Hala Alyan

 4.1 Sterne bei 69 Bewertungen
Autorin von Häuser aus Sand.

Lebenslauf von Hala Alyan

Bewegende Literatur aus dem Herzen des palästinensischen Volks: Die palästinensisch-amerikanische Autorin Hala Alyan, geboren 1986 in Carbondale, Illinois, lebt heute in New York City. In ihrem 2017 veröffentlichten Debütroman „Salt Houses“, 2018 auf Deutsch unter dem Titel „Häuser aus Sand“ erschienen, thematisiert die promovierte Psychologin den Werdegang einer palästinensischen Familie über vier Generationen hinweg. Der 6-Tage-Krieg im Jahre 1967, historischer Auslöser des fortan dauerhaft schwelenden Nahostkonflikts, bildet auch in Hala Alyans Roman den Beginn einer Familiensaga. Diese ist geprägt vom Verlust der ursprünglichen Heimat, ständiger Getriebenheit und der immer wiederkehrenden Suche nach einem Neuanfang an verschiedenen Orten der Welt. Hala Alyan selbst wuchs in Kuwait und im Libanon sowie in den US-Bundesstaaten Oklahoma, Texas und Maine auf. Heute lebt sie mit ihrem Mann in New York City und ist an der dortigen Universität neben ihrer Tätigkeit als Autorin auch als Dozentin für Klinische Psychologie beschäftigt. Vor ihrem ersten Roman veröffentlichte Hala Alyan drei Gedichtbände und wurde bereits mit mehreren Buchpreisen ausgezeichnet, darunter dem Arab American Book Award für Lyrik.

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Häuser aus Sand

Häuser aus Sand

 (69)
Erscheint am 12.07.2019

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Rezension zu "Häuser aus Sand" von Hala Alyan

Heimatlos
czytelniczka73vor 7 Monaten

"Die Seele ist ein rätselhaftes Ding.Sie braucht Zeit,um mit allem fertigzuwerden."


Inhalt:

" Vor Jahren schon musste Salma ihre geliebte Heimat Jaffa verlassen. In Nablus hat sie mit ihrem Mann und ihren Kindern einen neuen Platz gefunden. Doch das Haus bleibt ihr stets fremd. Allein den Garten kann sie zu ihrem eigenen Reich machen, und unter ihren Händen wird er zu einem farbenfrohen Paradies. Ihre Tochter Alia dagegen fühlt sich mit dem Haus und Nablus so verbunden, wie Salma es mit Jaffa war. Doch der Kaffeesatz sagt auch Alia ein unruhiges und schwieriges Leben voraus. Salma verschweigt diesen Teil der Vorahnung und muss erleben, wie ihr Sohn ihr im Sechstagekrieg genommen wird und ihre Tochter nach Kuwait flieht. Alia hasst ihr neues, beengtes Leben und durchlebt, so wie ihre Mutter, nicht nur dieselbe Sehnsucht nach der Heimat, sondern auch den Widerstand ihrer Kinder gegen ihr Festhalten an den alten Regeln. Zwanzig Jahre später verlieren Alia und ihre Familie erneut ihr Zuhause und retten sich in alle Himmelsrichtungen: nach Boston, Paris, Beirut. Wieder einmal wird ihre Geschichte von anderen bestimmt und geschrieben. Erst als Alias Kinder in der Fremde auf einen Ort hoffen, der ihnen für immer bleibt, begreifen sie, dass die Überzeugungen ihrer Mutter deren einziger Halt in einer sich ständig ändernden Welt sind."


Meinung:

Wegen Krieg muss Selma mit ihrer Familie die geliebte Heimat Jaffa verlassen.Die Familie ist reich und kann das Geld retten,in Nablus führt sie ein komfortables Leben,die trostlosigkeit des Flüchtlingslager ist der Familie erspart worden,aber trotzdem ist das Gefühl alles verloren zu haben übermächtig und überschatet das Familienglück.Die Geschichte der Familie Yacoub geht aber weiter,über 4 Generationen,mit neuen Kriegen,neuen Verlusten und neuen Wohnorten,nur das Gefühl der Entwurzelung bleibt beständig.
Ein interessantes psychologisches Familienporträt,in dem die Auswirkung des Krieges auf einzelne Personen im Vordergrund steht.Das Bild der Familie fand ich zutreffend und authentisch.Jeder für sich ist eine andere Persönlichkeit,jeder hat eigene Probleme und sucht den für sich besten Weg,es wird gestritten und kritisiert,aber in der Zeiten der Not sind sie (oft trotz der fehlenden Nähe) für einander da.Auch in Hinsicht auf palästinensiche Kultur,Lebensstil und Bräuche fand ich die Geschichte interessant und informativ.Der ruhige Schreibstil hat mir gefallen und trotz einigen Längen und großen Zeitsprüngen fand ich das Buch sehr angenehm zum lesen.Schade fand ich aber,dass die politische Ereignisse,die so gravirenden Einfluss auf das Familienleben haben,nur im Hintergrund bleiben und meistens nur mit einem Satz erwähnt werden.Bisschen mehr Details hätten die Geschichte wahrscheinlich noch interessanter und vollständiger gemacht.Aber auch so hat mir die Lektüre gut gefallen,weil das Gefühl der Sehnsucht nach Etwas ,was zwar ungreifbar,aber doch für immer verloren ist,sehr deutlich rüber kommt.

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Rezension zu "Häuser aus Sand" von Hala Alyan

Was ist Heimat?
Caro_Lesemausvor 8 Monaten

Vor Jahren schon musste Salma ihre geliebte Heimat Jaffa verlassen. In Nablus hat sie mit ihrem Mann und ihren Kindern einen neuen Platz gefunden. Doch das Haus bleibt ihr stets fremd. Allein den Garten kann sie zu ihrem eigenen Reich machen, und unter ihren Händen wird er zu einem farbenfrohen Paradies. Ihre Tochter Alia dagegen fühlt sich mit dem Haus und Nablus so verbunden, wie Salma es mit Jaffa war. Doch der Kaffeesatz sagt auch Alia ein unruhiges und schwieriges Leben voraus. Salma verschweigt diesen Teil der Vorahnung und muss erleben, wie ihr Sohn ihr im Sechstagekrieg genommen wird und ihre Tochter nach Kuwait flieht. Alia hasst ihr neues, beengtes Leben und durchlebt, so wie ihre Mutter, nicht nur dieselbe Sehnsucht nach der Heimat, sondern auch den Widerstand ihrer Kinder gegen ihr Festhalten an den alten Regeln. Zwanzig Jahre später verlieren Alia und ihre Familie erneut ihr Zuhause und retten sich in alle Himmelsrichtungen: nach Boston, Paris, Beirut. Wieder einmal wird ihre Geschichte von anderen bestimmt und geschrieben. Erst als Alias Kinder in der Fremde auf einen Ort hoffen, der ihnen für immer bleibt, begreifen sie, dass die Überzeugungen ihrer Mutter deren einziger Halt in einer sich ständig ändernden Welt sind.


Hala Alyan ist selbst palästinensisch-amerikanischer Abstammung. In ihrem Roman begleitet der Leser 4 Generationen der palästinensischen Familie Yacoub, wobei jede die Herausforderungen ihrer Zeit meistern muss. Allen gemeinsam ist die Suche nach Heimat inmitten eines immer wieder aufkommenden Krieges, der Flucht und Getriebenheit zu einer Art Dauerzustand macht. In diesem Zusammenhang hätten der Geschichte mehr historische und politische Fakten gut getan. Im Mittelpunkt steht ganz klar die Familie Yacoub, dennoch verliert man etwas den Überblick über die Hintergründe, wenn man selbst nicht sehr firm mit den historischen Eckdaten und Verwicklungen der Staaten im Nahen Osten ist. Auch eine Karte hätte ich mir sehr gewünscht, um die ganze Geschichte auch geografisch besser einordnen zu können.
Die Autorin lässt ihre vielen Protagonisten abwechselnd in einzelnen Kapiteln zu Wort kommen. Durch die vielen Jahrzehnte, die in diesen Roman gepackt wurden, kommt es zu Zeitsprüngen, die mal mehr, mal weniger groß sind. Sie sind durch Jahreszahlen gekennzeichnet, dennoch musste ich meist nochmal zurückblättern und mir vergegenwärtigen, wieviel Zeit nun bis zum Perspektivwechsel vergangen war. Der sprachliche Stil hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die eingestreuten arabischen Worte nicht unbedingt hätten sein müssen bzw. mir eine sofortige Erklärung besser gefallen hätte, als das Glossar. Ich mag es nicht, wenn ich ständig blättern muss.
Die Familie befindet sich ab der 2. Generation in der ständigen Suche nach Heimat. Man spürt förmlich, wie getrieben sie wirken, wie haltlos, da die Wurzeln fehlen. Jede Generation versucht für sich selbst, einen Halt in der Welt zu finden und geht dabei sehr unterschiedlich vor. Die daraus entstehenden Konflikte innerhalb der Familie fand ich sehr gelungen dargestellt.

Fazit:
Die Geschichte der Familie Yacoub hat mich berührt. Für meinen Geschmack hätte sie aber noch mehr durch politische und historische Informationen unterfüttert werden müssen, um alle Geschehnisse vollständig einordnen zu können. Bei den vielen Ortswechseln im Nahen Osten fehlt auch ganz klar eine Karte zur Orientierung. 
Insgesamt ist es eine gut gelungene Familiengeschichte, die einige zentrale Themen auch unserer Zeit aufgreift und nachdenklich macht.

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Rezension zu "Häuser aus Sand" von Hala Alyan

Emotional
Coffeegirl83vor 9 Monaten

          Das Buchcover finde ich hübsch. Es ist einerseits schlicht gehalten, aber dennoch sehr ansprechend und in gewisser Weise mit Gefühl gestaltet. 

Der Schreibstil ist in einer wunderschönen lyrischen Art verfasst, die das Herz berührt. Zwischenzeitlich zwar etwas langatmig, aber darüber konnte ich ohne weiteres hinweg sehen. Es hat mich nicht sonderlich gestört. 

Was bedeutet Heimat? Was bedeutet es ein wahres zu Hause zu haben? Ich finde dieses Gefühl wird hier sehr schön wider gegeben. 
Die Protagonistin Salma ist eine starke Frau, die sich für ihre Familie aufopfert, was wirklich bewegend ist. Aber auch traurig, was die Familie alles durchmachen muss. 

Spannend fand ich in eine „andere Welt“ eintauchen zu können. Die Hintergründe von einer palästinensischen Familie mit ihre Kultur, Religion, Bräuche, usw. Das ist ziemlich interessant und macht einem bewusst wie viele Unterschiede es doch gibt und wie „anders“ das Leben doch sein kann. 

Es ist eine Geschichte über Kampf, Trauer, Verlust, eine Familie, die sich überall zerstreut. 

Die Zeitsprünge fand ich manchmal etwas verwirrend und ich brauchte etwas um mich daran zu gewöhnen und in die Geschichte hinein zu finden. 


Fazit: Ein berührend geschriebenes Buch. Empfehlenswert für alle, die gerne Familiengeschichten lesen und kulturell interessiert sind. 
        

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