ passiert einfach nicht viel mehr als bereits im Klappentext beschrieben ist. So vermisste ich insbesondere Dialoge oder irgendeine Art der Interaktion von Seiler mit seinen Zuhörern während seiner Lesungen.„Der Liebesidiot“ ist leider kein amüsanter Unterhaltungsroman, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, aber dennoch literarisch gut geschrieben.

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  • Liebe in Zeiten des Bandscheibenvorfalls und Inkontinenz

    Der Liebesidiot

    skywatcher

    08. June 2016 um 11:05

    Von einem Autor wie Hajo Steinert kann man wohl Einiges erwarten: Als Leiter der Buchredaktion des Deutschlandfunks und Literaturkritiker muss er wissen, was ein objektiv "gutes" Buch ausmacht. Und mit "Liebesidiot", seinem ersten Roman, ist ihm ein gutes Gelungen."Der Liebesidiot" ist Sigmund Seiler, der, von der Frau verlassen, mit seiner 16-jährigen Tochter zusammenwohnt und nach einem Bandscheibenvorfall einige Zeit in der Klinik verbringen muss. In dieser erzählt er täglich Anekdoten aus seinem (Sex-) Leben, aus seinen Kindertagen bis hin zu dem Liebesleben im Alter.Das Buch ist sehr (!) lustig geschrieben und lässt sich gut lesen. Es ist oft auch tragisch und man empfindet Mitleid für den Liebesidioten. Oder möchte jemand beim Masturbieren vor dem Computer von seiner pubertierenden Tochter erwischt werden? Dabei möchte Sigmund Seiler doch nur eines: die romantische Liebe!

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  • Bekenntnisse eines Voyeurs

    Der Liebesidiot

    bookscout

    31. May 2015 um 21:45

    Handlung ist in "Der Liebesidiot" so gut wie absent, die Geschehnisse lassen sich recht lapidar in wenigen Sätzen zusammenfassen: Sigmund Seiler, Sprecher von Beruf und Spanner aus Leidenschaft, verliebt sich in der Kantine seine Arbeitsplatzes aus der Ferne in eine junge Frau und verfolgt sie bis nach Hause. Während sie sich dort mit einem anderen Mann vergnügt, zieht Seiler sich eine Verletzung zu und wird in ein Sanatorium eingeliefert, wo er seine "Liebesgeschichte" anderen Patienten vorliest. Teile des Buches sind enorm repetitiv, vermutlich um Seilers voyeuristische Besessenheit zu unterstreichen. Gefühlte hundert Mal wird der Satz zitiert, mit dem die "Muse" Seilers Aufmerksamkeit erregt, wobei jede Silbe, jede Betonung, jedes Heben und Senken der Stimme bis ins kleinste Detail analysiert wird: "Gyros mit Pommes frites und Krautsalat, bitte, ohne Zaziki." Uff. Keine Frage, Steinert versteht es, sich auszudrücken, seine komplexen Schachtelsätze strotzen vor Termini technici, vorwiegend aus dem medizinischen Bereich – wenn Seiler seitenlang seine Bandscheibenproblematiken erläutert. Nichtsdestotrotz fühlten sich die knapp 200 Seiten für mich manieriert und gekünstelt an, streckenweise gewollt offen sexualisiert, ich nehme an, um den Kontrast zu den schwülstigen Beschreibungen der aus der Ferne Angebeteten und ihres roten Tangas zu schärfen. Mein Fazit: Geschmäcker sind verschieden – hoffentlich, denn ich konnte persönlich zu "Der Liebesidiot" so gar keinen Zugang finden. Wohl wissend, wie viel Herzblut, wie viel Schweiß, Liebe und Hoffnung in die Entstehung eines Buchen fließen, wünsche ich dem Autor viele, viele Leserinnen und Leser mit einem gänzlich anderen Geschmack als ich. Solche, die mit Sigmund Seiler und seinem sehr speziellen Stil warm werden. Für mich ist es dennoch ein "leider nein". Ich gestehe, ich war mehr als einmal kurz davor, das Buch aus der Hand zu legen und habe es rein aus Respekt vor dem Verfasser nicht getan.

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  • Tolle Wörter erzählen eine langweilige Geschichte

    Der Liebesidiot

    missmistersland

    Inhalt Nachdem seine Frau ihn verlassen hat, lebt Sigmund Seiler in einer festen Gemeinschaft. Mit seiner sechzehnjährigen Tochter Susi. In der Kantine des Media Center erliegt er der Stimme einer Frau vor ihm in der Schlange. Der Ton ihrer Essensbestellung trifft ihn wie Amors Pfeil. Als Sprecher von Beruf dem Hören verfallen, verfolgt er die Unbekannte auf Schritt und Tritt. Beim Versuch, sich der Angebeteten zu nähern, kommt es zur Katastrophe. Und so sitzt Seiler, geschlagen von einem Bandscheibenvorfall, in der Siegerlandklink und liest den anderen Patienten Woche für Woche ein Kapitel aus seinem unerhörten Leben vor. Bis der Klinikdirektor ein Machtwort spricht. … (Klappentext) Meine Meinung Sigmund ist ein Voyeur - zwar von der dezenten Sorte, aber doch ist dieser Voyeurismus ein konstantes Thema seiner Erzählungen. In den ersten Kapiteln geht die Erzählung des "Kennenlernens in der Kantine" nur wenig voran. Im Vordergrund steht sein bisheriges Leben und seine aktuelle Lebenssituation, inklusive Posterverliebtheit und Internetpornos. Locker leicht erzählt in teilweise schier endlosen Sätzen. Tatsächlich passiert in diesem Buch eigentlich nichts. Alles in allem geht es um den einen Tag (Mittag bis Abends) an dem Sigmund das "Missgeschick" passiert welches ihn in die Rehaklinik bringt. Die Geschichte ist gewürzt mit Sigmunds Liebeslebensgeschichten. Sobald man von einem neuen Lebensabschnitt erfährt fällt einem die "fehlende" Geschichte nicht sehr auf. Doch zum Ende hin gab ich die Hoffnung einer tiefgründigen Geschichte auf. Das Buch ist wirklich toll geschrieben, eine unterhaltsame Geschichte habe ich vermisst. Sigmund kann einem eigentlich nicht so richtig sympathisch werden. Er ist ein Voyeur und nicht sonderlich humorvoll, charmant oder einfallsreich. Er muss nichts davon sein, doch eine so dahin blubbernde Geschichte braucht für mich immerhin einen tollen Charakter der es "herausreißt". In dem Fall fand ich beides eher unteres "Mittelmaß". Es ist ein wirklich toll geschriebenes Buch, man spürt regelrecht die Liebe des Autors zum geschriebenen Wort. Teilweise muss man aber mit höchster Konzentration lesen, denn der Autor schafft es beispielsweise mit einem Satz aus 233! Wörtern (ja ich habe gezählt) eine komplette Buchseite zu füllen (S. 51 und 52). Der Schreibstil hat die Bewertung "herausgerissen" - in einer Mischung zwischen anspruchsvoll und kurz & knackig war das Buch toll zu lesen. Besonders spannend fand ich den Wechsel von 1ter Person auf die 3te Person zum Ende des Buches hin. Sowas habe ich bisher noch nie in einem Buch erlebt. Es gibt die ganze Zeit über eigentlich keine offenen Fragen. So dass das Ende wenig fulminant ist. Man "blubbert" so dahin bis auf die letzte Seite, ohne Schlaglöcher oder Kurven. Mein Fazit Das Buch gehört zu den anspruchsvollen Romanen des Jahres 2015 - der Schreibstil ist großartig doch die Geschichte war nicht sehr fesselnd. Für jemand der auf der Suche nach anspruchsvoller Literatur auf jeden Fall einen Blick wert, für die Storyliebhaber unter euch: mehr als im Klappentext passiert nicht wirklich. Alles in allem ist es ein lesenswerter und hochgeistiger Roman für den erlesenen Lesergeschmack.

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