Hakan Nesser Himmel über London

(40)

Lovelybooks Bewertung

  • 49 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 9 Rezensionen
(6)
(11)
(13)
(7)
(3)

Inhaltsangabe zu „Himmel über London“ von Hakan Nesser

Sie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwerkrank – und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgend etwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen – die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen sie nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um – es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London.

Spiel mit Ahnungen und Verbindungen - z.T. etwas langatmig!

— Karin_Kehrer
Karin_Kehrer

Irgendwie hat es mich gefesselt...

— Pokerface
Pokerface

Nesser hat mich diesmal leider enttäuscht

— KENA
KENA

Ein Buch, für das man wegen der vielen parallelen Geschichten viel Aufmerksamkeit braucht. Nicht wirklich ein Krimi, wie man erst denkt.

— AnnetteK
AnnetteK

Wenn die Protagonisten eines Autors plötzlich real werden. Ein Meisterwerk - mein Lieblingsbuch!

— TaugenichtsWelt
TaugenichtsWelt

Tolles Buch, allerdings kein Thriller. Eher was für Genießer der Langsamkeit.

— marcusjohanus
marcusjohanus

Nicht überall wo Hakan Nesser draufsteht - ist Hakan Nesser drin. Hier leider nicht.

— conny
conny

Ich habe mich durch diese verworrene Geschichte durchgequält :/

— daneegold
daneegold

Hat mich nicht so wirklich überzeugt, "Die Einsamen" bleibt weiterhin mein Lieblingsbuch von Nesser

— Quoc1981
Quoc1981

Seine beste Leistung seit Kim Novak. Håkan Nesser beweist einmal mehr, dass er der heimliche Krimi-König ist. Er kann mehr als blutig!

— sarah_elise
sarah_elise

Stöbern in Krimi & Thriller

Nachts am Brenner

Spannend und mit vielen Verzweigungen - auch der 3. Fall für Commissario Grauner ist wieder gut gelungen.

Dataha

Kalte Seele, dunkles Herz

Eine Geschichte, die ich mit keinem bis jetzt gelesenen Buch vergleichen könnte.

SweetSmile

Alte Sünden

Gutes Buch!

Jinscha

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

Ich bin etwas hin und hergerissen, hatte mir mehr von versprochen, daher von mir 3,5 Sterne

lenisvea

Die gute Tochter

Thriller nein, dennoch ein sehr interessantes Familiendrama voller Überraschungen.

MissRichardParker

AchtNacht

Recht spannender Einblick in menschliche Abgründe ... trotzdem fehlte mir manches Mal dieses "Fitzek-Lese-Feeling"

Somaya

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Fantastisches Verwirrspiel

    Himmel über London
    Karin_Kehrer

    Karin_Kehrer

    13. June 2016 um 16:57

    Der todkranke Millionär Leonard Vermin lädt zu seinem 70. Geburtstag in ein Londoner Nobelrestaurant. Begleitet wird er von seiner Frau Maud. Zu den Gästen zählen neben Mauds Zwillingen aus erster Ehe Irina und Gregorius noch zwei weitere, vorerst unbekannte Personen.Leonard verliert sich in Erinnerungen. Im Jahr 1968 verliebte er sich in die tschechische Spionin Carla. Obwohl sich ihre Wege später trennten, hat er sie nie vergessen.Irina und Gregorius werden in abstruse Abenteuer verwickelt. Maud muss erkennen, dass sie Leonard nie wirklich begriffen hat und ein unheimlicher Serienmörder treibt in London sein Unwesen.„Himmel über London“ ist alles, nur nicht wirklich ein Kriminalroman. Denn der Serienmörder ist nur eine Nebenfigur, die ab und an im Geschehen auftaucht.Zu Beginn fiel es mir nicht leicht, mich in die Handlung einzufinden. Die verschiedenen Perspektiven, die Zeitsprünge, alles ist subtil miteinander verwoben, aber es dauert eine Weile, bis man die Zusammenhänge versteht. Und selbst dann bleibt vieles nur Ahnung und wird nicht aufgeklärt.Der mysteriöse Lars Gustav Selén, offenbar Schriftsteller, bringt die phantastische Komponente in die Handlung ein, hier fühlt man sich an die Romane von Haruki Murakami erinnert, wenn am Ende Realität und Fiktion ineinander übergreifen. Die Figuren in diesem seltsamen Spiel sind sehr vielschichtig. Ein großer Teil der Handlung ist den Erinnerungen Leonards und seiner Beziehung zu Carla gewidmet, deren Liebe den politischen Umstürzen nicht standhielt.Gegen die Gefühle für Carla konnte Maud nie an, sie stand immer an zweiter Stelle, ohne es zu begreifen. Leonards tödlicher Krankheit steht sie hilflos gegenüber.Ihre Tochter Irina ist hoch neurotisch, verbirgt es aber gut. Ein merkwürdiges Buch und dessen Inhalt wirft sie völlig aus der Bahn. Gregorius ist Alkoholiker mit Spielschulden und hofft auf eine reiche Erbschaft. Er hat nie gelernt, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Am Ende fügt sich alles zu einem merkwürdigen Geflecht aus Phantasie und Realität, die Grenzen verschwimmen. Ein wenig ratlos bleibt man als Leser zurück, wenn man sich durch die teils langatmige Handlung gekämpft hat.Fazit: Spiel mit Ahnungen und Verbindungen zwischen Realität und Fiktion, etwas langatmig.

    Mehr
  • Irgendwie hat es mich gefesselt...

    Himmel über London
    Pokerface

    Pokerface

    22. June 2015 um 15:59

    Zum Buch: Sie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70-jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwerkrank - und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgendetwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest ist geplant. Auch ihre Kinder aus erster Ehe sind eingeladen - die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen Maud nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um - es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London... Meine Meinung: Garantiert kein Buch für zwischendurch und "mal eben". Nach den ersten Seiten war ich sehr skeptisch und bin im Nachhinein aber froh, dass ich weiter gelesen habe. Die unterschiedlichen Charaktere im Buch und die unterschiedlichen Geschichten haben mich doch sehr gefangen genommen und ich wollte unbedingt wissen, wohin mich das Buch führt. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir das Ende gar nicht gefallen hat und mir persönlich die Story zu kryptisch wurde, je weiter man im Buch vordringt. Aber das sind alles persönliche Befindlichkeiten und sollten im Allgemeinen dem Lesegenuss keinen Abbruch tun. Der Schreibstil sucht bestimmt länger seinesgleichen.

    Mehr
  • Verschachtelt

    Himmel über London
    AnnaChi

    AnnaChi

    27. November 2014 um 16:14

    Der 70jährige Leonard, kurz vor dem Tod, will unbedingt in London seinen Geburtstag feiern und  lädt dazu seine Lebensgefährtin Maud, deren neurotische Kinder und noch zwei weitere Personen, deren Bedeutung zunächst ungeklärt bleibt, ein. So weit zum Grundgerüst des Romans. Erzählt wird die Geschichte der verschiedenen Personen, die von Nesser treffend charakterisiert werden, auf verschiedenen Zeitebenen. Die geheimnisvolle Figur des Gustav Selen bringt noch eine andere Perspektive in das Erzählte. Sind etwa alle Personen nur Gestalten eines Romans? Gewohnt meisterhaft und souverän erzählt Nesser die Geschichte, deren Fäden (oder fast alle Fäden) am Ende zusammengefügt werden. Wer hier einen Thriller sucht, dürfte enttäuscht werden. Wer aber einen Roman sucht, der Ansprüche an den Leser stellt und ihn auf eine Reise durch Innenwelten mitnimmt, dürfte Nesser-Fan werden (wenn er es nicht schon ist).

    Mehr
  • Eine interessante Geschichte!!!

    Himmel über London
    Solara300

    Solara300

    26. November 2014 um 07:56

    Kurzbeschreibung In dieser Geschichte erwartet uns der fast 70 Jährige Leonard Vernim der sich vorgenommen hat eine große Geburtstagsparty zu veranstalten. Denn er ist schwerkrank und wer weiß ob es nicht seine letzte Feier ist. Seine Lebensgefährtin ist um Leonard besorgt, aber auch die Geburtstagsparty mit vielen Illustren Gästen und auch mysteriösen scheint nicht in normalen Bahnen zu verlaufen. Cover Das Cover ist nicht nur Düster und beschreibt das Szenario im Buch sehr gut, sondern macht Lust zu wissen was hinter dem düsteren Himmel über London den Leser erwartet. Für mich sehr passend zum Inhalt. Schreibstil Der Autor Hakan Nesser hat hier mit seinem Schreibstil nicht nur einen düsteren Raum erschaffen indem er nicht nur den Gastgeber mit seiner Krankheit gibt, sondern Gäste auf der Geburtstagsparty die einen in ihre Geschichte mitziehen und man immer wieder am Anfang steht. Meinung Bei seiner letzten Geburtstags Party wie es scheint, will Leonard Vernim mit seiner Lebensgefährtin feiern. Allerdings entpuppt sich die Feier anders als gedacht nicht nur dass sich düstere Wolken über London zusammenballen. Nein der Leser bekommt mit wie sich Leonard immer mehr durch die starken Medikamente die er als schwerranker Mann erhält verändert, und man fragt sich was ihn dazu bewogen hat mit Irina der neurotischen Tochter und Gregorius dem immer geldmangelnden Jungen an einen Tisch zu verschlagen. Aber nicht zu vergessen tauchen auch noch zwei mysteriöse Fremde auf die in dem Netzt irgendwie mit verwoben zu sein scheinen. Für mich gut geschrieben auch wenn ich sagen das es leider nicht ganz mein Fall ist. Fazit Für mich gut beschrieben mit einer Geschichte die einen nicht so schnell loslässt! :D 3 von 5 Sternen

    Mehr
  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen
    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

    Mehr
    • 368
  • Overwritte

    Himmel über London
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. February 2014 um 14:28

    Mich auf eine intensive Lese-Adventszeit vorfreuend, legte ich mir, neben anderen, gleich zwei Romane mit einem London-Setting zu und las mich sodann dem seltenen Ereignis einer Doppelenttäuschung entgegen: "Der Ruf des Kuckucks" (von J.K. Rowling alias R. Galbraith) und nun "Himmel über London"! Vielleicht war für beide Romane eine Hommage an diese Stadt beabsichtigt, ich hege jedoch eher den Verdacht, dass die Entscheidung beider Autoren, die Haupthandlung in die beliebte Metropole zu verlegen, ein schlichter Sympathieverstärker sein sollte. "Himmel über London" erzählt vom auf den Tod an Krebs erkrankten Leonard Vernim, der, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Maud, ihren beiden erwachsenen Kindern und vorläufig unbekannten Gästen, seinen letzten Geburtstag feiern möchte. Dazu lädt er sie in ein Restaurant in London ein und der Leser lernt nun peu à peu die Familienmitglieder kennen und bangt dem zündenden Hauptereignis, besagter Feier, entgegen. Dazwischen liegt, andere Zeit, anderes Land, andere Personen, eine Erzählebene um Lars Gustav Selén in Schweden. Zahlreiche Flicken werden umständlich zu einer überfrachteten Geschichte zusammengenäht - zuweilen fühlte ich mich dabei wie vor dem bekannten Bild vom Spiegel, im Spiegel, im Spiegel ... Warum Hakan Nesser dem Leser so ein mühevolles Kuddelmuddel verschiedener Leben, Figuren und Handlungen und das Sammelsurium überladener Emotionen zumutet, erschloss sich mir leider nicht. Seite für Seite las sich zäh, klebrig und unendlich anstrengend und ermüdend. Erzählstränge bleiben unpräzise, schwammig und so lange in der Schwebe, bis sie nicht mehr interessieren. Eine vage Ahnung, wie und wo alle Fäden zusammenlaufen, kristallisiert sich ohnehin heraus und eigentlich strebte ich nur dem Ende entgegen, um Bestätigung und Gewissheit zu finden - kleine Überraschung inklusive. Den Schreibstil empfand ich detailverliebt, schwafelig und manieriert. Passagenweise glaubte ich an autobiografischen Gedanken teilzuhaben. (Ideenspielerei: Lenkt die Erzählung den Erzähler oder umgekehrt?) Die Story ist beileibe auch nicht so energiegeladen, wie der gewitterige Titel und das Klima im Roman verheißt, um durch den Kunstgriff der Erzählungsverschachtelung hilfreiche Unterstützung zu erfahren. Der Gesamteindruck, der nach dem ersehnten Zuklappen der Rückdeckels bei mir blieb, war ein deutlich depressiv verstimmter. Leser sollten aufpassen, dass es ihnen nicht wie den meisten Protagonisten ergeht, die sich gerne mal übergeben (derzeit wohl très chic?)! Das dennoch deutlich auslesbare intellektuelle Potential und schriftstellerische Können des Autors muss zur Unterschiedsbeurteilung zu Ein-Stern-Groschenroman-Unterhaltung führen. (T)

    Mehr
  • Himmel über London – Håkan Nesser

    Himmel über London
    Lesen_ist

    Lesen_ist

    20. February 2014 um 21:10

    Klappentext Sie erreichen London um 16.50 Uhr an der Paddington Station. Der fast 70 jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwer krank – und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgendetwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen – die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen sie nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um – es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London. Am Anfang Nach der Ankunft in London, Paddington, kauft Leonard Vernim die »Evening Standard« von einem Zeitungsjungen. In der Taxischlange liest er noch über einen Messermord in Wimbeldon Common, ausgeübt von einem den die Journalisten »The Watch Killer« nannten, da er eine kaputte Armbanduhr bei seinen Opfern hinterlässt. Er erwähnt nichts davon seiner Lebensgefährtin Maud gegenüber. Sie haben sich überhaupt sehr wenig unterhalten während der Reise. Leonard ist ernsthaft krank. In den nächsten zwölf Tagen in London will er so klar sein wie möglich. Es soll alles klappen, was er sich vorgenommen und geplant hat. In schwachen Momenten hat er das Gefühl, sein ganzes Leben besteht aus einer Palette Kompromissen und Entscheidungen, die ihm durch die Finger rannen. Es ist der 13. September 2010. Der 25. September wird das entscheidende Datum. Meine MeinungIch gestehe, dass ich bis jetzt kein Buch von Håkan Nesser gelesen habe. Im Nachhinein betrachtet ist das vielleicht sogar von Vorteil gewesen bei diesem Buch. Ich weiß, dass er eigentlich als wichtiger Krimiautor gilt, aber diese Geschichte ist kein Krimi und auch kein Thriller. Es steht ja auch Roman drauf. Unter dem Schutzumschlag steht sogar etwas ganz anderes, sodass ich kurz dachte, ich hätte das falsche Buch in Händen! Da steht STEVEN G. RUSSELL »Bekenntnisse eines Schlafwandlers«. Ein Blick auf dem Buchrücken bestätigt, dass ich doch das richtige Buch habe. Das Buch ist in 6 ungleich lange Teile aufgeteilt. Die Hauptfigur ist der 70 jährige Leonard Vernim. Er ist an Krebs erkrankt und weiß, dass seine Tage schon gezählt sind. Es gibt aber in meinen Augen eine zweite Figur, die eine Hauptrolle spielt; Lars Gustav Selén. Im zweiten Teil des Buches verfolgen wir ausschließlich diese beiden Personen in der Zeit von 1968 bis 1971. Das Buch beginnt im Jahr 2010 und Leonard erzählt aus der Ich-Perspektive. Es gibt eigene Kapitel mit einem »Gelben Notizbuch«. Dieses Buch hat Leonard in der Zeit ab 1968 geschrieben, also auch aus seiner Perspektive. Wir verfolgen aber auch verschiedene andere Personen; Maud, die Lebensgefährtin von Leonard; Irina und/oder Gregorius, die Zwillinge von Maud und »Stiefkinder« von Leonard; Milos Skrupka aus Manhattan, Carla und natürlich Lars Gustav Selén. Jede Figur hat seine eigenen unverwechselbaren Charakterschwächen, sei es als Sauberkeitsfanatiker, als Alkoholiker oder mit der Unfähigkeit sich sozial zu integrieren. Die Ereignisse um diese Personen werden aus der Perspektive des Erzählers geschildert. Wir springen in der Zeit von 2010 zurück in die späten 60er bzw. frühen 70er Jahre. Das Lesen dieses Buches erfordert schon einiges an Konzentration, wenn man den Faden nicht verlieren will. Manches passiert parallel, vieles passiert 20 bis 40 Jahre in der Vergangenheit. Die Geschichte ist anspruchsvoll, intelligent aufgebaut und entbehrt nicht einem gewissen Wortwitz. Es ist sehr mystisch und rätselhaft. Bei gewissen Figuren kann man sich schon das eine oder andere denken, bei anderen Figuren rätselt man sehr lange, weil kein erkennbarer Zusammenhang besteht. Jeder, der im Jahr 2010 in London ankommt, liest irgendwann ein Artikel über den »Watch Killer« in der Zeitung. Er mordet munter weiter während dieser zwölf Tage bis zur Geburtstagsfeier von Leonard. In diesem Buch wird viel gelesen und viel geschrieben! Die Spannung hält sich meistens in Grenzen, da und dort steigert sie sich, aber nie so, dass man das Buch nicht weglegen könnte. Es ist kein actiongeladener Agententhriller, sondern ein geheimnisvoller, rätselhafter Roman. Manche Kapitel sind sehr philosophisch angehaucht und etwas zu langatmig. Das merke ich daran, dass meinen Gedanken abschweifen und ich den Absatz ein zweites Mal lesen muss. Wie ein Film mit überflüssigen Szenen zieht sich das Ganze etwas zu sehr in die Länge für meinen Geschmack. Ich hatte schon vorher bereits einige Rezensionen gelesen und gemerkt, dass viele Leser sehr enttäuscht waren. Da kommt mein Vorteil, noch kein Buch von Nesser gelesen zu haben, ins Spiel denke ich. Ich hatte keinerlei Erwartungen an den Autor und konnte somit nicht enttäuscht werden. Wie gesagt, es steht nicht Kriminalroman oder Thriller auf dem Buch, sondern nur Roman. Am Ende des Buches habe ich zwar herzhaft gelacht, aber das Ende selbst als unspektakulär empfunden. Keine uneingeschränkte Leseempfehlung.

    Mehr
  • Souverän erzählt und spannend verschachtelt

    Himmel über London
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. January 2014 um 14:46

    Souverän erzählt und spannend verschachtelt Das erste, was an diesem Buch von Beginn an fesselt ist die souveräne und klare Erzählweise Nessers, die immer genau den Ton trifft, sorgfältig und gründlich den Ereignissen und Personen nachgeht und das stetige Tempo des Romans durchgehend beibehält. Das zweite, das den Leser bald in Beschlag nimmt, sind die sehr differenziert gezeichneten Figuren, die allesamt mit mehreren Ebenen ausgestattet sind und teilweise zu Tiefen neigen, die ihnen selber kaum bewusst sind, die auch der Leser erst Schritt für Schritt mit manchen Überraschungen zu entdecken hat. Mitsamt der im Laufe der Lektüre immer deutlicher mitschwingenden Frage, was hier überhaupt Realität und was surreal ist. Seien es die Träume des Leonard Vernim, die ihn mehr und mehr in eine ganz andere Person an einem ganz anderen Ort hineinziehen und von Beginn an als sehr viel mehr und realer wirken als Träume es sollten. Träume in Person eines anderen Mannes, Lars Gustav Selen, der Ähnliches wie Leonard wohl erlebt hat, mit vor allem damals einer Frau gleichen Namens doch mit ganz anderem Ausgang, damals. Oder sind das alles nur Illusionen? Sei es der Versuch seiner Frau Maud, aus ihrem sterbenden Mann zu guter Letzt noch schlau zu werden und dabei selber ihre tiefsitzende Prägung als professionelle Therapeutin irgendwie auch einmal hinter sich lassen zu können. Sei es Mauds Tochter Irina, deren besondere Persönlichkeit hier gar nicht vorher geschildert werden soll, die aber feststellen wird, dass sie zufällig einen Roman zur Unterhaltung kauft, der sich als ein Spiegel ihrer selbst herausstellen wird und sie an die Grenzen des erträglichen führen wird.. Ein Buch im Buch somit, ein Teil der Geschichte, der verdeutlicht, wie wenig doch bei allen Versuchen das Leben selber unter starre Kontrolle gebracht werden kann. Oder Gregorius, Sohn Mauds, der zunächst wie eben ein Junge von über dreißig Jahren wirkt, sich in gleicher Weise verhält und doch im Taumel des Alkohols Wege plötzlich geht, die zu ganz überraschenden Entwicklungen führen werden. Personen, mit denen Leonard sich zu seinem 70. Geburtstag in London, der Stadt, die ihn zu Zeiten tief geprägt hat, treffen will. Mit diesen und noch zwei anderen Personen. Was nicht nur Maud aufs äußerste überrascht, denn wer sind die beiden anderen, ihr völlig Unbekannten? Und was genau plant ihr Mann da eigentlich zu seinem Geburtstag? Währenddessen driftet Leonard immer mehr in die eigene Vergangenheit ab, erinnert sich an Carla, die „erste Frau“ und seine „Zeit als Spion“ in London. In der Zwischenzeit verschwindet Gregorius von der Bildfläche, glaubt Irina, den Verstand zu verlieren und findet Milos, der sich auf seine Einladung nach London so gar keinen Reim machen kann, verlorenes Glück wieder, während Lars Gustav Selen das alles geplant zu haben scheint und immer mehr mit der Person Leonards in eins zu gehen scheint. Oder ist das alles doch nur ein Roman im Roman? Und ganz langsam erst wird dem Leser klar, wie alle diese Personen miteinander innerlich zusammenhängen könnten, welche Rolle die Nebengleise der Geschichte wirklich spielen und welche Geschichte eigentliche die eigentliche Geschichte sein wird. Soweit das überhaupt möglich ist, am Ende des Buches zweifelsfrei zu bestimmen. Ein Roman, ein Psychogramm. In gewisser Form auch ein Spionage-Thriller, mit vielen Kleinigkeiten, vielen Spuren, vielen Ansätzen, die alle in sich einen der Schlüssel zum Verständnis des Großen Ganzen tragen. Ein souverän erzähltes und durchaus auf seine Weise fesselndes Buch, auch wenn der Rückblick in die Vergangenheit im Buch teilweise zu viel Raum einnimmt, auch wenn der ein oder andere Strang lange Zeit zu sehr verwirrt, auch wenn, vor allem, so manche Erzählfäden allzu offen verbleiben, zur gleichen Zeit dann doch eher „nebeneinander“, denn „ineinander sterben“, könnte man sagen. 

    Mehr
  • Himmel über London :

    Himmel über London
    amiga

    amiga

    02. January 2014 um 13:39

    Ich habe mir etwas anderes vorgestellt bei Himmel über London, es ist ja mehr eine Erzählung als ein Krimi muß ich sagen, habe bei der Hälfte des Buches wieder aufgehört, es war mir einfach zu langatmig muß ich sagen.

  • Kulmination

    Himmel über London
    hundertwasser

    hundertwasser

    Die Wolken ballen sich und kulminieren gewaltig über London: verschiedene Personen versammeln sich zu einem letzten Geburtstag, die Menschen haben völlig unterschiedliche Schicksale, die Motive sind unklar und dann schleicht auch noch ein Serienmörder durch die wolkenverhangene englische Metropole. Alles andere als auf den ersten Blick durchschaubar ist das Handlungsgerüst, das „Himmel über London“ zugrunde liegt – und dann springt Nesser auch noch in der Zeit und in den Erzählebenen herum – dies verlangt dem Leser schon Einiges ab. Wohlweislich prangt das Signet „Roman“ auf dem tollen Cover, denn wer sich vom Namen Hakan Nesser zur Annahme verleiten lässt, dass es sich hierbei um einen Krimi handelt, dürfte sich enttäuscht sehen. Zwar geht es auch noch peripher um einen Serienmörder, der bei seinen Opfern eine kaputte Uhr hinterlässt, dies ist aber der wohl nichtigste Erzählstrang. Stattdessen ist „Himmel über London“ die Studie eines todkranken Mannes inklusive dessen Familie, ein Spionageroman und eine Verneigung vor der titelgebenden Stadt London. Jeder der einzelnen Gäste, die Leonard Vermin auf seiner letzten Geburtstagsfeier begrüßt, hat einen eigenen Erzählstrang und über das ganze Buch hinweg schafft es Nesser, den Leser im Ungewissen zu halten, was diese Personen im Innersten zusammenhält. Wer an den Romanen von Ian McEwan oder William Boyd seine Freude findet, der dürfte auch mit „Himmel über London“ gut beraten sein. Mit seinem neuesten Roman gelingt Hakan Nesser eine andere Tonlage als sie sonst in seinen Van-Veeteren- und Barbarotti-Krimis herrscht. Wer sich von Erwartungen losmacht, überraschen lässt und genügend Konzentration mitbringt, der erhält mit „Himmel über London“ einen eigenwilligen und vielschichtigen Roman aus der Feder eines der besten skandinavischen Autoren!

    Mehr
    • 2