Hallgrimur Helgason 101 Reykjavík

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Inhaltsangabe zu „101 Reykjavík“ von Hallgrimur Helgason

Was macht man im Winter in einem Land, in dem keine Sonne scheint, es ununterbrochen schneit und sich sogar Gespenster zu Tode langweilen? Hlynur vergammelt die Tage im Bett, surft im Internet nach Pornos und tut auch sonst wenig Sinnvolles. Der Achtundzwanzigjährige lebt bei seiner Mutter. An Frauen interessiert ihn vor allem ihr Marktwert. Das ändert sich, als er Lolla kennenlernt, die lesbische Freundin seiner Mutter. Der One-Night-Stand mit ihr hat jedoch Folgen.

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  • Rezension zu "101 Reykjavik" von Hallgrimur Helgason

    101 Reykjavík
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. March 2011 um 22:16

    Das Buch geht in Richtung Mikael Niemi's "Populärmusik aus Vittula", welches ich genial fand. 101 Reykjavik ist aber noch ein bisschen abgedrehter, der Schreibstil ist haarsträubend anders, als eben andere Bücher. Auf der einen Seite konnte ich mir ein dickes Grinsen kaum verkneifen, aber schon ein paar Seiten weiter wollte ich das Buch abbrechen weil ich der wirren Geschichte praktisch nicht mehr folgen konnte und mich das ewige rumgeschreibsel vom Dauerständer des Hlynur gewaltig auf die Nerven ging. Aber das Buch ist ganz sicher seine Lesestunden wert und auf erfrischende und kopfschüttelnde Art einfach anders.

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  • Rezension zu "101 Reykjavik" von Hallgrimur Helgason

    101 Reykjavík
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    16. March 2011 um 14:31

    Pornos gucken, saufen, rauchen, Mädchen anbaggern, bis in die Puppen schlafen. Sich einen runterholen, wieder ab in die Kneipe, Mädchen aufreißen. Willkommen in Hlynurs Leben! Hlynur hat keine wirklichen Erfolge vorzuweisen: mit über dreißig Jahren wohnt er immer noch bei Mutti, Arbeiten scheint für ihn ein Fremdwort zu sein, stattdessen gammelt er auf dem Sofa rum und guckt Pornos. Und Frauen sind eh nur für das Eine gut. Trotz seines Alters verhält er sich wie ein putertärer Teenie. Die Mädchen, die er aufreißt, sind für ihn bedeutungslos, ihren Wert misst er an dem Geldbetrag, den er dafür bezahlen würde, mit ihnen eine Nacht zu verbringen. Nur mit Lolla ist es anders. Lolla ist die lesbische Freundin seiner Mom, Suchtberaterin und wohnt seit Kurzem bei ihnen. Ein One-Night Stand mit ihr hat ungeahnte Folgen und wirbelt sein faules Leben ganz schön durcheinander... ________ Meine Meinung "Kneipennächte. Familienfeiern. Mädchen und Masturbation." So wird Fritz Göttler von der Süddeutschen auf der Rückseite des Buches zitiert, und damit fasst er den Inhalt des Buches ziemlich gut zusammen. Beim Lesen dieses Buches war ich hin- und hergerissen zwischen meiner Bewunderung für Helgasons ungewöhnlichen, einzigartigen Schreibstil und meiner Abneigung für den männlichen Protagonisten. Hlynur macht es einem nämlich wirklich nicht leicht, mit ihm warm zu werden. Ständig macht er sexuelle Anspielungen und läuft quasi mit Dauererektion durch die isländische Hauptstadt, weil er allen Frauen auf die Brüste starrt oder fantasiert, wie sie wohl nackt aussehen. Außer Sex scheint es in seinem Leben auch nichts zu geben, was ihn richtig interessiert. Er hat keine Arbeit, keine Hobbys abgesehen vom Masturbieren und Pornos gucken. Er macht sich einen Jux daraus, seiner Schwester die Pille zu klauen, damit sie schwanger wird und guckt anderen ganz ungeniert beim Sex zu. So skurril das auch klingt, war es doch nicht so sonderlich spannend, über sein Leben zu lesen, dazu hatte das Buch einfach zu viele Längen. Insgesamt gesehen könnte man die Handlung wohl in wenigen Sätzen zusammenfassen. Interessant wurde es erst nach seinem Stelldichein mit Lolla, denn da schreitet die Geschichte endlich voran. Obwohl es durchaus den Anschein hat, geht es in diesem Buch nämlich natürlich nicht nur um Sex, auch wenn das für mich den größten Teil des Buches ausgemacht hat. Zugleich ist es auch eine unübliche Geschichte über das Erwachsenwerden und das Finden zu sich selbst. Helgason schreibt wie gesagt sehr ungewöhnlich, so dass ich besonders am Anfang das Gefühl hatte, Hlynur würde eine ganz andere Sprache sprechen als ich, weil seine Gedanken rasend schnell hin- und herflitzen und er zeitweise nur mit Schlagwörtern um sich schmeißt. Beim Lesen schwankte ich dabei zwischen den Eindrücken "unheimlich toll und einzigartig geschrieben" und "was ist das für ein perverser Mist?". Beispiel gefällig? "Ich pinkle im Sitzen, damit ich dabei in der Nase bohren kann. In der Nase herrscht hochalpines Klima. Alles so trocken darin. Steige über Grate in den linken Kamin. Getrocknetes Blut. In einem Seitental finde ich eine weiche Quelle und fördere drei gute Portionen zu Tage. Schöner, hellbrauner, leckerer Matsch. Nichts ist besser auf nüchternen Magen als Popel. Bildet eine gute Schleimgrundlage für Cheerios und Kaffee. Wohnzimmer. Ich frage ihre Hoheit. Lolla. 'Sag mal, hast du vielleicht etwas Popel in der Nase?' 'Was?' 'Popel. Bei mir sind irgendwie magere Zeiten angesagt. Mir fehlt etwas.' 'Aha. Nein. Ich bin auch total trocken.'" Solche Passagen haben mich öfters als einmal überlegen lassen, warum ich dieses Buch überhaupt noch lese. Dann wiederum äußert Hlynur zeitweise so kluge Einsichten über sich und das Leben, dass ich einfach nur den Hut vor Helgasons Schreibkunst ziehen konnte und mich verwundert gefragt habe, ob da gerade dieselbe Person spricht. Ich muss ehrlich gestehen, hätte ich das Buch nicht rezensieren müssen, hätte ich es wohl weggepackt. Ich habe von der Geschichte einfach etwas anderes erwartet und die Handlung geht zu langsam voran, als dass sie mich fesseln konnte. Trotzdem ist "101 Reykjavik" kein schlechtes Buch, ich war nur nicht die richtige Leserin dafür. Vielleicht sucht das Buch einfach nach jemandem, der nicht von Hlynurs ständigen Gedanken über Sex, Geschlechtsteile und Körperflüssigkeiten genervt ist und sich stattdessen am Gesamtkonzept von Hlynurs skurrilen Leben erfreuen kann. Mich konnte das Buch zwar leider nicht begeistern. Eins aber kann ich sagen: es war auf jeden Fall mal etwas ganz anderes!

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