Halldór Laxness Am Gletscher

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Am Gletscher“ von Halldór Laxness

Am Fuße des Snaefellsgletschers im äußersten Westen Islands versieht Pfarrer Jon Primus sein Amt. Doch die Art seiner Seelsorge ist eigen und was dem Bischof davon zu Ohren kommt, gibt Anlass zur Besorgnis: Der Mann repariere die Kirche nicht, taufe die Kinder nicht, beerdige die Toten nicht. Und was hat es mit der Leiche auf sich, die angeblich auf den Gletscher geschafft wurde? All dies soll ein junger Theologe erkunden, der sich als Vertreter des Bischofs in die Abgeschiedenheit des Gletschers begibt. Keine leichte Aufgabe: Er macht skurrile Bekanntschaften, hört sagenhafte Erzählungen und wird in krude Dispute verwickelt. Und er trifft auf eine 'Wahrheit', die sich nicht protokollieren lässt. Auf einer Bonus-CD liest Julia Nachtmann den Essay von Susan Sontag Eine Reise ins Zentrum des Romans (Übersetzung: Alexander Menden). 'Ein irrwitzig originelles, missmutiges, zum Schreien komisches Werk.' Susan Sontag

Eine etwas unheimliche Geschichte, die psychologisch und philosophisch sehr interessante Ansätze zeigt.

— Bücherwurm
Bücherwurm

Stöbern in Romane

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Leider nicht so überzeugend, wie erhofft

KristinSchoellkopf

Mein Leben als Hoffnungsträger

Schön ruhig, nostalgisch und poetisch- so kann unsere Alltag auch sein

marpije

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Ein großartiger Roman. Volle Leseempfehlung!

Sikal

Und jetzt auch noch Liebe

Es geht im Leben um viel mehr als den richtigen Zeitpunkt, den gibt es nämlich nur selten. Es ist wichtig, was man daraus macht!

unfabulous

Kukolka

Keine Kindheit in der Ukraine. Stattdessen: vergessen, verraten, verkauft. Ein hübsches Puppengesicht ist kein Garant für eine gute Zukunft.

Buchstabenliebhaberin

Ein Haus voller Träume

Ein stimmungsvoller Familienroman mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren.

Jashrin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • interessant

    Am Gletscher
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    20. November 2016 um 03:53

    Als ich zum Hörbuch "m Gletscher" von Halldór Laxness griff, war ich mir überhaupt nicht im Klaren, was ich da grade einpackte.Dass diese Geschichte schon ein halbes Jahrhundert alt ist, neu aufgelegt, gar kein typischer Krimi, und aus der Feder eines Nobelpreisträgers für Literatur 1955 stammt, das hatte ich so gar nicht im Auge.Mich hatte das Cover angezogen, der titel klang nach Krimi und Kurzweil und überhaupt hatte ich grade Zeit. Ich war mir auch sicher, das buch schon auf diversen Verkaufstischen im Handel gesehen zu haben und dacht mir, perfekt, dann kann ich hören und muss nicht einmal lesen.Kaum mit der ersten CD begonnen, wurde mir klar, dass ich da eine ganz besondere, etwas schräge Praline in den Einkaufskorb gelegt hatte, und ich begann zu recherchieren."Am Gletscher" ist für mich ein Potpourri aus ganz unterschiedlichen Zutaten: Religion, Mystik, Ethik, Humor, Schabernack, Psychologie, Sekten, Philosophie, Astronomie, Politik und sogar Quantenmechanik um nur einige zu nennen!Es handelt von einem Nachwuchs Theologen, der vom Bischof nach Island entsendet wird, um dort in einer abgelegenen Gemeinde nach dem Pfarrer zu sehen. Dieser scheint seiner Aufgabe nicht nachzukommen: Kinder werden nicht getauft, Tote nicht bestattet, die Kirche nicht gepflegt, keine Messen gehalten.Sehr jung, naiv und wenig lebenserfahren, aber unerschrocken macht sich der junge Theologe auf die Reise. Er sucht den Pfarrer und spricht mit den Bewohnern. Gewissenhaft führt er Tagebuch und zeichnet alles auf, ohne selbst Urteil zu fällen.Ich gestehe, ich war sehr verwundert, in Gefahr das Hörbuch abzubrechen, aber dann packte es mich, und ich lauschte mit wachsendem Vergnügen diesem skurrilen und humorvollen Ideenreichtum des 1998 verstorbenen Autors. Ich staunte, wie weitsichtig, reif und altklug er Dinge beschrieb, die zu seiner Lebenszeit nicht im Fokus standen, lachte über diese trockenen, oft schwarz-humorigen Passagen, die durch den naiven Theologen erst so richtig zur Geltung kommen und fand diese pausenlosen Crashs von festgefahrenem Christentum und dem Leben im Extrem mit völlig anderen Lebensumständen einfach köstlich und genial!In diesen wenigen Seiten stecken so viele Anregungen, so viele philosophischen und psychologischen Aussagen, ich wäre als Aufzeichnender längst geflohen, oder hätte den Glauben an den Nagel gehängt.Ich habe mich ganz wunderbar amüsiert und unterhalten und freue mich, dass ältere Literatur auch heute so viel Freude schaffen kann. Vielen Dank für die Neuauflage und die Gelegenheit!

    Mehr