Hamed Abdel-Samad

 4.1 Sterne bei 76 Bewertungen
Autor von Mohamed, Mein Abschied vom Himmel und weiteren Büchern.
Hamed Abdel-Samad

Lebenslauf von Hamed Abdel-Samad

Hamed Abdel-Samad wurde 1972 in Ägypten geboren, wo er eine grausame Kindheit und Jugend verbrachte. Er wurde mehrmals vergewaltigt. In der Hauptstadt Kairo sudierte er Englisch und Französisch. Mit 23 Jahren kam er nach Deutschland und studierte Politik in Augsburg. Danach arbeitete Hamed Abdel-Samad als Wissenschaftler in Erfurt und Braunschweig. Bis Ende 2009 lehrte er am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München, bevor er sich entschloss, sich dem Schreiben zu widmen. Später studierte er auch noch Japanisch in Japan.

Neue Bücher

Der Koran
 (6)
Neu erschienen am 01.10.2018 als Taschenbuch bei Droemer Taschenbuch.

Alle Bücher von Hamed Abdel-Samad

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Hamed Abdel-SamadMohamed
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Mohamed
Mohamed
 (16)
Erschienen am 01.02.2017
Hamed Abdel-SamadMein Abschied vom Himmel
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Mein Abschied vom Himmel
Mein Abschied vom Himmel
 (15)
Erschienen am 10.09.2010
Hamed Abdel-SamadDer Untergang der islamischen Welt
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Der Untergang der islamischen Welt
Der Untergang der islamischen Welt
 (12)
Erschienen am 12.09.2011
Hamed Abdel-SamadDer islamische Faschismus
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Der islamische Faschismus
Der islamische Faschismus
 (12)
Erschienen am 01.09.2015
Hamed Abdel-SamadDer Koran
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Der Koran
Der Koran
 (6)
Erschienen am 01.10.2018
Hamed Abdel-SamadKrieg oder Frieden
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Krieg oder Frieden
Krieg oder Frieden
 (5)
Erschienen am 04.10.2011
Hamed Abdel-SamadIntegration
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Integration
Integration
 (4)
Erschienen am 10.04.2018
Hamed Abdel-SamadMein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland
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Mein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland

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Neue Rezensionen zu Hamed Abdel-Samad

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thursdaynexts avatar

Rezension zu "Integration" von Hamed Abdel-Samad

Integration - kritische, ehrliche, differenzierte Innenansicht der Verhältnisse
thursdaynextvor 3 Monaten

Integration las ich auf eine Empfehlung seitens Denis Schecks Kritik in den Top-Ten Sachbuch.

Zur Zeit ist die Debatte um Mesut Özil überall in den Medien vertreten. Sommerlochfülle aus meiner Sicht, die wiederum rechten Parteien in die Hände spielt. Durch Hamed Abdel-Samads Buch hat sich mir die Angelegenheit differenzierter darstellen können, als sie in den meisten Medien behandelt wird. Abdel-Samad liefert Hintergründe zusätzlich zu den Fakten, dass sich ein junger Fußballer aus Höflichkeit für politische Aufwertung eines Diktators instrumentalisieren ließ und dafür Medienschelte kassiert.

Integration ist ausgewogen und kritisch nach allen Seiten, zeigt Fehler, Missverständnisse und Erfolgsgeschichten sowie den nicht zu vernachlässigenden geschichtlichen Backgound zwischen den Religionen, beleuchtet die elende Kopftuchdebatte, veranschaulicht die Entstehung sogenannter Parallellgesellschaften und ihre Auswirkungen und verlangt eine säkulare Politik des Förderns und Forderns ohne Ausnahmeregelungen für religiöse Befindlichkeiten. Seinen Ausführungen, dass Artikel 4 Grundgesetz , die Freiheit der Religionsausübung nicht beinhalten kann, dass damit andere Artikel wie Menschenwürde, Gleichberechtigung etc. eingeschränkt werden kann ich mich, auch in Hinblick auf die christlichen Kirchen komplett anschließen.

Abdel-Sabad bohrt, und begibt sich in Bereiche die allen Seiten wehtun, belässt es aber nicht dabei sondern listet klar auf was geändert werden muss. Es ist vieles und das meiste betrifft die Politik. Viel Hoffnung hat er nicht denn es erfordert Mut, Geld und viele Menschen, die bereit sind das mitzutragen und dazu auch seitens der Politiker sensibilisiert werden. Jener Politiker die ihrer Wiederwahl mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Notwendigen. Dennoch erläutert der Autor am Ende des Buches wie seine Utopie einer multikulturellen Gesellschaft ausschauen könnte, stellt aber auch die Dystopie dagegen, die momentan viel wahrscheinlicher erscheint.

Besonders gelungen ist sein offener "Brief an die jungen Muslime"

Für mich ist "Integration" ein Buch, von dem ich mir wünsche, dass möglichst viele Menschen es lesen.


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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Integration" von Hamed Abdel-Samad

Es kann nicht zusammenwachsen, was nicht zusammenpasst
R_Mantheyvor 6 Monaten

Glaubt man dem Titel dieses sehr interessanten, aber gleichzeitig auch seltsamen Buches, dann ist die Integration der meisten nach Deutschland eingewanderten Muslime gescheitert. Und dieses Buch soll das Protokoll dazu sein. Gescheitert ist sein Autor allerdings auch, denn er glaubt ebenso wie die meisten Entscheidungsträger in der deutschen Gegenwart, dass eine solche Integration tatsächlich dennoch möglich ist. Das ist insofern überaus seltsam, weil er die Gründe für das bisherige Scheitern sehr genau benennt. Was hat ihn also daran gehindert zu der einfachen und logischen Schlussfolgerung zu gelangen, dass die politisch gewollte Integration auch in Zukunft nicht gelingen wird, weil sie einfach nicht möglich ist?

Die Antwort ist ebenso einfach: die eigene durch Ideologien verzerrte Weltsicht, in der nicht sein kann, was nicht sein darf. Wenn es bisher nicht gelungen ist, die Millionen zugewanderte Türken tatsächlich in Deutschland zu integrieren, wieso sollte es dann mit denjenigen klappen, die nun nach Deutschland geströmt sind und aus einem ähnlichen Kulturkreis kommen? Hamed Abdel-Samad fordert für ein Gelingen von den zugewanderten Muslimen, denn nur um diese Gruppe geht es, dass sie sich von ihrem patriarchalischen Denken und Handeln trennen. Und die Deutschen sollten die Zugewanderten endlich wie Deutsche behandeln. Schließlich hätten die Westdeutschen das mit den Ostdeutschen auch gemacht. Diese Forderung erhebt der Autor natürlich nicht direkt, wohl aber muss man das aus dem Kontext des Buches so und nicht anders verstehen.

Es gehört nicht viel Lebenserfahrung dazu, um völlig wertfrei zu sehen, dass beide Forderungen weltfremd sind. Die Entscheidungsträger in Deutschland gehören nicht zu denjenigen, die das Handeln und Denken von Menschen verstehen und akzeptieren und daraus einen Willen ablesen, dem sie entsprechen sollten. Ihre Prämissen sind ganz andere: Sie wollen Menschen umerziehen, wenn ihnen deren Wille nicht in den Kram passt. Dazu gehört dann auch, dass sie bestimmte Gruppen der Bevölkerung wie Kinder behandeln und ihnen zum Beispiel Angst vor Fremden, Angst vor irgendeiner Vielfalt oder wer weiß was noch unterstellen. Tatsächlich haben diese Leute jedoch keine Angst, sondern wollen bestimmte Entwicklungen einfach nicht. Leider, und das ist eine bedauerliche Schwäche dieses Buches, begreift der Autor diesen einfachen Zusammenhang auch nicht, sondern glaubt auch, dass die Ablehnung, auf die die massive Zuwanderung bei breiten Bevölkerungsschichten trifft, etwas mit Angst zu tun hätte.

Um die Absurdität dieser Sichtweise zu verstehen, reicht es aus, sich dieselbe Situation unter umgekehrten Vorzeichen in Staaten wie die Türkei oder Saudi-Arabien auszumalen. Aber auch nirgendwo sonst in der Welt wird es eine Gesellschaft zulassen, dass ihr von Zugewanderten direkt oder indirekt vorgeschrieben wird, was sie zu tun hat oder wie sie empfinden soll.

Das Buch ist trotz der Ungereimtheiten, die sich sein Autor bei seinen Schlussfolgerungen leistet, dennoch sehr lesenswert, weil es Tatbestände realitätsnah und ausführlich beschreibt. Nicht immer ist dafür jedoch der Autor verantwortlich, sondern mitunter sind es auch seine Interviewpartner, die er für dieses Buch aufgesucht hat. Bereits am Anfang macht Hamed Abdel-Samad auf eine grundsätzlich falsche Vorstellung in der deutschen Politik aufmerksam. Es würde, so der Autor, versucht, die Muslime als Kollektiv zu integrieren statt den einzelnen Menschen. Diese Vorstellung hätte weitreichende und schlimme Konsequenzen. Wenn also beispielsweise Schwierigkeiten mit Muslimen auftreten, weil sie deutsche Autoritäten wie Lehrer oder Polizisten nicht akzeptieren würden, dann versucht man das Problem dadurch zu lösen, dass man sie durch Personen mit muslimischem Hintergrund ersetzt. Das wäre, so der Autor, nichts weiter als die Kapitulation des deutschen Staates, die natürlich auch als solche verstanden und danach zu noch mehr Autoritätsverlust führen würde.

An anderer Stelle stellt der Autor (oder eigentlich Ahmad Mansour, den er zitiert) klar, dass die Unterscheidung zwischen dem Islam und einem angeblichen Islamismus nichts weiter als eine nicht Verschleierung ist. Wenn man sich nämlich die "Attentäter der vergangenen Jahre ansehe", dann gab es darunter "Arme und Reiche, Gebildete und Ungebildete, geborene Muslime und Konvertiten, beruflich Erfolgreiche und Versager, charismatische Redner und willenlose Mitläufer. Sie stammen aus allen Erdteilen, hatten unterschiedliche Sozialisierungen. Nur eines hatten sie gemeinsam: Sie teilten die gleiche Religion und eine politische Ideologie, die sich direkt aus dieser Religion legitimiert."

Auf den Punkt kommt der Autor auf Seite 183. Dort steht: "Alle aber wissen, dass der Islam nicht gekommen ist, um sich in irgendetwas zu integrieren, sondern um alles von oben zu bestimmen und den Willen Gottes auf Erden durchzusetzen." Und weiter: " … es gibt im Islam keine Gleichwertigkeit von Werten und Sitten. Nur die islamische Moral ist wirklich eine Moral. Und Moral ist gleich auch Gesetz. Von einem Muslim wird erwartet, dass er und der Islam eine Einheit bilden und dass er sich nicht nur von den unislamischen Werten distanziert, sondern diese auch aktiv bekämpft, während er die islamischen Werte nicht nur unter Muslimen, sondern überall, wo er lebt, verbreiten soll."

Das ist der Kern des Problems.

Während man noch kleine Gruppen muslimischer Zuwanderer in eine europäische Gesellschaft integrieren kann, weil sie nicht im Entferntesten die Chance auf eine irgendwie geartete Dominanz haben, wird das mit signifikant größeren Gruppen nicht mehr funktionieren, weil diese dann unter sich bleiben und Parallelgesellschaften gründen können. Die Geschichte der angeblichen Integration der Türken in die deutsche Gesellschaft belegt das nur zu deutlich. Doch statt sich dieser Wahrheit zu stellen, versucht man das Problem zu verschleiern und weicht beständig zurück. Zu den Parallelgesellschaften auf deutschem Boden schafft auch noch der deutsche Staat immer mehr seltsame Unterscheidungen, beispielsweise in der unterschiedlichen Anwendung deutschen Rechts für Deutsche und Zugewanderte.

Abdel-Samad versteht das alles nicht. Damit ist er gewiss nicht alleine. Woher er dennoch seinen Optimismus nimmt und am Ende des Buches einen "neuen Marshallplan für Deutschland" glaubt entwerfen zu müssen, bleibt in Anbetracht der tatsächlichen Lage ein Rätsel.

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Wedmas avatar

Rezension zu "Integration" von Hamed Abdel-Samad

Ein großartiges Buch zum Thema Integration. Unbedingte Lesepflicht.
Wedmavor 6 Monaten

Es ist das beste Buch zum Thema Integration, das es in der letzten Zeit zu lesen gab. Abdel-Samad (AS) beschäftigt sich mit dem Thema allumfassend, sagt dabei viele goldrichtigen Dinge: kurz, prägnant, just auf den Punkt, für jeden klar und verständlich.


Klappentext beschreibt den Inhalt recht treffend. AS analysiert die gegenwärtige Situation, nennt dabei die Dinge beim Namen, ohne in die Falle der „politischen Korrektheit“ zu tappen, und präsentiert zum Schluss zwei mögliche Entwicklungsszenarien: Utopie und Dystopie.


Man sieht, dass dieses Thema dem Autor sehr am Herzen liegt. Er hat selbst Migrationshintergrund. Über seinen eigenen Weg in Deutschland schreibt er hier auch paar Seiten. Seine Geschichte ist beeindruckend, zudem großartig erzählt. Er wollte vom ganzen Herzen Deutscher werden, sich integrieren, dennoch gestaltete sich dieses Vorhaben schwierig. AS erzählt auch über andere Migranten. Die Schicksale dieser Menschen, die diesen Weg gegangen waren und trotz aller Widrigkeiten, die es nicht wenige und von beachtlichem Schwierigkeitsgrad gab, sich integriert haben und eine Bereicherung für die dt Gesellschaft geworden sind, sind sehr spannend. „Wir haben uns Mühe gegeben, uns zu integrieren. Das war unsere individuelle Leistung, keine strukturelle. Mit anderen Worten: Wir haben uns nicht wegen einer guten Integrationspolitik integriert, sondern trotz einer schlechten oder kaum vorhandenen.“ S. 87.


AS hat etliche Gespräche geführt, auch mit den neu Angekommenen, und teilt seine Erkenntnisse mit den Lesern. Manchmal stehen einem dabei die Haare zu Berge, wenn man hört, dass die Flüchtlingsheime oft Brutstätten des radikalen Islamismus sind: Dort treffen sich sowohl die aus den Kriegsregionen geflohenen Zivilisten, als auch diejenigen, die auf Seiten des IS gekämpft haben und nun in Deutschland ihre „Arbeit“ fortsetzen, indem sie die Mitbewohner im Heim einschüchtern und die ersten Keime, die zaghaften Versuche der Integration zu verhindern suchen.


Aber nicht nur dort sieht AS die Gründe für die heutige unerfreuliche Situation. „Die Integration scheitert an Versäumnissen in den Bereichen Bildung, Erziehung und Wertevermittlung. Sie scheitert an Identitätshygiene, an Ab- und Ausgrenzung. Die rückwärtsgewandten Utopien im Kopf vieler Migranten, aber auch die nationalistischen Vorstellungen des rechten Randes in Deutschland gefährden das Zusammenleben und die innere Sicherheit. Die Integration scheitert an der Politisierung und Institutionalisierung des Islam in Deutschland, an der Naivität der Politiker und an der Passivität der friedlichen Muslime. Sie scheitert an konkurrierenden Wertesystemen und Zukunftsvisionen, an Opferhaltung und Anspruchsmentalität. Sie scheitert an Radikalisierung und Ge- walt, an gegenseitiger Angst und Misstrauen. Sie scheitert an der starken Emotionalisierung der Debatte um Islam und Migration und am Fehlen einer offenen Streitkultur. Sie scheitert am Begriff Integration selbst, der für die einen ein Reizwort ist und für die anderen ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir sehr viel ändern müssen. Deutschland schafft sich mit Sicherheit nicht gleich ab, aber dem Land droht eine große Spaltung, die später vielleicht nicht mehr rückgängig zu machen ist. Der Staat und seine Organe, die Zivilgesellschaft, die bislang weitgehend schweigende Masse aus Deutschen und liberalen Muslimen müssen endlich handeln!“ S. 65-66.


Man kann noch viel über dieses Buch schreiben, besser man liest es selbst.


Es ist unterhaltsam und spannend geschrieben. Bis zur letzten Seite mochte ich das Buch nicht aus der Hand legen. AS hat nicht nur das Insiderwissen, er weiß es prima zu vermitteln. Seine Analysen sind scharfsinnig und auf den Punkt.


Fazit: Wer mehr zum heute so akuten Thema Integration erfahren möchte, ist hier an einer sehr guten Adresse. 5 hell leuchtende Sterne und unbedingte Lesepflicht.

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