Halldór Laxness

 4.2 Sterne bei 117 Bewertungen
Autor von Die Islandglocke, Atomstation und weiteren Büchern.
Halldór Laxness

Lebenslauf von Halldór Laxness

Halldór Kiljan Laxness wurde als Halldór Guðjónsson im April 1902 in Reykjavík geboren. Seine wohlhabende Familie garantierte ihm eine umfassende Bildung, sowie viele Reisen durch die Welt. Er konvertierte aufgrund seiner Erfahrungen auf dem Kontinent zum Katholizismus. Er heiratete zweimal und zog mit seiner zweiten Ehefrau Auður Sveinsdóttir nach Gljúfrasteinn bei Mosfellsbær. Seinen Romanen ist der Einfluss seiner zahlreichen Reisen anzumerken. Sein Lebenswerk wurde 1955 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, da er als der erste Autor aus Island der Neuzeit gilt, der weltbekannt wurde. Weiterhin erhielt Laxness den Weltfriedenspreis 1953 und verschiedene Ehrendoktorwürden. Laxness starb am 8. Februar 1998 in Reykjalundur bei Mosfellsbær.

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Ein Spiegelbild im Wasser. Sämtliche Erzählungen
Neu erschienen am 28.09.2018 als Hardcover bei Steidl GmbH & Co. OHG.

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Halldór LaxnessDie Islandglocke
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Die Islandglocke
Die Islandglocke
 (21)
Erschienen am 01.02.2012
Halldór LaxnessAtomstation
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Atomstation
Atomstation
 (14)
Erschienen am 01.02.2012
Halldór LaxnessAm Gletscher
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Am Gletscher
Am Gletscher
 (13)
Erschienen am 23.05.2016
Halldór LaxnessDas Fischkonzert
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Das Fischkonzert
Das Fischkonzert
 (10)
Erschienen am 01.02.2012
Halldór LaxnessSalka Valka
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Salka Valka
Salka Valka
 (10)
Erschienen am 01.02.2012
Halldór LaxnessWeltlicht
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Weltlicht
Weltlicht
 (7)
Erschienen am 01.02.2012
Halldór LaxnessSein eigener Herr
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Sein eigener Herr
Sein eigener Herr
 (6)
Erschienen am 12.03.2018
Halldór LaxnessDas gute Fräulein
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Das gute Fräulein
Das gute Fräulein
 (5)
Erschienen am 01.02.2002

Neue Rezensionen zu Halldór Laxness

Neu
daydreamins avatar

Rezension zu "Salka Valka" von Halldór Laxness

Island pur
daydreaminvor 4 Monaten

Nach meinem ersten Urlaub in Island im März 2017 war ich so fasziniert von diesem Land, der Kultur und der Mentalität, dass ich unbedingt ein Buch des einzigen isländischen Literaturnobelpreisträgers Halldór Laxness lesen wollte. 

Salka Valka erzählt die Geschichte der gleichnamigen Protagonistin von ihrem Kindesalter an. Sie wächst bei ihrer Mutter in einem kleinen Küstenort auf und hat einen sehr rauen Lebensweg vor sich, der von Hunger, Armut und Kälte geprägt ist.

Im gesamten Buch herrscht eine relativ melancholische und raue Stimmung. Das einfache Leben Salka Valkas konnte ich mir nach der Besichtigung der Torfhäuser während meines Urlaubs sehr gut bildlich vorstellen und die gesamte Darstellung fand ich sehr gelungen und authentisch. Durch diese etwas gedrückte Grundstimmung herrscht eine ganz eigene und einnehmende Atmosphäre im gesamten Buch, in welcher in den isländischen Geist deutlich spüren konnte. Was mir hingegen etwas zu kurz kam, waren Naturbeschreibungen. Ich hatte gehofft, mir die wunderbare Landschaft noch einmal mit Hilfes des Buches in Erinnerung rufen zu können, was leider nicht ganz der Fall war. 

Auch der Einstieg ist mir nicht gerade leicht gefallen, da seitenlage Predigten und Monolog über das Christentum und Religion abgedruckt waren. Das war ein wenig langatmig, obwohl gleichzeitig durch die konservativen und engstirnigen Ansichten der Dorfbewohner der Kontrast zu Salka Valkas Gemüt sehr stark dargestellt wurde. Salka Valka schlägt sich alleine durchs Leben, wird von ihrer Mutter und deren Freund im Stich gelassen und kann sich niemals richtig in die Dorfgemeinschaft einfügen. 

Salka Valka ist eine neugierige und politisch engagierte Frau. Nach einigen Kapitel verebben die Religionsmonologe und die Bolschewisten beginnen damit, in Island ihre Ansichten zu vertreten und zu verbreiten. Neben den sozialistischen Thesen stellt der Autor auch die Reaktion des isländischen Fischerdorfes dar, welche prompt einen Konsumverein gründen. Dieser Teil hat mir wahnsinnig gut gefallen, weil ich die angesprochenen Aspekte sehr interesant fand und Salka Valkas Weg in der männerdominierten Welt der Politik beeindruckend war. Sie ist keine typische Heldin, sondern macht ihre Fehler, findet jedoch immer einen Weg, dazu zu stehen und damit umzugehen.  Ich habe mich gefreut Salka Valka dabei zu begleiten, wie sie sich durchsetzt, Konventionen bricht und eigene Wege geht. 

Der Roman rund um Salka Valka hat mich auf positive Art und Weise herausgefordert, mir etwas beigebracht, mich beeindruckt und unterhalten. Interessant fand ich nicht nur Salka Valkas starken und außergewöhnlichen Charakter, sondern auch die politischen Aspekte, die Halldór Laxness anspricht. Außerdem konnte der Roman mir Islands Geschichte und Mentalität noch ein Stück weit näher bringen und die raue Atmosphäre im gesamten Buch hat mich definitiv in ihren Bann gezogen. 

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Bücherwurms avatar

Rezension zu "Am Gletscher" von Halldór Laxness

interessant
Bücherwurmvor 2 Jahren

Als ich zum Hörbuch "m Gletscher" von Halldór Laxness griff, war ich mir überhaupt nicht im Klaren, was ich da grade einpackte.
Dass diese Geschichte schon ein halbes Jahrhundert alt ist, neu aufgelegt, gar kein typischer Krimi, und aus der Feder eines Nobelpreisträgers für Literatur 1955 stammt, das hatte ich so gar nicht im Auge.
Mich hatte das Cover angezogen, der titel klang nach Krimi und Kurzweil und überhaupt hatte ich grade Zeit. Ich war mir auch sicher, das buch schon auf diversen Verkaufstischen im Handel gesehen zu haben und dacht mir, perfekt, dann kann ich hören und muss nicht einmal lesen.
Kaum mit der ersten CD begonnen, wurde mir klar, dass ich da eine ganz besondere, etwas schräge Praline in den Einkaufskorb gelegt hatte, und ich begann zu recherchieren.

"Am Gletscher" ist für mich ein Potpourri aus ganz unterschiedlichen Zutaten: Religion, Mystik, Ethik, Humor, Schabernack, Psychologie, Sekten, Philosophie, Astronomie, Politik und sogar Quantenmechanik um nur einige zu nennen!
Es handelt von einem Nachwuchs Theologen, der vom Bischof nach Island entsendet wird, um dort in einer abgelegenen Gemeinde nach dem Pfarrer zu sehen. Dieser scheint seiner Aufgabe nicht nachzukommen: Kinder werden nicht getauft, Tote nicht bestattet, die Kirche nicht gepflegt, keine Messen gehalten.
Sehr jung, naiv und wenig lebenserfahren, aber unerschrocken macht sich der junge Theologe auf die Reise. Er sucht den Pfarrer und spricht mit den Bewohnern. Gewissenhaft führt er Tagebuch und zeichnet alles auf, ohne selbst Urteil zu fällen.

Ich gestehe, ich war sehr verwundert, in Gefahr das Hörbuch abzubrechen, aber dann packte es mich, und ich lauschte mit wachsendem Vergnügen diesem skurrilen und humorvollen Ideenreichtum des 1998 verstorbenen Autors. Ich staunte, wie weitsichtig, reif und altklug er Dinge beschrieb, die zu seiner Lebenszeit nicht im Fokus standen, lachte über diese trockenen, oft schwarz-humorigen Passagen, die durch den naiven Theologen erst so richtig zur Geltung kommen und fand diese pausenlosen Crashs von festgefahrenem Christentum und dem Leben im Extrem mit völlig anderen Lebensumständen einfach köstlich und genial!

In diesen wenigen Seiten stecken so viele Anregungen, so viele philosophischen und psychologischen Aussagen, ich wäre als Aufzeichnender längst geflohen, oder hätte den Glauben an den Nagel gehängt.
Ich habe mich ganz wunderbar amüsiert und unterhalten und freue mich, dass ältere Literatur auch heute so viel Freude schaffen kann. Vielen Dank für die Neuauflage und die Gelegenheit!

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Ginevras avatar

Rezension zu "Am Gletscher" von Halldór Laxness

Unsterblichkeit im ewigen Eis
Ginevravor 2 Jahren

Ein junger Theologiestudent wird vom Bischof persönlich an den am Snæfells- Gletscher geschickt, um dort einigen unglaublich schockierenden Gerüchten auf den Grund zu gehen.
Angeblich kümmert sich der dortige Pfarrer mehr um Maschinen als um Menschen, die Kirche steht leer, die Toten werden nicht beerdigt, womöglich wird ein Mord vertuscht, und - noch schlimmer - der Pfarrer lebt in Polygamie - mit einer Hauswirtschafterin, die den Spitznamen "Stössel- Dora" trägt!
Der Bischof ist moralisch aufs Höchste besorgt, und der junge Theologe erwartet, am Gletscher eine Mischung aus Sodom und Gomorrha vorzufinden.

Doch als er ankommt, scheint alles sehr ruhig zu sein. Die kleine Gemeinde ist extrem verarmt, seitdem die Fischpreise durch Regierungseingriffe in den Keller gefallen sind. Die Kirche ist verfallen. Der Pfarrer Jon Primus ist ein nachdenklicher Mann, der seinen "Schäfchen" (ob Mensch oder Tier) auf jede erdenkliche Weise hilft, gerne auch als Reparateur der völlig veralteten Wasserboiler. Die Gemeinde am Gletscher wurde von allen öffentlichen Sozialprogrammen offensichtlich vergessen.

Jon Primus zweifelt an der Existenz Gottes und hat sich dem Hinduismus zugewandt, weswegen er sich schwer tut, den kirchlichen Ritualen zu folgen. Seine Haushälterin Dora ist sehr erfinderisch, um mit dem allgegenwärtigen Mangel umzugehen - so mörsert sie z.B. hartgewordene Kekse und arbeitet sie so zu Tierfutter um, denn die Tiere leiden im langen isländischen Winter am allermeisten (daher der Spitzname!).

Am Gletscher leben verschiedene skurrile Personen aus aller Welt, mit den unterschiedlichsten Weltanschauungen. Hier mischt sich der alte isländische Geisterglaube mit der katholischen und der buddhistischen Lehre, und heraus kommen so manche merkwürdigen Rituale, die dem jungen Beobachter zwar fremd, aber auch irgendwie nachvollziehbar erscheinen. Alle Gerüchte bewahrheiten sich - jedoch ganz anders, als erwartet!

Die Rückfahrt des jungen Theologen zögert sich immer mehr hinaus, und am Ende wird er Zeuge einer höchst ungewöhnlichen "Erweckungsfeier"...

Halldór Laxness (1902 - 1998) ist einer der berühmtesten isländischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger.
"Am Gletscher" wurde 1968 geschrieben und in den letzten Jahren (wie auch sein Gesamtwerk) wiederentdeckt und neu übersetzt.

Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten - es ist kurzweilig geschrieben, stellenweise richtig lustig, dabei spannend und vielschichtig. Es steckt voller Weisheiten aus allen möglichen Denkrichtungen. Am Gletscher finden sich Stellvertreter verschiedener Religionen, die friedlich zusammenleben und ihre eigenen Rituale entwickeln. Aufgrund der Armut und Kälte sind die aufeinander angewiesen, was diesen Synergieeffekt verstärkt. Am Ende wird der Roman immer mystischer und altbekannte, logische Denkmuster lösen sich auf - ein sehr ungewöhnlicher Roman also!

Laxness wurde oft mit Thomas Mann verglichen - ich denke, dass es hier Parallelen zum "Zauberberg" gibt, und auch zu Orhan Pamuks "Schnee". "Am Gletscher" ist - wie diese - ein "Pars pro toto"-Roman, in dem die einzelnen Akteure für ganze Denkrichtungen stehen, für Weltanschauungen und unterschiedlichste Wertvorstellungen.
Mich hat der Roman stellenweise sehr verwirrt, man kann ihn vermutlich nicht vollkommen logisch interpretieren, was letztlich aber auch seinen ganz besonderen Zauber ausmacht.

Fazit: ein absolut lesenswertes Buch, für alle, die nicht in festen westlichen Kategorien und Wertvorstellungen denken! 5 von 5 Sternen.

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Halldór Laxness wurde am 23. April 1902 in Reykjavík (Island) geboren.

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