Am Abend des Mordes

von Hakan Nesser 
3,9 Sterne bei112 Bewertungen
Am Abend des Mordes
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typisch H.Nesser

Ambermoons avatar

Ein erneut spannender, lesenswerter Nesser, indem sich alles erst am Ende auflöst und für Überraschung sorgt.Tiefgründig wie immer.

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Inhaltsangabe zu "Am Abend des Mordes"

Das große Finale der Barbarotti-Serie!

Wird Barbarotti kaltgestellt? Aufs Abstellgleis befördert? Nach einem persönlichen Schicksalsschlag mit privaten Problemen beschäftigt, erhält er von seinem Vorgesetzten die Anweisung, sich mit dem Fall eines fünf Jahre zuvor spurlos verschwundenen Elektrikers zu beschäftigen, als er wieder seinen Dienst antritt. Nicht nur Kollegin Backman fragt sich, ob es sich hierbei nicht nur um eine Form von Beschäftigungstherapie für einen trauernden und labilen Kollegen handelt. Und zunächst sieht es auch ganz so aus, als sei Barbarotti nun zum Spezialisten für sogenannte 'kalte Fälle' geworden, denen man nur routinemäßig nachgeht. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens lebte besagter Elektriker nämlich mit einer Frau zusammen, die bereits einmal einen Mord begangen und dafür elf Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Doch ohne Leiche keine Mörderin. Beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts. Gunnar Barbarotti tut das, was er am besten kann: Er ermittelt. Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen setzt er zusammen, und als er schließlich begreift, was gespielt wird, hat das weitreichende Konsequenzen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442753178
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:btb Verlag (HC)
Erscheinungsdatum:01.10.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.03.2014 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    cachingguysvor 2 Jahren
    Außergewöhnlicher Krimi-Roman

    Der 52 jährige Kriminalist Barbarotti, verliert plötzlich, wenn auch nicht ganz unerwartet, seine über alles geliebte Frau durch ein Aneurysma. Völlig aus der Bahn geworfen, geht er nach drei Wochen wieder arbeiten. Sein Chef steht nach über 15 Jahren Dienst kurz vor dem Ruhestand. Mit seiner Kollegin Backmann bespricht er welchen Fall man Barbarotti geben könnte. Er soll einen vor 5 Jahre alten ungeklärten Fall noch einmal angucken. Damals verschwand Arnold Moriander spurlos. Brisant ist, dass seine Lebensgefährtin  Ellen Bjarebo vor vielen Jahren ihren Ehemann erschlagen und zerstückelt hatte und dafür über 10 Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Handelt es sich „nur“ um eine Beschäftigungstherapie? Barbarotti stößt bei seinen Recherchen auf Ungereimtheiten bei den Ermittlungen, denn für ihn ist klar, dass diese beiden Fälle zusammenhängen könnten. Backmann ermittelt während dessen in einem Fall um den toten ausländerfeindlichen Politiker, der anscheinend vergiftet wurde. Auch dieser Fall kommt zur Aufklärung, wenn auch eher am Rande.

    Nicht nur die interessanten Wendungen in den Fällen machen diesen Krimi zu etwas besonderem. Spannend von Beginn an ist das Buch weder blutrünstig noch actionreich, es besticht durch seine leisen Töne. Trotz der tiefen Trauer um seine Frau gelingt es Barbarotti sich einfühlsam mit den Personen seiner Ermittlung zu beschäftigen. Der Krimi, der sich absolut flüssig und schlüssig lesen lässt, weist romanartige Züge auf, die ihn dadurch aus der Masse der Krimis hervorhebt. Ein gelungener Abschluss der „Barbarotti-Reihe“, der sich auch ohne die anderen Fälle zu kennen, empfiehlt.

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 3 Jahren
    Barbarotti muss nach Burma

    Nicht in Südostasien, sondern im ländlichen Schweden, in Kymlinge, liegt der Hof Klein-Burma, in dem vor vielen Jahren - 1989 - ein brutales Gemetzel stattfand, für das die Ehefrau des Opfers, Ellen Bjarnebo, zur Verantwortung gezogen wurde. Nun hat man sie im Verdacht, mit dem Verschwinden ihres aktuellen Lebensgefährten Arnold Morinder, den sie nach ihrer Freilassung kennengelernt hatte und der im August 2007 auf seinem Moped fortgefahren war und nicht mehr zurückkehrte, zu tun zu haben.

    Auf diesen nicht gerade als prioritär eingestuften Fall wird Gunnar Barbarotti angesetzt, der nach dem Tode seiner Frau - nun als Witwer mit fünf Kindern - als nicht mehr so recht arbeitsfähig gilt. Man will ihm aber das Gefühl geben, etwas zu tun zu haben, während alle seine voll einsatzfähigen Kollegen sich dem Todesfall Raymond Fängström, einem schwedischen Rechtsradikalen, der unter ungeklärten Umständen zu Tode kam, widmen. Wie immer bei Nesser kann der Leser sich auf viele unerwartete Wendungen und auf einige interessante und schräge Charaktere freuen, wobei zu ersteren die Hauptverdächtige in Barbarottis Fall, Ellen Bjarnebo, zu letzteren ganz klar die Mutter des toten "Nazis", Lill-Marlene Fängström zählt.

    Im Vordergrund aber steht wie immer Gunnar Barbarotti mit seiner Trauer um Marianne, der Sorge um alle fünf Kinder, sowohl die eigenen, als auch die angenommenen und natürlich mit seinem Fall, dem er sich trotz immer wieder aufkommenden Schwächegefühls mit (fast) gewohnter Akribie widmet. Das übliche Personal in Form von Barbarottis Kollegen und dem Chef ergänzen das Setting auf Trefflichste. Dazu kommen diesmal jedoch gewisse esoterische bzw. religiöse Elemente - so spricht Barbarotti mit Gott und erhält von diesem gar eine Botschaft, die dann auch eintrifft - ein Aspekt, der meine anfängliche Begeisterung durchaus etwas geschmälert hat.

    Insgesamt also die gewohnte düstere skandinavische Krimiliteratur, jedoch mit einigen humoristischen Einsprengseln, die sich vor allem durch die Einführung gewisser Episoden wie der zufälligen Begegnung Barbarottis mit einem Studienfreund, der gerade die Geschichte Hitlers neu schreibt, bemerkbar machen. Leider sind auch einige Längen zu verzeichnen, vor allem, wenn Barbarotti oder auch seine - dem Leser dieser Serie bereits bekannte - Kollegin Eva Backmann mit ihrem jeweiligen Schicksal hadern. Ich bin eigentlich ein Fan von Kommissar Barbarotti und war diesmal ein kleines bisschen enttäuscht: sowohl die Längen als auch die übersinnlichen Episoden ließen mich diesem typisch schwermütigen Beitrag zur schwedischen Kriminalliteratur ein wenig hadern. Trotzdem ein spannender Krimi, den zu lesen sich lohnt und den vor allem Nesser-Fans auf keinen Fall auslassen sollten!

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    A
    AnjaIrisvor 3 Jahren
    Am Abend des Mordes

    Inspektor Barbarotti erwacht an einem ganz gewöhnlichen Morgen, und stellt fest, daß seine Frau Marianne in der Nacht gestorben ist. Als er nach der Beerdigung wieder zum Dienst erscheint, betraut ihn sein Vorgesetzter mit einem Cold Case, was Barbarotti zunächst für eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hält. Es geht um einen seit fünf Jahren verschwundenen Elektriker, der ein paar Tage nach seinem Verschwinden von
    seiner Lebensgefährtin als vermißt gemeldet wurde. Das wäre ja an sich nicht besonders ungewöhnlich, wäre die Lebensgefährtin nicht ausgerechnet Ellen Bjarnebo, die "Schlächterin von Klein Burma" . Jahre zuvor soll sie ihren Ehemann mit einem Hammer erschlagen, und anschließend zerstückelt haben. Auch damals meldete sie ihren Mann als vermißt. Erst, nachdem die ersten Leichenteile gefunden wurden, legte sie ein Geständnis ab. Dafür verbrachte sie fast 12 Jahre in einem Frauengefängnis in Hinseberg. Aber hat sie auch den Elektriker Arnold Morinder ermordet? Es wurde nie eine Leiche gefunden. Und warum lebte Morinder mit einer Mörderin zusammen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Verbrechen? Und was wurde aus Ellen Bjarnebos damals 12jährigen Sohn Billy? Inspektor Barbarotti muß tief in die Vergangenheit eintauchen. Er befragt alle möglichen Zeugen, gewiint überraschende neue Erkenntnisse, löst manches Rätsel, und nimmt einen mit auf eine Spannende Reise in die Vergangenheit. Man lernt Zeitzeugen kennen, rätselt mit, und wird am Ende mehrfach überrascht. Vom Ausgang dieses Falles, vom Ausgang des gleichzeitig laufenden Falles seiner Kollegin Eva Backmann, und besonders auch vom wirklichen Grund seines Vorgesetzten, Barbarotti auf diesen Fall anzusetzen. Mehr will ich nicht verraten, um anderen nicht die Spannung zu nehmen. Das Buch ist super spannend, und wirklich sehr zu empfehlen. Da muß man seine kleinen grauen Zellen beim
    Miträtseln auch mal anstrengen. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit macht das Buch noch interessanter. Schade, daß es der letzte Fall von Inspektor Barbarotti ist. Ich hätte gern noch erfahren, ob er seinen Vater in Italien findet, und, ob er mit Eva Backmann zusammen kommt, wie seine verstorbene Frau es sich wünscht. Auf jeden Fall hole ich mir noch die ersten vier Barbarotti - Bände, weil mir der Schreibstil des Autors, und der Ermittlungsstil des Inspektors sehr gut gefallen.

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    wusls avatar
    wuslvor 3 Jahren
    hervorragend

    Diesmal stimmt die Werbung zu diesem Buch wirklich. Es ist wirklich Barbarottis persönlichster Fall. Wobei dies nicht unwesentlich daran liegt, dass er morgens neben seiner Frau aufwacht und feststellt, dass sie kalt und tot ist. Eine unheimliche Vorstellung, die man keinem wünscht. Und die Trauer und die Verarbeitung dieses Verlusts ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Barbarotti wächst daran irgendwie und verarbeitet seinen Schmerz auch mit der Lösung des verzwickten Falles einer mutmaßlichen Ehegatten-Mörderin.

    Eva Backmann versucht derweilen einen eigenen Fall zu lösen und man fragt sich, ob die Fälle nicht doch zusammenhängen. Wie immer macht es Spaß, einen Nesser-Roman zu lesen. Er versteht es, den Leser von der ersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen und dann so zu fesseln, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Auch dieser roman besticht nicht durch Blutigkeit und Brutalität sondern durch Raffinesse, Seelenforschung und Recherchearbeit der Ermittler. Eine angenehme Mischung, die sich wohltuend aus dem Krimi-Genre hervorhebt, welches oft etwas platt und nichtssagend ist.

    Die Handlung ist dicht gewebt und spannend verschachtelt. Man rät mit den Ermittlern mit, leidet mit Barbarotti und freut sich an seinen Erfolgen. Ich hoffe sehr, dass dies nicht wirklich der letzte Fall ist, da mir die Charakter ein bisschen ans Herz gewachsen sind. Wobei natürlich auch was Neues von Nesser was für sich hat. Volle Punktzahl von mir.

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    I
    Islaendervor 3 Jahren
    Barbarotti

    In dem Buch "Am Abend des Mordes" geht es um Inspektor Barbarotti, der seine Frau plötzlich durch Tod verloren hat und nun von seinem Chef mit einem Fall beauftragt wird, der fünf Jahre zurückliegt. Damals ist ein Mann verschwunden, der mit einer Frau zusammenlebte, die wegen Mordes im Gefängnis gesessen hatte.
    Hakan Nesser schafft es mich als Leser stückweise in die Verschlossenheit von Barbarotti hineinschauen zu lassen und hält durch seinen "einmaligen" Erzählstil mich "Haken" fest. Er gibt den Menschen der Geschichte ein Gesicht und meine Sympathie gilt einer Mörderin. Alles ist nicht so, wie es am Anfang aussieht und als der Fall von Barbarotti geklärt wird, ist er einem wieder ein Stück näher gekommen. Ich habe leider vorher die Bücher aus der Reihe nicht gelesen, was ich jetzt nachholen werde. Ich fände es wirklich schade, wenn das das Ende von Barbarotti gewesen ist.

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    Ambermoons avatar
    Ambermoonvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein erneut spannender, lesenswerter Nesser, indem sich alles erst am Ende auflöst und für Überraschung sorgt.Tiefgründig wie immer.
    Melancholisch, ruhig und dennoch spannend

    Wird Barbarotti aufs Abstellgleis befördert? Nach einem persönlichen Schicksalsschlag soll er sich mit dem Fall eines fünf Jahre zuvor spurlos verschwundenen Elektrikers beschäftigen. Nicht nur Kollegin Backman fragt sich, ob es sich hierbei nicht nur um eine Form von Beschäftigungstherapie für einen trauernden und labilen Kollegen handelt. Und es sieht auch ganz so aus, als sei Barbarotti nun zum Spezialisten für sogenannte »kalte Fälle« geworden, deren tatsächliche Lösung zweifelhaft ist. Tatsächlich lebte besagter Elektriker zum Zeitpunkt seines Verschwindens mit einer Frau zusammen, die bereits einmal einen Mord begangen und dafür elf Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Nur beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts: denn ohne Leiche, keine Mörderin. Doch Gunnar Barbarotti tut das, was er am besten kann: Er ermittelt. Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen setzt er zusammen, und als er schließlich begreift, was gespielt wird, hat das weitreichende Konsequenzen …

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    Der Kriminalroman wird wieder in zwei Zeitebenen erzählt - Vergangenheit/Gegenwart, und wieder bekommt man Einblicke in die Handlungen und Gedanken der Hauptprotagonisten.
    Typisch für Nesser sind Handlung und Grundstimmung eher ruhig, diesmal auch etwas melancholisch, aber keinesfalls unspannend.
    Man fiebert Seite für Seite mit und baut Sympathie zur Hauptverdächtigen auf, da es sich hier nicht um einen unberechenbaren Mörder, sondern um ein menschliches Drama handelt.
    Das Ende ist wieder einmal überraschend und unerwartet.

    Fazit:
    Ich habe diesen Kriminalroman wieder einmal in fast einem Rutsch gelesen. Obwohl die Geschichte eher ruhig ist (typisch f. Nesser), schwingt immer Spannung mit u. ich fieberte der Auflösung entgegen, die wieder einmal äußerst überraschend war.

    Es ist der 5. Teil der Barbarotti-Reihe und hoffentlich nicht der Letzte, obwohl das lt. Nesser ja das Finale der Barbarotti-Reihe war.
    Ich habe diesen Kriminalinspektor m. seinem trockenen Humor lieb gewonnen und hoffe auf eine Fortsetzung.
    Wer also eher auf ruhige, aber dennoch spannende Kriminalromane mit psychologischem Tiefgang und leichter Melancholie steht, dem kann ich diesen Barbarotti-Teil wärmstens empfehlen.

    Die anderen Barbarotti-Teile sind eher eigenständige Romane, aber bei diesem würde ich zumindest den 4. Teil "Die Einsamen" empfehlen, um die Geschichte Barbarottis zu verstehen und mitfühlen zu können.

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    gagamauss avatar
    gagamausvor 4 Jahren
    ruhiger Krimi

    Ich gebe zu, ich hatte leichte Probleme in den Rythmus des Buches reinzukommen. Ich hatte bereits vorher mehrmals Nesser-Bücher gelesen aber irgendwie waren sie nie ganz mein Ding. Dies liegt und lag vor allem an seinem ruhigen und ziemlich actionlosen Erzählstil. Allerdings hat er eine sehr schöne Sprache und seine Protagonisten sind durchaus sympathisch. Barbarottis Verlust lastet schwer auf ihm und um so intensiver stürzt er sich auf einen seit fünf Jahren ungeklärten Vermisstenfall. Die Sache wird mit Akribie und Feingefühl aufgedröselt, hat ein paar kleine Wendungen und hilft dem Kommissar über den Verlust seiner Frau ein bisschen hinwegzukommen bzw. ihn zu akzeptieren. Außerdem fordern die Kinder ihr Recht und sein Wunsch nicht aufzugeben ist groß genug, dass die private Tragödie sein polizeiliches Urteilsvermögen nicht schwächt. Vielleicht eher zum Gegenteil. Er scheint empfindsamer als vorher, aufmerksamer für die anderen Menschen.
    Wie gesagt, für mich kein absolutes Muss, da ich eigentlich temporeichere und handlungsstärkere Bücher bevorzuge. Das Thema ist aber gut gewählt und sticht aus dem Einheitsbrei sicherlich heraus. Also von mir eine Leseempfehlung, wenn sie ruhige und kluge Krimis mögen, die bis zum Ende ohne große Logikfehler erzählt werden.

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    brauchnixs avatar
    brauchnixvor 4 Jahren
    Mordsbuch

    Barbarotti ist schwer gebeutelt von seinem ganz persönlichen Schicksalsschlag, als seine Frau an einer Hirnblutung stirbt, während er neben ihr im Ehebett schläft. Der private Horror will verarbeitet werden und anfangs verdrängt er fast den Kriminalfall. Aber der hat es in sich und Barbarotti verbeisst sich darin, vielleicht auch, weil es eine Art Ehedrama zu sein scheint. Eine Ehegattenmörderin deren zweiter Mann spurlos verschwunden ist. Man konnte der Frau nichts nachweisen und Barbarotti muss richtig tief wühlen, bis er erste Hinweise findet.
    Der Grundton ist nicht der eines nervenzerfetzenden Thrillers. Nesser hat es nicht so mit Blut und Aktion. Statt dessen blättert er Seelenzustände auf, vor allem die von Barbarotti aber auch die Personen des Kriminalfalles werden analysiert. Man muss bei der Sache bleiben, da die Sache durchaus vertrackt und teilweise undurchsichtig angelegt ist. Und Nesser auf ruhige und langsame Art die Fakten vor dem Leser aufdröselt. Der Lesesog kommt erst allmählich. Ich fand Barbarottis Verarbeitung der privaten Seelenpein mindestens genauso spannend wie den Krimifall.
    Allerdings ist das Ende nicht jedermans Sache und warum ausgerechnet dieses sein letzter Fall sein soll, leuchtet mir nicht ganz ein. Barbarotti gefällt mir viel besser als der andere Kommissar von Nesser. Er trifft mehr meinen Geschmack und auch der Schreibstil ist im laufe der Jahre noch eindringlicher geworden. Von mir also die volle Punktzahl für dieses Mordbuch, welches ich in kurzer Zeit durchgelesen hatte. Ich habe noch nicht alle Teile gelesen, also für mich ist es nicht der letzte Teil - so oder so.

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    Wortklaubers avatar
    Wortklaubervor 4 Jahren
    Finale mit Schwächen

    Barbarotti wird durch einen schweren Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen. Was sich im Vorgängerroman bereits angedeutet hatte, wird in diesem jetzt wahr: Seine geliebte Frau Marianne stirbt. Barbarotti weiß kaum, wie er diesen Verlust verkraften soll; kein Wunder eigentlich, dass sein Vorgesetzter ihm einen Fall zuschanzt, der längst als unlösbar zu den Akten gelegt worden war. Eine Frau wurde für den Mord an ihrem Ehemann schuldig gesprochen und hat die Tat durch eine lange Freiheitsstrafe verbüßt. Wieder auf freiem Fuß, verschwindet eines Tages auch ihr neuer Partner. Diesmal spurlos. Der Verdacht lag nahe, dass sie auch diesen Mann auf dem Gewissen hat. Jedoch wurde der nie gefunden, der Frau nie etwas nachgewiesen.

    Auch mit diesem Barbarotti/Nesser hatte ich meine Schwierigkeiten. Die ersten paar hundert Seitenfand ich zäh, aufgebläht, abschweifend. Erst das letzte Drittel (ca. ab dem Zeitpunkt, wo Barbarotti nach Lappland aufbricht) hat mir richtig gut gefallen. Wie Nesser mit den verschiedenen Zeitebenen jongliert, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen, aus wessen Perspektive was wann erzählt wird, das ist richtig gut gemacht, Hut ab. Leider kam es (für mich) zu spät, um das Buch noch als Ganzes schätzen zu können. Das Ende war für mich überraschend, hatte ich mich vorher doch auf eine falsche Fährte lenken lassen. Vielleicht sind es ein paar Zufälle zu viel, aber wer sagt, dass Krimis realistisch sein müssen (oder können!). Ein paar lose Enden bleiben, aber das stört mich überhaupt nicht, im Gegenteil.

    Und das war’s dann mit Barbarotti? Auf dem Cover liest man jedenfalls „Das große Finale der Barbarotti-Serie“. Vielleicht kommt ja irgendwann doch noch ein 6. Teil. Ich wäre – trotz aller Vorbehalte – wieder dabei. Aber so richtig traurig bin ich auch nicht, wenn’s nicht dazu kommen sollte.

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    Kerstin_KeJasBlogs avatar
    Kerstin_KeJasBlogvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Barbarotti wird hart vom Schicksal getroffen und ermittelt zwangsweise in eine alten Fall. Das weckt seine Lebensgeister und seinen Spürsinn
    Eine spannende Geschichte mit Tiefgang

    Hakan Nesser schreibt, wie er schreibt und das gefällt mir.
    Mit viel Tiefgang und Gedankenspielen.
    Hier gibt es keine wilden Verfolgungsjagden oder Schießereien.
    Hier tritt man ein in das Leben, genauso wie in das Sterben, der unterschiedlichsten Menschen.

    Zur Story: Gunnar Barbarotti erfährt wie grausam das Leben sein kann und vergräbt sich in Trauer und Selbstmitleid. Zeit das er auf andere Gedanken kommt. Sein Chef Asunander betraut ihn mehr gegen seinen Willen mit der Ermittlung in einem alten Fall. Schnell merkt Barbarotti, dass hier mehr als gepfuscht wurde und macht sich kurzerhand selbst auf Spurensuche. Dabei stößt er auf einen noch länger zurück liegenden Fall, der sich auf einem einsamen Hof, genannt Klein- Burma, zutrug. Hatte Ellen damals tatsächlich ihren Mann getötet und zerstückelt? Eine Tat die ihr den Namen "die Schlächterin" und viele Jahre Gefängnis einbrachte.
    Mittels Zeitsprüngen erfährt man immer mehr über die Umstände und die einzelnen Protagonisten und die dabei aufkommende Spannung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch.

    Die Story wandert langsam voran, leise Töne kann Nesser unwahrscheinlich gut.
    Die Perspektiven wechseln von den einzelnen Protagonisten, aber

     dass stört nicht.
    Gerade die Protagonisten bestimmen dieses Buch. Ihre Gedanken und Emotionen sind sehr schön wiedergegeben. Und wenn Gunnar sich mit Gott unterhält, da er zweifelt, traurig oder gar wütend ist kommt auch das toll rüber.
    Humor gibt es auch. Keine Lachsalven, nein, aber eben so leise und unterschwellig - wie das Buch ist.

    Barbarottis 5. und letzter Fall, grandios gelöst.
    Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen
    c)K.B.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Håkan Nesser ist wohl einer der bekanntesten schwedischen Krimiautoren. Seine Fans und all jene, die es noch werden möchten, dürfen sich freuen, denn am 01. Oktober erscheint sein neues Buch "Am Abend des Mordes" bei btb. Gemeinsam wollen wir in einer Leserunde einige spannende Lesestunden mit dem Buch verbringen und uns darüber austauschen. Und Spannung ist euch auf jeden Fall garantiert im Finale der Barbarotti-Serie!

    Mehr zum Inhalt:
    Wird Barbarotti kaltgestellt? Aufs Abstellgleis befördert? Nach einem persönlichen Schicksalsschlag mit privaten Problemen beschäftigt, erhält er von seinem Vorgesetzten die Anweisung, sich mit dem Fall eines fünf Jahre zuvor spurlos verschwundenen Elektrikers zu beschäftigen, als er wieder seinen Dienst antritt. Nicht nur Kollegin Backman fragt sich, ob es sich hierbei nicht nur um eine Form von Beschäftigungstherapie für einen trauernden und labilen Kollegen handelt. Und zunächst sieht es auch ganz so aus, als sei Barbarotti nun zum Spezialisten für sogenannte »kalte Fälle« geworden, denen man nur routinemäßig nachgeht. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens lebte besagter Elektriker nämlich mit einer Frau zusammen, die bereits einmal einen Mord begangen und dafür elf Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Doch ohne Leiche keine Mörderin. Beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts. Gunnar Barbarotti tut das, was er am besten kann: Er ermittelt. Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen setzt er zusammen, und als er schließlich begreift, was gespielt wird, hat das weitreichende Konsequenzen ...

    Wir suchen ab sofort 25 Testleser, die fesselnde Kriminalromane lieben und gern bei der Leserunde zu "Am Abend des Mordes" mitmachen möchten. Um diesen neuen Band der Barbarotti-Serie zu verstehen, muss man die Vorgänger nicht kennen, aber es lohnt sich auf jeden Fall auch diese zu lesen! Verpasst also auf keinen Fall den neuen Håkan Nesser!

    Bewerbung als Testleser:
    Ab sofort und bis einschließlich 23. September 2012 könnt ihr euch als Testleser bewerben und erhaltet mit etwas Glück das Buch. Im Gewinnfall sind eine Beteiligung an der Leserunde in den Leseabschnitten sowie eine zeitnahe abschließende Rezension natürlich selbstverständlich.

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    Steffi_Peepunkts avatar
    Letzter Beitrag von  Steffi_Peepunktvor 6 Jahren
    So, fertig, endlich.... Also, gleich mal als erstes, ich finde es trotz allem was noch kommt sehr schön geschrieben. Der Schreibstil sagt mir absolut zu. Aber, es ist schon sehr langatmig geschrieben. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre es mit Absicht so in die Länge gezogen worden dass es mehr Seiten werden. Zum Schluss gehts dann nämlich Schlag auf Schlag und ich gebe mich nicht mit der Lösung des Falles zufrieden.... Wie kann er da nur durch seine Intuition drauf kommen?? Nee, reicht mir nicht. Auch diese Epsiode mit Wallman, was hat das mit der Handlung zu tun?? Das hätte man auch leicht weglassen können. Und was hat es denn jetzt mit den "Schwestern" auf sich?? Es bleiben mir einfach zuviele Fragen offen. Barbarottis Trauer wird manchmal dann doch zu melodramatisch dargestellt, die Vision von Marianne wenn sie ihm erzählt, dass ein Brief am Donnerstag kommt, alles ein bisschen zu phantastisch. Ich mein, mit toten Angehörigen sprechen find ich ja noch im Bereich des Normalen, aber muss sie ihm erscheinen?? Im Traum ja, aber nicht am hellichten Tag. So, aber genug negatives, gut finde ich auch, dass Vergangenheit und Gegenwart sich immer gegenüber standen. Auch die Wortwahl finde ich sehr ansprechend. Ellen Bjarnebos Schicksal fand ich sehr gut geschildert. Emotionen werden treffsicher mit den richtigen Wörtern umschrieben. Manchmal sogar mit einem Hauch von Philosophie. Im großen und ganzen hat es mir aber gefallen, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass ich noch ein Buch des Autoren lesen werde.
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