Hamed Abdel-Samad Der Koran

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Inhaltsangabe zu „Der Koran“ von Hamed Abdel-Samad

Die Bürgerkriege innerhalb der islamischen Welt und die Konfrontation mit dem Westen sind die Grundkonflikte unserer Zeit. Im Koran selbst liegen die Wurzeln dieser Auseinandersetzungen, denn einerseits birgt er eine Botschaft der Toleranz und des Mitgefühls, andererseits ist er ein religiöser Text, der Brutalität und Mord legitimiert. Dieser Widerspruch rührt von der Person und dem Leben Mohameds her, dem anfangs friedlichen Prediger und späteren Warlord. Hamed Abdel-Samad stellt zentrale Suren vor, leitet sie ein und kommentiert sie mit Blick auf Entstehungsumstände und Rezeption. Er zeigt, warum sich friedliebende Muslime ebenso auf den Wortlaut des Korans stützen, wie dies gewalttätige Islamisten tun, und welche Konflikte daraus erwachsen.

Ein kluges, notwendiges Buch

— Antonia_Salomon
Antonia_Salomon

Schöne Kritik am Irrglauben

— SiegfridCarola
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  • Ein kluges, notwendiges, um differenziertes Abwägen bemühtes Buch

    Der Koran
    Antonia_Salomon

    Antonia_Salomon

    01. February 2017 um 20:00

    Hamed Abdel-Samad beweist sich erneut als kluger, wissender Kopf, der der westlichen ebenso wie der arabischen Welt viel zu sagen hat über den möglichen Wert und Nutzen von Religion, die Notwendigkeit ihrer historischen Einordnung und Differenzierung und die Gottlosigkeit jener, die im Namen der Religion andere unterdrücken und abschlachten.

  • Schöne Kritik am Irrglauben

    Der Koran
    SiegfridCarola

    SiegfridCarola

    21. November 2016 um 11:40

    Schöne Kritik am Irrglauben. Es lebe Jesus Christus, der eingeborene Sohn unseres Herren!

  • Was lehrt der Koran

    Der Koran
    Liebes_Buch

    Liebes_Buch

    09. October 2016 um 20:54

    Hamed Abdel-Samad erklärt in diesem Buch die Hauptthemen des Koran und beleuchtet so zentrale aktuelle Streitfragen wie z. B. Frauenrechte, Homosexualität, Andersgläubige (Ungläubige) oder Jihad. Er erläutert, wie die Muslime selber diese Texte des Koran lesen, stellt die aber auch in den geschichtlichen Kontext und deutet sie an der damaligen Situation. Gerade das wird im Islam aber abgelehnt, da der Koran als von Gott geschrieben gilt. Abdel-Samad sieht in diesem Gültigkeitsanspruch die Entstehung des Islamismus, der zur Nachahmung verschiedener Greueltaten Mohameds verleitet.Dieses Buch ist natürlich sehr informativ für Leser, die den Islam verstehen möchten und eine Erläuterung suchen. Andererseits richtet sich dieses Buch besonders an Muslime, um einen Weg zu entwickeln, das Gewaltproblem zu überwinden.Eigentlich handelt es sich hier um ein harmloses Buch. Dass Abdel-Samad seine Lesungen jedoch mit kugelsicherer Weste und Polizeischutz durchführen muss, offenbart die Aggression, mit der die Unantastbarkeit des Islam verteidigt wird. Auch wenn man Abdel-Samads Meinung nicht immer teilt, sollte es in Europa doch eine Selbstverständlichkeit sein, heilige Bücher historisch zu erklären, ohne dafür getötet zu werden. Und würde dieses Buch von der Bibel handeln, gäbe es keinerlei Vorwürfe und Beschuldigungen. Warum auch. Dass Abdel-Samad überhaupt Probleme mit und innerhalb des Islam wahrnimmt, wird ihm jedoch auch in Europa verübelt und zeigt, dass auch wir anfällig sind für die Faszination, die vom autoritären Islam ausgeht.

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  • "Ich sehe, dass dein Herr dir in deinen Gelüsten entgegenkommt." (Hadith Nr. 1464)

    Der Koran
    R_Manthey

    R_Manthey

    07. October 2016 um 09:51

    Glaubt man den Überlieferungen, so stammt dieser Satz von Mohameds Lieblingsfrau Aischa. Ihr war anscheinend aufgefallen, dass die angeblich dem Propheten Mohamed vom Erzengel Gabriel übermittelten göttlichen Verse sehr gut zu Mohameds Verlangen passen. Der Verdacht, dass die Koranverse gar nicht übermittelt wurden, sondern von Mohamed selbst stammen, ist weder neu noch tatsächlich überprüfbar. Obwohl Hamed Abdel-Samed diesen Verdacht nicht explizit ausspricht, kann man dennoch davon ausgehen, das er genau dies meint, wenn er fordert, den Koran zu "vermenschlichen". Er umschreibt das so: "Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Koran kann indes nur gelingen, wenn man die Schrift nicht als allumfassendes, letztgültiges Wort Allahs betrachtet, sondern >>vermenschlicht<<." (S.23). Oder später: "Wenn man den Text dagegen vermenschlicht, gewinnt er an Würde. Dann kann man die Passagen, die sich auf den historischen Kontext beziehen, richtig einordnen und die allgemeinen Passagen, die spirituelle Kraft vermitteln oder ethisch soziale Lehren, aktivieren." (S.226). Ob das je gelingen wird, ist sehr zweifelhaft. Wenn die Koranverse nicht von Allah stammen, wessen Prophet ist dann Mohamed? In dem Augenblick, wo man die Herkunft der Koranverse anzweifelt, bricht die gesamte Konstruktion des Islam in sich zusammen. Die Forderung oder Hoffnung des Autors, den Islam auf diese Weise reformieren zu können, ist eine mehr als naive Vorstellung. Sie ändert jedoch nichts daran, dass ihm in seinem Buch eine brillante Analyse des Korans gelungen ist. Wenn man den Koran liest, stößt man schnell auf unüberwindbare Hindernisse. Die Suren sind nicht etwa in der Reihenfolge ihrer angeblichen Übermittlung, sondern der Länge nach geordnet. Da damit der historische Kontext erst einmal verschwunden ist, bleiben viele der sowieso schon schwer verständlichen Verse erst recht unbegreiflich. Obendrein widersprechen sich viele von ihnen, weil Allah offenbar seine Meinung in den mehr als zwei Jahrzehnten der Übermittlung mehrfach geändert hat. Wie kann das bei einem allwissenden Gott eigentlich sein? Genau diese Frage stellt sich der Autor auch gleich zu Beginn seines Textes. Im Koran steht, dass dieses Buch unabänderbar ist. Die offenkundigen Widersprüche wurden dann später mit dem Prinzip der Abrogation trickreich aus der Welt geschafft. Dieses Prinzip, von dem im Koran natürlich nicht die Rede ist, besagt, dass ältere Verse durch jüngere aufgehoben werden, falls sie sich widersprechen. Folgt man diesem Prinzip, dann ist der Koran ein Buch des Hasses und der Gewalt, denn die letzte Sure ist erfüllt von Hass und dem Aufruf zum Abschlachten aller Ungläubigen. Der Prophet selbst hat dies mit der Vernichtung des jüdischen Stammes Banu Quraiza eindrucksvoll vorgeführt. Die Taten des IS haben also sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun, denn seine Anhänger können sich auf das angebliche Wort Allahs und die letzte, die 9. Sure berufen. Der Autor erklärt gleich in der Einführung zu seinem Buch, dass man aus dem Koran alles herauslesen kann, was man will. Das erkläre auch die Verwirrung, die in manchen Streitgesprächen entsteht, wenn sich Leute Koranverse um die Ohren hauen. Ein solcher Zugang bringt gar nichts. Deshalb versucht Hamed Abdel-Samad thematisch vorzugehen, um auf diese Weise die Widersprüche mit den sich verändernden Lebenssituationen Mohameds zu erklären. Nur so kann man den Koran wirklich verstehen und nur so lösen sich alle Widersprüche auf. Wenn nämlich die Koranverse nicht von Allah stammen, dann hat er sich auch nicht widersprochen, was schließlich bei einem Gott nicht vorkommen sollte. Darüber hinaus lässt sich so auch die Tatsache verstehen, dass in mehreren Versen der Prophet über seinem Gott steht. Beispielsweise kann man Allah durchaus einmal beleidigen, wenn man es hinterher reuevoll einsieht. Tut man die jedoch dem Propheten an, dann ist dies unverzeihlich. Das Buch geht also einerseits thematisch vor: (1) Der Koran über den Menschen, (2) Der Koran über das Leben, (3) Die Drohung im Koran, (4) Toleranz und Intoleranz im Koran, (5) Krieg und Frieden im Koran, (6) Sure 9 - das allerletzte Manifest, (7) Juden im Koran, (8) Christen im Koran, (9) Frauen im Koran, (10) Homosexualität im Koran, (11) Was vom Koran übrigbleibt. Andererseits untersucht der Autor dann in den einzelnen Kapiteln die Entstehungsgeschichte der Verse in ihrem historischen Kontext und ihre späteren Interpretationen von Koran-Theologen. Abgesehen vom Wunschdenken des Autors über eine mögliche Reform des Islam in dem von ihm vorgeschlagenen Sinne ist dies eine brillante Analyse des Koran. Sie wird den Lesern dieses Buches helfen, gegen die Verwirrungstaktiken um den Islam imun zu werden. Um zu begreifen, um was es eigentlich geht, reicht allerdings bereits ein Blick dorthin, wo der Islam herrscht. Der Islam ist keine normale Religion, sondern ein allumfassendes Gesellschaftskonzept, das sich nicht mit den Errungenschaften der europäischen Aufklärung vereinbaren lässt.

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