Hallgrimur Helgason Eine Frau bei 1000°

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Inhaltsangabe zu „Eine Frau bei 1000°“ von Hallgrimur Helgason

»Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« »Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.« »Einen Termin buchen?« »Genau.« »Aha. Ja ... wie war noch mal der Name?« »Herbjörg María Björnsson.« »Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?« »Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.« »Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor ... na, Sie wissen schon ... also bevor, äh ..., bevor die Leute tot sind, okay?« »Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.«

Über das Leben einer unnetten Frau

— RenateBlaes
RenateBlaes

Schräg, fesselnd, skurril! Vielleicht der ungewöhnlichste historische Roman, der je geschrieben wurde.

— VictoriaHohmann
VictoriaHohmann

Witzig, tiefgründig und zugleich ein Stil, der fesselt, was für eine hervorragende Übersetzung sprechen sollte...

— Simarek
Simarek

witzig, traurig, super geschrieben. aber man muss Island schon ein wenig kennen um einige Anspielungen zu verstehen

— Bokaormur
Bokaormur

Ein großartiges Buch! Hier ist ein Interview mit dem Autor: www.youtube.com/watch?v=Pw1cOfz9bRQ

— agnieszka
agnieszka

Ein tolles Buch mit langer Nachwirkung!! Komisch, traurig, skurril, schräg...

— ninchen1809
ninchen1809

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  • Lektüre der besonderen Art

    Eine Frau bei 1000°
    RenateBlaes

    RenateBlaes

    24. July 2016 um 10:23

    Herbjörg Maria Björnsson ist  sehr alt, sehr krank und sehr klug. Sie lebt in einer Garage und blickt selbstironisch zurück auf ihr bewegtes Leben mit verschiedenen Männern und beschreibt auch ihr aktuelles Leben – in einer Garage. Dort liegt sie im Bett und beschäftigt sich mit dem Laptop. Der Charakter der Frau ist ziemlich schräg und ihr Mundwerk lose.  Als nett kann man die alte Dame nicht bezeichnen, im Gegenteil, sie ist ziemlich garstig und lässt an wenigen ein gutes Haar, am wenigsten an sich selbst.Dem Autor ist ein sehr unterhaltsames Buch gelungen, das an vielen Stellen witzig ist, an genauso vielen Stellen auch nachdenklich macht.Die Abrechnung mit einem langen und aufregenden Leben ist eine  facettenreiche Lektüre – für Menschen, die das Skurile lieben.

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  • Jedes Kapitel wie ein neues Buch...

    Eine Frau bei 1000°
    Mizuiro

    Mizuiro

    22. April 2016 um 14:29

    Ich möchte mich wieder einmal auf den Klappentext beziehen, der dieses Buch als "Gesellschaftskomödie" tituliert. Trotz des ergänzenden Attributs "rabenschwarz" habe ich nicht damit gerechnet, dass mich diese Komödie stellenweise so richtig deprimieren würde... Aber jetzt der Reihe nach: In Eine Frau bei 1000° lässt die achtzigjährige, bettlägrige Isländerin Herbjörg ihr Leben Revue passieren. Ihre Erzählung folgt zwar einer gewissen Reihenfolge, ist aber nicht chronologisch und von Kapitel zu Kapitel hüpft man zwischen Gegenwart und verschiedenen Punkten in der Vergangenheit herum. Um diesem Gehüpfe besser folgen zu können, steht am Anfang jedes Kapitels die Jahreszahl in der das Folgende spielen wird. Irgendwie wäre es für mich einfacher, jedes Kapitel einzeln zu bewerten, als das Buch im Gesamten. Die einzelnen Kapitel haben in mir so unterschiedliche Reaktionen ausgelöst, dass es mir schwerfällt zu einem Schluss zu kommen. Einige Kapitel waren richtig spannend. Oft finden sich interessante und wunderbar ironische Abhandlungen über diverse geschichtliche Ereignisse oder Länder, hier natürlich hauptsächlich über Island. Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel, die aus der Kindheit der Erzählerin und ihrer Zeit in Dänemark berichten. Spannend waren für mich vor allem die Erzählungen aus dem zweiten Weltkrieg. Andere Kapitel waren eher langweilig und teilweise eher verwirrend. Das erwähnte Hin- und Hergehopse in der Zeit steigert die Verwirrung dann noch zuzsätzlich. Aber eigentlich ist sie schon ein schönes Stilmittel... Durch den größten Teil des Buches zieht sich diese (mal mehr und mal weniger unterschwellige) Verbitterung der Erzählerin. Vor allem in den Kapiteln aus der Gegenwart schaukelt sich diese Verbitterung dermaßen hoch, dass das was am Anfang noch charmant war irgendwann zu nerven beginnt. Das Buch ist dafür einfach zu lang. Was mir so gar nicht gefallen mochte war, wie mit dem Thema Vergewaltigung umgegangen wird. Irgendwie habe ich das Gefühl diese Geschehnisse werden durch die Distanz der Erzählerin und die Ironie des Autors (obwohl wir sie noch so sehr lieben!) bagatellisiert. Ich muss aber gestehen, ich weiß nicht, wie man es besser hätte machen können. Ein weinerliches herumlamentieren einer Achtzigjährigen über die schlimmen Erlebnisse im zweiten Weltkrieg wären wohl kaum so unterhaltsam zu lesen gewesen wie Eine Frau bei 1000°. Wie bewerte ich nun aber das Buch als Gesamtwerk? Auf jeden Fall ist es charmant geschrieben und es wird deutlich, was ich in letzter Zeit beim Lesen oft vermisse: Der Autor hat sich Mühe gegeben und nachgedacht anstatt einfach drauflos zu schreiben. Die teilweise harten Ausdrücke passen wunderbar zur Handlung und es finden sich ganz großartige Sprachspiele auf diesen 400 Seiten. Das ist schon sehr viel Positives, letztendlich häufen sich aber auch negative Aspekte und im Endeffekt konnte mich das Buch nicht zu hundert Prozent fesseln. Ich drücke nochmal ein Auge zu und gebe vier Sternchen.

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  • Zeitzeugin wider Willen

    Eine Frau bei 1000°
    VictoriaHohmann

    VictoriaHohmann

    31. March 2015 um 21:53

    Eine Frau wie ein Fels. Isländisches Urgestein wie aus dem Bilderbuch. Im Endstadium Lungenkrebs hält die Ü 80erIn Herbjörg Maria Björnsson Rückschau auf ihr bewegtes Leben - eine Handgranate aus dem 2. Weltkrieg im Bett, die ihr treue Gefährtin war und ist, ihr das Gefühl eines selbstbestimmten Todes und auch den gewissen Kitzel gibt, den auch alte, auf den Tod erkrankte Frauen nicht missen möchten.  Ohne Sentimentalität oder den Anflug von Nostalgie breitet sich Herbjörgs Leben aus, das nur an wenigen Stellen etwas zu breit erzählt wird. Es ist ein tragisches, schreckliches, herrliches, wildes, verrücktes Leben, das nicht zuletzt den 2. Weltkrieg auf ungewöhnliche Weise erzählt: aus Sicht einer Isländerin, die zufällig auf das europäische Festland, mitten nach Nazi-Deutschland und in eine Geschichte geraten ist, die nicht ihre eigene sein müsste. Skurril und unwiderstehlich. Ein Buch, das weh und gut tut, zu Lachtränen und echten Tränen rührt.  Ein ungewöhnliches Leseerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher, deren Hauptfigur 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 20 austauschen!

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  • Eine Frau bei 1000°

    Eine Frau bei 1000°
    Themistokeles

    Themistokeles

    20. August 2013 um 08:26

    Dieses Buch finde ich immer noch sehr seltsam. Irgendwie liebe ich ja Island, aber die Autoren schreiben scheinbar auch sehr seltsame Werke, denn bei diesem Titel hier, frage ich mich immer noch ein bisschen, was mir das Buch eigentlich genau sagen sollte. Es ist jetzt übrigens nicht so, dass ich das Buch vollkommen grausam fand, aber wirklich etwas damit anfangen, konnte ich leider auch nicht. Die Idee hinter der Geschichte klang ja schon sehr verrückt, mit der alten Dame, die in einer Garage lebt und schon mal vorsorglich einen Termin für ihre Einäscherung macht, aber an sich bekommt man davon nur grob etwas mit, gehört das alles eher zur Nebensache in der Handlung, denn das Ganze wird zwar irgendwie erwähnt, aber eigentlich geht es, glaube ich, um etwas ganz anderes. Das gesamte Buch hindurch verfolgt man die Erinnerungen von Herbjörg María Björnsson an ihre Vergangenheit und das eher in einer sehr skurrilen und unstrukturierten Form, wobei das Ganze auch immer mal wieder davon unterbrochen wird, dass irgendwer an ihrem Bett in ihrer Garage vorbei kommt. Insgesamt war dadurch eine Handlung nicht wirklich zu finden, zumindest keine, die einen klaren roten Faden hat. Ich hab mich beim Lesen die ganze Zeit ziemlich hin und her geworfen gefühlt, springt man doch irgendwie in dem doch sehr seltsamen Lebensverlauf der Protagonistin, die in den wirren des Zweiten Weltkrieges von ihren Eltern getrennt wird, da ihre Familie damals in Deutschland lebte, hin und her. Und auch, wenn ihr Leben durchaus nicht uninteressant ist, da vieles skurriles passiert, sie auf die unterschiedlichsten Menschen trifft, war es einfach so, dass mir ihr Charakter irgendwie seltsam vorkam. In vielen der Szenen wirkt Herbjörg María Björnsson nämlich eher wie ein waschechter Kerl. Durch ihre so extrem obszöne, vulgäre und auch direkte Art, die auch einfach sehr körperlich und sexversessen ist, wirkt Herbjörg María Björnsson auf mich als Charakter einfach sehr unglaubwürdig, trotz ihres bewegten Lebens, der vielen Männer, die sie sich angelacht hat etc. Irgendwie konnte ich sie einfach nicht richtig greifen, was wohl auch daher kam, dass viele Episoden in ihrem Leben angeschnitten werden, man dann wieder vor oder zurückspringt in ihrem Leben und nie eine Auflösung zur angeschnittenen Episode bekommt, sondern weiter durch ihre Lebensgeschichte saust und das, wie erwähnt, einfach extrem sprunghaft. Ein sehr skurriles Buch, dass sich durch seinen Aufbau und auch den sehr gewöhnungsbedürftigen Schreibstil nicht unbedingt angenehm zu lesen war für meinen Geschmack und in dem ich nur bedingt einen Sinn sehen konnte, besonders auch, weil die Protagonistin für mich so wenig weibliches hatte und einfach unauthentisch wirkte. Was man dem Roman aber definitiv nicht absprechen kann, ist, dass er sehr skurril ist und ich wette, dass er auch so manchen Liebhaber finden wird, der dann vielleicht auch Herbjörg María Björnsson, ihre Lebensgeschichte und die daraus resultierende Entwicklung des Charakters gänzlich versteht.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2013 um 18:12

    Im Jahr 2011 war Island Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Grund genug für mich, der ich in meiner Lektürewahl ziemlich mittelmeerlastig bin, einen isländischen Roman auszusuchen. Meine Wahl fiel auf Eine Frau bei 1000° von Hallgrímur Helgason, einem Schriftsteller, Maler, Comic-Zeichner und Comedian, der Isländern wohlbekannt, bei uns bis dahin jedoch so gut wie unbekannt ist. Das wird sich ändern. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin heißt Herbjörg Maria Björnsson, ist 80 Jahre alt und hat mich mit ihrer Begrüßung im ersten Satz des ersten Kapitels davon überzeugt, den Roman zu erwerben: "Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich." - Welcher fantasiebegabte Leser könnte da widerstehen? Dieser erste Satz gehört bei aller Effekthascherei zu den merkwürdigsten (im unmittelbaren Sinn des Wortes) Einleitungen der Belletristik, zumal sich im Laufe der Geschichte herausstellt, dass er elementare Bestandteile der Geschichte vorwegnimmt und nicht etwa leeres Geschwätz ist. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, dass der Autor Helgason durch eine wahre Begebenheit zu seinem Roman inspiriert wurde, wie er in einem Interview erläuterte: Als er seine damalige Frau, eine Politikerin, im Wahlkampf unterstützte, bekam er eine Liste mit Telefonnummern in Reykjavik zur Kaltakquise. Unter einer der Nummern erreichte er eine alte Dame, die in einer Garage lebte und ihre Tage im Internet verbrachte. Aus dieser realen Person entwickelte er seine fiktive Protagonistin, die vom Sterbebett aus auf ihr Leben zurückblickt, das stets mit der Geschichte ihres Vater, pardon: ihres Mutterlandes verwoben war. Herbjörgs Großvater war erster Präsident Islands, ihr Vater kämpfte auf der Seite der Nazis und war verantwortlich dafür, dass die Familie einen Großteil der Jahrzehnte auseinander fiel, sowie letzlich dafür, dass seine Tochter als angehender Teenager in den Weltkriegswirren allein auf sich gestellt durch Europa zog - oder besser: geschubst wurde wie die Kugel in einem Flipperspielautomaten. All das Unerklärliche, Zufällige und sehr oft Grausame, das Herbjörg erleben muss, erzählt die Alte Jahrzehnte später auf bittere, zynische Art. Ihre Erlebnisse bleiben merkwürdig unwirklich, weil sie sich nie beschwert und so Bericht erstattet, als handle es sich um eine ganz andere, mit der sie zwar den Körper teilte, jedoch ansonsten nichts zu schaffen hatte. Diese über den Geschehnissen stehende Erzählweise wirkt zwar durchaus schrill, weckte aber auch meine Bewunderung für die alte Dame. Mit einer so bitteren aber trotzdem über allem stehenden Distanz möchte ich auch gerne einmal auf mein Leben zurück blicken können. Ach ja, und auch ich würde einst gerne telefonisch einen Termin für meine eigene Einäscherung bei 1000° vereinbaren und dann auch einhalten ... Darüber hinaus müsste man jetzt in eine Unzahl vereinzelter Szenen einsteigen, in eine nach der anderen, um dem Geist der Geschichte gerecht zu werden. Das ist natürlich weder möglich, noch hilfreich für Interessierte. Also lasse ich's und verweise statt dessen auf das Lesevergnügen, das bei all den chronologisch wild über den Roman verteilten Geschichtchen im Handlungsverlauf unausweichlich aufkam. "Angenehm übergeschnappt" nannte irgendein anderer Rezensent, über dessen Text ich gestolpert bin, die Protagonistin. Oder meinte er damit den ganzen Roman? Bestimmt! Ich vergebe jedefalls vier von fünf möglichen Sternen für_ Eine Frau bei 1000°_ und setze mir einen Merker für Helgasons Romanvorgänger von 2010: 10 Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen Aber wahrscheinlich bin ich dann schwer enttäuscht, denn die 1000°-Frau wird schwer zu toppen sein.

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  • *VOLL* Wanderbuch "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrímur Helgason (2. Runde)

    Eine Frau bei 1000°
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Klappentext Drei Söhne von neun Männern, das reicht. In ihrer Garage surft die 80-jährige Herbjörg durchs Internet und begleicht letzte Rechnungen, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein wilder Ritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts: ebenso anrührend wie skurril. Ein würdiger Nachfolger von „101 Reykjavík“ und dem Bestseller „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“. Es gibt auch ein paar Regeln, aber das kennt ihr ja sicher schon: * Bitte geht vorsichtig mit dem Buch um. Ich weiß, dass Gebrauchsspuren nicht zu vermeiden sind, aber einfach ein bisschen darauf achten, dass keine Knicke reinkommen, nichts drüberschütten, nichts reinschreiben, keine Seiten rausreißen oder sowas. Sollten euch bei Erhalt des Buches größere Schäden auffallen, meldet mir das bitte kurz. * Bitte schreibt hier einen Kommentar, wenn das Buch bei euch angekommen ist und wenn ihr es weitergeschickt habt. Ihr kümmert euch selbstständig um die Weitergabe der Adressen. * Geht das Buch verloren, teilen sich Versender und Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. * Portokosten trägt natürlich jeder selber. Bitte denkt daran, Büchersendungen nicht zuzukleben. Es wäre doch schade, wenn der Nächste Porto nachzahlen müsste. * Der Versand ins Ausland kann nur erfolgen, wenn sich der Vorgänger dazu bereit erklärt, die höheren Portokosten zu tragen. Bitte klärt das vorher ab, damit es im Nachhinein nicht zu Unmut kommt. * Der letzte Leser schickt das Buch an mich zurück. * Jeder hat 2 Wochen Zeit um das Buch zu lesen. Falls jemand nicht in der Zeit fertig wird, schreibt er bitte eine kurze Nachricht, damit der Nächste Bescheid weiß. * Ich behalte mir vor, Mitglieder von der Wanderrunde auszuschließen oder ans Ende der Liste zu versetzen. Die Begründung gibt es in solchen Fällen auf Anfrage per PN.                                                            ! ! ! WICHTIG ! ! ! Da es sich um ein gewonnenes Leseexemplar handelt, verpflichten sich alle Teilnehmer, eine Rezension zu schreiben und zu veröffentlichen. Last but not least: Wanderbücher und die Lovelybooks-Community leben vom Mitmachen !! Solltest du auch mal ein Buch zur Verfügung stellen, welches sich gewünscht wird, werden es dir sicher einige Leser danken ;) Hier geht's zum Wunschthread: http://www.lovelybooks.de/thema/Wanderbuch-Wunschliste-940868430/ Und hier ist die Liste: verschickt am 13.06. 1. Babscha 2. Bücherwurm <-- Buch ist hier 3. Eskarina* -> danach zurück zu mir Ich wünsche schon mal allen viel Spaß beim Lesen. =)

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    anyways

    anyways

    16. August 2012 um 16:00

    Alt, faltig, bettlägerig, vulgär, scharfzüngig und mitleidlos – so in etwa könnten eine kurze Auswahl an ein paar Attribute der 80 jährigen Herbjörg Maria Björnsson lauten. Eine erst uneheliche Enkelin des ersten Präsidenten Islands, mit einer Mutter aus einem einfachen Stand, weswegen sich ihr Vater auch erst in ihrem siebten Lebensjahr an die Zeugung und die damit einhergehende Verantwortung erinnert. Der Vater hatte aber nicht nur diese charakterliche Schwäche sondern trat als einer der wenigen der Wehrmacht bei. Ein Umstand der Herr( wie sie von allen gerufen wird) ein Leben lang begleiten wird. (Hier erhebe ich schon den ersten Einwand, angeblich sollen authentische Biographien mit eingebaut worden sein, nur lässt sich bis auf ersten Präsidenten nichts recherchieren. Schade.) Sie ist und war alles, alte Frau auf einem Abstellgleis, wohnhaft in einer umgebauten Garage mit Internetzugang und Pflegedienst, glückliches Kind, behütetes Kind, plötzlich neureiches und angesehenes Kind in der politischen Welt Islands, verzogene Göre, verunsicherter und später geschändeter Teenager, verruchte Hure, liebevolle und lieblose Mutter mit ebenso lieblosen Kindern und geldgierigen Schwiegerkindern. Sie hat ein multiples Leben hinter sich und den Tod vor sich. Achtzigjahre reflektiert, wovon ein Großteil die Kriegsjahre 1941-45 einnehmen. Alle anderen kommen ein wenig zu kurz. Eine Person die Länder und Männer bereiste. Aus einem unglücklichen Zufall in den Kriegswirren von ihren Eltern getrennt ist sie danach mehr als zwei Jahrzehnte auf einer Odyssee- nur nach was oder wem erschließt sich mir nicht. Der Sprachstil des Autors ist ebenso schwer einzuordnen. Mal ist er distanziert und nur auf Fakten versessen, dann appelliert er an mein Mitgefühl, meist jedoch ist er laut, schnell, sprunghaft, vulgär und obszön. Genauso bin ich seiner Geschichte um die, wie mir zu Anfang schien, recht toughe Großmutter, gefolgt, angezogen von Neugier, die nie wirklich ganz befriedigt wurde, meistens jedoch abgestoßen von der sehr gossenhaften Sprache. Viele Erzählstränge wurden für mein Empfinden zu schnell abgebrochen und bei der Wiederaufnahme wurde die Geschichte nicht wirklich zu Ende erzählt sondern blieb im Dunkeln. Einzig die Einflechtung von Begegnungen mit Zeitzeugen, wie Marlene Dietrich und John Lennon, politischen Aspekten der damaligen und heutigen Zeit fand ich interessant und gut umgesetzt. Ganz ehrlich eine Frau die wirklich alles Schöne und alles Schlechte auf dieser Welt gesehen hat, die schon zu Lebzeiten in der Hölle war, hat ein Recht auf eine bildhafte Sprache, nur diese Frau deren Geschichte der Autor erzählt, ist keine Frau sondern ein Mann und als solches handelt, denkt und agiert er/sie und aus diesem Grund hat mich die Geschichte wenig berührt, sie wirkt nicht ehrlich. Ein Sache fiel mir noch auf, ohne zu viel zu verraten ,den Vorgang den der Autor auf der letzten Seite beschreibt ist schlichtweg Blödsinn, denn die Leichenstarre beginnt nach 24-48 Stunden sich wieder zu lösen, dann wäre der Gegenstand leicht zu entfernen gewesen.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    Babscha

    Babscha

    07. July 2012 um 00:55

    Wieviel kann ein Mensch eigentlich aushalten? Diese Frage stellt man sich wiederholt bei der Lektüre dieses Buches, das direkt hineinspringt ins Leben der 80jährigen Herbjörg Maria „Herra“ Björnsson, die 2009 mit Krebs im Endstadium auf ihrem Bett liegt, in einer Garage irgendwo in Reykjavik, und ihr ganzes Leben noch mal an sich vorüber ziehen lässt. Ihre Söhne, aus ihrer Sicht allesamt Versager, lassen sie allein, haben sich schon vor geraumer Zeit das Vermögen der Mutter unter den Nagel gerissen und warten genau wie sie eigentlich nur noch auf das Ende. Eine klassische Familiengeschichte, könnte man meinen, wäre da nicht diese Kaltschnäuzigkeit, diese messerscharfe, abgeklärte Denke und die hierzu passende, streckenweise geradezu vulgäre Ausdrucksweise der Frau, was den Leser reizt, mehr von ihr erfahren zu wollen. Und dieser Wunsch wird gerne erfüllt. Aus vielen kleinen Puzzlestücken, im steten Wechsel der Erzählebenen zwischen damals und heute, formiert sich der Blick auf das armselige, schicksalhafte, immer fremdbestimmte Leben einer isländischen Frau, die schon als ganz junges Mädchen in den Wirren des zweiten Weltkriegs den Vater an das Naziregime und die Mutter an ihre Egeozentrik und ihren Selbsterhaltungstrieb verliert und sodann ganz allein auf einer jahrelangen Odyssee durch halb Europa irrt und die Kriegsgräuel inklusive massiver Vergewaltigungen am eigenen Leib erfahren muss. Und dann nach Kriegsende ignoriert und missverstanden auf eine zerstörte, auseinander gebrochene Familie voller Egoisten und Kriegsgewinnler stößt. Intensiv schildert der Autor die gut nachvollziehbare Entwicklung einer immer mehr auseinander driftenden Persönlichkeit, die in späteren Jahren zum Überleben ihr Innerstes nur noch über gnadenlosen Zynismus und eine völlig sexualisierte Hingabe an die eigentlich von ihr bis ins tiefste verachtete Männerwelt zusammen halten kann. Dass hinter all der Selbstzerstörung, der emotionalen Abkapselung und Gleichgültigkeit selbst den eigenen Söhnen gegenüber ein unfertiger, haltloser und entwicklungsunfähiger Mensch steckt, an dem sich familientypisch das Schicksal der Eltern wiederholt, kann nicht verwundern und hält die emotionale Waagschale des Lesers in der Beurteilung dieser Person damit irgendwie im Gleichgewicht. Ein Kunststück, wie Helgason bis zum Schluss den Spagat zwischen Düsternis und echter Beklemmung in den Rückblenden und fast schon slapstickartiger Situationsbeschreibung der heutigen Begebenheiten mit einer zwischen Euphorie und Verbitterung pendelnden Herra schafft, die mittels eines geliehenen Handys schon mal ihre eigene Verbrennung mit dem Krematorium terminiert und sich –in schöner Ausgewogenheit der Epochen- eigentlich nur noch an zwei Dinge klammert, nämlich ihren Laptop als Tür nach draußen mit lebhaft genutzten multiplen Facebookidentitäten und an das „Herz ihres Vaters“, eine seit dem zweiten Weltkrieg immer bei sich getragene scharfe Eierhandgranate als Bollwerk gegen die Gefahren des Lebens. Außergewöhnlich, lesenswert.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    CarmenM

    CarmenM

    28. May 2012 um 17:23

    Die 80-jährige Herbjörg Maria Björnsson fristet den Rest ihres Lebens in einer Garage. Sie ist krebskrank und wartet auf den Tod, deshalb hat sie auch bereits einen Termin für ihre Einäscherung gebucht. Sie verbringt ihre Zeit mit Surfen im Internet und blickt auf ihr sehr bewegtes Leben zurück. Bei diesem Buch liegen die Meinungen sehr weit auseinander. Einige lieben die zynische, alte Dame, andere mögen den Roman überhaupt nicht. Als ich den Satz las :" Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.", dachte ich , das ist aber eine coole Oma. Doch ich war, anders als von der Leseprobe erwartet, etwas enttäuscht. Ich habe sehr lange gebraucht, um das Buch zu lesen und es ist mir auch schwer gefallen, mich immer wieder auf die wechselnden Zeitsprünge zu konzentrieren. Die vielen isländischen Namen, die für uns doch sehr ungewohnt sind, machen es schwierig einen Überblick zu bekommen. Die Reise durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist zwar sehr interressant, aber die Art wie es umgesetzt wurde, hat mich nicht angesprochen. Der derbe Humor des Autors war für mich manchmal etwas zu viel. Ich denke, hier kann man keine Empfehlung zum Lesen oder Nichtlesen geben. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sich für diese Art von Literatur begeistern kann. Ich habe jedenfalls schon isländische Bücher gelesen, die mir besser gefallen haben.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    AnnaChi

    AnnaChi

    21. April 2012 um 17:50

    Ja!!! Es gibt sie, die Bücher, die den Geist bewegen und die Seele öffnen - seltene Perlen im Meer der Literatur. Dieses Buch ist so eine Perle, schillernd und wertvoll. Ich, eigentlich Schnellleserin, habe es bewusst langsam gelesen. Herbjörg, eine 80jährige, krebszerfressene Kettenraucherin, die mit einer alten Handgranate und einem Laptop in einer Garage lebt und die eigene Einäscherung schon gebucht hat, lässt uns teilhaben an ihrem Leben, ihrem verrückten, traurigen, bewegten und bewegenden Leben. Das geschieht in Zeitsprüngen, die zunächst willkürlich erscheinen. Im Verlauf der Geschichte aber fügen sich die Teile ineinander. Herbjörg ist für mich eine der wunderbarsten und garstigsten literarischen Frauengestalten, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Und nicht zuletzt zündet das Buch auch sprachlich ein Feuerwerk nach dem anderen, sicherlich auch wegen der außergewöhnlichen Leistung des Übersetzers Karl-Ludwig Wetzig. Sicherlich nicht Lektüre für jedermann und jederfrau, weder leicht noch besonders gut verdaulich. Ich aber wünsche diesem Buch noch viele geneigte LeserInnen!

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    Svuechiatrie

    Svuechiatrie

    15. March 2012 um 09:54

    Tatsächlich ist der Titel “Eine Frau bei 1000°” bisher das interessanteste an dem Buch aus dem Klett-Cotta Verlag. Ach ja, und der Klappentext. “Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.” Drei Söhne von neun Männern, das reicht. In ihrere Garage surft die 80-jährige Herbjörg durchs Internet und begleicht letzte Rechnungen, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein wilder Ritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts: ebenso anrührend wie skurril. Ein würdiger Nachfolger von “101 Reykjavík” und dem Bestseller “Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen” »Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.« »Einen Termin buchen?« »Genau.« »Aha. Ja … wie war noch mal der Name?« »Herbjörg María Björnsson.« »Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?« »Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.« »Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor … na, Sie wissen schon … also bevor, äh …, bevor die Leute tot sind, okay?« »Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.« Wieso ich sage “bisher”? Weil ich es nicht geschafft habe es durchzulesen. Nicht mal im Ansatz. Seite 72 von 400. Und ich habe das Buch wirklich überall mit hin genommen. Ständig durch die Gegend getragen, immer mal wieder reingeschaut, doch selten bin ich weiter als ein paar Seiten gekommen. Es fesselt mich einfach nicht. Doch morgen laufen die 30-Tage ab, also schreibe ich nun die Rezension. Die Ich-Erzählung springt durch die Jahrzehnte. Mal redet unsere Hauptperson über ihren aktuellen Zustand im Jahr 2009, mal springt sie (weit) in die Vergangenheit. Erzählt aus ihrer Jugend, spricht über ihre Männer und ihre Kinder und über Island. Und isländische Männer im speziellen. Natürlich. Doch viel mehr kann ich schon gar nicht erzählen. Es ist einfach nichts hängen geblieben. Die Erzählweise hinterlässt keinen bleibenden Eindruck bei mir. Viele Metaphern sind mir zu absurd, der Humor geht völlig an mir vorüber und tatsächlich haben wir hier das 1. Buch in meinem Leben, welches ich ohne “Ich muss aber doch wissen was passiert”-Gefühl einfach weglegen können werde. Es ist wie “Big Mama’s House” damals im Kino. Man sah die Vorschau und fand den Film super. Wollte unbedingt rein. Dann sitzt man drin und sieht, dass man alle Gags schon kennt. Enttäuschend. Natürlich könnte es sein, dass ich dem Buch Unrecht tue und es irgendwann noch spannend wird. Aber ganz ehrlich? Wenn ein Buch es auf den ersten 70 nicht schafft mich zu fesseln… dann funktioniert es in meinen Augen einfach nicht. Bewertung: + Episodenstil - Spannung - seeeeeeehr schleppender Beginn - irgendwie nicht einprägend Weil mich echt gar nix begeistert… 1 von 5 Sternen. Ob ich das Buch empfehlen würde? Nein.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    pippilotta

    pippilotta

    05. February 2012 um 21:41

    Ich hatte mich lange auf dieses Buch gefreut aber ich bin irgendwie absolut nicht in die Geschichte hinein gekommen. Es gibt sehr viele Zeitsprünge die von Herbjörg Maria Björnsson´s Leben berichten. Das Buch ist sehr skuril, stellenweise auch ganz lustig. Dennoch habe ich es nicht geschafft das Buch zu Ende zu bringen, was bei mir äußerst selten vorkommt. Ich bin einfach absolut nicht in die Geschichte hineingekommen. Ich denke an diesem Buch scheiden sich die Geister und eine Menge Leute haben auch Spaß an diesem Buch.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    Xirxe

    Xirxe

    25. January 2012 um 18:45

    Herbjörg, 1929 geboren, todkrank mit einem Laptop und einer Handgranate in einer Garage in Islands Hauptstadt lebend, lässt ihr Leben noch einmal Revue passieren. Während zu Beginn ihre Erinnerungen noch gewöhnungsbedürftig schnell zwischen verschiedenen Jahren und der Gegenwart hin und her springen, liegt der Schwerpunkt nach dem ersten Viertel des Buches auf ihrer Zeit als Jugendliche im II. Weltkrieg. Von ihrer Mutter als Zwölfjährige auf Amrum aus Sicherheitsgründen allein gelassen, schlägt sie sich bis zum Kriegsende alleine durch das kämpfende Europa. Es ist eine grauenvolle Zeit. Und auch danach wird es für Herbjörg kaum leichter. Obwohl ihr Leben mehr von Entsetzlichkeiten als von schönen Dingen geprägt ist, lässt einen die besondere Sprache Helgasons immer wieder lächeln, aber auch erschreckt innehalten. Er arbeitet viel mit Bildern, die ebenso eingängig wie auch gewöhnungsbedürftig sind. Beispielsweise der Exkurs über die Sprachen der Völker (Deutsch ist ungekünstelt, es wird benutzt wie ein Hammer um Häuser für das Denken zu zimmern. Italienisch macht jeden zu einem Imperator usw.) oder der Vergleich Herbjörgs Krankheit mit dem Vorstoss der deutschen Wehrmacht. Helgason bzw. Herbjörg nimmt kein Blatt vor den Mund und da ihr Leben häufig von brutalem Sex geprägt wurde, fällt auch ihre Sprache öfters entsprechend aus. Vier Punkte gibt es deshalb, da ich mich mit den zu Beginn vielen Zeitenwechseln schwer tat. Die Kapitel sind meist recht kurz, vielfach sogar nur ein bis zwei Seiten lang - für mich zu wenig um richtig in das Buch 'reinzukommen', was nach dem ersten Viertel jedoch deutlich besser wurde.

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  • Rezension zu "Eine Frau bei 1000°" von Hallgrimur Helgason

    Eine Frau bei 1000°
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. December 2011 um 20:13

    Das Buch beginnt im Hier und Jetzt, genauer gesagt 2009. Die Ich-Erzählerin Herbjörg María Björnsson, genannt Herre, beschreibt ihre aktuelle Situation und blickt dann zurück auf die wichtigen Ereignisse ihres langen Lebens. Einen großen Teil der Handlung bestimmen Herbjörgs Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs, den sie zwangsweise in Deutschland verbracht hat und dadurch aus erster Hand berichten kann. Das Buch ist in der Ich-Erzählperspektive aus der Sicht von Herbjörg María Björnsson geschrieben. Diese hatte ein bewegtes Leben mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen. Nun ist sie 80 Jahre alt, hat Krebs und lebt allein in einer Garage. Zu ihren Kindern hat sie nur selten Kontakt. Dafür sucht sie sich Freunde über Facebook, wo sie unter falschen Namen mehrere Accounts betreibt und mit Männern in der ganzen Welt chattet. Zynisch blickt sie auf ihr Leben zurück, zeigt aber gleichzeitig Verletzbarkeit. Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt und als fiktive Biographie geschrieben. Jedoch werden die Ereignisse nicht chronologisch wiedergegeben. Sie wechseln sprunghaft zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als ob sich die Erzählerin tatsächlich in diesem Augenblick erinnert. Daher ist es manchmal schwierig, der Handlung zu folgen, besonders am Anfang, wenn Herbjörg eine Vielzahl von Personen vorstellt, die dann auch noch gleiche oder ähnliche Namen haben. Der Schreibstil ist locker und bildreich, außerdem sehr detailliert und, da es eine biographische Erzählung ist, umgangssprachlich und voller schwarzem Humor. Nebenbei bekommt man viele Informationen über Island und seine Bewohner, aber auch andere Nationen bekommen ihr Fett weg. Insgesamt ist das Buch wirklich lesenswert. Es fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, ist witzig und skurril, gleichzeitig aber auch bewegend und tieftraurig.

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